WDR ZeitZeichen

WDR ZeitZeichen

Ob Staatsgründung oder Machtverfall, Lebensdaten großer Frauen und Männer, Wendepunkte der Menschheitsgeschichte, Friedensverträge und Katastrophen, Erfindungen und Entdeckungen - im ZeitZeichen wird Geschichte lebendig.

Download? Rechte Maustaste!

Um das Audio herunterzuladen, klicken Sie bitte mit der rechten Maustaste auf "Download". Dann wählen Sie "Ziel speichern unter ..." oder "Link speichern unter ...", um das Audio zu speichern.

WDR ZeitZeichen | 21.08.2018 | 15:01 Min.

Wie für die meisten großen Geiger kamen auch für Yehudi Menuhin eigentlich nur zwei "alte" Instrumentenbauer in Frage, beide aus Cremona: Antonio Stradivari und Giuseppe Guarneri, dessen Instrumente nach dem Christus-Signet auf seinen Etiketten "del Gesù" genannt wurden. Etwa 200 Geigen haben sich von Guarneri erhalten. Weniger als beim Konkurrenten Stradivari, aber heute nicht weniger hoch geschätzt und gehandelt. Autor: Michael Struck-Schloen

WDR ZeitZeichen | 20.08.2018 | 14:51 Min.

Demokratisch, sozial gerecht und modern. So stellten sich 1968 die führenden Kommunisten der Tschechoslowakei die Zukunft ihres Landes vor. Doch am späten Abend des 20. August landete auf dem Prager Flughafen eine sowjetische Militärmaschine. Luftlandeeinheiten besetzten den Tower und die Abfertigungshalle. Es war der Beginn der präzise geplanten militärischen Besetzung der CSSR. Autor: Wolfram Stahl

WDR ZeitZeichen | 19.08.2018 | 14:38 Min.

Er hatte sich systematisch ausgebildet: Erst beim Militär als Ingenieur und Experte für Festungsbau. Als sich dann sein Hauptinteresse auf die Architektur verlagerte, reiste er zu den größten Baumeistern seiner Zeit. 1720 ging er sein spektakuläres Meisterwerk an: den Neubau der Würzburger Residenz mit ihrem weit ausschwingenden, großzügigen Treppenhaus - eine Perle der barocken Architektur und heute Weltkulturerbe. Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann

WDR ZeitZeichen | 18.08.2018 | 14:46 Min.

"Mir erschien es als unmöglich, in Schwimmbädern zu schwimmen, in denen das Schild 'Hunden und Juden ist der Eintritt verboten' nur für die Zeit der Olympiade abgenommen wurde." Das sagte Judith Deutsch später über ihren Verzicht als Kraulerin bei den olympischen Sommerspielen 1936 teilzunehmen. Autorin:Martina Meißner

WDR ZeitZeichen | 17.08.2018 | 14:54 Min.

Kaum ein Land wird so oft mit dem Begriff der "Dauerkrise" verbunden wie Pakistan. Nichts hält den Vielvölkerstaat zusammen außer dem Islam. Am stärksten in der Geschichte des jungen Landes instrumentalisierte der Militärmachthaber Zia ul-Haq den Islam für seine Ziele. Er ist verantwortlich für die Islamisierung des Alltags und die Förderung religiöser Intoleranz in Pakistan. Autor: Tobias Mayer

WDR ZeitZeichen | 16.08.2018 | 15:00 Min.

Von seinen früheren Mitarbeitern wird er bis heute als "Vater der deutschen Kerntechnik" verehrt. Er selbst bezeichnete sich zeitlebens lieber als "Atom-Klempner" - ein bewusstes Understatement des Heisenberg-Schülers, denn die Kernspaltung sah Rudolf Schulten als "Gabe Gottes". Autor: Martin Herzog

WDR ZeitZeichen | 15.08.2018 | 14:44 Min.

