FAQ Corona und Gesundheit: Wie unterscheide ich Corona von Grippe?

Symptome: Wie unterscheide ich Corona von Grippe?

FAQ Corona und Gesundheit: Wie unterscheide ich Corona von Grippe?

  • Viele Fragen und noch mehr Antworten zu Corona
  • FAQ u.a. zu: Symptomen, Übertragung, Medikament, Impfung
  • Der Überblick zum Coronavirus wird laufend aktualisiert

Aktualisieren

+ + + Corona: Symptome und Verlauf + + +

Wie unterscheide ich Corona und Covid-19 von Grippe?

Grippe und Corona haben oftmals dieselben Symptome. Es gibt Unterscheide in der Reihenfolge der Symptome, sagt eine Studie der University of California: Am wahrscheinlichsten sei es bei Covid-19, dass Symptome in dieser Reihenfolge auftreten: erst Fieber, dann Husten. Danach folgten Übelkeit/Erbrechen und Durchfall. Bei Grippe sei es meist umgekehrt: erst Husten, dann Fieber.

Diese Reihenfolge der Covid-19-Symptome gilt nur für Erwachsene. Für Kinder sagt eine Studie aus Südkorea: Sie hätten nur in 30 Prozent der Fälle überhaupt Fieber. Viele hätten gar keine Symptome. Schnupfen sei bei Kindern bei einer Corona-Infektion häufig - bei Erwachsenen dagegen selten.

Während einige Experten solche Kriterien nützlich finden, sehen andere wie Sandra Ciesek, die Leiterin der Virologie des Universitätsklinikums Frankfurt, sie sehr kritisch. Um auf Nummer sicher zu gehen, gilt auf jeden Fall: Symptomen am besten ärztlich abklären lassen. So verhindert man, versehentlich andere Menschen anzustecken.

Stand: 21.09.2020

Was sind die Symptome von Corona?

Eine Studie der University of California fasst die typischen Corona-Symptome und ihre wahrscheinliche Reihenfolge so zusammen: Fieber, Husten, Übelkeit/Erbrechen, Durchfall.

Schon vor dieser Studie war bekannt, dass der Husten bei Covid-19 meist trocken ist. Weitere mögliche Symptome sind Atemnot, Gliederschmerzen und Erschöpfung. In schweren Fällen kommt es zu einer Lungenentzündung.

Kopfschmerzen und Halsschmerzen können ebenfalls auftreten. Nach einer Untersuchung des Bonner Virologen Hendrik Streeck gehören vorübergehender Geruchs- und Geschmacksverlust ebenfalls zu den Symptomen. Eine verstopfte oder laufende Nase ist selten - aber auch möglich, besonders bei Kindern.

Die Inkubationszeit beträgt bis zu 14 Tage. 

Stand: 31.08.2020

Dieses Element beinhaltet Daten von Instagram. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

+ + + Corona-Tests + + +

Welche Corona-Tests gibt es?

Generell wird unterschieden zwischen Tests, die nachweisen sollen, ob eine aktute Infektion vorliegt oder ob ein Mensch bereits Antikörper hat, weil er schon eine Infektion hatte.

Antikörpertest: Bei einem Antikörpertest wird Blut an ein Labor geschickt und das Blut auf Antikörper geprüft. Antikörpertests sind zur Früherkennung einer Infektion nicht geeignet.

PCR-Test: Wer wegen sich testen lassen muss, weil er möglicherweise gerade infiziert sein könnte, muss zum PCR-Test. Dieser Test ist der in Deutschland der derzeit einzig offiziell zugelassene Test.

Soforttest: Neben dem PCR-Test werden zurzeit auch Soforttests entwickelt. Sie funktionieren ähnlich wie ein Schwangerschaftstest – allerdings mit Spucke. Das Ergebnis wird sofort angezeigt.

Stand: 07.09.2020

Test-Pflicht - tut der PCR-Test weh?

Je nachdem, wen man fragt, berichten Leute, die sich testen lassen mussten, dass der PCR-Test mehr oder weniger unangenehm war. Das liegt zum einen daran, dass jeder den Test anders empfindet - und zum anderen aber auch daran, dass es unterschiedliche Stellen gibt, an denen der Abstrich für die Probe entnommen werden kann.

Der Nasenabstrich nach starkem Schneuzen der Nase gilt als die unangenehmste Methode. Deshalb wird er bei Kindern und empfindlichen Personen häufig ausgelassen, da ein Absprich im Rachen auch als ausreichend zuverlässig gilt.

Relativ neu ist das Gurgelverfahren. Dabei wird mit einer Salzlösung gegurgelt. In dieser Lösung sammelt sich dann Erbmaterial des Virus'. Diese Methode eignet sich besonders bei Kindern, sie wird aber bislang nur vereinzelt angeboten.

Außer an den oberen Atemwegen gibt es auch die Möglichkeit, an den tiefen Atemwegen Proben zu entnehmen.

Der Abstrich beziehungsweise die Probe geht beim PCR-Test immer an ein Labor. Dort kann dann mithilfe eines molekularen Tests im Falle einer Infektion das Erbgut des Virus' nachgewiesen werden.

Stand: 07.09.2020

Wer testet und wo passiert das?

Offizielle PCR-Tests zum Nachweis einer möglichen Infektion sind an unterschiedlichen Orten möglich - etwa in Hausarztpraxen, Kliniken und speziell eingerichteten Testzentren, zum Beispiel auch am Flughafen.

Wichtig: Im Verdachtsfall sollte man sich vorerst telefonisch melden - etwa beim Hausarzt oder bei einer der offiziellen Hotlines. In Deutschland ist das die 116 117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes.

Coronavirus-Tests Quarks 31.03.2020 03:20 Min. UT Verfügbar bis 31.03.2025 WDR Von Mathias Tertilt

Stand: 09.06.2020

Soforttests - mehr Sicherheit für Schulen?

Soforttests, auch genannt Antige-Tests, funktionieren ähnlich wie ein Schwangerschaftstest – allerdings mit Spucke. Sie sind schnell, sehr günstig und unkompliziert. Verglichen mit dem PCR-Test sind sie aber viel ungenauer: Im Schnitt erkennen sie nur die Hälfte aller Menschen mit Corona. Aber: Je infektiöser man ist, desto genauer werden sie, erklärt das Wissenschaftsteam von Quarks.

