FAQ Corona und Gesundheit: Weitere Impfstoff-Forschungsprojekte

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FAQ Corona und Gesundheit: Weitere Impfstoff-Forschungsprojekte

  • Viele Fragen und noch mehr Antworten zu Corona
  • FAQ u.a. zu: Symptomen, Übertragung, Schutz, Impfung
  • Der Überblick zum Coronavirus wird laufend aktualisiert

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+ + + Corona-Impfungen, Immunität und Medikamente + + +

Brasilien empfiehlt Hydroxychloroquin als Corona-Prophylaxe - warum ist das gefährlich?

Das brasilianische Gesundheitsministerium empfiehlt das umstrittene Malaria-Medikament Hydroxychloroquin zur Behandlung von Corona-Patienten. Das Mittel könnte auch Menschen mit nur leichten Symptomen verabreicht werden, hieß es in einem am Donnerstag (21.05.2020) veröffentlichten aktualisierten Leitfaden für brasilianische Ärzte.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, er nehme seit etwa eineinhalb Wochen das Malaria-Medikament als Corona-Prophylaxe. Ärzte sagen, was Trump mache, sei lebensgefährlich - und nicht zur Nachahmung empfohlen.

Warnung vor lebensgefährlichen Herzrhythmus-Störungen

Schon Ende April warnte die US-Lebensmittel- und Arzneibehörde (FDA) vor Trumps angeblichem Wundermittel: Es gebe keine belastbaren Beweise einer Wirksamkeit gegen Covid-19. Das Mittel erhöhe aber das Risiko lebensgefährlicher Herzrhythmus-Störungen. Zuvor hatte eine brasilianischen Studie festgestellt, dass eine gleichzeitige Einnahme des Medikaments mit einem Antibiotikum zu einer höheren Sterblichkeit bei Patienten führt.

Am 14. Mai wurde eine weitere große Studie aus Frankreich veröffentlicht, die zeigt, dass Chloroquin gegen Covid-19 wirkungslos ist.

Stand: 26.05.2020

Remdesivir: Gibt es bald das erste zugelassene Medikament?

Eine Studie zum Medikament Remdesivir zur Bekämpfung der Corona-Erkankung kommt nach Angaben des Kölner Studienleiters voran. Die Studie sei "in einem sehr weit fortgeschrittenen Stadium", sagte der Leiter der Infektiologie am Universitätsklinikum Köln, Gerd Fätkenheuer, dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Fätkenheuer leitet den deutschen Teil der Studie eines internationalen Konsortiums zur Erforschung von Remdesivir. Er geht davon aus, dass man das Präparat "binnen Wochen oder weniger Monate zur Verfügung haben" werde. Remdesivir war ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt worden.

Fätkenheuer erklärte weiter: "Wir können sagen: Remdesivir wirkt. Wir haben nachgewiesen, dass das Medikament bei einer Covid-19-Erkrankung den schweren Verlauf abmildert und verkürzt." Wesentliche Nebenwirkungen seien bislang nicht bekannt, müssten aber wie der bestmögliche Einsatz von Remdesivir bei Covid-19-Patienten noch weiter untersucht werden.

Die britische Arzneimittelbehörde hat das noch in der Testphase befindliche Medikament Remdesivir am 26.05.20 für die Behandlung von Corona-Patienten zugelassen.

Stand: 26.05.2020

Gibt es eine Impfung gegen Corona?

Bis jetzt nicht. Aber laut Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es mehr als 100 Kandidaten, die einen Impfstoff verfügbar machen könnten. Der Generaldirektor der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, sagte, er sehe derzeit sieben bis acht vielversprechende Kandidaten, die einen Impfstoff herstellen könnten. Vor zwei Monaten sei man noch von 12 bis 18 Monaten ausgegangen, bis es einen Impfstoff gibt. Nun könnte es doch schneller gehen.

Zur Bekämpfung von Corona haben 40 Ländern, Organisationen und Banken bisher für Forschung, Behandlung und Tests 7,4 Milliarden Euro bereitgestellt. Zusätzliches Geld werde benötigt, um die Entwicklung eines Impfstoffs zu beschleunigen, vor allem aber, um genügend davon zu entwickeln, "um sicherzustellen, dass die Impfung jeden erreicht und niemand zurückgelassen wird".

Stand: 26.05.2020

Impfstoff - wird auch in Deutschland getestet?

Ja. Noch in diesem Jahr soll nach Angaben der Universität Marburg ein potenzieller Impfstoff gegen das neue Coronavirus in ersten klinischen Versuchen am Menschen getestet werden.

"Der Bauplan für den Impfstoff ist fertig. Jetzt muss der Impfstoff für die klinischen Tests noch produziert werden", sagte der Marburger Virologe Stephan Becker am Montag (18.05.2020).

Derzeit werde der Impfstoff für die erste klinische Phase von der Firma IDT Biologika in Dessau hergestellt, teilte die Universität Marburg weiter mit. Die Produktion werde voraussichtlich in drei Monaten abgeschlossen sein, so dass die klinischen Tests im September starten könnten.