Gerhard Mauz war eine Instanz im Gerichtssaal. Als Journalist hat er die großen Prozesse der Bundesrepublik beobachtet: die Auschwitz-Prozesse, die RAF-Prozesse oder die Prozesse gegen den Oetker-Entführer. Geschrieben hat Mauz vor allem für das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Als gelernter Psychologe hat er versucht, hinter Beweisführung, Tatbestände und Zeugenaussagen zu schauen - mit Empathie für alle Beteiligten. Autor: Sven Preger

WDR ZeitZeichen | 14.08.2018 | 14:40 Min.

"Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen! Rahn schießt: Tor! Tor! Tor! Tor!" Die Jubel-Worte von Radio-Reporter Herbert Zimmermann sind längst in die Geschichte eingegangen - fast genauso wie das Tor von Helmut Rahn selbst. 1954 bei der Fußball-WM in der Schweiz schießt er es gegen Ungarn und Deutschland ist Weltmeister. Aufatmen eines ganzen Volkes: Endlich sind "wir wieder wer!" Autorin: Ariane Hoffmann

WDR ZeitZeichen | 13.08.2018 | 14:50 Min.

Auch Koblenz hatte seinen Hut in den Ring geworfen. Frankfurt, Karlsruhe und Celle. Berlin schied wegen seiner Insellage und der gewaltigen Zerstörungen aus. Dann wurde, auch auf Drängen der Briten, Bonn zum Sitz des Parlamentarischen Rates bestimmt, der auf Geheiß der West-Alliierten die Verfassungsgrundlagen für einen westdeutschen Bundesstaat ausarbeiten sollte. Autorin: Edda Dammmüller

WDR ZeitZeichen | 12.08.2018 | 13:42 Min.

"Kein Bild von mir ist ohne Dangast möglich", hat mal der Maler Franz Radziwill gesagt. Über 60 Jahre lebte der Künstler in dem kleinen Badeort am Wattenmeer in der Nähe von Wilhelmshaven. Durch die "Brücke-Maler" war er auf das Örtchen aufmerksam geworden. Viele Bilder von Franz Radziwill wurden durch die Umgebung am Jadebusen inspiriert. Autorin: Claudia Belemann

WDR ZeitZeichen | 11.08.2018 | 15:01 Min.

Jean-Pierre Ponnelle stürzte 1988 bei Regiearbeiten in Tel Aviv in den Orchestergraben und starb mit 56 Jahren an den Folgen des Unfalls. Es war das schockierende Ende des vielleicht bekanntesten Opernregisseurs und Bühnenbildners seiner Zeit. Die Perfektion und der fantastische Realismus seiner Inszenierungen setzten Maßstäbe. Autor: Michael Struck-Schloen

WDR ZeitZeichen | 10.08.2018 | 14:53 Min.

Mit einer "Parabel vom Jedermann" schrieb sich Alfred Döblin 1929 in die Weltliteratur. "Berlin Alexanderplatz", die Geschichte des aus dem Gefängnis entlassenen Arbeiters Franz Biberkopf, spiegelt die moderne Großstadt als Moloch des Verbrechens. Als Facharzt für Nervenkrankheiten kannte sich Alfred Döblin mit den Abgründen und Störungen der menschlichen Seele bestens aus. Autor: Christoph Vormweg

WDR ZeitZeichen | 09.08.2018 | 14:55 Min.

22 Jahre lang herrschte die Griechin Eirene (Irene) als Mitregentin oder Kaiserin über das byzantinische Reich, und dies in einer sehr konfliktreichen Zeit: Ein theologischer Streit war darüber entbrannt, ob Bilder von Heiligen verehrt werden dürfen oder nicht. Das von ihr einberufene zweite Konzil von Nicäa nahm das Verbot der Bilderverehrung zurück. Außerdem musste sie sich als Frau in einer männerdominierten Welt auf dem Thron behaupten. Autor: Walter Liedtke

WDR ZeitZeichen | 08.08.2018 | 14:49 Min.

An diesem Sommertag rollten Hunderte schwere Panzer auf die deutschen Linien in Frankreich zu. Sie drängten die Truppen des Kaiserreiches nicht nur zurück, sondern nahmen den deutschen Soldaten auch den Glauben, dass dieser Weltkrieg für sie mit einem Sieg oder einem Remis enden könnte. Zu groß war die materielle Überlegenheit der Entente-Mächte, die nun auch durch die Truppen der USA verstärkt wurden. Autor: Heiner Wember

WDR ZeitZeichen | 07.08.2018 | 13:34 Min.

