WDR ZeitZeichen

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Ob Staatsgründung oder Machtverfall, Lebensdaten großer Frauen und Männer, Wendepunkte der Menschheitsgeschichte, Friedensverträge und Katastrophen, Erfindungen und Entdeckungen - im ZeitZeichen wird Geschichte lebendig.

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WDR ZeitZeichen | 20.06.2018 | 14:59 Min.

Er wirkte auf viele wie eine Lichtgestalt, fast wie ein Heiliger, der dem Jazz neue Welten eröffnete. 1958 erschien Eric Dolphy in der Szene, und war schon vollendet. Als Solist beherrschte er drei Instrumente perfekt: Alt-Saxophon, Bassklarinette und Flöte. Zehn Jahre hatte er sich im Verborgenen entwickelt, in Bands gespielt und geübt. "Oft haben mich Vögel begleitet. Dann habe ich aufgehört mit dem, was ich gerade übte und habe mit den Vögeln gespielt." Autor: Christian Kosfeld

WDR ZeitZeichen | 19.06.2018 | 14:59 Min.

Es ist ein Bauwerk der Superlative: 3325 m lang, 27 m unter der Elbe und die mächtigste Unterwasserstraße der Welt. Eine ingenieurtechnische Meisterleistung. Acht fußballfeldgroße Betonteile wurde vorfertigt, dorthin geschleppt und unter Wasser zusammenmontiert. Jedes einzelne Teil rund 48.000 Tonnen schwer. Für den Transport der Quader musste Elbe komplett gesperrt werden. Autorin: Heide Soltau

WDR ZeitZeichen | 18.06.2018 | 14:48 Min.

Der Obdachlose, der tagtäglich gegen die Kälte antrinkt. Die Sekretärin, die es ohne Sekt und Likör gar nicht zur Arbeit schafft. Der Professor, der jeden Abend drei Flaschen Wein leert: Alkoholismus hat viele Gesichter. Betroffen sind in Deutschland mindestens 1,3 Millionen Menschen. Vor 50 Jahren entschied das Bundessozialgericht: Alkoholismus ist eine Krankheit und gehört als solche behandelt. Autorin Kerstin Hilt

WDR ZeitZeichen | 17.06.2018 | 14:55 Min.

Die größte Popularität brachte ihm eine einzige Stimme ein, die er bestehendem Material hinzufügte: Als Charles Gounod sich eine neue Melodie zu einem der Klavier-Präludien von Johann Sebastian Bach ausdachte, konnte er wohl nicht ahnen, dass er gerade einen Welthit komponiert hatte - ein rührseliges Erfolgsstück, das Gounods Ruf nicht immer günstig beeinflusst hat. Autor: Christoph Vratz

WDR ZeitZeichen | 16.06.2018 | 14:55 Min.

Mit 1,92 m war er ein großer Mann, er liebte das Jagen und das Tennisspiel - und sein Volk liebte ihn: König Gustav V. von Schweden. Am 16. Juni 1858 wurde er auf Schloss Drottningholm geboren. 1907 wurde er König und regierte das Land bis zu seinem Tod 1950. Er galt als schüchtern und zurückhaltend. Zu viel Pomp war ihm ein Graus, deshalb verweigerte er sogar seine Krönungszeremonie. Autorin: Ariane Hoffmann

WDR ZeitZeichen | 15.06.2018 | 14:20 Min.

Das Jahr 1888 markiert einen Wendepunkt in der deutschen Geschichte: Zunächst regierte noch der greise Kaiser Wilhelm I., der seinem Kanzler Bismarck weitgehend freie Hand ließ. Viele Liberale hofften seit Jahren darauf, dass sich die reaktionären Verhältnisse im Deutschen Reich durch Wilhelms Sohn Friedrich ändern würden. Doch als der fast 91-Jährige im März starb, war sein Nachfolger bereits unheilbar an Kehlkopfkrebs erkrankt. Autorin: Christian Kopka

WDR ZeitZeichen | 14.06.2018 | 14:56 Min.