Deshalb könnten gerade die Antigen-Schnelltests helfen, Infizierte früher zu finden. Denn aus Studien weiß man, dass man die höchste Viruslast hat, bevor man überhaupt etwas von der Krankheit bemerkt. Gerade dann kann man andere Menschen also leicht anstecken. Mit den sehr genauen PCR-Tests testet man aber normalerweise erst, nachdem man Symptome bemerkt hat. Bis dahin ist viel Zeit vergangen, in der man andere anstecken konnte.

Die Soforttests erhöhen also die Chance, genau die Menschen zu finden, die vermutlich sonst unwissentlich andere angesteckt hätten. Für Schulen könnten regelmäßige günstige Schnell-Tests also viel sinnvoller sein als gelegentliche teure PCR-Tests. Das RKI sagt, dass PCR-Tests mit Spucke diskutiert würden – die Datenlage sei aber noch nicht "wegweisend". Die Zuverlässigkeit der Tests wird weiter geprüft. Sollten die Spucke-Test anerkannt werden, wären sie aber wohl erst Anfang 2021 in ausreichend großer Zahl erhältlich.

Stand: 28.08.2020

Hat jeder Anspruch auf einen Test - und wer zahlt den?

Gesetzliche Krankenversicherungen (GKV) können seit Anfang Juni auch dann die Laborkosten für einen Test übernehmen, wenn ein Patient keine Symptome hat. Das hat das Bundesgesundheitsministerium in einer neuen Testverordnung festgelegt.

Tests bei Personen ohne erkennbare Symptome können entweder nach einer Einweisung ins Krankenhaus gemacht werden oder sie müssen vom zuständigen Gesundheitsamt nach den Vorgaben der neuen Testverordnung veranlasst werden. Die GKV übernimmt dann die Kosten.

Mit der neuen Regelung werden zum Beispiel umfassende Tests bei Kontakten zu Infizierten, bei Ausbrüchen in Kitas oder Schulen sowie Reihentests in Krankenhäusern und Pflegeheimen möglich. Die Zahl der Tests ist laut Gesundheitsministerium seit Juni deutlich gestiegen.

Stand: 20.07.2020

Testen oder nicht? Wie funktioniert die Corona-App "CovApp"?

Hilfe bei der Beantwortung der Frage "Test oder nicht" gibt ein Angebot des Berliner Universitätsklinikums Charité. In der browserbasierten App namens "CovApp" kann der Nutzer einen Fragebogen ausfüllen.

Die WebApp gibt dann Rat, ob ein Coronavirus-Test sinnvoll ist oder nicht. Der WDR hat den Fragebogen übernommen und speziell auf die Situation in NRW angepasst. Wichtig: Der Fragebogen erbringt keine diagnostischen Leistungen. Er hilft aber, die Notwendigkeit eines Tests zu erkennen.

Aus dem CovApp-Fragebogen werden keine Daten automatisch übermittelt.

Stand: 20.07.2020

Geht das mit dem Testergebnis nicht auch schneller?

Ein Forscher-Team der Universität Bielefeld hat ein neues Verfahren erprobt, das Corona-Tests schneller und im großen Umfang möglich machen soll.

Da Tests auf Sars-CoV-2 und deren Auswertung aktuell mehr als zwei Stunden dauerten, könne ein Labor pro Tag nur eine sehr begrenzte Zahl durchführen, erklärte die Hochschule.

Ergebnis nach 16 Minuten

Das Bielefelder Verfahren liefere jetzt ein zehnmal schnelleres Ergebnis. Der Test dauert nur rund 16 Minuten. Er könnte vor allem dort zum Einsatz kommen, wo schnelle Ergebnisse gefragt sind - beispielsweise auf Kreuzfahrtschiffen. Pro Stunde seien etwa 570 Auswertungen möglich, hieß es. Die Methode sei zudem kostengünstig.

Stand: 14.08.2020

Werden jetzt alle getestet, die ins Krankenhaus kommen?

Ja. Wer stationär ins Krankenhaus kommt, wird auf SARS-CoV-2 getestet. So sieht es die neue Testverordnung vor, die das Bundesgesundheitsministerium Anfang Juni erlassen hat.

Stand: 14.08.2020

Schulen, Kitas, Pflegeheime: Werden nach der neuen Testverordnung alle getestet?

Mit Reihentests in Pflegeheimen, Schulen oder Kindertagesstätten lassen sich Infektionsketten schnell erkennen und frühzeitig unterbrechen, schreibt das Bundesgesundheitsministerium.

Deshalb können mit der neuen Testverordnung jetzt alle Personen solcher Einrichtungen getestet werden, wenn dort ein Corona-Fall aufgetreten ist. Ob ein Reihentest durchgeführt wird oder nicht, entscheidet das Gesundheitsamt. In Pflegeheimen und bei Pflegediensten kann auch unabhängig von Infektionen getestet werden.

Reihentests können künftig außerdem auch in Rehabilitationseinrichtungen, Dialysezentren, Asylbewerberheimen oder Justizvollzugsanstalten durchgeführt werden, wenn dort ein Fall aufgetreten ist. 

Stand: 14.08.2020

+ + + Corona-Impfungen, Immunität und Medikamente + + +

Können Blutverdünner bei einer Infektion die Überlebenschancen erhöhen?

Blutverdünner können bei Covid-19-Patienten das Sterberisiko deutlich senken. Das berichten US-Mediziner nach einer Studie mit knapp 4.400 Teilnehmern im "Journal of the American College of Cardiology".

Demnach ging die Behandlung mit Blutverdünnern - unter Berücksichtigung des Zustands der Patienten - mit einer etwa halbierten Todesrate einher. Zudem war das Risiko für eine künstliche Beatmung um etwa 30 Prozent reduziert, heißt es.

Stand: 28.08.2020

Plasmatherapie - eine Chance?

Aus dem Blut von Spendern, bei denen Corona geheilt werden konnte, gewinnen Wissenschaftler therapeutisches Plasma. Dieses Plasma enthält Antikörper und wird Corona-Patienten verabreicht. Die US-Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA schreibt: Das Plasma könne bei der Therapie der von dem Erreger ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 "effektiv" sein. Die FDA hat die Plasmatherapie deshalb jetzt per Notfallgenehmigung zur generellen Behandlung von Covid-19-Patienten in den USA erlaubt.

