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Ob Staatsgründung oder Machtverfall, Lebensdaten großer Frauen und Männer, Wendepunkte der Menschheitsgeschichte, Friedensverträge und Katastrophen, Erfindungen und Entdeckungen - im ZeitZeichen wird Geschichte lebendig.

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WDR ZeitZeichen | 18.07.2018 | 14:54 Min.

Dass der schüchterne, angepasste Junge vom Land einmal zur weltweiten Symbolfigur gegen Rassismus werden würde, hätte niemand voraussehen können, am wenigsten er selbst. Denn zunächst wollte er ein "black Englishman" werden und sich nur um die eigenen Angelegenheiten kümmern. Aber nachdem Mandela die Brutalität des südafrikanischen Apartheid-Regimes aus der Nähe miterlebt hatte, entschloss er sich dazu, für die Freiheit seines Volkes zu kämpfen. Autorin: Maren Gottschalk

WDR ZeitZeichen | 18.07.2018 | 14:54 Min.

Dass der schüchterne, angepasste Junge vom Land einmal zur weltweiten Symbolfigur gegen Rassismus werden würde, hätte niemand voraussehen können, am wenigsten er selbst. Denn zunächst wollte er ein "black Englishman" werden und sich nur um die eigenen Angelegenheiten kümmern. Aber nachdem Mandela die Brutalität des südafrikanischen Apartheid-Regimes aus der Nähe miterlebt hatte, entschloss er sich dazu, für die Freiheit seines Volkes zu kämpfen.

WDR ZeitZeichen | 17.07.2018 | 15:00 Min.

Mit der Schlacht von Castillon im Südwesten Frankreichs endete die Phase militärischer Konflikte zwischen England und Frankreich, die als 100-jähriger Krieg in die Geschichte eingegangen ist. Hintergrund der über Jahrzehnte immer wieder aufflammenden Kämpfe waren Gebietsansprüche englischer Herrscher auf dem Kontinent. Autor: Herwig Katzer

WDR ZeitZeichen | 16.07.2018 | 14:55 Min.

300 Jahre herrscht die Dynastie der Romanows über Russland, das größte Land der Erde. Die Zaren verstehen sich als von Gott erwählte Herrscher über 170 Millionen Russen, und auch Nikolaus II., der letzte Zar, glaubt unbeirrbar, dass die unantastbare Aura des Zarentums die revolutionären Unruhen im Land, die Hungersnöte und militärischen Niederlagen überwinden könne. Autorin: Marfa Heimbach

WDR ZeitZeichen | 15.07.2018 | 14:55 Min.

Als Julian Bream 1951 in der Londoner Wigmore Hall auftrat, galt klassische Gitarrenmusik als exotisch. Das Debüt wurde ein Triumph. Bream gilt heute als einer der bedeutendsten Gitarristen im 20. Jahrhundert. Sein Vater spielte Jazzgitarre, als Kind hörte er Django Reinhardt und brachte sich das Gitarre-Spiel selbst bei. Sein erstes Konzert gab er 1947, mit 13 Jahren. Autor: Christian Kosfeld

WDR ZeitZeichen | 14.07.2018 | 14:52 Min.

Als "Königin der Wüste" oder "Mutter des Irak" wird Gertrude Bell heute oft ehrfürchtig bezeichnet. In ihrer Autobiographie nannte sie sich "Tochter Arabiens". Gertrude Bell stammte aus einer reichen britischen Industriellenfamilie. Viele Jahre war sie als Reiseschriftstellerin und Archäologin im Nahen Osten unterwegs, in Syrien, Kleinasien und Irak. Autor: Tobias Mayer

WDR ZeitZeichen | 13.07.2018 | 14:51 Min.

Mit seiner revolutionären Zeitung "L‘Ami du peuple", "Der Volksfreund", wurde Jean-Paul Marat berühmt. Ins kollektive Gedächtnis beförderte ihn eine schöne Unbekannte, die ihn in der Badewanne erstach und so zum "Märtyrer der Revolution" machte. Beim Volk war er beliebt. Doch eine Anhängerin der gemäßigten Girondisten, deren Sturz Marat mit seinen Hetztiraden herbeigeschrieben hatte, wurde ihm zum Verhängnis. Autor: Christoph Vormweg

WDR ZeitZeichen | 12.07.2018 | 14:51 Min.