Als der türkische Regierungschef Demirel im Sommer 1993 den verstorbenen Staatspräsidenten Özal ersetzt, wird seine Parteifreundin, die steinreiche Wirtschaftsprofessorin Tansu Ciller, Ministerpräsidentin. Sie ist erst die dritte überhaupt in einem muslimischen Land. Ciller soll der Türkei die Tür zur Moderne aufreißen. Es kommt ganz anders. Autorin: Edda Dammmüller

WDR ZeitZeichen | 13.06.2018 | 14:48 Min.

Seinetwegen wurde im Periodensystem der Elemente eine neue Spalte eröffnet: Der britische Chemiker William Ramsay entdeckt Ende des 19. Jahrhunderts gleich fünf neue Elemente: Argon, Helium, Krypton, Neon und Xenon. Die sogenannten Edelgase hatten sich in der Luft versteckt. Autorin: Anne Preger

WDR ZeitZeichen | 12.06.2018 | 14:43 Min.

Woher kommen wir? Wer waren unsere Vorfahren, und was lernen wir aus ihrem Leben? Diese Fragen brachten mittelalterliche Schreiber dazu, Chroniken von gewaltigen Ausmaßen zu verfassen. Auch Dominikanerkaplan Martin von Troppau war einer von denen, die sich damit abmühten, Tausende von Jahren Menschheitsgeschichte verständlich zusammen zu fassen. Autorin: Maren Gottschalk

WDR ZeitZeichen | 11.06.2018 | 14:49 Min.

Zeitweilig gilt er als der komischste Mann Hollywoods. Aber Gene Wilder will sich nie als Clown verstanden wissen. "Ich liebe es zu spielen, Figuren zu kreieren, vor allem dann, wenn sie einer phantastischen Welt entspringen." Ob Willy Wonka in "Charlie und die Schokoladenfabrik" oder "Dr. Frankenstein" - nach dem Grundsatz "nicht Leben imitieren, sondern Leben schaffen" erschließt er sich seine komischen Rollen mit einem einfühlsam-emotionalen Ansatz. Autorin: Susanne Rabsahl

WDR ZeitZeichen | 10.06.2018 | 14:49 Min.

Nachhaltige Unternehmensführung, globale Vernetzung, Monopolbildung, Lobbyismus und Sponsoring sind Begriffe der heutigen Wirtschaftswelt. Die Vorgeschichte führt 500 Jahre zurück zur Kaufmanns- und Bankiersdynastie Fugger nach Augsburg. Anton Fugger war 32 Jahre alt, als er von seinem kinderlosen Onkel Jakob das Unternehmen übernahm und es weiter zu einem weltweit operierenden Imperium mit Niederlassungen an allen strategischen Plätzen Europas ausbaute. Autorin: Martina Meißner

WDR ZeitZeichen | 09.06.2018 | 14:44 Min.

Er war Künstler. Lieber noch als er Kaiser war. Und in beiden Jobs begabt. Begabter jedenfalls, als er uns im kollektiven Gedächtnis geblieben ist seit Peter Ustinovs schauerlich-brillanter Verkörperung im Film "Quo Vadis": Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus, Herrscher über ein Weltreich. Das Volk verehrt ihn als Showtalent mit politischer Fortune, bis er im sechsten Amtsjahr versagt. Autor: Uwe Schulz

WDR ZeitZeichen | 08.06.2018 | 14:50 Min.

Willi Sitte gehörte zu den prominentesten Malern der DDR. Inzwischen wird er immer als "umstritten" bezeichnet - ein Wort, das seltsamerweise nie als Lob gemeint ist. In der frühen DDR ist Sitte angeeckt, als er Unabhängigkeit der Künstler von Kulturfunktionären einforderte. Das brachte ihn ein Lehrverbot ein. In der späteren DDR war er als Präsident des Verbandes Bildender Künstler selbst Kulturfunktionär. Autor: Thomas Klug

WDR ZeitZeichen | 07.06.2018 | 14:54 Min.