Theater gespielt hat sie auch immer wieder. Ganz seriös. Aber es hat ihr noch mehr Spaß gemacht, von der Kabarett-Bühne herunter ihr Publikum zu provozieren. Mit ihren "Frechen Chansons" beschäftigten sich in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts die Gerichte. Autorin: Monika Buschey

WDR ZeitZeichen | 06.08.2018 | 14:23 Min.

Es war ein kleiner Etappensieg für Kriegsdienstverweigerer: Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in West-Berlin war eine gegen den Krieg gerichtete grundsätzliche politische Überzeugung als die im Grundgesetz geforderte Gewissensentscheidung anzuerkennen. Danach war Wehrpflichtigen die Verweigerung des Kriegsdienstes mit der Waffe aus politischen Gründen möglich. Autorin: Martina Meißner

WDR ZeitZeichen | 05.08.2018 | 14:55 Min.

Wie alt ist die Menschheit? Jaques Boucher de Perthes behauptet: älter als die Sintflut. Nur wann war die? Experten gehen zu Beginn des 19. Jahrhunderts davon aus, dass dies biblische Großereignis vor etwa sechs Jahrtausenden stattgefunden haben müsse. Dieselben Experten aber sagen auch: Der Mensch habe sich erst danach auf der Erde verbreitet. Autor: Marko Rösseler

WDR ZeitZeichen | 04.08.2018 | 14:58 Min.

Er war einer der erfolgreichsten Unternehmer seiner Zeit. Mit der Herstellung und dem Verkauf von synthetischen Farben, vor allem für die Textilindustrie, machte Leo Gans ein Vermögen. Der in Frankfurt geborene Gans studierte Chemie und gründete mit 27 Jahren seine erste eigene Firma. Sie wurde später Teil der weltweit aktiven Firmengruppe Casella. Autor: Kay Bandermann

WDR ZeitZeichen | 03.08.2018 | 14:44 Min.

"Der Fremde ist beym ersten Eintritte in das Theater alla Scala mehr als überrascht; man ist einen Augenblick wie verloren in dem weiten Saale von 240 Logen in sechs Reihen." So beschreibt ein Besucher aus Deutschland 1830 seinen Eindruck des berühmten Opernhauses in Mailand. Die Logen waren bis Anfang des 20. Jahrhunderts im Besitz der wohlhabenden Familien der Stadt. Sie hatten nach dem Brand der alten Oper einen Neubau unweit des Mailänder Doms finanziert: das "Teatro alla Scala". Autor: Thom

WDR ZeitZeichen | 02.08.2018 | 14:50 Min.

T.W. steht für liberalen Journalismus. T.W. steht für Skepsis, Freiheit, Demokratie. T.W. steht für das Berliner Tageblatt, steht für Theodor Wolff, den Chefredakteur der überregionalen Hauptstadtzeitung. Nicht zuletzt durch seine "lundi", den montäglichen Leitartikeln, war das fortschrittliche Blatt ein Muss für die europäischen Intellektuellen. Autorin: Claudia Friedrich

WDR ZeitZeichen | 01.08.2018 | 14:46 Min.

Abraham Brauner, geboren als Sohn eines jüdischen Holzhändlers in Lódz, konnte sich in den Wäldern der Sowjetunion verstecken, während fast 50 seiner Verwandten im Holocaust geblieben sind. Erfahrungen, die seine Anfangszeiten als Filmproduzent in West-Berlin prägen, als viele noch keine Filme über den Holocaust sehen wollen. Mit seinen CCC-Filmstudios in Haselhorst bringt er ein bisschen Hollywoodflair an Spree und Havel. Hier werden bis heute rund 700 Filme produziert. Autorin: Susanne Rabsahl

WDR ZeitZeichen | 31.07.2018 | 15:00 Min.