Blutplasma von genesenen Covid-19-Erkrankten wurde schon in den USA eingesetzt, aber nur unter starken Einschränkungen. Erlaubt war es bisher nur für klinische Tests und bei Patienten in besonders schlechtem Zustand. Nach Angaben von US-Gesundheitsminister Alex Azar hatten die bislang mit Plasma behandelten Covid-19-Kranken in den USA eine um 35 Prozent höhere Überlebensrate als andere Patienten mit der gleichen Krankheit.

Wie effektiv der Einsatz von Plasma im Kampf gegen das Coronavirus tatsächlich ist, ist in der Fachwelt allerdings umstritten. Manche Experten warnen vor starken Nebenwirkungen. Auch in Deutschland wurden bereits Corona-Patienten mit Blutplasma behandelt. Unter anderem hatte die Uniklinik Münster im März zu Blutspenden gesundeter Corona-Patienten aufgerufen. Das Paul-Ehrlich-Institut genehmigte im Juli eine erste klinische Studie zu dieser passiven Immunisierung.

Stand: 24.08.2020

Wann gibt es eine Impfung gegen Corona?

Russland hat als weltweit erstes Land einen Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen. Ab September will Russland die Massenproduktion seines neuen Covid-19-Impfstoffs starten. Internationale Wissenschaftler sind skeptisch. Russland soll die Phase umfangreicher Studien an vielen Probanden verkürzt haben. Die europäische Zulassungsstelle warnt vor solchen Schnellschüssen. In Europa bekommt ein Impfstoff so keine Zulassung.

Laut WDR-Wissenschaftsredaktion gibt es weltweit aktuell etwa 160 Impfstoff-Forschungsprojekte. Zur Bekämpfung von Corona haben 40 Länder, Organisationen und Banken bisher für Forschung, Behandlung und Tests 7,4 Milliarden Euro bereitgestellt.

Hersteller sagen, dass bis Ende 2020 ein Impfstoff da sei. Wissenschaftler schätzen, dass es mindestens bis zum Frühjahr 2021 dauern wird. Derzeit werden laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als 20 Mittel in klinischen Studien an Menschen getestet.

Stand: 12.08.2020

Antikörper gegen Corona - welche Rolle spielen sie?

Antikörper können das Virus neutralisieren. Sie könnten vielseitig eingesetzt werden - etwa wenn in einem Pflegeheim eine ältere Person erkrankt ist. Die Antikörper könnten dann anderen Bewohnern verabreicht werden, um sie zu schützen. In der Therapie von schwer erkrankten Covid-19-Patienten werden bereits Antikörper verabreicht.

Forscher der Uniklinik Köln haben es geschafft, Antikörper zur Therapie von Covid-19 zu isolieren. Damit ist den Forschern ein Durchbruch gelungen, der im Kampf gegen das Coronavirus hoffen lässt. Der Erfolg gilt als Meilenstein auf dem Weg zu einem passiven Impfstoff und einer wichtigen Behandlungsmöglichkeit des Coronavirus. Die Erkenntnisse der Kölner wurden im Fachmagazin Cell publiziert - einem der führenden biologischen Wissenschaftsjournale.

Identifiziert wurden die Antikörper zuvor bereits von einem Team von Wissenschaftlern um den Virologen Luka Cicin-Sain am Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI).

Wie geht es jetzt weiter? Normalerweise dauert es von der Entdeckung bis zum ersten Einsatz bei Patienten viele Jahre. Aber in Zeiten von Covid-19 ist das anders. Die Mediziner rechnen damit, dass eine erste Studie mit Antikörpern an Patienten noch in diesem Jahr starten kann.

Inzwischen haben Studien gezeigt, dass Antikörper bei vormals Infizierten abnehmen können. Die Impfstoff-Forschung beeinflusst das aber nicht zwingend, sagt WDR-Wissenschaftsjournalist Michael Lange. Man könne daraus nicht schließen, dass kein Immunschutz mehr bestehe.

Stand: 16.07.2020

Wer bekommt jetzt nach der Zulassung Remdesivir?

Der Wirkstoff Remdesivir ist in Europa unter Auflagen als erstes Mittel zur Therapie von Covid-19 zugelassen worden. Das gab die EU-Kommission am 3. Juli bekannt.

Der Wirkstoff soll den Markennamen Veklury erhalten. Zunächst sollen nur bestimmte Erkrankte damit therapiert werden: Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren mit Lungenentzündung, die zusätzlichen Sauerstoff benötigen.

Mittlerweile wurde bekannt, dass die USA einen Großteil der bis September angestrebten Produktionsmenge Remdesivir aufgekauft haben.

Die EU-Kommission bestellte 30.000 Dosen des Corona-Mittels bei dem US-Pharmahersteller Gilead bestellt. Die Mittel im Wert von 63 Millionen Euro würden Anfang August geliefert und nach einem Vergabeschlüssel auf die 27 Mitgliedstaaten sowie Großbritannien verteilt werden, erklärte eine Sprecherin der Kommission.

Stand: 12.08.2020

Dexamethason - hilft dieser Entzündungshemmer gegen Covid-19?

Die Behandlung mit dem Entzündungshemmer Dexamethason senkt offenbar die Sterblichkeit bei schwer kranken Corona-Patienten. Darauf weisen Ergebnisse einer klinischen Studie der Universität Oxford hin.

Bei Patienten, die künstlich beatmet wurden und das Medikament bekamen, sank die Sterberate um etwa ein Drittel. Basierend auf den Zahlen würde durch Dexamethason bei der Behandlung von acht schwerkranken Covid-19-Patienten ein Todesfall verhindert werden, hieß es. Bei Infizierten mit milderem Krankheitsverlauf zeigte Dexamethason aber keine Wirkung.

Inzwischen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Einsatz des Mittels bei schwer kranken Patienten unter bestimmten Bedingungen empfohlen. Dexamethason bekamen bisher Patienten mit Entzündungen etwa von Haut und Gelenken.

Stand: 06.09.2020

Wenn ich einmal das Coronavirus hatte, bin ich danach gegen den Erreger immun?

Mit Fortschreiten der Forschungen gibt es auch neue Erkenntnisse zu länger andauernden Immunitäten nach einer Covid-19-Infektion. So wurden Ergebnisse einer noch unveröffentlichten Studie an 327 Patienten im Chinesischen Wuhan bekannt, laut der in vielen Fällen dauerhaft genug Antikörper gebildet werden, die eine erneute Infektion vermutlich abwehren können.