Die Farben waren schwarz, weiß und rot. Die offiziellen Nationalfarben des Deutschen Kaiserreichs. Genau diese Farben hatte sich das Nationalkomitee Freies Deutschland bei seiner Gründung im Jahr 1943 gewählt. Dessen Mitglieder allerdings hatten wenig Interesse, zu alten Verhältnissen zurückzukehren. Es ging um konkrete Ziele: Es galt, eine Volksfront gegen Hitler zu schaffen. Autor: Thomas Klug

WDR ZeitZeichen | 11.07.2018 | 14:42 Min.

Iren lieben Geschichten. Besonders, wenn sie von tragischen Schicksalen erzählen, so wie die der jungen Savita Halappanavar. Die Zahnärztin starb im Oktober 2012 an einer Blutvergiftung, nachdem ihr die Ärzte der Universitätsklinik Galway eine Abtreibung versagt hatten. Ihr Schicksal empörte viele Iren, sie gingen auf die Straße für eine Öffnung des strikten Abtreibungsverbots. Autorinnen: Anja und Dortis Arp

WDR ZeitZeichen | 10.07.2018 | 14:21 Min.

Dass Caroline Jagemann, die Tochter eines Bibliothekars, als Sängerin und Schauspielerin am Weimarer Hoftheater eine traumhafte Gage erhielt und sogar mit der fürstlichen Familie verkehrte, hatte man zwar mit Neid verfolgt aber noch geduldet. Doch als sie die Geliebte von Herzog Carl August von Sachsen-Weimar wurde und drei Kinder von ihm bekam, war es mit der Toleranz vorbei. Autorin: Maren Gottschalk

WDR ZeitZeichen | 09.07.2018 | 14:50 Min.

Was ist normal? Und wie wenig muss geschehen, dass diese selbst ernannte Normalität endet? Der britische Neurologe Oliver Sacks wusste, dass eine winzige Hirnverletzung genügt, um in eine andere Welt zu geraten. Damit zum Beispiel ein Mann seine Frau mit einem Hut verwechselt. In seinem wohl berühmtesten Buch schrieb Sacks 24 anekdotische Fallgeschichten, die den Komponisten Michael Nyman später zu einer Oper inspirierten. Autor: Ralph Erdenberger

WDR ZeitZeichen | 08.07.2018 | 14:45 Min.

Der Mauerbau war eine Reaktion auf die zweite Intifada, den Aufstand gegen Israels Herrschaft in den besetzen Gebieten. Terroristen kamen über die grüne Grenze und sprengten sich mit möglichst vielen unbeteiligten Menschen in die Luft, zum Beispiel in voll besetzten Bussen. Israel begann mit dem Bau einer 759 Kilometer langen Mauer, an Einzelstellen bis zu acht Meter hoch. Autor: Heiner Wember

WDR ZeitZeichen | 07.07.2018 | 14:47 Min.

Es ist damals ein Schritt der Normalisierung. Oder besser vielleicht: Ein Luftsprung. Nach dem Zweiten Weltkrieg kontrollieren und organisieren zunächst die alliierten Siegermächte den Luftraum über Deutschland. Aber schon 1951 geben die Westmächte das Signal, dass sie die Luftraumkontrolle gerne in deutsche Hände legen würden. Wie das in Deutschland üblich ist, wird zu diesem Zweck eine Behörde gegründet: Die Bundesanstalt für Flugsicherung. Autor: Wolfgang Meyer

WDR ZeitZeichen | 06.07.2018 | 14:39 Min.

Shakespeares Drama hat das Bild des englischen Königs Richard III. bis heute geprägt: Ein buckliger Erz-Bösewicht. Doch es ist nur ein Theaterstück. Die jüngste Forschung dagegen bringt Licht in das Leben des wahren Richard. 2012 wurde unter einem Parkplatz in Leicester ein Skelett gefunden. DNA-Untersuchungen bestätigten, dass es sich bei den Gebeinen um jene von Richard III. handelt, Autorin: Daniela Wakonigg

WDR ZeitZeichen | 05.07.2018 | 14:44 Min.