Wer über die Dichtung der Moderne spricht, wird schwer ohne ihn auskommen: Friedrich Hölderlin. Sein Werk befeuert bis heute den poetischen Diskurs. Seine Sprache ist Ausdruck von philosophischen, politischen und gesellschaftlichen Gedanken, die in einer unruhigen Zeit entstanden. Autorin: Claudia Friedrich

WDR ZeitZeichen | 06.06.2018 | 14:48 Min.

Scheu, schwächlich, ein Spätentwickler. Biographen zeichnen in den letzten Jahren kein positives Bild des britischen Polarforschers. Paukschule, Militärakademie, Seekadett bei der Royal Navy, Marineoffizier in Südafrika und der Karibik sind die Stationen seiner Karriere bevor er zum Leiter der ersten rein britischen Forschungsreise in die Antarktis ernannt wird. Autoren: Veronika Bock und Ulrich Biermann

WDR ZeitZeichen | 05.06.2018 | 14:53 Min.

An Robert Kennedy erinnert man sich vor allem wegen seines fulminanten Kampfs um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten 1968. Wo er auftrat, jubelten die Menschen. Plötzlich, für einen kurzen historischen Moment, schien es, als ob so etwas wie Versöhnung möglich sein könnte: Zwischen schwarz und weiß, alt und jung, arm und reich, Konservativen und Liberalen. Autorin: Almut Finck

WDR ZeitZeichen | 04.06.2018 | 14:48 Min.

Giacomo Casanova, als Sohn einer Schauspielerin in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, ist die wohl schillerndste Figur des 18. Jahrhunderts - und der bedeutendste Chronist seiner Zeit. Denn seine Neugier kannte keine Grenzen: Der geniale Blender reiste kreuz und quer durch Europa, parlierte mit Katharina der Großen, Voltaire, Madame de Pompadour und Friedrich II., beschäftigte sich mit Kalenderreformen, Staatslotterien oder Alchemie. Autorin: Christiane Kopka

WDR ZeitZeichen | 03.06.2018 | 14:54 Min.

Mit ihren Eltern hatte Anna Mahler Pech: Ihr Vater, der Komponist Gustav Mahler, starb, als sie sieben war. Ihre Mutter Alma Mahler war eine faszinierende Frau, der die Männer zu Füßen lagen. In ihrem Wiener Salon trafen sich die berühmtesten Künstler der Zeit, viele davon ihre Liebhaber, Tochter Anna lief nebenher mit, nur nachlässig erzogen, kaum geliebt. Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann

WDR ZeitZeichen | 02.06.2018 | 14:49 Min.

Die EZB ist die Bank, die unser Geld herausgibt. Nicht nur das hat sie von der unantastbar erscheinenden Deutschen Bundesbank übernommen. Sie bestimmt die in Umlauf befindliche Geldmenge und die Höhe der Leitzinsen. Beides hat wesentliche Wirkung auf die Preisentwicklung, die Verbraucherzinsen und damit letztendlich auf den Wohlstand aller. Autor: Kay Bandermann

WDR ZeitZeichen | 01.06.2018 | 14:50 Min.

Mit unerbittlich genauen Schilderungen all der "anständigen Leute", die durch Verlogenheit und Gier, Dünkelhaftigkeit und Brutalität in den Faschismus abdriften, liefern Ödön von Horvaths Theaterstücke, Romane und Erzählungen ein erschreckend genaues Bild vom Niedergang der Demokratie und Liberalität. Nachdem die Nazis an der Macht waren, musste der Autor Nazi-Deutschland verlassen. Autorin: Ulrike Gondorf

WDR ZeitZeichen | 31.05.2018 | 14:57 Min.