Der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, Prof. Klaus Cichutek, sieht zwei weitere deutsche Impfstoff-Forschungsprojekte "nahe an der klinischen Prüfung". Vielversprechend sei ein Präparat der Firma CureVac aus Tübingen und ein Impfstoff des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung.

Stand: 26.05.2020

An welchen Medikamenten gegen Corona wird geforscht?

Bisher gibt es in Deutschland kein zugelassenes Medikament gegen Corona. Weltweit werden aber etwa 70 Medikamente erprobt, die gegen Covid-19 helfen könnten. Einige davon bieten laut Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft Grund zur Hoffnung. Viel Hoffnung wird auf das Mittel Remdesivir gesetzt - eine Studie bringt gute Ergebnisse. In Großbritannien wird Remdesivir seit 26.05.20 für die Behandlung von Corona-Patienten eingesetzt, obwohl sich das Mittel noch in der Testphase befindet.

Mehrere Forscher melden außerdem erste kleine Erfolge bei der Suche nach Antikörpern als Mittel gegen eine Corona-Erkrankung. So berichten niederländische Forscher, sie hätten einen menschlichen Antikörper hergestellt, der bei Zellversuchen das Coronavirus ausschalten kann.

Aus Infizierten-Blut gewonnene Antikörper werden bereits weltweit in mehreren Studien an Menschen getestet. Antikörper werden aber auch extra hergestellt. So wies ein Team um den Virologen Luka Cicin-Sain am Braunschweiger Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) nach eigenen Angaben Antikörper nach, die das neuartige Coronavirus am Eindringen in Zellen hindern könnten.

Stand: 26.05.2020

Wenn ich einmal das Coronavirus hatte, bin ich danach gegen den Erreger immun?

Laut mehrerer Virologen sind Menschen, die das Coronavirus einmal überstanden haben, gegen den Erreger immun. "Wir können eine Immunität im Rahmen von Covid-19 belegen", sagt Clemens Wendtner von der "München Klinik Schwabing". Allerdings weiß man laut Isabella Eckert vom Universitätsklinikum Genf noch nicht, wie lange die Immunität anhält.

Noch ist die Krankheit aber zu wenig erforscht, dass klare Aussagen zu einer Immunität getroffen werden können. In Südkorea gab es im April Berichte, dass bei 91 von einer Coronavirus-Infektion genesenen Menschen die Krankheit erneut ausgebrochen sei. Allerdings scheint die plausibelste Erklärung dafür keine erneute Erkrankung zu sein. Sondern Virusreste in der Lunge, die im Heilungsprozess hochkommen.Die WHO will die Fälle untersuchen.

Stand: 26.05.2020

Schützt eine Grippe- oder Pneumokokken-Impfung vor Corona?

Nein, es handelt sich jeweils um zwei unterschiedliche Erreger. Trotzdem rät die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis zum Ende der Grippesaison Mitte Mai noch zu einer Grippeschutzimpfung. Der Grund: Sich eine echte Grippe einzufangen, kann zwischen Oktober und Mai leicht passieren. Der Höhepunkt der Saison liegt aber meist im Februar. Kommt eine - eigentlich leicht verlaufende - Corona-Infektion hinzu, kann daraus schnell eine lebensbedrohliche Situation entstehen.

Auch eine Pneumokokken-Impfung könnte für besonders gefährdete Menschen sinnvoll sein. Gegen den Virus selbst oder die Lungenkrankheit Covid-19 hat diese Impfung ebenfalls keine Wirkung. "Aber gerade ältere und immungeschwächte Menschen erkranken an einer sogenannten Pneumokokkenpneumonie, einer schweren Form der Lungenentzündung, die nicht selten tödlich endet", sagt unser Lungenfacharzt Doc Esser. 

Stand: 26.05.2020

+ + + Corona-Tests + + +

Wer testet und wo passiert das?

Grundsätzlich können sich Menschen an unterschiedlichen Orten testen lassen, dazu zählen Hausarztpraxen, Kliniken und speziell eingerichtete Testzentren, mit denen eine Verbreitung in den Wartezimmern verhindert werden soll. An den entsprechenden Stellen kann man auch Antikörper-Tests durchführen lassen. Diese werden aber nur von den Krankenkassen übernommen, wenn ein Verdacht auf eine bereits überstandene Corona-Infektion besteht.

Im Verdachtsfall: erst anrufen

Der wichtigste Hinweis: Im Verdachtsfall sollte man sich vorerst telefonisch melden und nicht einfach eine Arztpraxis oder Klinik aufsuchen. Dort wird man oftmals direkt wieder nach Hause geschickt. Verdachtsfälle sollten sich daher telefonisch entweder an den Hausarzt oder an eine der offiziellen Hotlines wenden. In Deutschland ist das die 116 117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes.

Zusätzlich gibt es in vielen Bundesländern spezielle Hotlines, an die man sich wenden kann.

Coronavirus-Tests Quarks 31.03.2020 03:20 Min. UT Verfügbar bis 31.03.2025 WDR Von Mathias Tertilt

Stand: 26.05.2020

Kann ich mich präventiv testen lassen - und wer zahlt?