Kaum ein anderes Land der Welt ist kollektiv so traumatisiert von einem Genozid wie Ruanda: Der Völkermord vieler Täter aus der Hutu-Mehrheitsbevölkerung an den Tutsi 1994 mit bis zu einer Million Toten - bei damals 7,5 Millionen Einwohnern - prägt den ostafrikanischen Staat bis heute. Die Vorgeschichte des monströsen Verbrechens hat viel zu tun mit der deutschen und belgischen Kolonialzeit. Autor: Thomas Pfaff

WDR ZeitZeichen | 04.07.2018 | 14:41 Min.

Zur Wahl gehen, durften sie nicht, aber sie durften rechnen - als "Computer", wie damals die fast ausschließlich weiblichen Hilfskräfte am Harvard Observatorium hießen. Henrietta Swan Leavitt war eine von ihnen. Sie entdeckte bei ihrer Arbeit ein physikalisches Gesetz, mit dem sich Entfernungen über Millionen von Lichtjahren messen ließen. Autor: Wolfgang Burgmer

WDR ZeitZeichen | 03.07.2018 | 14:49 Min.

Wäre es nach Franz Kafka selbst gegangen, würde man ihn als Schriftsteller heute vielleicht kaum mehr kennen. Denn er hatte angeordnet, dass alle Manuskripte, die zum Zeitpunkt seines Todes noch nicht gedruckt waren, vernichtet werden sollten. Sein Freund und Testamentsvollstrecker Max Brod hielt sich nicht daran. Er rettete "Amerika", "Das Schloss", "Der Prozess" - Romanfragmente, die Franz Kafka zum einflussreichsten Autor des 20. Jahrhunderts machten. Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann

WDR ZeitZeichen | 02.07.2018 | 14:49 Min.

Im Gewittersturm vor Alexandria ertranken 20 Soldaten, noch bevor der erste Schuss gefallen war und ihre Kameraden in der Stadt Männer, Frauen und Kinder massakrierten. Napoleon Bonapartes grausamer und rauer Ägyptenfeldzug begann und endete 1798 mit einem Desaster. Erstaunlicherweise ging die Niederlage des französischen Expeditionsheeres dennoch als glorreich für den jungen korsischen General in die Geschichte ein. Autorin: Sabine Mann

WDR ZeitZeichen | 01.07.2018 | 14:43 Min.

"Politisch Verfolgte genießen Asylrecht." Mit diesem Satz hatten die Mütter und Väter des Grundgesetzes 1949 das Asylrecht in Artikel 16 festgeschrieben. Doch zu Beginn der 1990ger Jahre stieg die Zahl der Asylbewerber massiv an. Mit Schlagworten wie "Wirtschaftsasylant", "Scheinasylant" und "Asylmissbrauch" machten konservative bis rechtsextreme Kreise Stimmung. Autorin: Martina Meißner

WDR ZeitZeichen | 30.06.2018 | 15:01 Min.

War es ein havariertes Raumschiff Außerirdischer? War es ein Meteor oder gar ein kleines Schwarzes Loch? Oder entfachte eine gigantische Gasexplosion im Morgengrauen jenes 30. Juni 1908 in der Ödnis der westsibirischen Taiga ein Inferno, und knickte in einem Gebiet fast so groß wie das Saarland alle Bäume um? Die Luft schien zu brennen und selbst in Europa sahen die Menschen den Nachthimmel leuchten. Autor: Wolfgang Burgmer

WDR ZeitZeichen | 29.06.2018 | 15:03 Min.

Sie hießen Pelé, Vava, Garrincha, Zagalo und für Liebhaber des schönen Fußballs klingen diese Namen noch heute wie Poesie. Den großen Auftritt zelebrierten sie 1958 in Schweden, wo die Brasilianer ihren ersten WM-Titel gewannen. Es war mehr als ein sportlicher Erfolg. Der 5:2 Sieg im Finale gegen Schweden gab den Brasilianern den Glauben an ihr Land zurück, den sie acht Jahre zuvor verloren hatten. Autor: Jörg Beuthner

WDR ZeitZeichen | 28.06.2018 | 14:53 Min.