Ludwig Tieck war so hoch gelobt wie umstritten. Vielseitig begabt, wagemutig und unkonventionell im Denken und Schreiben, gab er als Dichter und Herausgeber der literarischen Romantik den ersten, entscheidenden Anschub. Schon mit Anfang zwanzig schrieb er Erfolgsromane, dazu Geschichten, die als Kontrapunkt zur vernunftorientierten Aufklärung das Geheimnisvolle feierten, das Unerwartete, das Wunderbare. Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann

WDR ZeitZeichen | 30.05.2018 | 13:27 Min.

Als der Bundestag vor 50 Jahren die Notstandsgesetze beschloss, ging damit die bis dahin größte Protestwelle in der Geschichte der Bundesrepublik zu Ende. Die Gesetze wurden bis heute nicht angewendet, aber der Streit über sie hat die Republik verändert. Autor: Matthias Wurms

WDR ZeitZeichen | 29.05.2018 | 14:55 Min.

Unter den vielen US-Komikern war er der vielleicht amerikanischste. Dabei wurde Bob Hope nicht einmal in den Vereinigten Staaten geboren, sondern war gebürtiger Brite. Als Kind kam er in die USA. In seiner neuen Heimat moderierte er ganze achtzehn Mal die Oscar-Verleihung, spielte mit acht US-Präsidenten Golf und trat vor Millionen Soldaten bei Truppenbesuchen auf. Autorin: Jana Fischer

WDR ZeitZeichen | 28.05.2018 | 14:20 Min.

Dem Aufstand vom 17. Juni in der DDR vorausgegangen war eine Erhöhung der Arbeitsnormen um zehn Prozent. Das SED-Zentralkomitee hatte diese Erhöhung beschlossen, der Ministerrat der DDR hatte den Beschluss am 28. Mai 1953 bestätigt und damit die Ereignisse in Gang gesetzt, die zur großen Krise führten und Ulbrichts Herrschaft ernsthaft gefährdeten. Autor: Thomas Klug

WDR ZeitZeichen | 27.05.2018 | 14:49 Min.

Im entscheidenden Moment auf den Auslöser zu drücken, das lernte sie von Henri Cartier-Bresson. Die in Graz geborene Fotografin war 1955 das erste weibliche Vollmitglied der berühmten Fotoagentur Magnum. Dabei kam Inge Morath eher zufällig zur Fotografie. Autorin: Andrea Kath

WDR ZeitZeichen | 26.05.2018 | 14:45 Min.

Im Laufe seines Lebens erwirbt der schwedische Industriellensohn Alfred Nobel über dreihundert Patente für Erfindungen. Berühmt wird er vor allem, weil er einen Weg findet, Nitroglycerin für Berg- und Straßenbau nutzbar zu machen. Er mischt den hochexplosiven Sprengstoff, der bei der kleinsten Erschütterung explodiert, mit Kieselgur und füllt ihn in Papprollen. Seine Erfindung nennt er "Dynamit". Autorin: Daniela Wakonigg

WDR ZeitZeichen | 25.05.2018 | 14:47 Min.

Er galt als Kauz. Der Historiker und Kunsthistoriker Jacob Burckhardt hat, abgesehen von einigen Reisen, sein Leben in Basel verbracht und an der Universität gelehrt. Dort hat er ein Bild von der Geschichte entwickelt, das bis heute bedeutend ist. Autorin: Irene Dänzer-Vanotti

WDR ZeitZeichen | 24.05.2018 | 14:26 Min.

Wir beobachten es jeden Tag: Die Sonne geht auf, wandert am Himmel entlang und verschwindet abends wieder. Daraus lässt sich nur eines folgern: Die Sonne bewegt sich um die still stehende Erde. Ganz sicher! Ganz so sicher war sich der Astronom und Geistliche Nikolaus Kopernikus da jedoch nicht. Autor: Sven Preger

WDR ZeitZeichen | 23.05.2018 | 14:35 Min.

Der 30jährige Krieg begann mit diesem Fenstersturz. Böhmische Aufständische warfen die Statthalter des verhassten Kaisers zum Fenster hinaus. Keine spontane Tat, sondern eine wohlinszenierte mit viel Symbolkraft. Die protestantischen Böhmen wollten Freiheit von Österreich und erreichten das Gegenteil. Schon beim Fenstersturz selbst. Autor: Heiner Wember

WDR ZeitZeichen | 22.05.2018 | 14:45 Min.