Präventiv auf Corona testen lassen - das soll bald möglich sein. Laut Pandemie-Gesetz kann das Bundesgesundheitsministerium künftig die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) per Verordnung verpflichten, Tests auf das Coronavirus grundsätzlich zu bezahlen - zum Beispiel auch dann, wenn jemand keine Symptome zeigt. Der Spitzenverband der Krankenkassen sagt, als staatliche Leistung müssen Tests in diesem Rahmen auch vom Staat finanziert werden.

Zudem soll künftig im Umfeld besonders gefährdeter Menschen - etwa in Pflegeheimen oder Krankenhäusern - verstärkt auf das Virus getestet werden.

Die Einzelheiten, beispielsweise wann solche Reihentests durchgeführt werden sollen, wird eine Verordnung festlegen, an der das Ministerium noch arbeitet. Bis die Änderungen gelten, soll nicht viel Zeit verstreichen, heißt es aus dem Bundesgesundheitsministerium. Eine konkreter Zeitrahmen wurde nicht genannt.

Stand: 26.05.2020

Wie funktioniert der Test?

Das Wissenschaftsteam von Quarks erklärt das so: Der Nachweis für SARS-CoV-2 läuft über Abstriche aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum. Der Abstrich kann Erbgut des Virus enthalten.

In für die entsprechenden Verfahren geprüften Laboren wird das virale Erbgut durch einen empfindlichen molekularen Test nachgewiesen. Der vollständige und komplizierte Name lautet “Real-time Reverse Transkriptase Polymerase-Kettenreaktion” (englisch abgekürzt RT-PCR).

Das Gerät vervielfältigt das wenige genetische Material der Probe in mehreren Zyklen. Durch den Einsatz fluoreszierender Stoffe sieht man, ob die gesuchten Gensequenzen des Virus vorliegen oder nicht.

Stand: 26.05.2020

Testen oder nicht? Wie funktioniert die Corona-App "CovApp"?

Hilfe bei der Beantwortung der Frage "Test oder nicht" gibt ein Angebot des Berliner Universitätsklinikums Charité. In der browserbasierten App namens "CovApp" kann der Nutzer einen Fragebogen ausfüllen.

Die WebApp gibt dann Rat, ob ein Coronavirus-Test sinnvoll ist oder nicht. Der WDR hat den Fragebogen übernommen und speziell auf die Situation in NRW angepasst. Wichtig: Der Fragebogen erbringt keine diagnostischen Leistungen. Er hilft aber, die Notwendigkeit eines Tests zu erkennen.

Der Fragebogen ist aber nicht mit geplanten Tracking-Apps zu vergleichen, die es in manchen Ländern schon gibt und die auch für Deutschland im Gespräch sind. Aus dem CovApp-Fragebogen werden keine Daten automatisch übermittelt.

Stand: 26.05.2020

+ + + Corona und Kinder + + +

Wie läuft eine Corona-Infektion bei Kindern?

Kinder mit Covid-19 haben meist milde Krankheitsverläufe. Sie zeigen nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 keine oder milde Symptome. Deshalb gibt es wenig Daten zu dieser Altersgruppe. Denn Kinder ohne Symptome werden selten Ärzten vorgestellt oder im Krankenhaus behandelt.

Unklar ist auch, ob Infektionen mit Corona Spätfolgen haben könnten. In seltenen Fällen scheint es jedoch zu einer schweren Entzündungsreaktion zu kommen, die dem Kawasaki-Syndrom ähnelt.

Stand: 26.05.2020

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der tödlichen Kinderkrankheit Kawasaki-Syndrom und Corona?

Nach Fällen in Italien, Großbritannien, Frankreich und anderen europäischen Ländern sind auch bei Kindern in den USA ungewöhnlich schwere Erkrankungen festgestellt worden. Symptome sind heftige Entzündungen. Ärzte sprechen von einem Kawasaki-ähnlichem Syndrom. Ob ein Zusammenhang mit dem Coronavirus besteht, ist noch unklar.  

  • Bei der Krankheit sind verschiedene Körperteile von Entzündungen betroffen, ausgelöst offenbar durch eine übertriebene Immunreaktion.
  • Vermutet wird eine Fehlreaktion des Immunsystems auf Atemwegsinfektionen. Zu den möglichen Auslösern zählen neben Rhinoviren auch vier schon länger bekannte Typen von Coronaviren.
  • Zu den Symptomen zählen anhaltendes Fieber, Ausschlag, Bauchschmerzen und Erbrechen.

Stand: 26.05.2020

Welche Rolle spielen Kinder in der Infektionskette?

Kinder standen laut Analysen bisher am Ende der Infektionskette. Mit der Schulöffnung könnte sich das ändern - dann könnten sie Infektionen in Familien reintragen.

Der Virologe Christian Drosten kommt in einer Studie zu dem Ergebnis, dass die Viruskonzentration bei Kindern der von Erwachsenen ähnelt. Es könnte, so der Experte, demnach gut sein, dass Kinder genauso leicht andere Menschen anstecken wie Erwachsene.

Stand: 26.05.2020

+ + + Corona-Fälle in NRW, Zahlen und Daten + + +

Welche Ergebnisse hat die Heinsberg-Studie zum Coronavirus?