Dass Frauen nicht in allem gleicher Meinung sind wie der Papst, ist allseits bekannt. Dass aber eine Frau, nur wegen einer kleinen Meinungsverschiedenheit, nicht zögert, den Papst zu stürzen, das macht Kaiserin Theodora von Byzanz zu einer einmaligen Erscheinung in der Geschichte der Kirche. Dabei hat über ihrer Wiege nicht der Stern der Frömmigkeit gestanden. Autor: Hans Conrad Zander

WDR ZeitZeichen | 27.06.2018 | 14:32 Min.

Menschlich bleiben, auch wenn alles dagegen spricht. Odd Nansen konnte nicht anders. Eigentlich Architekt, kümmerte sich der Sohn des norwegischen Polarforschers Fridtjof Nansen von 1936 an darum, Juden vor dem Nazi-Terror in Sicherheit zu bringen. Die "Nansen-Hilfe" konnte viele von ihnen nach Norwegen schleusen, bis Nansen - ein Gegner der Hitler-Kollaborateure in Oslo - selbst in deutschen Lagern verschwand. Autorin: Edda Dammmüller

WDR ZeitZeichen | 26.06.2018 | 14:36 Min.

Als Bauerssohn war er ein Mann der Scholle. Herbert Gruhl war zwar CDU-Bundestagsabgeordneter, aber im Herzen schon ein Grüner als es die Grünen noch gar nicht gab. Gruhl gehörte zu den wenigen Kritikern der Kernenergie in der Union und Mitte der 70er Jahre zu den Gründern des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), dessen Vorsitzender er auch zwei Jahre lang war. Autor: Wolfram Stahl

WDR ZeitZeichen | 25.06.2018 | 13:56 Min.

Alberto Ginastera hat die klassische Musik Südamerikas aus ihrer Sackgasse befreit. Die Tanzrhythmen seiner Heimat Argentinien verband er mit der Tonsprache der modernen klassischen Musik. Sein Einfluss ist bis heute spürbar. Er gab der Klangsprache seines Heimatkontinents eine völlig neue Richtung. Autor: Niklas Rudolph

WDR ZeitZeichen | 24.06.2018 | 13:58 Min.

Der französische Orthopäde Charles-Gabriel Pravaz entwickelte kurz vor seinem Tod den ersten Prototyp einer modernen Injektionsspritze. Verglichen mit den heutigen Einwegspritzen war es ein kleines Kunstwerk aus Glas und Metall. Noch 1920 wurden weltweit nur 100.000 Spritzen in Handarbeit hergestellt, Stückpreis: 50 Dollar. Erst mit dem Siegeszug des Penicillins begann die Massenproduktion. Autor: Jörg Beuthner

WDR ZeitZeichen | 23.06.2018 | 14:57 Min.

Lautes Geklapper, Tipp-Ex, ein sattes "Pling" am Ende der Zeile - wer kann sich daran noch erinnern? Präzise Mechanik, die bei ein wenig Pflege Jahrzehnte ihren Dienst tat, wurde durch schnöde Textverarbeitung und Plastik ersetzt. Die Schreibmaschine ist Geschichte. Die ersten Modelle sollen vor mehr als 200 Jahren entstanden sein. Autor: Marko Rösseler

WDR ZeitZeichen | 22.06.2018 | 14:07 Min.

Auf zwei Dinge könne er niemals verzichten, sagt der Schauspieler Klaus Maria Brandauer: auf seine Heimat Altaussee in der Steiermark und auf die Bühne des Wiener Burgtheaters, wo er seit 1972 Ensemblemitglied ist. Brandauer ist Weltstar und Österreicher. Als Hendrik Höfgen in István Szabós Film "Mephisto" gelingt ihm 1981 der Durchbruch. Autorin: Andrea Klasen

WDR ZeitZeichen | 21.06.2018 | 14:58 Min.