Bei mehr als 80 Prozent der Patienten seien sechs Monate nach ihrer Erkrankung noch biologisch aktive Antikörper nachgewiesen worden, die fähig seien, das Virus unschädlich zu machen, sagte der Virologe Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Essen.

Noch knapp neun Tage zuvor galten Hoffnungen auf eine längere Immunität als gedämpft. Bluttests der ersten Corona-Patienten in Deutschland, die Ende Januar in einer Münchner Klinik behandelt wurden, hatten ein deutliches Absinken der Anzahl von sogenannten neutralisierenden Antikörpern im Blut gezeigt, wie Studienleiter Clemens Wendtner am 12. Juli berichtete. Es deute viel darauf hin, dass nach durchgemachter Krankheit eine Neuansteckung möglich sei.

Stand: 22.07.2020

An welchen Medikamenten gegen Corona wird noch geforscht?

Weltweit werden zahlreiche Medikamente erprobt, die gegen Covid-19 helfen könnten. Einige davon bieten laut Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft Grund zur Hoffnung. In Deutschland zugelassen ist bisher aber nur das Mittel Remdesivir. Laut Robert Koch-Institut sollte dieses Medikament aber nur in der Frühphase der Infektion eingesetzt werden.

Stand: 24.07.2020

Impfstoff - wird auch in Deutschland getestet?

Das Tübinger Biotech-Unternehmen und das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech gemeinsam mit dem US-Konzern Pfizer arbeiten an einem Impfstoff. Jetzt wurde bekannt gegeben, dass Biontech seinen potenziellen Coronavirus-Impfstoff auch in Deutschland testet. Das zuständigen Paul-Ehrlich-Institut hat dazu die Erlaubnis erteilt.

An der Wirksamkeitsstudie, die bereits im Juli startete, nahmen bislang bereits über 25.000 Menschen teil. "Die Einbindung von Studienzentren in Europa, und nun auch in Deutschland, hat speziell zum Ziel, eine hiesige Zulassung zu unterstützen", sagte Biontech-Vorstandschef Ugur Sahin. Sollten die klinischen Studien erfolgreich verlaufen, soll im Oktober die Zulassung beantragt werden.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte Mitte Juni angekündigt, sich mit 300 Millionen Euro an CureVac zu beteiligen - damit werden etwa 23 Prozent der Anteile übernommen. So soll Forschung beschleunigt und auch eine mögliche Übernahme aus dem Ausland verhindert werden. Die Geschäftsentscheidungen der Firma wolle der Staat aber nicht beeinflussen.

Stand: 07.09.2020

Schützt eine Grippe- oder Pneumokokken-Impfung vor Corona?

Nein, es handelt sich jeweils um zwei unterschiedliche Erreger. Trotzdem riet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis zum Ende der Grippesaison Mitte Mai noch zu einer Grippeschutzimpfung. Der Grund: Sich eine echte Grippe einzufangen, kann zwischen Oktober und Mai leicht passieren. Der Höhepunkt der Saison liegt aber meist im Februar. Kommt eine - eigentlich leicht verlaufende - Corona-Infektion hinzu, kann daraus schnell eine lebensbedrohliche Situation entstehen.

Auch eine Pneumokokken-Impfung könnte für besonders gefährdete Menschen sinnvoll sein. Gegen den Virus selbst oder die Lungenkrankheit Covid-19 hat diese Impfung ebenfalls keine Wirkung. "Aber gerade ältere und immungeschwächte Menschen erkranken an einer sogenannten Pneumokokkenpneumonie, einer schweren Form der Lungenentzündung, die nicht selten tödlich endet", sagt unser Lungenfacharzt Doc Esser. 

Stand: 17.07.2020

Hydroxychloroquin und Corona - was ist der Stand der Dinge?

Chloroquin galt als Hoffnungsträger gegen Covid-19. Der Bayer-Konzern spendete Millionen Tabletten an Regierungen. Doch selbst bei US-Präsident Trump ist der Hype um das Medikament vorbei. In den USA darf nicht mehr mit Hydroxychloroquin behandelt werden: Die Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) hat ihre Ausnahmegenehmigung zur Behandlung von Covid-19-Erkrankungen mit dem Medikament widerrufen.

Es sei angesichts der bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse "unwahrscheinlich", dass das Malaria-Medikament auch bei der Behandlung der Lungenerkrankung wirksam sei, erklärte die FDA. Auch die WHO hat ihre Studien eingestellt.

Ernsthafte Nebenwirkungen - etwa Herzprobleme

Zudem habe der Einsatz des Medikaments "ernsthafte" Nebenwirkungen, darunter Herzprobleme, hieß es weiter. Für Malaria und zur Behandlung bestimmter Autoimmunkrankheiten ist das Medikament aber weiter zugelassen.

Stand: 30.06.2020

+ + + Corona-Fälle in NRW, Zahlen und Daten, Entwicklung + + +

Wo stecken sich die Leute mit Corona an?

Die meisten Leute stecken sich laut Robert Koch-Institut (RKI) im privaten Umfeld mit Corona an. Auf Platz zwei der Orte mit den meisten Corona-Übertragungen sind Altenheime.

Allerdings gab es bei einem Ausbruch zu Hause im Schnitt nur jeweils 3,2 Infizierte - die Übertragung fand vermutlich nur auf weitere Familienmitglieder statt. In Alten- und Pflegeheime steckten sich laut RKI bei bei einem Ausbruch im Schnitt fast 19 Personen an.

Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr beim Ausbruch in einem Flüchtlingsheim - im Schnitt wurden 21 Fälle pro Ausbruch erfasst - so viele wie nirgends sonst.

Schulen spielen der RKI-Studie zufolge bislang keine große Rolle bei den Infektionen. Auch Restaurants, Hotels oder Büros sind bislang Nebenschauplätze. Ausbrüche in der Bahn lassen sich laut RKI nur schwer ermitteln, da die Identität eines Kontaktes kaum nachvollziehbar sei.

Stand: 22.08.2020

Wo finde ich aktuelle Zahlen zu Corona-Erkrankungen?

In einer Karte und Tabelle veröffentlicht der WDR die Zahlen der registrierten Corona-Infizierten und Genesenen in Nordrhein-Westfalen. Die Daten liefert das NRW-Gesundheitsministerium. Das Ministerium greift dabei seit dem 20. April ausschließlich auf die Zahlen des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG NRW) zurück.