"Spreche ich zu schnell? Kommen Sie mit? Oder muss ich mitkommen?" Mit solchen Doppeldeutigkeiten in Richtung der Gestapo-Spitzel im Publikum riskierte Werner Finck im Dritten Reich sein Leben. In seinem Kabarett "Die Katakombe" schoss er, so lange es möglich war, Spitzen gegen das Nazi-Regime - mal mehr, mal weniger versteckt, getreu Fincks Motto: "Wo der Spaß aufhört, beginnt der Humor." Autorin: Jana Fischer

WDR ZeitZeichen | 30.07.2018 | 14:46 Min.

Während seiner Jugend im Kaiserreich wurde Alfred Weber - wie sein berühmter Bruder Max - durch das Politiker- und Gelehrtenmilieu der Hauptstadt Berlin geprägt. Nach dem Studium machte er sich als Nationalökonom mit seiner industriellen Standortlehre einen Namen. Als Soziologe begründete er die "Kultursoziologie", eine Synthese aus wirtschaftlicher Analyse, Lebensphilosophie, Kulturgeschichte und Politik. Autor: Christoph Vormweg

WDR ZeitZeichen | 29.07.2018 | 14:59 Min.

Dass das Leben von Henri Charrière ein ruhiges und bürgerliches gewesen ist, kann man nicht gerade behaupten. 1906 wird Charrière in der französischen Provinz geboren, bevor er nach Paris geht und als Tresorknacker seine Francs verdient. Als man ihm zur Last legt, am Mord eines Zuhälters beteiligt gewesen zu sein, kommt er mit 27 Jahren ins Gefängnis. Das Urteil: lebenslange Verbannung in Französisch-Guayana. Autorin: Andrea Klasen

WDR ZeitZeichen | 28.07.2018 | 14:50 Min.

Kaum ein wissenschaftlicher Erfolg, der die Welt mehr verändert hat: Im Dezember 1938 gelang Otto Hahn und Fritz Straßmann in einem Berliner Forschungslabor die Spaltung von Uran-Atomkernen. Ein Vorgang, der nach dem damaligen Stand der Wissenschaft unmöglich schien. Zwei Wegweiser zeigten in die Zukunft: Der eine hatte die friedliche Nutzung der Kernenergie im Visier, der andere die Atombombe. Autor: Jürgen Werth

WDR ZeitZeichen | 27.07.2018 | 14:47 Min.

Die Ufa wollte sie zum "süßesten Mädel der Welt" formen: Lilian Harvey. In elf Filmen stand sie mit Willy Fritsch vor der Kamera. Sie galten als das "Traumpaar des deutschen Films". 1939 emigrierte sie nach Frankreich. 1943 erkannte das NS-Regime ihr die deutsche Staatsbürgerschaft ab und zog ihr Vermögen ein. Autor: Detlef Wulke

WDR ZeitZeichen | 26.07.2018 | 14:12 Min.

Keith Richards hat sich längst bei Mick Jagger entschuldigt. Dafür, dass er seinem in alter Hassliebe verbundenen Bandkollegen und Rolling-Stones-Sänger Mick Jagger im März diesen Jahres bescheinigt hatte, ein "alter Lustmolch" zu sein, der sich endlich sterilisieren lassen solle. Dabei hatte Jagger doch nur seine Rolle als größtes Sexsymbol der Rockmusikgeschichte konsequent weitergespielt und war mit 73 Jahren zum achten Mal Vater geworden. Autor: Thomas Pfaff

WDR ZeitZeichen | 25.07.2018 | 14:55 Min.

Flügel von Bösendorfer stehen in Konzertsälen auf der ganzen Welt, in der Carnegie Hall in New York, bei der BBC in London, und natürlich im Wiener Musikverein. Eng ist der Name Bösendorfer mit der Musikgeschichte Wiens und Pianisten wie Franz Liszt, Anton Rubinstein, Feruccio Busoni und Wilhelm Backhaus verbunden. Am 25. Juli 1828 erhielt Ignaz Bösendorfer das Anrecht, in der Musikmetropole Wien als "Klaviermachermeister" tätig zu sein.

WDR ZeitZeichen | 24.07.2018 | 14:52 Min.