Geschätzt sind 1,8 Millionen Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert. Diese Hochrechnung ist eine der wesentlichen Aussagen der Studie. Sie stammt vom Virologen Hendrik Streek und dem Immunologen Gunther Hartmann von der Uni Bonn.

Die Forscher schränken allerdings selbst ein, dass sich die Ergebnisse aus Gangelt im Kreis Heinsberg nicht einfach auf komplett Deutschland übertragen lassen.

Weitere Erkenntnisse der Untersuchung, die die Wissenschaftler in Gangelt gemacht haben: Die Sterblichkeitsrate liegt dort bei 0,37 Prozent. Und das Infektionsrisiko hängt nicht vom Alter ab.

Stand: 26.05.2020

Wo finde ich aktuelle Zahlen zu Corona-Erkrankungen?

In einer Karte und Tabelle veröffentlicht der WDR die Zahlen der registrierten Corona-Infizierten und Genesenen in Nordrhein-Westfalen. Die Daten liefert das NRW-Gesundheitsministerium. Das Ministerium greift dabei seit dem 20. April ausschließlich auf die Zahlen des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG NRW) zurück.

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bringt auf ihrer Internetseite täglich einen neuen "Situations Report" mit aktuellen Fallzahlen.

Auf der Homepage der John-Hopkins-University werden ebenfalls aktuelle Zahlen zu weltweit an Covid-19-Erkrankten, Todesfällen und Genesenen veröffentlicht. Die Forscher suchen dafür im Internet nach öffentlich zugänglichen Quellen und schöpfen dort die neuesten Zahlen ab. 

Wie eine gemeinsame Recherche des Medienmagazins ZAPP und der Datenjournalisten von NDR Data zeigt, stammen die John-Hopkins-Zahlen für Deutschland von drei verschiedenen deutschen Onlinemedien: der "Berliner Morgenpost", "Zeit Online" und dem "Tagesspiegel".

Die Medien warten für ihre eigenen Auswertungen nicht erst auf die offiziellen Zahlen des Robert Koch-Instituts, sondern rufen in einem teilweise automatisierten Prozess direkt die Zahlen der Gesundheitsämter, Ministerien und Staatskanzleien ab. Deshalb sind diese Zahlen denen des Gesundheitsministeriums oder RKI oft ein wenig voraus, die Methodik der Datenerhebung ist aber nicht so transparent wie bei den offiziellen Zahlen.

Stand: 26.05.2020

+ + + Vor Corona schützen: Ansteckungen vermeiden, Viren töten + + +

Desinfektionsmittel - oder sollte es besser Seife sein?

Viele Fachleute sagen: besser sorgfältig die Hände mit Seife (30 Sekunden) und warmem Wasser waschen als Desinfektionsmittel benutzen. Denn Händewaschen reiche völlig aus, um die Übertragung des Virus zu unterbinden.

Wer trotzdem Desinfektionsmitteln nutzt, sollte unbedingt sparsam und sorgsam damit umgehen und die Hinweise auf der Packung beachten. Denn wenn Desinfektionsmittel zu oft oder in der falschen Dosierungen verwendet werden, können sie zur Gefahr werden.

Umweltinstitut warnt vor Gefahren

Das Hamburger Umweltinstitut vor Gefahren durch den Dauergebrauch von Desinfektionsmitteln. Viele Inhaltsstoffe dieser Mittel seien krebserregend, Auslöser für Allergien oder verantwortlich für Schäden an Lunge, Leber und Nerven. Zudem trockneten sie bei häufigem Gebrauch die Haut aus, so das Umweltinstitut. Wenn man das Austrocknen mit fetthaltigen Hautcremes verhindern wolle, begünstige man zudem den Verbleib des Virus auf der Haut.

Das Hamburger Umweltinstitut hält es auch für unverantwortlich und fahrlässig, dass chemische Desinfektionsmittel massenweise in Kindergärten, Schulen oder in Privathaushalten eingesetzt werden.

Stand: 26.05.2020

Kann ich mich an Oberflächen oder über Lebensmittel infizieren?

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt es bislang keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert haben.

Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind laut BfR durch Schmierinfektionen denkbar. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt sei dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich.

Studien zufolge können sich die Viren zwar über einen längeren Zeitraum auf Oberflächen halten. Ist es nicht feucht genug, trocknen die Viren aus. Und je mehr Zeit vergeht, desto weniger Viren befinden sich auf den Oberflächen. Zudem ist die Überlebensfähigkeit des Coronavirus auf Oberflächen geringer als die anderer Krankheitserreger, etwa Bakterien.

Einkaufswagen im Supermarkt: Geringes Ansteckungsrisiko

WDR 5 Morgenecho - Interview 08.04.2020 03:56 Min. Verfügbar bis 07.04.2021 WDR 5

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Stand: 26.05.2020

Sind Geldscheine Virenschleudern?

Ergebnisse von Laboren, mit denen die Europäische Zentralbank (EZB) zusammenarbeite, deuteten darauf hin, dass die Gefahr, sich über Banknoten mit Corona zu infizieren, nicht sehr hoch ist.