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bringt auf ihrer Internetseite täglich einen neuen "Situations Report" mit aktuellen Fallzahlen.

Auf der Homepage der Johns-Hopkins-University werden ebenfalls aktuelle Zahlen zu weltweit an Covid-19-Erkrankten, Todesfällen und Genesenen veröffentlicht. Die Forscher suchen dafür im Internet nach öffentlich zugänglichen Quellen und schöpfen dort die neuesten Zahlen ab. 

Stand: 12.08.2020

Dieses Element beinhaltet Daten von Instagram. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

+ + + Corona und Kinder + + +

Grippe-Impfung für Kinder 2020 - sinnvoll oder nicht?

Grippeschutzimpfung für alle - aus Sorge, das Gesundheitssystem zu stark zu belasten, wenn im Herbst möglicherweise die Grippewelle und das Coronavirus aufeinandertreffen? Oder doch lieber nur für Menschen mit Vorerkrankungen? Die Meinungen von Experten gehen auseinander.

Johannes Hübner, leitender Oberarzt der Kinderklinik der LMU in München und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie rät in der "Welt am Sonntag", Kinder impfen zu lassen. Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, empfiehlt dagegen, sich vor allem "auf den Schutz der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen" zu konzentrieren.

Für die Grippe-Impfung müssen Kinder und Jugendliche von zwei bis 17 Jahren nicht zwingend eine Spritze bekommen. Für sie gibt es auch einen sogenannten Lebendimpfstoff, der nicht wie gespritzt, sondern als Nasenspray verabreicht wird.

Stand: 31.08.2020

Stecken sich Kinder und Jugendliche doch genauso oft an wie Erwachsene?

Nachdem es aus dem NRW-Schulministerium vor den Sommerferien hieß, das Infektionsgeschehen bei Kindern tendiere "gegen Null", zeigt die Statistik des Robert Koch-Instituts vom 18. August, dass Fälle in den Altersgruppen der Fünf- bis 14-Jährigen und der 15- bis 34-Jährigen zunehmen. Die beiden Altersgruppen sind laut der gemeldeten Corona-Fälle aktuell in Deutschland am häufigsten infiziert.

Auch Studien aus anderen Ländern sprechen für die Infektiösität von Kindern und Jugendlichen. Nach einer Studie aus Südkorea steckten ältere Kinder und Jugendliche andere Haushaltsmitglieder ähnlich häufig an wie Erwachsene. In einer weiteren Studie aus Wuhan in China steckten Kinder sogar häufiger Haushaltsmitglieder an als Erwachsene. Studien zur Viruslast bei Kindern zeigen keinen wesentlichen Unterschied zu Erwachsenen.

Das Problem vieler Erhebungen zu dieser Frage ist: Kinder infizieren sich häufig ohne Symptome, deshalb werden nicht alle erkannt und erfasst.

Stand: 24.08.2020

Wie läuft eine Corona-Infektion bei Kindern?

Kinder mit Covid-19 haben meist milde Krankheitsverläufe. Eine Studie aus Südkorea sagt: Kinder haben nur in 30 Prozent der Fälle Fieber. Viele hätten gar keine Symptome.

Schnupfen gilt bei Kindern bei einer Corona-Infektion als häufig - bei Erwachsenen dagegen als selten.

Weniger als ein Prozent der infizierten Kinder und Jugendlichen sterben an den Folgen der Infektion. Dieses Ergebnis einer Studie wurde von der Fachzeitschrift "The Lancet Child & Adolescent Health" veröffentlicht.

Diskutiert wird die Frage, ob die Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen Spätfolgen haben könnte.

Stand: 31.08.2020

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der tödlichen Kinderkrankheit Kawasaki-Syndrom und Corona?

Nach Fällen in Italien, Großbritannien, Frankreich und anderen europäischen Ländern sind auch bei Kindern in den USA ungewöhnlich schwere Erkrankungen festgestellt worden. Symptome sind starke Entzündungen. Ärzte sprechen von einer Erkrankung, die dem Kawasaki-Syndrom ähnlich ist, haben ihr aber eigenen Namen gegeben: pädiatrisches entzündliches Multisystem-Syndrom, abgekürzt MIS-C. Sie gehen von einem Zusammenhang mit dem Coronavirus, da bei vielen betroffenen Kindern Antikörper gegen SARS-CoV-2 im Blut gefunden wurden.

  • Bei dieser neuartigen Krankheit sind verschiedene Körperteile von Entzündungen betroffen, ausgelöst offenbar durch eine übertriebene Immunreaktion.
  • Vermutet wird eine Fehlreaktion des Immunsystems auf Atemwegsinfektionen. Zu den möglichen Auslösern zählen neben Rhinoviren auch vier schon länger bekannte Typen von Coronaviren.
  • Zu den Symptomen zählen anhaltendes Fieber, Ausschlag, Bauchschmerzen und Erbrechen.

Stand: 20.07.2020

Corona im Jahresverlauf: Wie gefährlich wird der Herbst?

Dass Schutzmaßnahmen weiter wichtig bleiben könnten, zeigt eine Studie aus Australien, in der es um die Rolle des Klimas während der COVID-19-Epidemie im australischen Staat New South Wales geht.

Der SPD-Politiker und Mediziner Karl Lauterbach fasst die australische Studie beim Kurznachrichtendient Twitter so zusammen: "Diese gute Studie aus Sydney legt nahe, dass Covid-19 im Herbst und Winter viel stärker ansteckend ist, wegen geringerer Feuchtigkeit (nicht Kälte). Die Ursache ist die trockenere Luft. Sie verkleinert Tropfen und Aerosole. Dazu kommt Innenraumaufenthalt."

Stand: 04.06.2020

+ + + Risikogruppe + + +

Warum erkranken manche Patienten so schwer?

Forscher aus dem chinesischen Wuhan und der Uni Essen haben zum Beispiel eine mögliche Erklärung gefunden, warum manche Patienten so schwer an Corona erkranken. In ihrem Blut wurden demnach zu wenige so genannte Killer-T-Zellen mit einem bestimmten Oberflächenmarker (CD8) gefunden.

Die T-Zellen töten infizierte Körperzellen ab und verhindern damit, dass sich das Coronavirus weiter vermehren kann. Gleichzeitig fanden die Wissenschaftler im Blut der Patienten viele Neutrophile. Dieser Zelltyp ist eigentlich dafür da, Bakterien abzuwehren. Er kann aber auch T-Zellen in ihrer Funktion unterdrücken.

Bestätigen sich die Ergebnisse in weiteren Studien, könnte das ein Durchbruch bei der Therapie sein. Denn so könnten Risikopatienten im Krankenhaus früh erkannt und behandelt werden.

Stand: 16.06.2020

Hängt der Verlauf von Covid-19 von der Blutgruppe ab?

Wie hoch das Risiko für einen schweren Verlauf der durch das Coronavirus verursachten Lungenerkrankung Covid-19 ist, hängt auch von der Blutgruppe ab. Am geringsten ist das Risiko demnach bei Blutgruppe 0, am größten bei Blutgruppe A. Das Risiko für Blutgruppe B liegt zwischen dem von 0 und A.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, an der Autoren von der Christian-Albrechts-Universit in Kiel und der Oslo University Hospital Rikshospitalet gearbeitet haben. Vorher hatten schon Studien aus den USA und China diesen Zusammenhang nahegelegt.

Der Bericht zur Studie muss noch von Experten begutachtet werden. Es handelt sich um einen sogenannten Preprint. Planet Wissen erklärt, den Zusammenhang zwischen Blutgruppe, Antikörpern und Antigenen genauer:

Auch bei anderen Krankheiten hat die Blutgruppe Auswirkungen darauf, wie schwerwiegend diese verlaufen. Neben möglicherweise den Blutgruppen gibt es weitere Risikofaktoren wie Vorerkrankungen, die den Verlauf der Erkrankung beeinflussen können.

Stand: 20.07.2020

Risikogruppen: Wer ist besonders durch Corona gefährdet?

Viruserkrankungen der Atemwege sind besonders für ältere Menschen gefährlich, sagt das Robert Koch-Institut. Die Gefahr ernsthafter Folgen nach einer Infektion mit dem Coronavirus steigt bei Älteren und Menschen mit Vorerkrankungen. Das zeigen auch die registrierten Sterbefälle in Deutschland.

Auch Raucher gehören nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) zur Risikogruppe. US-Studien haben außerdem eine erhöhte Gefahr für einen schweren Verlauf bei Patienten mit Übergewicht oder Diabetes dokumentiert.

Die bisherigen Krankheitsverläufe lassen zudem vermuten, dass Männer gefährdeter sind als Frauen und Erwachsene gefährdeter als Kinder.

In den USA gehören mittlerweile auch Schwangere zur Risikogruppe. Die US-Gesundheitsbehörden setzten sie auf die Liste von Personen mit einem wahrscheinlich erhöhten Coronavirus-Risiko. Die Studiendaten sind laut Robert Koch-Institut aber noch nicht ausreichend, um die Frage abschließend zu beantworten.

Das Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention CDC in den USA sieht fortgeschrittenes Alter nicht als einzigen Risikofaktor für eine Erkrankung.

Stand: 20.07.2020

+ + + Vor Corona schützen: Ansteckungen vermeiden, Viren töten + + +

Kann ich mehrfach Corona bekommen?

Forscher gehen nach Untersuchungen im Labor davon aus, dass eine durchgemachte Corona-Infektion zumindest zeitweise Schutz vor einer erneuten Ansteckung verleihen könnte. Weltweit sind einige wenige Fälle bekannt, in denen sich ein Mensch ein zweites Mal angesteckt hat.

So berichteten nach ersten Fällen in Asien, Europa und den USA jetzt auch Forscher in Ecuador, dass sich ein ursprünglich von der Krankheit Genesener nachweislich noch mal mit Corona infiziert habe.

"Die Genome des Virus wurden bei einem Ecuadorianer mit Covid-19 im Mai und erneut im August sequenziert", twitterte das Institut für Mikrobiologie der Universität von Quito. Es habe sich dabei gezeigt, dass es sich um zwei verschiedene Stämme des Coronavirus handelte.

Stand: 31.08.2020

Wie überträgt sich das Coronavirus?

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden Coronaviren vor allem durch das Einatmen von Atemtröpfchen einer infizierten Person in ihrer unmittelbaren Umgebung übertragen. Seltener komme es auch zu Schmierinfektionen. Das Virus gelangt dabei zum Beispiel über die Hand in Augen, Nase oder Mund, nachdem man eine kontaminierte Oberfläche angefasst hat.

Seit Juli warnt die WHO auch vor einer Übertragung durch sogenannte Aerosole - also winzigen Tröpfchen, die sich über die Luft verbreiten. Diese Möglichkeit hatte die Organisation lange verneint. Nach internationalen Protesten von Wissenschaftlern lenkte die WHO ein.

Stand: 31.07.2020

Schadet die Hitze im Sommer dem Virus?

Es sieht so aus, als ob Hitze keinen Einfluss auf die Verbreitung des Virus hat. Das kann man auch beobachten - etwa in Texas, Florida oder Israel. "Man sieht ja, dass es da, wo sich das Virus jetzt gerade verbreitet, auch warm ist", sagt Ruth Schulz aus der WDR-Wissenschaftsredaktion. Erste Annahmen haben sich demnach nicht bestätigt.

Im Frühjahr und Winter hatten einige Wissenschaftler noch vermutet: Wenn es wärmer wird, wird sich Corona langsamer bis gar nicht mehr verbreiten. Diese Annahme war von den Eigenschaften anderer Viren abgeleitet. Denn die meisten Viren mögen keine Hitze.

Trotzdem bedeutet das keine Entwarnung für den Herbst, wenn es wieder kälter wird. Denn dann halten wir uns wieder mehr in geschlossenen Räumen auf. Dort spielen dann andere Faktoren eine Rolle.

Stand: 31.07.2020

Wie gefährlich ist trockene Luft?

Zur Rolle von Luftfeuchtigkeit wird noch geforscht. Derweil gibt es aber die Annahme, dass trockene Luft die Ausbreitung vermutlich fördert. Dafür spricht: In den Schlachthöfen, wo es zuletzt Hunderte infizierte Mitarbeiter gab, ist die Luft sehr trocken.

"Auch in Heinsberg in der Festhalle war die Luft trocken", sagt Ruth Schulz aus dem WDR-Wissenschaftsteam. "Vermutlich haben sich auch deshalb so viele Menschen angesteckt."