Vielleicht waren es die Gene, die ihm Unglück brachten. Heirat zwischen Blutsverwandten war bei den Habsburgern seinerzeit üblich. Don Carlos und seine Frau Maria von Portugal hatten dieselben Urgroßeltern. Der erstgeborene Sohn von Philipp II. zählt zu den tragischen Gestalten in der Geschichte der spanischen Habsburger. Von den einen zum Märtyrer verklärt, von den anderen zum Sadisten gestempelt, rankt sich um Don Carlos Leben mehr Legende als Wahrheit.

WDR ZeitZeichen | 23.07.2018 | 14:56 Min.

Anfang der 1990er Jahre kommt es in Deutschland zu einer intensiven öffentlichen Auseinandersetzung mit dem Thema "Kinderpornographie". Hintergrund ist das neue Medium Internet, das eine leichtere Verbreitung von Kinderpornographie ermöglicht. Am 23. Juli 1993 unterzeichnet Bundespräsident Richard von Weizsäcker eine Gesetzesänderung, die erstmals auch den Besitz von Kinderpornographie unter Strafe stellt.

WDR ZeitZeichen | 22.07.2018 | 14:48 Min.

Der Schriftsteller und Naturforscher Georg Christoph Lichtenberg brachte den Stein ins Rollen. Er hatte in England die Freuden des Badens kennengelernt und veröffentlichte 1793 den Artikel: "Warum hat Deutschland noch kein großes öffentliches Seebad?" In Rostock fiel die Idee auf fruchtbaren Boden.

WDR ZeitZeichen | 21.07.2018 | 14:55 Min.

Er ist der Kraftmensch unter den deutschen Malern. Seine Figuren und immer wieder auch sich selbst setzt er wuchtig und schwer ins Bild, liebt starke Farben und bringt sie mit breitem Pinsel und großer Geste auf die Leinwand. Lovis Corinth hat sich mit Mühe in seinen Malerberuf hineingekämpft und ist dann um 1900 herum in Berlin zu einer zentralen Figur des deutschen Kunstlebens aufgestiegen.

WDR ZeitZeichen | 20.07.2018 | 14:58 Min.

Das Reichskonkordat war der erste große außenpolitische Erfolg Hitlers nach der Machtübernahme Ende Januar 1933. Der Vertrag zwischen dem Vatikan und Nazideutschland, der heute noch gilt, sollte den deutschen Katholiken ein Mindestmaß an Autonomie garantieren und verhindern, dass die katholische Kirche gleichgeschaltet würde.

WDR ZeitZeichen | 19.07.2018 | 14:48 Min.

Er war eine Ikone der Studentenbewegung und sein Leben so abwechslungsreich wie das kaum eines anderen Philosophen: Herbert Marcuse, der am 19. Juli 1898 als Sohn eines jüdischen Textilfabrikanten in Berlin geboren wurde. Die Schrecken des Ersten Weltkriegs und die gesellschaftlichen Umwälzungen in der Weimarer Republik politisierten ihn, die Machtergreifung Hitlers 1933 trieb ihn als Emigrant in die USA.

WDR ZeitZeichen | 18.07.2018 | 14:54 Min.

Dass der schüchterne, angepasste Junge vom Land einmal zur weltweiten Symbolfigur gegen Rassismus werden würde, hätte niemand voraussehen können, am wenigsten er selbst. Denn zunächst wollte er ein "black Englishman" werden und sich nur um die eigenen Angelegenheiten kümmern. Aber nachdem Mandela die Brutalität des südafrikanischen Apartheid-Regimes aus der Nähe miterlebt hatte, entschloss er sich dazu, für die Freiheit seines Volkes zu kämpfen. Autorin: Maren Gottschalk

WDR ZeitZeichen | 17.07.2018 | 15:00 Min.

Mit der Schlacht von Castillon im Südwesten Frankreichs endete die Phase militärischer Konflikte zwischen England und Frankreich, die als 100-jähriger Krieg in die Geschichte eingegangen ist. Hintergrund der über Jahrzehnte immer wieder aufflammenden Kämpfe waren Gebietsansprüche englischer Herrscher auf dem Kontinent. Autor: Herwig Katzer

WDR ZeitZeichen | 16.07.2018 | 14:55 Min.