Es war einer der spektakulärsten Personalwechsel in der Autogeschichte. Der Automanager und Kostensenker Jose Ignatio Lopez wechselte 1993 von Opel zu VW. VW-Chef Ferdinand Piech erhoffte sich viel von dem Spanier. Die Produktionskosten bei VW zählten zu den höchsten der Branche, finanziell ging es VW schlecht. Als Lopez-Effekt wird noch heute eine Entwicklung beschrieben, die die Kostensenkung so überzieht, dass die Qualität leidet. Autor: Arndt Brunnert

WDR ZeitZeichen | 21.05.2018 | 14:09 Min.

Schon im 8. Jahrhundert war Sizilien Ziel von Raubzügen arabisch-islamischer Verbände. Die eigentliche Eroberung der Mittelmeerinsel im 9. Jahrhundert war eine Folge innerbyzantinischer Rebellionen. Die Araber landeten im Westen bei Marsala. Palermo fiel 831, Syrakus an der Ostküste im Jahr 878. Damit stand der Großteil der Insel unter islamischer Herrschaft. Autor: Tobias Mayer

WDR ZeitZeichen | 20.05.2018 | 13:28 Min.

Ist von den großen amerikanischen Wirtschaftspionieren des 19. Jahrhunderts die Rede, dann fallen Namen wie Ford, Rockefeller, Carnegie oder Edison. Männer, die am Anfang einer Firmendynastie standen und einen Weltkonzern hinterließen. Hierzulande weniger bekannt ist William George Fargo. Er gilt als einer der Pioniere des amerikanischen Post- und Transportwesens. Autor: Kay Bandermann

WDR ZeitZeichen | 19.05.2018 | 14:36 Min.

Das Urteil über Kaiser Otto IV. war wenig schmeichelhaft: Stark, aber dumm. Doch dies Urteil ist das seiner Gegner, auch unter den späteren Historikern, die es weniger mit dem Welfen Otto hielten als seinem Widerpart, dem Staufer Friedrich II. Otto wuchs am Hof von Richard Löwenherz in England auf. Im deutschen Thronstreit konnte Otto sich zunächst durchsetzen. Auch mit Unterstützung des Papstes. Autor: Heiner Wember

WDR ZeitZeichen | 18.05.2018 | 14:50 Min.

Im Team stehen Spieler wie Helmut Sadlowski, Otto Laszig, Günter Karnhof oder Heiner Kördell; Trainer ist ein gewisser Edi Frühwirth - selbst eingefleischte Fußballkenner jenseits des Ruhrpotts können mit diesen Namen nichts mehr anfangen. 60 Jahre ist es inzwischen her, dass der FC Schalke 04 zum letzten Mal Deutscher Fußballmeister wurde. Autor: Thomas Pfaff

WDR ZeitZeichen | 17.05.2018 | 14:51 Min.

Heute vor 100 Jahren wurde Birgit Nilsson auf einem südschwedischen Bauernhof geboren, jetzt ist er ein Museum mit Erinnerungen an eine beispiellose Opernkarriere: Der Goldring mit Isoldes Kopf als Geschenk vom Wiener Stehplatzpublikum oder das Brillantendiadem der Tosca. Gold in der Kehle und Geld im Kasten - das waren die Grundlagen für ihre Stiftung, die nach ihrem Tod im Jahr 2005 den höchstdotierten Preis der Musikszene verleiht. Autorin: Hildburg Heider

WDR ZeitZeichen | 16.05.2018 | 14:54 Min.

Friedrich Rückert war einer der produktivsten Schriftsteller seiner Zeit: Dichter, Linguist, Übersetzer und Begründer der deutschen Orientalistik. Er beherrschte über 40 Sprachen, übertrug Teile des Korans ins Deutsche, dazu persische, arabische und viele andere fern- und nahöstliche Dichtungen - ein wahres Übersetzergenie. Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann

WDR ZeitZeichen | 15.05.2018 | 14:44 Min.