Heizungsluft und Corona: Wird das im Herbst gefährlich?

Wenn sich diese Annahme bestätigt, heißt das für Herbst und Winter nichts Gutes. Denn dann machen wir die Heizung an, die Luft wird trockener. Das birgt Gefahren - besonders dann, wenn viele Menschen im Raum sind - etwa in Klassenzimmern oder Büros, die sich mehrere Menschen teilen.

Da ist es dann wichtig, dass permanent frische Luft in den Raum kommt. Das geht am besten, wenn die Fenster auf sind - und wenn möglich sogar noch die Tür.

Stand: 31.07.2020

Desinfektionsmittel - oder sollte es besser Seife sein?

Viele Fachleute sagen: besser sorgfältig die Hände mit Seife (30 Sekunden) und warmem Wasser waschen als Desinfektionsmittel benutzen. Denn Händewaschen reiche völlig aus, um die Übertragung des Virus zu unterbinden.

Wer trotzdem Desinfektionsmitteln nutzt, sollte unbedingt sparsam und sorgsam damit umgehen und die Hinweise auf der Packung beachten. Denn wenn Desinfektionsmittel zu oft oder in der falschen Dosierungen verwendet werden, können sie zur Gefahr werden.

Umweltinstitut warnt vor Gefahren

Das Hamburger Umweltinstitut warnt vor Gefahren durch den Dauergebrauch von Desinfektionsmitteln. Viele Inhaltsstoffe dieser Mittel seien krebserregend, Auslöser für Allergien oder verantwortlich für Schäden an Lunge, Leber und Nerven. Zudem trockneten sie bei häufigem Gebrauch die Haut aus, so das Umweltinstitut. Wenn man das Austrocknen mit fetthaltigen Hautcremes verhindern wolle, begünstige man zudem den Verbleib des Virus auf der Haut.

Das Hamburger Umweltinstitut hält es auch für unverantwortlich und fahrlässig, dass chemische Desinfektionsmittel massenweise in Kindergärten, Schulen oder in Privathaushalten eingesetzt werden.

Stand: 31.07.2020

Wie schütze ich mich, wenn jemand in meinem Haushalt in Quarantäne ist?

Wer Corona-Symptome zeigt, mit einem Infizierten Kontakt hatte oder aus einem Risikogebiet zurückgekehrt ist, muss in Quarantäne. Die Menschen in diesem Haushalt gelten dann als Kontaktpersonen. Welche Regeln und Schutzmaßnahmen für sie gelten, entscheidet laut Robert Koch-Institut das Gesundheitsamt vor Ort.

Schutzmaßnahmen sind für Kontaktpersonen im Haushalt besonders dann wichtig, wenn der Betroffene Symptome zeigt - oder eine Covid-19-Erkrankung bestätigt ist. Dann sollten die anderen in der Wohnung auf Distanz gehen - am besten, indem sie sich in verschiedenen Zimmern aufhalten.

Außerdem wichtig: Husten- und Niesregeln beachten und gut lüften!

Stand: 26.05.2020

Kann ich mich an Oberflächen oder über Lebensmittel infizieren?

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt es bislang keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infiziert haben.

Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind laut BfR durch Schmierinfektionen denkbar. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt sei dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich.

Studien zufolge können sich die Viren zwar über einen längeren Zeitraum auf Oberflächen halten. Ist es nicht feucht genug, trocknen die Viren aus. Und je mehr Zeit vergeht, desto weniger Viren befinden sich auf den Oberflächen. Zudem ist die Überlebensfähigkeit des Coronavirus auf Oberflächen geringer als die anderer Krankheitserreger, etwa Bakterien.

Stand: 31.07.2020

Sind Geldscheine Virenschleudern?

Ergebnisse von Laboren, mit denen die Europäische Zentralbank (EZB) zusammenarbeite, deuteten darauf hin, dass die Gefahr, sich über Banknoten mit Corona zu infizieren, nicht sehr hoch ist.

Der Direktor der Europäischen Zentralbank Fabio Panetta erklärt in einem Text über die Laborbefunde, dass auf Oberflächen wie etwa Plastik in den ersten Stunden zehn bis 100 mal so viele Viren überlebten wie auf Banknoten. Aus anderen Analysen gehe hervor, dass poröse Oberflächen von Baumwollbanknoten das Virus deutlich schlechter übertragen würden als glatte Oberflächen wie Kunststoff.

Zu ähnlichen Ergebnissen war auch schon die Deutsche Bundesbank gekommen. Auch nach Einschätzung deutscher Experten ist die Wahrscheinlichkeit, sich an Geldscheinen oder Münzen mit dem Coronavirus zu infizieren, sehr gering.

Christian Drosten, Virologe an der Berliner Charité, erklärte schon im März im NDR-Podcast, Coronaviren könnten auf trockenen Oberflächen nicht lange überleben. Trotzdem gilt zur Vorsicht: Hände waschen!

Ebenfalls zur Vorsicht hatten die deutschen Banken und Sparkassen das Limit für kontaktloses Bezahlen ohne PIN-Eingabe auf bis zu 50 Euro statt bislang 25 Euro erhöht, um Bezahlen einfacher und hygienischer machen. 

Stand: 26.05.2020

Ab wann gelte ich wieder als gesund, wenn ich Corona hatte?

Ab wann man sich wieder gesund nennen kann, hat mit dem Verlauf der Krankheit zu tun, erklärt das WDR-Wissenschaftsteam von Quarks. Wer sich wegen eines positiven Tests in Quarantäne befindet, gilt nach 14 Tagen ab Symptombeginn und zwei aufeinander folgenden Tagen ohne Krankheitsymptome als gesund. Letzteres sollte der Arzt jedoch bestätigen.

Bei schweren Verläufen müssen die Patienten im Krankenhaus behandelt werden. Bessert sich das Befinden, kann die Therapie ambulant weitergeführt werden. Ansonsten dürfen Patienten das Krankenhaus erst wieder verlassen, wenn sie zwei Tage lang symptomfrei waren und zwei PCR-Tests im Abstand von 24 Stunden negativ waren.

Gehören die Patienten zu Risikogruppen, können die ärztlichen Empfehlungen im Einzelfall abweichen.