Der Direktor der Europäischen Zentralbank Fabio Panetta erklärt in einem Text über die Laborbefunde, dass auf Oberflächen wie etwa Plastik in den ersten Stunden zehn bis 100 mal so viele Viren überlebten wie auf Banknoten. Aus anderen Analysen gehe hervor, dass poröse Oberflächen von Baumwollbanknoten das Virus deutlich schlechter übertragen würden als glatte Oberflächen wie Kunststoff.

Zu ähnlichen Ergebnissen war auch schon die Deutsche Bundesbank gekommen. Auch nach Einschätzung deutscher Experten ist die Wahrscheinlichkeit, sich an Geldscheinen oder Münzen mit dem Coronavirus zu infizieren, sehr gering.

Christian Drosten, Virologe an der Berliner Charité, erklärte schon im März im NDR-Podcast, Coronaviren könnten auf trockenen Oberflächen nicht lange überleben. Trotzdem gilt zur Vorsicht: Hände waschen!

Ebenfalls zur Vorsicht hatten die deutschen Banken und Sparkassen das Limit für kontaktloses Bezahlen ohne PIN-Eingabe auf bis zu 50 Euro statt bislang 25 Euro erhöht, um Bezahlen einfacher und hygienischer machen. 

Stand: 26.05.2020

Tröpfcheninfektion: Wie überträgt sich das Coronavirus?

Wissenschaftler und Gesundheitsbehörden gehen davon aus, dass Coronaviren vor allem über eine Tröpfchen- und Kontaktinfektion weitergegeben werden – also durch direktes Anhusten oder Niesen oder durch Körperkontakt mit einer infizierten Person.

Die Tröpfchen sind winzig, nur etwa ein bis fünf Mikrometer groß. Die Wasserpartikel können auch schweben und über mehrere Stunden in der Luft bleiben, zitiert die BBC eine Studie von US-Virologen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schreibt: "Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind durch Schmierinfektionen denkbar. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich."

Eine reine Übertragung über die Luft sei bisher nicht nachgewiesen worden, so das WDR-Wissenschaftsteam von Quarks.

So breitet sich Corona aus Quarks 10.03.2020 01:18 Min. UT Verfügbar bis 10.03.2025 WDR Von Julia Polke

Stand: 26.05.2020

Wie schütze ich mich, wenn jemand in meinem Haushalt in Quarantäne ist?

Wer Corona-Krankheitssymptome zeigt, mit einem Infizierten Kontakt hatte oder aus einem Risikogebiet zurückgekehrt ist, muss in Quarantäne. Die Menschen in diesem Haushalt gelten dann als Kontaktpersonen. Welche Regeln und Schutzmaßnahmen für sie gelten, entscheidet laut Robert-Koch-Institut das Gesundheitsamt vor Ort.

Schutzmaßnahmen sind für Kontaktpersonen im Haushalt besonders dann wichtig, wenn der Betroffene Symptome zeigt - oder eine Covid-19-Erkrankung bestätigt ist. Dann sollten die anderen in der Wohnung auf Distanz gehen - etwa indem sie sich in verschiedenen Zimmern aufhalten.

Außerdem sollten nicht alle gemeinsam essen. Wenn es möglich ist, sollte der Betroffene ein eigenes Badezimmer nutzen. Wäsche sollte regelmäßig und gründlich gewaschen werden. Wichtig: Husten- und Niesregeln beachten.

Stand: 26.05.2020

Ab wann gelte ich wieder als gesund, wenn ich Corona hatte?

Ab wann man sich wieder gesund nennen kann, hat mit dem Verlauf der Krankheit zu tun, erklärt das WDR-Wissenschaftsteam von Quarks. Wer sich wegen eines positiven Tests in Quarantäne befindet, gilt nach 14 Tagen ab Symptombeginn und zwei aufeinander folgenden Tagen ohne Krankheitsymptome als gesund. Letzteres sollte der Arzt jedoch bestätigen.

Bei schweren Verläufen müssen die Patienten im Krankenhaus behandelt werden. Bessert sich das Befinden, kann die Therapie ambulant weitergeführt werden. Ansonsten dürfen Patienten das Krankenhaus erst wieder verlassen, wenn sie zwei Tage lang symptomfrei waren und zwei PCR-Tests im Abstand von 24 Stunden negativ waren.

Gehören die Patienten zu Risikogruppen, können die ärztlichen Empfehlungen im Einzelfall abweichen.


Stand: 26.05.2020

Wie kann ich mich vor dem Coronavirus schützen?

Das Wichtigste im Kampf gegen das Coronavirus: gründliches Händewaschen und natürlich Abstand halten. Desinfektionsmittel sind neben Seife eine gute Unterstützung beim Händewaschen.

Ebenfalls wichtig: Die sogenannte Husten- und Nies-Etikette einhalten.