300 Jahre herrscht die Dynastie der Romanows über Russland, das größte Land der Erde. Die Zaren verstehen sich als von Gott erwählte Herrscher über 170 Millionen Russen, und auch Nikolaus II., der letzte Zar, glaubt unbeirrbar, dass die unantastbare Aura des Zarentums die revolutionären Unruhen im Land, die Hungersnöte und militärischen Niederlagen überwinden könne. Autorin: Marfa Heimbach

WDR ZeitZeichen | 15.07.2018 | 14:55 Min.

Als Julian Bream 1951 in der Londoner Wigmore Hall auftrat, galt klassische Gitarrenmusik als exotisch. Das Debüt wurde ein Triumph. Bream gilt heute als einer der bedeutendsten Gitarristen im 20. Jahrhundert. Sein Vater spielte Jazzgitarre, als Kind hörte er Django Reinhardt und brachte sich das Gitarre-Spiel selbst bei. Sein erstes Konzert gab er 1947, mit 13 Jahren. Autor: Christian Kosfeld

WDR ZeitZeichen | 14.07.2018 | 14:52 Min.

Als "Königin der Wüste" oder "Mutter des Irak" wird Gertrude Bell heute oft ehrfürchtig bezeichnet. In ihrer Autobiographie nannte sie sich "Tochter Arabiens". Gertrude Bell stammte aus einer reichen britischen Industriellenfamilie. Viele Jahre war sie als Reiseschriftstellerin und Archäologin im Nahen Osten unterwegs, in Syrien, Kleinasien und Irak. Autor: Tobias Mayer

WDR ZeitZeichen | 13.07.2018 | 14:51 Min.

Mit seiner revolutionären Zeitung "L‘Ami du peuple", "Der Volksfreund", wurde Jean-Paul Marat berühmt. Ins kollektive Gedächtnis beförderte ihn eine schöne Unbekannte, die ihn in der Badewanne erstach und so zum "Märtyrer der Revolution" machte. Beim Volk war er beliebt. Doch eine Anhängerin der gemäßigten Girondisten, deren Sturz Marat mit seinen Hetztiraden herbeigeschrieben hatte, wurde ihm zum Verhängnis. Autor: Christoph Vormweg

WDR ZeitZeichen | 12.07.2018 | 14:51 Min.

Die Farben waren schwarz, weiß und rot. Die offiziellen Nationalfarben des Deutschen Kaiserreichs. Genau diese Farben hatte sich das Nationalkomitee Freies Deutschland bei seiner Gründung im Jahr 1943 gewählt. Dessen Mitglieder allerdings hatten wenig Interesse, zu alten Verhältnissen zurückzukehren. Es ging um konkrete Ziele: Es galt, eine Volksfront gegen Hitler zu schaffen. Autor: Thomas Klug

WDR ZeitZeichen | 11.07.2018 | 14:42 Min.

Iren lieben Geschichten. Besonders, wenn sie von tragischen Schicksalen erzählen, so wie die der jungen Savita Halappanavar. Die Zahnärztin starb im Oktober 2012 an einer Blutvergiftung, nachdem ihr die Ärzte der Universitätsklinik Galway eine Abtreibung versagt hatten. Ihr Schicksal empörte viele Iren, sie gingen auf die Straße für eine Öffnung des strikten Abtreibungsverbots. Autorinnen: Anja und Dortis Arp

WDR ZeitZeichen | 10.07.2018 | 14:21 Min.

Dass Caroline Jagemann, die Tochter eines Bibliothekars, als Sängerin und Schauspielerin am Weimarer Hoftheater eine traumhafte Gage erhielt und sogar mit der fürstlichen Familie verkehrte, hatte man zwar mit Neid verfolgt aber noch geduldet. Doch als sie die Geliebte von Herzog Carl August von Sachsen-Weimar wurde und drei Kinder von ihm bekam, war es mit der Toleranz vorbei. Autorin: Maren Gottschalk

WDR ZeitZeichen | 09.07.2018 | 14:50 Min.