Stand: 26.05.2020

Wie kann ich mich vor dem Coronavirus schützen?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nennt die AHA-Formel. Dahinter steckt:

  • Abstand halten
  • Hygiene beachten (Händewaschen, Husten- und Nies-Etikette, Masken reinigen etc.)
  • Alltagsmaske tragen

Die Empfehlungen beruhen auf der Annahme, dass Coronaviren vor allem durch Tröpfchen beim Sprechen oder beim Husten und Niesen verbreitet werden oder durch Schmierinfektionen.

Laut vieler Wissenschaftler sind auch Aerosole, kleinste Tröpfchen aus der Atemluft, ein Übertragungsweg. Aerosole können über mehrere Stunden in der Luft schweben. Wer sich davor schützen möchte ...

  • sollte sich mit anderen besser draußen treffen als drinnen;
  • sollte für frische Luft sorgen - am besten für Durchzug, wenn mehrere Menschen im Raum sind

Stand: 08.07.2020

Tötet eine heiße Dusche Coronaviren ab? 

Auch wenn das Gerücht im Netz kursiert: Eine heiße Dusche tötet das Coronavirus nicht ab, obwohl es hitzeempfindlich ist. Der Grund: Die menschliche Körpertemperatur erhöht sich weder beim Duschen noch bei einem heißen Bad.

Stand: 26.05.2020

Welche Desinfektionsmittel sind wirklich wirksam gegen das Virus?

Laut RKI müssen chemische Desinfektionsmittel mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren), "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" deklariert sein.

Stand: 26.05.2020

Kann mein Haustier sich mit Coronavirus infizieren? Und was muss ich dann beachten?

Nach aktuellem Stand der Forschung können sich Hunde und Katzen, Frettchen und Goldhamster mit dem Virus infizieren. Allerdings ist über die Zahl der Infektionen bei Tieren nichts Genaues bekannt. Bisher wurden die Fälle nicht systematisch erfasst.

Deshalb gilt seit dem 3. Juli eine Meldepflicht für Haustiere, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Ziel der Meldepflicht: Informationen zu Corona-Infektion und zur Ausbreitung bei Tieren sammeln.

Eine Pflicht, Haustiere testen zu lassen, bestehe aber nicht. Der Test sei nur sinnvoll bei klinischen Symptomen der Tiere. Hunde etwa können bei einer Infektion Magenprobleme und Durchfall bekommen. Der Tierarzt hilft weiter - im Zweifel ist es gut, sich erst telefonisch mit dem Arzt zu beraten.

Stand: 03.07.2020

+ + + Corona, Allergiker und Heuschnupfen + + +

Ich bin Allergiker - ist das Coronavirus für mich besonders gefährlich?

Mediziner sind da geteilter Meinung. Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst sagt dazu: "Nein. Personen mit einem Heuschnupfen haben keine verminderte immunologische Abwehr, sie sind nicht 'immungeschwächt' und die Abwehr gegen Bakterien und Viren ist bei ihnen normal. (...) Personen mit einem allergischen Asthma durch Pollen haben ebenso kein erhöhtes Risiko für eine Coronavirus-Infektion."

Zahlreiche Fachärzte kommen allerdings zu anderen Ergebnissen: Nicht ausreichend behandelte oder medikamentös schlecht eingestellte Heuschnupfen- oder Asthma-Patienten haben demnach ein erhöhtes Risiko für eine Covid-19-Infektion. Der Grund: Ihre Schleimhäute im oberen Atemwegssystem schwellen an und werden durchlässiger für Viren.

Stand: 02.06.2020

Wie unterscheide ich meinen Heuschnupfen von Covid-19?

Die Symptome von Heuschnupfen und Covid-19 scheinen sich bei manchen Betroffenen zu ähneln. Aber eine laufende Nase oder ein juckender Hals müssen keineswegs Anzeichen für eine Ansteckung mit dem Coronavirus sein. Im Gegenteil: Schnupfen ist nicht sehr typisch für Covid-19, denn die Coronavirus-Krankheit zeigt sich vor allem in den unteren Atemwegen, also vor allem in der Lunge.

Die Symptome bei Covid-19 seien vor allem Husten und Fieber, sagte Virologe Jörg Timm von der Uniklinik Düsseldorf dem WDR (16.03.2020). "Es ist schon ein anderes, subjektives Krankheitsgefühl", sagte er über den Unterschied zu Heuschnupfen.

Stand: 23.03.2020

Sollte ich vorsorglich ein Antiallergikum nehmen? Zumindest bei Asthma?

"Nein", sagte Norbert Karl Mülleneisen, Vorsitzender des Berufsverbands für Pneumologie und Allergologie Nordrhein, am 17.03.2020. "Der Allergiker soll warten, bis er Allergiebeschwerden bekommt und dann symptomatisch bei Bedarf Medikamente nehmen." Wie üblich sollten Pollenallergiker bei Beschwerden ein Antihistaminikum nehmen, so Mülleneisen.

"Ein Asthmatiker sollte sein Asthma-Spray inhalieren, damit er geschützt ist", so Mülleneisen. Nur Asthma-Patienten, die Kortison per Tablette oder Spritze bekommen, könnten ein schwächeres Immunsystem haben und so gefährdeter für einen schweren Krankheitsverlauf bei Covid-19 sein. Bei Tabletten und Spritzen sei die Kortison-Dosis höher. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie bestätigt: Eine Inhalationstherapie bei Asthma-Patienten solle "auch und gerade in der Coronavirus-Pandemie unverändert fortgesetzt werden".

Stand: 23.03.2020

+ + + Weitere Infos zu Corona + + +

Wo kann ich anrufen, um weitere Informationen zu Corona zu bekommen?

Für NRW hat das Gesundheitsministerium unter 0211 - 91191001 eine Hotline freigeschaltet, über die Bürger von montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr Fragen zum Coronavirus stellen können. Hier gibt es allerdings keine medizinische Beratung.

Wer ärztliche Hilfe braucht, den verweist das Gesundheitsministerium auf den Ärztlichen Bereitschaftsdienst mit der landesweiten Hotline 116117.

Die Bundesbehörde Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat zwar keine Hotline, aber eine sehr ausführliche Internetseite mit Unterseiten und Antworten zu vielen unterschiedlichen Fragen.

Stand: 26.05.2020

Weitere Antworten zu Corona

Antworten auf Fragen rund um Corona und die Themen Alltag, Arbeit und Reisen finden Sie in weiteren FAQ:

Stand: 21.09.2020, 15:48