Von Trapezen und Schlangenlinien, von Dreiecken und Quadraten, von gegenständlichen und abstrakten Zeichnungen war sie fasziniert. Nicht in alten Papieren war all das zu finden, sondern auf dem kargen peruanischen Boden. Den Geheimnissen der Linien von Nasca widmete sich Maria Reiche immer wieder. In der Wüste das Bilderbuch einer untergegangenen Kultur zu entziffern, das machte sie zum Projekt ihres Lebens. Autor: Jürgen Werth

WDR ZeitZeichen | 14.05.2018 | 14:57 Min.

"Das Jahrhundert Ludwigs des XIV." nannte der Philosoph und Schriftsteller Voltaire jene 100 Jahre, die bei den Franzosen "Grand Siècle" heißen. Doch der Sonnenkönig verdankte seinen Glanz jahrhundertelanger Vorarbeit, nicht zuletzt während der Regierungszeit seines Vaters Ludwigs XIII., der am 14. Mai 1643 gestorben ist. Autorin: Sabine Mann

WDR ZeitZeichen | 13.05.2018 | 15:06 Min.

Im Mai 1830 begibt sich Felix Mendelssohn-Bartholdy auf eine knapp zweijährige Italien-Reise. Er ist euphorisiert. Italien lädt ihn mit neuer Energie auf. Er beginnt die Arbeit an einer Sinfonie, über die es im Februar 1831 heißt: "Die italienische Symphonie macht gute Fortschritte, sie wird das lustigste Stück, das ich je gemacht habe." Autor: Christoph Vratz

WDR ZeitZeichen | 12.05.2018 | 14:21 Min.

Otto Nerz war der erste Reichstrainer der deutschen Fußballnationalmannschaft. Er war ein Quereinsteiger, ein Volksschullehrer der Medizin studierte und promovierte. An seiner fußballerischen Fachkompetenz zweifelte kaum jemand. Als Trainer setzte er auf Zucht, Ordnung und Drill. Spieler fühlten sich beim Training behandelt wie in einer Kaserne. Autor: Detlef Wulke

WDR ZeitZeichen | 11.05.2018 | 14:56 Min.

Bongospiel und Biologie faszinierten ihn, ebenso wie Computer und das Knacken von Codes und Safes. Ein Womanizer, der in Strip-Lokalen Servietten mit Formeln und Aktskizzen füllte. Seine wahre Liebe aber galt der Physik. Die wollte er von Grund auf verstehen - auf eigenen, neuen Pfaden. Autor: Wolfgang Burgmer

WDR ZeitZeichen | 10.05.2018 | 14:29 Min.

In der Geschichte des Umgangs mit chemischen Schädlingsbekämpfungsmittel haben die negativen Auswirkungen auf Menschen, Tiere und die Umwelt lange Zeit so gut wie gar keine Rolle gespielt. Erst heute vor 50 Jahren wurde mit dem Pflanzenschutzgesetz ein obligatorisches Zulassungsverfahren für derartige Stoffe eingeführt. Autor: Ralf Gödde

WDR ZeitZeichen | 09.05.2018 | 14:29 Min.

Das war einmal ein sinfonisches Statement: ein leiser, aber unerbittlicher Marsch, der sich steigert und in Fanfaren und Getümmel ausbricht. Dann wechselt abrupt die Stimmung zu einer älplerischen Idylle, romantisch schwelgend. So beginnt Anton Bruckners Erste Sinfonie. Ein Meisterwerk mit allen Zutaten des späten Meisters, nur dramatischer und konzentrierter. Autor: Michael Struck-Schloen

WDR ZeitZeichen | 08.05.2018 | 14:47 Min.

Henry Dunant war der erste Friedensnobelpreisträger, Vater des Roten Kreuzes und der Genfer Konventionen. Bereits in seiner Jugend engagierte sich der Schweizer für seine Mitmenschen aber das Schlüsselerlebnis seines Lebens hatte er 1859. Auf einer Geschäftsreise nach Solferino in Oberitalien wurde er eher zufällig Zeuge einer der blutigsten Schlachten der Geschichte. Autorin: Martina Meißner

WDR ZeitZeichen | 07.05.2018 | 14:51 Min.

"Stalinstadt ist eine junge Stadt, und das Wichtigste in ihr ist die Jugend", titelte 1953 die Berliner Zeitung. Stalinstadt war die Wohnstadt des Eisenhüttenkombinats Ost, das 1950 in der dünn besiedelten Oderregion aus dem Boden gestampft wurde. Aus allen Landesteilen der DDR strömten vor allem junge Menschen in die Region, um hier an der ersten sozialistischen Stadt Deutschlands mitzuwirken und dort eine neue Heimat zu finden. Autorin: Veronika Bock

WDR ZeitZeichen | 06.05.2018 | 14:06 Min.

"Das ist Verrat am Volke", meldete der "Westdeutsche Beobachter" am 17. November 1938. Im Visier der Nazis stand die Bonner Professorengattin Marie Kahle. Sie hatte nach der "Reichskristallnacht" mit ihrem Sohn jüdischen Mitbürgern geholfen. Marie Kahles Hilfsbereitschaft beim Aufräumen eines verwüsteten jüdischen Geschäfts bauschte die Nazi-Propaganda zum "Skandal Kahle" auf. Mit barbarischer Systematik entzogen die Nationalsozialisten der Familie die Lebensgrundlage. Autor: Christoph Vormweg

WDR ZeitZeichen | 05.05.2018 | 14:47 Min.

"Sein Name wird durch die Jahrhunderte fortleben und so auch sein Werk!" Das prophezeite Friedrich Engels am Grab seines Freundes in London. Und er scheint recht zu behalten. Kaum eine Persönlichkeit aus dieser Zeit ist heute noch so bekannt wie Karl Marx, aber auch so umstritten und missverstanden. Philosoph, Journalist, Ökonom, Historiker, Kapitalismuskritiker, Flüchtling - das Leben von Karl Marx hat viele Facetten. Autorin: Martina Meißner

WDR ZeitZeichen | 04.05.2018 | 13:33 Min.

Es waren nicht zuletzt die schlechten Kritiken, die er für das vorausgegangene Werk "Über den Fluss und in die Wälder" hinnehmen musste, die Ernest Hemingway veranlassten, einen neuen Roman zu schreiben. Er wollte beweisen, dass er noch Kraft hatte. Als das Manuskript fertig war, beschloss er, nur einen kleinen Teil davon herauszulösen und eine Novelle daraus zu machen: "Der alte Mann und das Meer". Autorin: Monika Buschey

WDR ZeitZeichen | 03.05.2018 | 15:02 Min.

Der Freiheitskampf der Schotten gegen die Engländer liegt nun mehr als sieben Jahrhunderte zurück und gipfelte in einem Abkommen, das den Schotten "auf ewig" die Autonomie gegenüber London zusicherte. Doch "ewig" währte nicht lange - der Appetit des mächtigen englischen Königreiches auf die Gebiete nördlich des Tweed war stärker als der Wille zum Frieden. Autor: Marko Rösseler

WDR ZeitZeichen | 02.05.2018 | 14:53 Min.

Der spanische Maler Francisco de Goya hat es im kollektiven Gedächtnis verankert. Sein berühmtes Monumentalgemälde "Der Kampf mit den Mameluken" zeigt den Aufstand des Madrider Volkes gegen die französische Besatzung. Mit Gewehren, Messern und Dreschflegeln rebellieren sie gegen die damals beste Armee der Welt. Am 2. Mai 1808 liefern sich die Madrider erbitterte Straßenschlachten mit den Besatzern. Autorin: Andrea Kath