Was ist normal? Und wie wenig muss geschehen, dass diese selbst ernannte Normalität endet? Der britische Neurologe Oliver Sacks wusste, dass eine winzige Hirnverletzung genügt, um in eine andere Welt zu geraten. Damit zum Beispiel ein Mann seine Frau mit einem Hut verwechselt. In seinem wohl berühmtesten Buch schrieb Sacks 24 anekdotische Fallgeschichten, die den Komponisten Michael Nyman später zu einer Oper inspirierten. Autor: Ralph Erdenberger

WDR ZeitZeichen | 08.07.2018 | 14:45 Min.

Der Mauerbau war eine Reaktion auf die zweite Intifada, den Aufstand gegen Israels Herrschaft in den besetzen Gebieten. Terroristen kamen über die grüne Grenze und sprengten sich mit möglichst vielen unbeteiligten Menschen in die Luft, zum Beispiel in voll besetzten Bussen. Israel begann mit dem Bau einer 759 Kilometer langen Mauer, an Einzelstellen bis zu acht Meter hoch. Autor: Heiner Wember

WDR ZeitZeichen | 07.07.2018 | 14:47 Min.

Es ist damals ein Schritt der Normalisierung. Oder besser vielleicht: Ein Luftsprung. Nach dem Zweiten Weltkrieg kontrollieren und organisieren zunächst die alliierten Siegermächte den Luftraum über Deutschland. Aber schon 1951 geben die Westmächte das Signal, dass sie die Luftraumkontrolle gerne in deutsche Hände legen würden. Wie das in Deutschland üblich ist, wird zu diesem Zweck eine Behörde gegründet: Die Bundesanstalt für Flugsicherung. Autor: Wolfgang Meyer

WDR ZeitZeichen | 06.07.2018 | 14:39 Min.

Shakespeares Drama hat das Bild des englischen Königs Richard III. bis heute geprägt: Ein buckliger Erz-Bösewicht. Doch es ist nur ein Theaterstück. Die jüngste Forschung dagegen bringt Licht in das Leben des wahren Richard. 2012 wurde unter einem Parkplatz in Leicester ein Skelett gefunden. DNA-Untersuchungen bestätigten, dass es sich bei den Gebeinen um jene von Richard III. handelt, Autorin: Daniela Wakonigg

WDR ZeitZeichen | 05.07.2018 | 14:44 Min.

Kaum ein anderes Land der Welt ist kollektiv so traumatisiert von einem Genozid wie Ruanda: Der Völkermord vieler Täter aus der Hutu-Mehrheitsbevölkerung an den Tutsi 1994 mit bis zu einer Million Toten - bei damals 7,5 Millionen Einwohnern - prägt den ostafrikanischen Staat bis heute. Die Vorgeschichte des monströsen Verbrechens hat viel zu tun mit der deutschen und belgischen Kolonialzeit. Autor: Thomas Pfaff

WDR ZeitZeichen | 04.07.2018 | 14:41 Min.

Zur Wahl gehen, durften sie nicht, aber sie durften rechnen - als "Computer", wie damals die fast ausschließlich weiblichen Hilfskräfte am Harvard Observatorium hießen. Henrietta Swan Leavitt war eine von ihnen. Sie entdeckte bei ihrer Arbeit ein physikalisches Gesetz, mit dem sich Entfernungen über Millionen von Lichtjahren messen ließen. Autor: Wolfgang Burgmer

WDR ZeitZeichen | 03.07.2018 | 14:49 Min.

Wäre es nach Franz Kafka selbst gegangen, würde man ihn als Schriftsteller heute vielleicht kaum mehr kennen. Denn er hatte angeordnet, dass alle Manuskripte, die zum Zeitpunkt seines Todes noch nicht gedruckt waren, vernichtet werden sollten. Sein Freund und Testamentsvollstrecker Max Brod hielt sich nicht daran. Er rettete "Amerika", "Das Schloss", "Der Prozess" - Romanfragmente, die Franz Kafka zum einflussreichsten Autor des 20. Jahrhunderts machten. Autorin: Jutta Duhm-Heitzmann