  • Beim Husten oder Niesen mindestens einen Meter Abstand von anderen Menschen halten und sich wegdrehen.
  • Am besten ein Einwegtaschentuch benutzen - nur einmal verwenden und anschließend in einem Mülleimer mit Deckel entsorgen. Wird ein Stofftaschentuch benutzt, sollte dies anschließend bei 60 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden.
  • Nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich die Hände waschen.
  • Ist kein Taschentuch griffbereit, kann in die Armbeuge geniest werden.
Eine Grafik zeigt die Auswirkungen achtsamer Maßnahmen gegen das Coronavirus als Hilfe für das Gesundheitssystem.

Coronavirus: Wie kann ich mich schützen?

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 26.02.2020 07:10 Min. Verfügbar bis 25.02.2025 WDR 5

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Stand: 26.05.2020

Tötet eine heiße Dusche Coronaviren ab? 

Auch wenn das Gerücht im Netz kursiert: Eine heiße Dusche tötet das Coronavirus nicht ab, obwohl er hitzeempfindlich ist. Der Grund: Die menschliche Körpertemperatur erhöht sich weder beim Duschen noch bei einem heißen Bad.

Stand: 26.05.2020

Wird das Coronavirus eingedämmt, wenn es Sommer und wärmer wird?

Ob die Corona-Krise durch höhere Temperaturen im Sommer eingedämmt wird, lässt sich bislang nicht sicher prognostizieren. Dafür spricht, dass viele Viruserkrankungen - beispielsweise auch die Grippe - durch höhere Temperaturen eingedämmt werden. Denn dann bleiben die kleinen Tröpfchen samt Viren, die wir beim Niesen abgeben, nicht so lange in der Luft wie an kühlen und trockenen Wintertagen.

Grundsätzlich können Wissenschaftler aber bislang "weder bestätigen noch ausschließen, dass die Infektionen durch das Coronavirus in den Sommermonaten abflauen", sagt Virologe Luka Cicin-Sain vom Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung.

Stand: 26.05.2020

Welche Desinfektionsmittel sind wirklich wirksam gegen das Virus?

Laut RKI müssen chemische Desinfektionsmittel mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren), "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" deklariert sein.

Stand: 26.05.2020

+ + + Das Virus + + +

Wurde das Coronavirus im Labor gezüchtet?

Verschwörungstheoretiker vermuten, das Coronavirus sei gezielt im Labor gezüchtet worden – etwa für den Einsatz als Biowaffe. Das stimmt laut Wissenschaftlern nicht. Sie sagen: SARS-CoV2 sei durch natürliche Prozesse entstanden.

Der Vorläufer des Coronavirus stammt wohl von Wildtieren. Ein internationales Forscherteam hat das Erbgut des Erregers analysiert und mit bereits bekannten Coronavirus-Stämmen verglichen. Sie stellten eine hohe Übereinstimmung mit SARS-ähnlichen Coronaviren von Fledermäusen fest. Laut RKI wird davon ausgegangen, dass sich die ersten Menschen Anfang Dezember auf einem Markt in Wuhan in China angesteckt haben.

Mehr als 100 Länder sind für eine unabhängige Untersuchung

Die Frage nach der Abstammung ist auch Thema bei der Jahresversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Mehr als 100 Länder unterstützen die Forderung Australiens nach einer unabhängigen Untersuchung über den Ursprung der Corona-Pandemie - darunter auch die Europäische Union.

Stand: 26.05.2020

Ist Corona gefährlicher als die Grippe?

Das können Experten bisher nicht genau einschätzen. Laut RKI-Chef Lothar Wieler ist die Grippe gefährlich, die sogenannte Krankheitslast des neuartigen Erregers aber viel höher.

Corona oder Grippe, was ist gefährlicher?

WDR 5 Quarks - Topthemen aus der Wissenschaft 02.03.2020 07:09 Min. Verfügbar bis 02.03.2025 WDR 5 Von Michael Stang

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Corona übertrage sich viel leichter und führe insbesondere in den Risikogruppen zu viel schwereren Verläufen und Todesfällen. Zudem sei die Inkubationszeit bei Covid-19 mit 14 Tagen deutlich länger als bei einer Grippe, die nach zwei bis drei Tagen ausbricht.

Dennoch: 80 Prozent der Corona-Erkrankungen verlaufen bisher mild bis moderat, Kinder erkranken selten.

Coronavirus zehnmal tödlicher als Schweinegrippe

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist das Coronavirus zehnmal tödlicher als das als "Schweinegrippe" bekannte Virus H1N1, das 2009 zu einer Pandemie geführt hatte. Inzwischen lägen immer mehr Daten aus verschiedenen Ländern vor, weshalb es ein klareres Bild über die Auswirkungen des Virus gebe, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die gegen das Coronavirus verhängten Einschränkungen sollten daher nur "langsam" gelockert werden. Dem WHO-Chef zufolge kann das neuartige Virus nur komplett gestoppt werden, wenn ein "sicherer und effizienter Impfstoff" entwickelt wird.

Warum Corona nicht harmloser ist als die Grippe: Pandemiegefahr bei Grippe gering, keine Grundimmunität und Impfung bei Corona, Infektionsrate bei Corona höher als bei Grippe

Darum ist Corona nicht harmloser als die Grippe

Stand: 17.04.2020

+ + + Corona erkennen: Symptome + + +

Welche Symptome sind bei Covid-19-Erkrankten typisch?