Heute befindet sich die Devise "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" an allen öffentlichen Gebäuden Frankreichs. Populär wurde sie während der Französischen Revolution. Doch führte die Schreckensherrschaft die Parole ad absurdum. Diskutiert wurden die drei magischen Begriffe Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit schon während der Aufklärung. Autor: Christoph Vormweg

WDR ZeitZeichen | 20.06.2018 | 14:59 Min.

Er wirkte auf viele wie eine Lichtgestalt, fast wie ein Heiliger, der dem Jazz neue Welten eröffnete. 1958 erschien Eric Dolphy in der Szene, und war schon vollendet. Als Solist beherrschte er drei Instrumente perfekt: Alt-Saxophon, Bassklarinette und Flöte. Zehn Jahre hatte er sich im Verborgenen entwickelt, in Bands gespielt und geübt. "Oft haben mich Vögel begleitet. Dann habe ich aufgehört mit dem, was ich gerade übte und habe mit den Vögeln gespielt." Autor: Christian Kosfeld

WDR ZeitZeichen | 19.06.2018 | 14:59 Min.

Es ist ein Bauwerk der Superlative: 3325 m lang, 27 m unter der Elbe und die mächtigste Unterwasserstraße der Welt. Eine ingenieurtechnische Meisterleistung. Acht fußballfeldgroße Betonteile wurde vorfertigt, dorthin geschleppt und unter Wasser zusammenmontiert. Jedes einzelne Teil rund 48.000 Tonnen schwer. Für den Transport der Quader musste Elbe komplett gesperrt werden. Autorin: Heide Soltau

WDR ZeitZeichen | 18.06.2018 | 14:48 Min.

Der Obdachlose, der tagtäglich gegen die Kälte antrinkt. Die Sekretärin, die es ohne Sekt und Likör gar nicht zur Arbeit schafft. Der Professor, der jeden Abend drei Flaschen Wein leert: Alkoholismus hat viele Gesichter. Betroffen sind in Deutschland mindestens 1,3 Millionen Menschen. Vor 50 Jahren entschied das Bundessozialgericht: Alkoholismus ist eine Krankheit und gehört als solche behandelt. Autorin Kerstin Hilt

WDR ZeitZeichen | 17.06.2018 | 14:55 Min.

Die größte Popularität brachte ihm eine einzige Stimme ein, die er bestehendem Material hinzufügte: Als Charles Gounod sich eine neue Melodie zu einem der Klavier-Präludien von Johann Sebastian Bach ausdachte, konnte er wohl nicht ahnen, dass er gerade einen Welthit komponiert hatte - ein rührseliges Erfolgsstück, das Gounods Ruf nicht immer günstig beeinflusst hat. Autor: Christoph Vratz

WDR ZeitZeichen | 16.06.2018 | 14:55 Min.

Mit 1,92 m war er ein großer Mann, er liebte das Jagen und das Tennisspiel - und sein Volk liebte ihn: König Gustav V. von Schweden. Am 16. Juni 1858 wurde er auf Schloss Drottningholm geboren. 1907 wurde er König und regierte das Land bis zu seinem Tod 1950. Er galt als schüchtern und zurückhaltend. Zu viel Pomp war ihm ein Graus, deshalb verweigerte er sogar seine Krönungszeremonie. Autorin: Ariane Hoffmann

WDR ZeitZeichen | 15.06.2018 | 14:20 Min.

Das Jahr 1888 markiert einen Wendepunkt in der deutschen Geschichte: Zunächst regierte noch der greise Kaiser Wilhelm I., der seinem Kanzler Bismarck weitgehend freie Hand ließ. Viele Liberale hofften seit Jahren darauf, dass sich die reaktionären Verhältnisse im Deutschen Reich durch Wilhelms Sohn Friedrich ändern würden. Doch als der fast 91-Jährige im März starb, war sein Nachfolger bereits unheilbar an Kehlkopfkrebs erkrankt. Autorin: Christian Kopka

WDR ZeitZeichen | 14.06.2018 | 14:56 Min.