Die Inkubationszeit beträgt bis zu 14 Tage. Typische Symptome sind nach bisherigem Stand Fieber, Husten - vor allem trockener Husten -, Atemnot, Gliederschmerzen und Erschöpfung. In schweren Fällen kommt es zu einer Lungenentzündung.

Kopfschmerzen und Halsschmerzen können ebenfalls auftreten, selten geht die Erkrankung mit Durchfall einher. Nach einer Untersuchung des Bonner Virologen Hendrik Streeck gehören vorübergehender Geruchs- und Geschmacksverlust ebenfalls zu den häufigen Symptomen. Eine verstopfte oder laufende Nase ist selten - aber möglich.

Stand: 26.05.2020

+ + + Risikogruppe + + +

Risikogruppen: Wer ist besonders durch Corona gefährdet?

Viruserkrankungen der Atemwege sind besonders für ältere Menschen gefährlich, sagt das Robert-Koch-Institut. Die Gefahr ernsthafter Folgen nach einer Infektion mit dem Coronavirus steigt bei Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen. Das zeigen auch die registrierten Sterbefälle in Deutschland. Auch Raucher gehören nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) zur Risikogruppe.

Die bisherigen Krankheitsverläufe lassen zudem vermuten, dass Männer gefährdeter sind als Frauen und Erwachsene gefährdeter als Kinder. Tödliche Verläufe bei Kindern sind in Deutschland bislang nicht bekannt. Auch für Schwangere ist der Krankheitsverlauf offenbar unproblematisch.

Stand: 26.05.2020

+++ Corona und Psychologie +++

Wie beeinflusst die Krise unsere Psyche?

Die mit der Corona-Krise verbundenen Ängste und Einschränkungen stellen für sensible oder psychisch kranke Menschen eine besonders große Belastung dar. Durch die behördlich angeordnete Kontaktsperre fallen wichtige soziale Kontakte weg. Viele Betroffene können auch ihrem Beruf nicht nachgehen.

Hilfe bieten zum Beispiel die Telefonseelsorgen, die nach WDR-Recherchen aktuell rund 40 Prozent mehr Anrufe erhalten als gewöhnlich. Alle Telefonnummern gibt es unter telefonseelsorge.de.

Auch psychotherapeutische Praxen bleiben geöffnet. Laut Stiftung Deutsche Depressionshilfe bieten einige Psychotherapeuten als Reaktion auf die Corona-Krise auch Videosprechstunden an.

Haben Sie Suizidgedanken? Hier gibt es Hilfe

Frau am Schreibtisch mit Computermonitor

Wer sich mit Suizidgedanken trägt, empfindet seine persönliche Lebenssituation als ausweglos. Doch es gibt eine Fülle an Angeboten zur Hilfe und Selbsthilfe, auch anonym.

Telefonseelsorge

Die Telefonseelsorge ist unter den Rufnummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222 sowie 116 123 rund um die Uhr erreichbar. Sie berät kostenfrei und in jeder Hinsicht anonym. Der Anruf hier findet sich weder auf Ihrer Telefonrechnung noch im Einzelverbindungsnachweis wieder.

Menschen muslimischen Glaubens können sich an das muslimische Seelsorgetelefon wenden. Es ist ebenfalls kostenfrei und anonym 24 Stunden am Tag unter der Rufnummer 030/44 35 09 821 zu erreichen.

Chat der Telefonseelsorge

Die Telefonseelsorge bietet Betroffenen auch die Möglichkeit an, sich Hilfe per Chat zu holen. Dazu meldet man sich auf deren Webseite an.

E-Mail-Beratung der Telefonseelsorge

Menschen mit Suizidgedanken können sich auch an die E-Mail-Beratung der Telefonseelsorge wenden. Der E-Mail-Verkehr läuft über die Webseite der Telefonseelsorge und ist deshalb nicht in Ihren digitalen Postfächern zu finden.

Überblick auf Hilfsangebote

Darüber hinaus hat die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) zahlreiche Informationen zu Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und sozialpsychiatrischen Diensten aufgelistet, an die sich Suizidgefährdete und Angehörige wenden können, um Hilfe zu erhalten. Entsprechende Informationen finden Sie unter nachfolgendem Link.

Stand: 29.03.2020

+ + + Corona, Allergiker und Heuschnupfen + + +

Ich bin Allergiker - ist das Coronavirus für mich besonders gefährlich?

Mediziner sind da geteilter Meinung. Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst sagt dazu am 13.03.2020: "Nein. Personen mit einem Heuschnupfen haben keine verminderte immunologische Abwehr, sie sind nicht 'immun-geschwächt' und die Abwehr gegen Bakterien und Viren ist bei ihnen normal. (...) Personen mit einem allergischen Asthma durch Pollen haben ebenso kein erhöhtes Risiko für eine Coronavirus Infektion."

Dem widerspricht etwa der Virologe Professor Jörg Timm von der Uniklinik Düsseldorf. Zur Erkrankung durch das Coronavirus sagte er am 16.03.2020: "Wenn es wirklich ein Asthma ist, also eine chronische Form der Allergie, dann sind diese Personen durchaus mehr gefährdet für einen schweren Verlauf - nicht für die Infektion selbst."