Als der türkische Regierungschef Demirel im Sommer 1993 den verstorbenen Staatspräsidenten Özal ersetzt, wird seine Parteifreundin, die steinreiche Wirtschaftsprofessorin Tansu Ciller, Ministerpräsidentin. Sie ist erst die dritte überhaupt in einem muslimischen Land. Ciller soll der Türkei die Tür zur Moderne aufreißen. Es kommt ganz anders. Autorin: Edda Dammmüller

WDR ZeitZeichen | 13.06.2018 | 14:48 Min.

Seinetwegen wurde im Periodensystem der Elemente eine neue Spalte eröffnet: Der britische Chemiker William Ramsay entdeckt Ende des 19. Jahrhunderts gleich fünf neue Elemente: Argon, Helium, Krypton, Neon und Xenon. Die sogenannten Edelgase hatten sich in der Luft versteckt. Autorin: Anne Preger

WDR ZeitZeichen | 12.06.2018 | 14:43 Min.

Woher kommen wir? Wer waren unsere Vorfahren, und was lernen wir aus ihrem Leben? Diese Fragen brachten mittelalterliche Schreiber dazu, Chroniken von gewaltigen Ausmaßen zu verfassen. Auch Dominikanerkaplan Martin von Troppau war einer von denen, die sich damit abmühten, Tausende von Jahren Menschheitsgeschichte verständlich zusammen zu fassen. Autorin: Maren Gottschalk

WDR ZeitZeichen | 11.06.2018 | 14:49 Min.

Zeitweilig gilt er als der komischste Mann Hollywoods. Aber Gene Wilder will sich nie als Clown verstanden wissen. "Ich liebe es zu spielen, Figuren zu kreieren, vor allem dann, wenn sie einer phantastischen Welt entspringen." Ob Willy Wonka in "Charlie und die Schokoladenfabrik" oder "Dr. Frankenstein" - nach dem Grundsatz "nicht Leben imitieren, sondern Leben schaffen" erschließt er sich seine komischen Rollen mit einem einfühlsam-emotionalen Ansatz. Autorin: Susanne Rabsahl

WDR ZeitZeichen | 10.06.2018 | 14:49 Min.

Nachhaltige Unternehmensführung, globale Vernetzung, Monopolbildung, Lobbyismus und Sponsoring sind Begriffe der heutigen Wirtschaftswelt. Die Vorgeschichte führt 500 Jahre zurück zur Kaufmanns- und Bankiersdynastie Fugger nach Augsburg. Anton Fugger war 32 Jahre alt, als er von seinem kinderlosen Onkel Jakob das Unternehmen übernahm und es weiter zu einem weltweit operierenden Imperium mit Niederlassungen an allen strategischen Plätzen Europas ausbaute. Autorin: Martina Meißner

WDR ZeitZeichen | 09.06.2018 | 14:44 Min.

Er war Künstler. Lieber noch als er Kaiser war. Und in beiden Jobs begabt. Begabter jedenfalls, als er uns im kollektiven Gedächtnis geblieben ist seit Peter Ustinovs schauerlich-brillanter Verkörperung im Film "Quo Vadis": Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus, Herrscher über ein Weltreich. Das Volk verehrt ihn als Showtalent mit politischer Fortune, bis er im sechsten Amtsjahr versagt. Autor: Uwe Schulz

WDR ZeitZeichen | 08.06.2018 | 14:50 Min.

Willi Sitte gehörte zu den prominentesten Malern der DDR. Inzwischen wird er immer als "umstritten" bezeichnet - ein Wort, das seltsamerweise nie als Lob gemeint ist. In der frühen DDR ist Sitte angeeckt, als er Unabhängigkeit der Künstler von Kulturfunktionären einforderte. Das brachte ihn ein Lehrverbot ein. In der späteren DDR war er als Präsident des Verbandes Bildender Künstler selbst Kulturfunktionär. Autor: Thomas Klug

WDR ZeitZeichen | 07.06.2018 | 14:54 Min.