Stand: 23.03.2020

Wie unterscheide ich meinen Heuschnupfen von Covid-19?

Die Symptome von Heuschnupfen und Covid-19 scheinen sich bei manchen Betroffenen zu ähneln. Aber eine laufende Nase oder ein juckender Hals müssen keineswegs Anzeichen für eine Ansteckung mit dem Coronavirus sein. Im Gegenteil: Schnupfen ist nicht sehr typisch für Covid-19, denn die Coronavirus-Krankheit zeigt sich vor allem in den unteren Atemwegen, also vor allem in der Lunge.

Die Symptome bei Covid-19 seien vor allem Husten und Fieber, sagte Virologe Jörg Timm von der Uniklinik Düsseldorf dem WDR (16.03.2020). "Es ist schon ein anderes, subjektives Krankheitsgefühl", sagte er über den Unterschied zu Heuschnupfen.

Stand: 23.03.2020

Sollte ich vorsorglich ein Antiallergikum nehmen? Zumindest bei Asthma?

"Nein", sagte Norbert Karl Mülleneisen, Vorsitzender des Berufsverbands für Pneumologie und Allergologie Nordrhein, am 17.03.2020. "Der Allergiker soll warten, bis er Allergiebeschwerden bekommt und dann symptomatisch bei Bedarf Medikamente nehmen." Wie üblich sollten Pollenallergiker bei Beschwerden ein Antihistaminika nehmen, so Mülleneisen.

"Ein Asthmatiker sollte sein Asthma-Spray inhalieren, damit er geschützt ist", so Mülleneisen. Nur Asthma-Patienten, die Kortison per Tablette oder Spritze bekommen, könnten ein schwächeres Immunsystem haben und so gefährdeter für einen schweren Krankheitsverlauf bei Covid-19 sein. Bei Tabletten und Spritzen sei die Kortison-Dosis höher. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie bestätigt: Eine Inhalationstherapie bei Asthma-Patienten solle "auch und gerade in der Coronavirus-Pandemie unverändert fortgesetzt werden".

Stand: 23.03.2020

+ + + Corona und andere Medikamente + + +

Begünstigt Ibuprofen den Krankheitsverlauf von Covid-19?

Eine virale WhatsApp-Nachricht und Meldungen in anderen Netzwerken, die behaupten, das Schmerzmittel Ibuprofen könne einen vorhandenen Corona-Infekt beschleunigen, ist nach Angaben der WHO falsch. Sie riet zwar erst davon ab, das Medikament beim Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus ohne ärztlichen Rat einzunehmen, zog diese Warnung aber am Donnerstag (19.03.2020) zurück.

Es gebe keine Studie zu negativen Folgen von Ibuprofen bei Corona-Patienten. Außerdem seien Ärzten, die Covid-19-Patienten behandelten, keine negativen Auswirkungen von Ibuprofen bekannt - abgesehen von den bereits bekannten Nebenwirkungen.

Der Faktenfinder der Tagesschau befasst sich ausführlich mit dem Thema:

Stand: 23.03.2020

+ + + Das Coronavirus und Haustiere + + +

Kann mein Haustier sich oder mich mit dem Coronavirus anstecken?

Bei Tieren gelten Infektionen mit dem Coronavirus bislang als Sonderfälle. Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, empfiehlt die Sprecherin der Tierärzte, mehr Abstand zu eigenen Haustieren zu halten. So könnte eine mögliche Belastung mit Viren für das Tier klein gehalten werden. Wichtig ist auch regelmäßiges Handewaschen nach dem Kontakt mit dem Tier.

In einem Laborversuch in China haben sich Katzen mit dem Coronavirus infiziert. Da wurde aber eine sehr hohe Virenkonzentration benutzt. Die Krankheit verlief bei den infizierten Katzen aber sehr mild. Hunde haben nach aktuellem Stand der Forschung kein Risiko, an dem Coronavirus zu erkranken. Es gibt zwar Hunde, bei den das Virus gefunden wurde, aber keiner wurde krank.

Stand: 06.04.2020

+ + + Weitere Infos zu Corona + + +

Wo kann ich anrufen, um weitere Informationen zu Corona zu bekommen?

Für NRW hat das Gesundheitsministerium unter 0211 - 91191001 eine Hotline freigeschaltet, über die Bürger von montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr Fragen zum Coronavirus stellen können. Hier gibt es allerdings keine medizinische Beratung.

Wer ärztliche Hilfe braucht, den verweist das Gesundheitsministerium auf den Ärztlichen Bereitschaftsdienst mit der landesweiten Hotline 116117.

Die Bundesbehörde Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat zwar keine Hotline, aber eine sehr ausführliche Internetseite mit Unterseiten und Antworten zu vielen unterschiedlichen Fragen.

Stand: 26.05.2020

Weitere Antworten zu Corona

Antworten auf Fragen rund um Corona und die Themen Alltag, Arbeit und Reisen finden Sie in weiteren FAQ:

Stand: 26.05.2020, 17:07