Wer über die Dichtung der Moderne spricht, wird schwer ohne ihn auskommen: Friedrich Hölderlin. Sein Werk befeuert bis heute den poetischen Diskurs. Seine Sprache ist Ausdruck von philosophischen, politischen und gesellschaftlichen Gedanken, die in einer unruhigen Zeit entstanden. Autorin: Claudia Friedrich

WDR ZeitZeichen | 06.06.2018 | 14:48 Min.

Scheu, schwächlich, ein Spätentwickler. Biographen zeichnen in den letzten Jahren kein positives Bild des britischen Polarforschers. Paukschule, Militärakademie, Seekadett bei der Royal Navy, Marineoffizier in Südafrika und der Karibik sind die Stationen seiner Karriere bevor er zum Leiter der ersten rein britischen Forschungsreise in die Antarktis ernannt wird. Autoren: Veronika Bock und Ulrich Biermann

WDR ZeitZeichen | 05.06.2018 | 14:53 Min.

An Robert Kennedy erinnert man sich vor allem wegen seines fulminanten Kampfs um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten 1968. Wo er auftrat, jubelten die Menschen. Plötzlich, für einen kurzen historischen Moment, schien es, als ob so etwas wie Versöhnung möglich sein könnte: Zwischen schwarz und weiß, alt und jung, arm und reich, Konservativen und Liberalen. Autorin: Almut Finck

WDR ZeitZeichen | 04.06.2018 | 14:48 Min.

Giacomo Casanova, als Sohn einer Schauspielerin in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, ist die wohl schillerndste Figur des 18. Jahrhunderts - und der bedeutendste Chronist seiner Zeit. Denn seine Neugier kannte keine Grenzen: Der geniale Blender reiste kreuz und quer durch Europa, parlierte mit Katharina der Großen, Voltaire, Madame de Pompadour und Friedrich II., beschäftigte sich mit Kalenderreformen, Staatslotterien oder Alchemie. Autorin: Christiane Kopka

WDR ZeitZeichen | 03.06.2018 | 14:54 Min.

Mit ihren Eltern hatte Anna Mahler Pech: Ihr Vater, der Komponist Gustav Mahler, starb, als sie sieben war. Ihre Mutter Alma Mahler war eine faszinierende Frau, der die Männer zu Füßen lagen. In ihrem Wiener Salon trafen sich die berühmtesten Künstler der Zeit, viele davon ihre Liebhaber, Tochter Anna lief nebenher mit, nur nachlässig erzogen, kaum geliebt. Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann

WDR ZeitZeichen | 02.06.2018 | 14:49 Min.

Die EZB ist die Bank, die unser Geld herausgibt. Nicht nur das hat sie von der unantastbar erscheinenden Deutschen Bundesbank übernommen. Sie bestimmt die in Umlauf befindliche Geldmenge und die Höhe der Leitzinsen. Beides hat wesentliche Wirkung auf die Preisentwicklung, die Verbraucherzinsen und damit letztendlich auf den Wohlstand aller. Autor: Kay Bandermann

WDR ZeitZeichen | 01.06.2018 | 14:50 Min.

Mit unerbittlich genauen Schilderungen all der "anständigen Leute", die durch Verlogenheit und Gier, Dünkelhaftigkeit und Brutalität in den Faschismus abdriften, liefern Ödön von Horvaths Theaterstücke, Romane und Erzählungen ein erschreckend genaues Bild vom Niedergang der Demokratie und Liberalität. Nachdem die Nazis an der Macht waren, musste der Autor Nazi-Deutschland verlassen. Autorin: Ulrike Gondorf

WDR ZeitZeichen | 31.05.2018 | 14:57 Min.

Ludwig Tieck war so hoch gelobt wie umstritten. Vielseitig begabt, wagemutig und unkonventionell im Denken und Schreiben, gab er als Dichter und Herausgeber der literarischen Romantik den ersten, entscheidenden Anschub. Schon mit Anfang zwanzig schrieb er Erfolgsromane, dazu Geschichten, die als Kontrapunkt zur vernunftorientierten Aufklärung das Geheimnisvolle feierten, das Unerwartete, das Wunderbare. Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann