Was sollte ich in Ostwestfalen-Lippe zu Corona wissen?

Was sollte ich in Ostwestfalen-Lippe zu Corona wissen?

Auf dieser Übersichtsseite finden Sie aktuelle Informationen zum Coronavirus in Ostwestfalen-Lippe; aus Bielefeld und den Kreisen Paderborn, Gütersloh, Herford, Minden-Lübbecke, Lippe und Höxter.

Auf dieser Übersichtsseite finden Sie aktuelle Informationen zum Coronavirus in Ostwestfalen-Lippe, aus der Stadt Bielefeld und den Kreisen Paderborn, Gütersloh, Herford, Minden-Lübbecke, Lippe und Höxter.

Symbolbild: Viren und OWL-Karte

Die aktuellsten Fallzahlen für die Region:

Bordelle in OWL bereiten sich auf Öffnung vor

Das Oberverwaltungsgerichtes Münster hat das Verbot sexueller Dienstleistungen in Corona-Zeiten gekippt. Es sei wegen der allgemeinen Lockerungen nicht mehr verhältnismäßig. Der Betreiber des Eros-Centers in Bielefeld ist erleichtert, dass es nach etwa sechs Monaten Schließung wieder losgehen kann. Er habe Fiebermessgeräte gekauft und Einmalmasken. In Sachen Hygiene sei alles vorbereitet, er warte auf das Okay vom Gesundheitsamt.

Der Betreiber des Herforder Moonlight konnte sein Bordell in Niedersachsen bereits vor kurzem wieder öffnen. Die Kunden hinterließen bereitwillig ihre Daten, sagt er. Die Bordelle haben mit Kurzarbeitergeld und Corona-Hilfen die Auszeit überstanden.

(Stand 09.09.2020)

Mehr Schwangerschaften in OWL

Frauenärzte und Hebammen verzeichnen einen leichten Anstieg bei den Schwangerschaften in Ostwestfalen-Lippe. Im Moment seien es 10 bis 20 Prozent mehr. Als Grund vermuten sie den Corona-Lockdown im Frühjahr.

(Stand 09.09.2020)

Bessere Luftqualität durch Corona

Die Corona-Pandemie hat die Luft in Ostwestfalen-Lippe sauberer gemacht - zumindest vorübergehend. Das zeigt ein Blick auf die Messstationen. In Paderborn ging der Stickstoffdioxidwert an einer Messstation im April und im Mai, als Corona viel lahm gelegt hat, deutlich zurück. Er lag im Schnitt 20 Prozent unter dem Vorjahreswert. In Bielefeld halbierten sich die Werte an einigen Stellen. Mittlerweile gehen sie jedoch wieder hoch.

(Stand 08.09.2020)

Blutspendedienste schlagen Alarm

Die Blutspendedienste in der Region brauchen weiter dringend Blutspenden. Das Rote Kreuz spricht von einer Situation, "wie sie dramatischer nicht sein könnte". Bei dem DRK-Blutspendedienst in OWL fällt zurzeit mehr als jeder zweite Termin deshalb aus. Momentan fahren keine Blutspende-Trucks durch das Land, weil der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Außerdem brechen Firmentermine weg, weil viele noch im Homeoffice arbeiten. Auch der Uni-Blutspendedienst OWL spricht von einer "dramatischen Lage". Dort sind aber eher Ferienzeit und Sommerhitze der Grund.

(Stand 07.09.2020)

Subventions-Betrug mit Corona-Soforthilfe

Bei den Staatsanwaltschaften in Bielefeld, Detmold und Paderborn laufen über 300 Verfahren wegen des Verdachts auf Subentionsbetrug mit der Corona-Soforthilfe des Landes für Unternehmen. Allein die Staatsanwaltschaft Bielefeld bearbeitet 180 solcher Verfahren. In Detmold sind noch rund 50 Verfahren offen. Vier Fälle sind dort mit einer Anklage oder einem Strafbefehl abgeschlossen worden, einige Verfahren wurden eingestellt. Die Staatsanwaltschaft Paderborn spricht von rund 80 Verfahren.

(Stand 04.09.2020)

Konzepte von Fan-Rückkehr in Stadien

Der Bundesligist Arminia Bielefeld und Zweitligist SC Paderborn haben Konzepte zur Rückkehr von Fans in die Stadien bei den Gesundheitsämtern vorgelegt. Arminia geht davon aus, dass zunächst 3.000 bis 4.000 Fans zugelassen werden, sobald die Politik Zuschauer wieder erlaubt. Man müsse sich langsam herantasten und sehen, ob das Hygienekonzept funktioniere, sagt Geschäftsführer Markus Rejek. Er rechnet bestenfalls mit 12.000 Fans. Auch der SC Paderborn hat dem Gesundheitsamt ein erstes Konzept vorgelegt, möchte aber noch keine Details nennen.

(Stand 03.09.2020)

Behindertenwerkstätten spüren Corona-Krise

Der Betrieb in den Werkstätten für behinderte Menschen läuft wieder seit Mai, trotzdem können noch nicht alle Beschäftigten an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Etwa jeder fünfte Mensch mit Behinderung in OWL muss momentan noch zuhause bleiben. Diese Beschäftigten haben Vorerkrankungen oder verstehen die Hygieneregeln am Arbeitsplatz nicht - wie Abstand halten oder Maskenpflicht. Je nach Branche hat sich die Auftragslage verändert. Montage und Verpackung seien stabil geblieben, sagt eine Sprecherin der Caritas Paderborn. Die Werkstätten in Bethel berichten dagegen von Einbußen durch die Wirtschaftskrise. Bis zu 40 Prozent könnten die Erlöse dieses Jahr zurückgehen.

(Stand 01.09.2020)

Zahl der Unternehmensgründungen geht zurück

Die Zahl der Unternehmensgründungen ist im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um fast zwölf Prozent zürückgegangen. Das geht aus dem neuen Gründungsreport der Industrie und Handelskammer in Bielefeld hervor. Demnach habe die Corona-Krise die Gründerszene klar ausgebremst. Am deutlichsten war der Einbruch im Mai mit 26 Prozent weniger neuen Gewerbeanmeldungen als im Vorjahr. 2019 gab es in Ostwestfalen noch einen kleinen Boom und die Region lag bei den Neugründungen deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

(Stand 31.08.2020)

Weihnachtsmarkt im Freilichtmuseum Detmold abgesagt

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat den Weihnachtsmarkt im Freilichtmuseum Detmold abgesagt. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen in Deutschland will man einen Beitrag zur Eindämmung des Coronavirus leisten. Das Museum arbeitet an Konzepten für kleinere alternative Veranstaltungen für die Vorweihnachtszeit.

(Stand 28.08.2020)

Die Briefwahl boomt

Viele Menschen in der Region werden am 13. September nicht zur Kommunalwahl gehen - weil sie bereits vorab per Briefwahl ihr Kreuz gemacht haben. In Minden und Herford haben schon jetzt mehr Menschen Briefwahl beantragt als 2014 insgesamt. In Detmold, Paderborn und Höxter haben schon nach wenigen Tagen etwa zwei Drittel der Briefwähler der vergangenen Wahl ihre Unterlagen beantragt. Für eine verlässliche Tendenz sei es noch zu früh, heißt es aus Höxter. Man erwarte aber, dass wegen der Corona-Pandemie mehr Menschen per Brief wählen.

(Stand 27.08.2020)

Kurzarbeit geht in OWL zurück

Die Anmeldungen für Kurzarbeit sind in den vergangenen Monaten stark zurückgegangen. Laut den Arbeitsagenturen haben im Juli rund 300 Firmen Anträge eingereicht. Im März und April waren es wegen der Corona-Krise etwa 20.000 Betriebe. Für etwas mehr als 6.000 Arbeitnehmer wurde im Juli Kurzarbeit angemeldet. Das ist ein rasanter Rückgang im Vergleich zum Frühjahr. Im März und April gingen bei den Arbeitsagenturen in OWL Anträge für über 300.000 Menschen ein.

Betroffen sind derzeit vor allem Gaststätten, Automobilzulieferer, Metall- oder Holzindustrie. Aber auch Arztpraxen oder Pflegedienste.

(Stand 26.08.2020)

Corona-Einbruch im OWL-Gastgewerbe

Hotels und Gaststätten in der Region haben durch die Corona-Pandemie enorme Umsatzeinbußen. Im Juni brach der Umsatz bei den Gaststätten um mehr als 40 Prozent ein, bei den Hotels um mehr als 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es geht für viele um das reine Überleben, sagt der Hotel- und Gaststättenverband Ostwestfalen. Vor allem die Traditionsgaststätten mit vorwiegend älterem Publikum hätten deutlich weniger Kundschaft.

Viele Betriebe warten auf Landesgelder aus der für sie wichtigen Überbrückungshilfe. Noch schlimmer sieht es bei den Hotels aus, vor allem bei Stadt- und Tagungshotels. Das Hotel Büscher in Bielefeld hatte zum Beispiel im Juni eine Auslastung von 13 Prozent.

(Stand 20.08.2020)

Kaum Schwimmkurse wegen Corona

In den Frei- und Hallenbädern fehlen wegen der corona-Auflagen wichtige Trainingszeiten für die Lebensretter der DLRG. Auch viele Schwimmkurse fallen aus. Vereine und die DLRG fürchten nun, dass viele Kinder künftig schlechter schwimmen können.

(Stand 18.08.2020)

Weniger Azubis im Handwerk

In Ostwestfalen Lippe gibt es zum Ausbildungsstart coronabdingt rund zehn Prozent weniger Auszubildene in handwerklichen Berufen. Besonders Friseure und Automobilhändler bieten noch offene Stellen. Trotzdem ist die Kreishandwerkerschaft Bielefeld optimistisch: Viele Veträge würden im Handwerk erfahrungsgemäß erst nachträglich abgeschlossen, so Geschäftsführer Jürgen Sautmann. Durch den Lockdown hätten sich viele Ausbildungsbörsen und Bewerbungsgespräche verzögert oder seien ganz ausgefallen.

Und nicht nur die Auszubildenen blieben fern - auch die Kunden. Friseure, Bäcker, Fleischer oder auch Autohändler hat das besonders getroffen. Durchschnittlich ging der Umsatz im Handwerk bundesweit um rund 50 Prozent zurück.

(Stand 12.08.2020)

Klosterbräu spendet Desinfektionsmittel

Die Bierbrauerei im Kloster Dalheim hat hochprozentigen Desinfektions-Alkohol an die Feuerwehr gespendet. In der Coronakrise nahm der Absatz der Getränke ab. Das Bier wurde dann unter strengen Auflagen mehrmals gebrannt und der Alkoholwert auf rund 78 Prozent erhöht. Das brauchte die Feuerwehr in Bad Wünnenberg dringend zur Flächen- oder Gerätedesinfektion und erhielt 100 Liter aus Dalheim.

(Stand 07.08.2020)

Krankenhäuser fordern mehr Corona-Hilfen

Mehrere Krankenhäuser in OWL fordern die Verlängerung des Schutzschirmes für Kliniken in der Corona-Krise. Die drei katholischen und evangelischen Häuser in Paderborn kritisieren, dass die finanzielle Absicherung des Bundes nur bis zum 30. September gilt.

(Stand 04.08.2020)

IHK OWL: Ab sofort flexibler Ausbildungsstart

Wegen der Corona-Krise gibt es in diesem Jahr keinen festen Ausbildungsstart zum 1. August. Die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen will Unternehmen Gelegenheit geben, auch später im Jahr noch Auszubildende einzustellen. Bis zum Winter können Azubis nun zum Anfang oder auch zur Mitte jeden Monats anfangen. Die IHK will den Betrieben in schwieriger Lage so mehr Flexibilität ermöglichen.

(Stand: 28.07.2020)

Österreich hebt Reisewarnung für den Kreis Gütersloh auf

Ab Dienstag (14.07.2020) können die Menschen im Kreis Gütersloh wieder ohne Probleme nach Österreich reisen. Seit dem 29. Juni mussten Menschen aus dem Kreis Gütersloh einen negativen Corona-Test vorweisen, wenn sie nach Österreich wollten. Das Außenministerium teilte außerdem mit, dass die seit Ende Juni geltende Reisewarnung für den Kreis aufgehoben worden ist.

(Stand 14.07.2020)

Tönnies: Tillman's darf wieder arbeiten

Nach den Tests der neuen Filteranlagen bei Tönnies dürfen jetzt die ersten Produktions-Mitarbeiter wieder ihre Arbeit aufnehmen. Es geht um Angestellte der Tönnies-Tochter "Tillman's", die Fertigprodukte herstellt. Schlachtung und Zerlegung dürfen noch nicht wieder arbeiten. Auflage für die Arbeitserlaubnis sind unter anderem die neuen Filter, Mindestabstand während der Arbeit und in Pausen und zwei Coronatests pro Woche.

(Stand 13.07.2020)

Gütersloher dürfen wieder Krankenhäuser besuchen

Bürger aus dem Kreis Gütersloh dürfen nun auch wieder Krankenhäuser außerhalb besuchen. Kliniken im Kreis Paderborn haben entsprechende Verbote am Mittwoch (08.07.2020) aufgehoben. Es seien eingeschränkte Besuche wie für alle anderen Bürger möglich. Das Evangelische Krankenhaus Bielefeld will am Freitag den generellen Besuchsstopp für alle Bürger aufheben. Das Klinikum Bielefeld will die Besuchseinschränkungen erst am 20. Juli wieder zurücknehmen.

(Stand 08.07.2020)

Erste Bundesländer heben Beherbergungsverbote für Gütersloher auf

Obwohl die strengen Corona-Beschränkungen seit Montag (06.07.2020) aufgehoben worden sind, will Niedersachsen die Bürger aus dem Kreis noch bis zum Wochenende nur mit einem negativen Corona-Testergebnis übernachten lassen.

Bayern und Mecklenburg-Vorpommern heißen Touristen aus dem Kreis Gütersloh dagegen schon jetzt ohne Vorbedingungen willkommen. Der Grenzwert für Neuinfektionen im Kreis wird inzwischen weit unterschritten. Gestern lag er noch bei 50,5 heute bei 35,4.

(Stand 07.07.2020)

OVG Münster hebt Kontaktbeschränkungen im Kreis Gütersloh auf

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat in einem Eilverfahren den sogenannten Lockwodon im Kreis Gütersloh aufgehoben. Zur Begründung heißt es: Das Land hätte nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies inzwischen eine differenziertere Regelung erlassen müssen. Ein Lockdown für den ganzen Kreis sei nicht mehr verhältnismäßig. Damit bekam ein Unternehmen aus Oelde vorläufig recht. Der Spielhallenbetreiber hatte sich gegen die Verordnung des Landes gewehrt.

(Stand 06.07.2020)

Tönnies-Schlachthof bis 17. Juli geschlossen

Der Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück bleibt vorerst bis zum 17. Juli geschlossen. Das hat die Stadt in Absprache mit dem Land NRW, dem Kreis Gütersloh und der Bezirksregierung Detmold verfügt. Am Montag (06.07.2020) stellten Vertreter der Unternehmensführung die Konzepte für eine Wiedereröffnung vor, Landrat Adenauer sah aber noch zu viele offene Fragen. Einer Wiedereröffnung erteilte er vorerst eine Absage. Am Dienstag (07.07.2020) wollen sich die Politiker und Behörden im Werk ein Bild der Lage machen.

Gleichzeitig demonstrierten rund 100 Landwirte aus den kreisen Gütersoh, Paderborn und Soest für die Wiederaufnahme des Schlachtbetriebes in Rheda-Wiedenbrück.

(Stand 06.07.2020)

Kreis Gütersloh baut weitere Testzentren ab

Im Kreis Gütersloh stellen weitere Corona-Testzentren ihren Betrieb ein - in Verl und Halle. Damit können sich die Bürgerinnen und Bürger von morgen an nur noch an drei Standorten testen lassen. Die Auslastung der Diagnosezentren insgesamt hätte einen weiteren Betrieb nicht gerechtfertigt, sagt der Kreis Gütersloh.

(Stand 03.07.2020)

Zahl der Anzeigen gegen Tönnies steigt

Wegen des wegen des großen Corona-Ausbruchs beim Fleischkonzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gibt es immer mehr Anzeigen. Mittlerweile liege ihre Zahl im höheren zweistelligen Bereich, sagte die Staatsanwaltschaft Bielefeld am Donnerstag (02.07.2020) - Tendenz steigend. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Unbekannt, unter anderem wegen des Anfangsverdachts auf fahrlässige Körperverletzung und wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz.

(Stand 02.07.2020)

Erstes Testzentrum im Kreis Gütersloh wieder geschlossen

Im Kreis Gütersloh wurde am Mittwoch (01.07.2020) aufgrund geringer Auslastung in den vergangenen Tagen das erste von insgesamt sechs Corona-Diagnosezentren wieder geschlossen. In den verbleibenden Zentren wurden die Öffnungszeiten angepasst. Bei den Testungen wird der Kreis Gütersloh von der Bundeswehr und den Hilfsorganisationen unterstützt.

(Stand 01.07.2020)

Weitere Infos aus OWL, sortiert nach Themen:

Unternehmen und Selbstständige in der Krise

Zeitungen durch Corona in der Krise

Die Tageszeitungen in der Region erleben durch die Corona-Krise große Einbrüche beim Anzeigengeschäft, teilen die Verlage auf WDR-Anfrage mit. Gleichzeitig sind die Inhalte der lokalen Medien momentan stark nachgefragt. Bei der Neuen Westfälischen haben sich die Zugriffe auf die Internetseite in kurzer Zeit fast vervierfacht - ähnlich beim Westfalen-Blatt.

Auf der anderen Seite gibt es kaum noch Anzeigen - und die finanzieren die Zeitungen zum großen Teil. Die Folge ist Kurzarbeit: bei der Neuen Westfälischen nur in den Geschäftsstellen und Teilen der Produktion, beim Westfalenblatt auch in der Redaktion.

Gastronomen in Existenzkrise

Die weiteren Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Krise sind für Gastronomen mittlerweile existenzbedrohend. Der Umsatz sei bei vielen gleich Null, heißt es vom Hotel- und Gaststättenverband in OWL. Lars Reddemann aus Bielefeld kann die Beschlüsse zwar verstehen. Aber langsam stößt sein Restaurant mit 25 Mitarbeitern an seine Grenzen: "Das große Problem ist die Pacht und die Grundkosten. Die sind kleinzuhalten". Er wünscht sich, dass Restaurants zumindest bis 15 Uhr öffnen dürfen.

OWL-Wirtschaft verliert Milliarden an Umsätzen

Mehr als 10.000 Unternehmen und Selbstständige haben in der Corona-Krise die Industrie- und Handelskammer um Rat gebeten. Viele fürchten um ihre Existenz, teilte die IHK in einer Pressekonferenz am Montag (06.04.2020) mit.

Es sei die schwerste Wirtschaftskrise seit 75 Jahren, die Wirtschaft in OWL würde Milliarden an Umsätzen verlieren. Die IHK fordert eine klare Ansage, wie ein Ausstiegsszenario aus der Krise aussieht.

Tausende Anträge auf Soforthilfe gebilligt

Zehntausende Kleinunternehmer, Freiberufler und Selbstständige haben schon die Soforthilfen des Landes beantragt. Zuständig für die Bearbeitung der Online-Anträge in OWL ist die Bezirksregierung Detmold. Hilfe beim Ausfüllen der Anträge bieten auch die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammern an.

Kurzarbeit in 10.000 Betrieben

Etwa 10.000 Betriebe in OWL haben im März angekündigt, Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter anmelden zu wollen. Das geht aus Zahlen der Arbeitsagenturen hervor. Wie viele Unternehmen auch die entsprechenden Anträge stellen, sei aber noch unklar, so ein Sprecher der Agentur in Bielefeld. Im Jahr der Finanzkrise 2009 hatten 4.000 Betriebe in Ostwestfalen-Lippe auf Kurzarbeit umgestellt.

Europaweite Anfragen für Bielefelder Kompressorenhersteller

Der Kompressorenhersteller Boge bekommt aktuell viele Anfragen von Kliniken. Während das Interesse der Industrie durch die Corona-Krise sinke, wachse die Nachfrage nach Druckluftanlagen für die Medizintechnik. Medizinische Druckluft wird laut Firmenchef Wolf Meier-Scheuven unter anderem zur Beatmung von Patienten auf Intensivstationen benötigt. In ganz Deutschland und auch in Spanien und England werden über 100 Geräte angefragt.

Laut Meier-Schueven tun diese vielen Aufträge dem Unternhemen gut. Sie würden allerdings nicht reichen, um alle Löcher zu stopfen. Noch könne diese Nachfrage die weggebrochenen Geschäfte an anderer Stelle nicht ausgleichen.

Plasmastrahlen gegen Coronaviren

Eine Firma aus Steinhagen will mit Plasmastrahlen Coronaviren bekämpfen. Dafür hat sie jetzt mobile Geräte entwickelt, mit der sie medizinische Schutzmasken, -brillen und -anzüge desinfizieren will. Für den Einsatz gegen Coronaviren allerdings fehlt noch die Zulassung. Die wird gerade geprüft.

Autozulieferer produziert jetzt Masken

Ein Bielefelder Automoblizulieferer hat seine Produktion auf die Atemschutzmasken umgestellt. Pro Stunde werden so mehr als 6.000 hergestellt. Ein Paderborner Getränkehersteller liefert zum Beispiel Desinfektionsmittel, genauso wie ein Chemieunternehmen aus Detmold.

Öffentliche Einrichtungen arbeiten eingeschränkt

Die Behörden in OWL sind grundsätzlich für den Publikumsverkehr geschlossen. Als eine der ersten Kommunen hatte das der Kreis Minden-Lübbecke und die Stadtverwaltungen in Minden sowie in Porta Westfalica umgesetzt.

Polizeidienststellen schränken persönliche Kontakte ein

Die Polizei weist darauf hin, dass Strafanzeigen per Brief, telefonisch oder online erstattet werden können. Die Beamten sind auch persönlich für die Menschen da, jedoch nur nach Terminabsprache.

Rathäuser für Publikum zu

Per E-Mail oder telefonisch sollen auch die Verwaltungsmitarbeiter der Kommunen weiterhin erreichbar sein. Die Verwaltungsarbeiten würden so gut wie möglich aufrecht erhalten, teilen die Kommunen mit. Persönliche Termine gibt es für Bürger nur noch in dringenden Fällen und nach Absprache.

Dies betrifft auch viele städtische Einrichtungen oder Dienstleister für die Kommunen. Zum Beispiel sind die Wertstoffhöfe in Minden und Paderborn geschlossen. In Bielefeld müssen Kunden einen Termin vereinbaren. Viele Stadtwerke haben ihre Kundencenter geschlossen, zum Beispiel in Herford und Bielefeld.

Arbeitsagenturen und Jobcenter geschlossen

Die Dienststellen der Arbeitsagenturen in NRW sind für den Publikumsverkehr geschlossen.

Das Jobcenter Paderborn lässt alle persönlichen Gesprächstermine entfallen, ohne dass die Bezieher von Leistungen Sanktionen befürchten müssten. Alle Zweigstellen seien ab sofort für Kundenverkehr geschlossen, teilte der Kreis mit. Die Geldleistungen würden wie gewohnt weitergezahlt, dringende Anliegen könnten telefonisch geklärt werden. Auch die anderen Jobcenter in der Region verweisen auf digitale Angebote und die telefonische Beratung.

Vorlesungen beginnen später

Die Universitäten Bielefeld und Paderborn haben den Beginn der Vorlesungszeit im Sommersemester verschoben. Die Veranstaltungen beginnen voraussichtlich erst am 20.04.2020 und damit zwei Wochen später. Die Uni Bielefeld öffnet ihre Türen mittlerweile nur noch den engsten Mitarbeitern.

Dies gilt auch für Hochschule für Musik in Detmold, die Technische Hochschule OWL und für die FH Bielefeld. Die Prüfungen an der Fachhochschule Bielefeld, die zwischen dem 16.03.2020 und 06.04.2020 geplant waren, sind ebenfalls verschoben.

Amtsgericht Bielefeld vertagt Verfahren

Auch die Justiz fährt ihren Betrieb herunter. Das Amtsgericht Bielefeld, das viel Publikumsverkehr hat, bittet, nur noch in wirklich dringenden Fällen zum Gericht zu kommen. Dazu gehören Haftsachen oder Familiensachen wie Kindeswohlgefährdung oder Gewaltschutzverfahren.

Die anderen Gerichtsverfahren wurden fast alle vertagt. Die Richter arbeiten, nur der öffentliche Betrieb wird heruntergefahren. Dies entspricht den Empfehlungen des Landesjustizministeriums.

Behinderteneinrichtungen stellen sich um

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, wurden in NRW alle Behindertenwerkstätten geschlossen. Nun kümmern sich die Mitarbeitenden verstärkt in den Heimen und Wohngruppen um die Menschen. Die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel wollen notfalls zusätzliche Kräfte einstellen. Das könnten auch Jugendliche vom Berufskolleg Bethel sein.

Freizeit und Veranstaltungen

SCP und DSC dürfen wieder trainieren

Die Profi-Fußballer des SC Paderborn und des DSC Arminia Bielefeld dürfen wieder trainieren - dank einer Ausnahmeregelung des Landes für Berufssportler. Sie müssen allerdings Abstände einhalten und dürfen nur in Zweiergruppen trainieren. Die Regelung gilt nicht nur für Profikicker in NRW, sondern auch für Leistungssportler in den Olympia-Stützpunkten. Amateure und Hobbysportler dürfen weiterhin kein Sport in Gruppen machen.

Andernorts gibt es bereits ein erstes sportliches "Opfer" der Krise: Der TuS Bad Driburg zieht seine Frauenmannschaft nach 23 Jahren in der Tischtennis-Bundesliga zum Saisonende zurück. Der Verein geht davon aus, dass er wegen der Corona-Krise nicht genügend Sponsorengelder bekommt, um das Team weiter finanzieren zu können. Aktuell steht das Team auf dem zweiten Tabellenplatz. Ob die Saison überhaupt zu Ende gespielt wird, ist offen. 

ATP-Turnier in Halle abgesagt

Erst 2021 wird es in Halle wieder ein Rasentennisturnier geben. Wegen der Corona-Situation fallen die Noventi Open in der O.W.L.-Arena im Juni aus. Turnierdirektor Ralf Weber bezeichnete die Absage als "alternativlos". Er kündigte aber an, dass da Turnier im nächsten Jahr noch stärker mit Spitzensport und Entertainment zurückkommen werde. Dabei hilft sicher, dass der Turniersponsor Noventi seinen Vertrag bis 2023 verlängert hat und auch Topstar Roger Federer wieder in Halle spielen will. Die Tickets für das abgesagte Turnier bleiben gültig.

Stadtbibliotheken erweitern Online-Angebote

Viele öffentliche Bibliotheken sind wegen der Corona-Krise derzeit geschlossen. Um ihre Kunden dennoch mit Medien zu versorgen, bauen sie ihre Online-Angebote aus. Die Stadtbibliotheken in Gütersloh und Bielefeld bieten deshalb allen Bürgern eine kostenlose Mitgliedschaft für drei Monate an.

Damit können sie Romane, Sachbücher, Zeitschriften, Hörbücher und vieles mehr herunterladen. In Paderborn und Bielefeld werden dafür die Online-Lizenzen aufgestockt, damit sich die derzeit langen Wartezeiten für beliebte Titel verkürzen. In Bielefeld müssen Kinder und Jugendliche nicht ganz auf "richtige" Bücher verzichten. Auf Anfrage stellt die Bibliothek Themenpakete für junge Leser zusammen, die die Eltern abholen können.

Kirchen reagieren auf die Krise

Gottesdienste in den OWL-Kirchen wurden komplett abgesagt, die Lippische Landeskirche verwies auf Angebote in Fernsehen, Radio und im Internet. Zahlreiche Kirchengemeinden bieten digitale Angebote an.

Bürgertelefon zum Coronavirus: 0211 / 9119 1001

Das Bürgertelefon der Landesregierung zum Coronavirus hat eine neue Rufnummer: 0211 / 9119 1001.

Das Bürgertelefon ist montags bis freitags von 7.00 bis 20.00 Uhr sowie samstags und sonntags von 10.00 bis 18.00 Uhr geschaltet. Die Ansprechpartner beantworten allgemeine Fragen zum Corona-Virus und zur Vorbeugung. Bei medizinischen Fragen sollten sich Bürger an den Hausarzt wenden.

Stand: 09.09.2020, 08:01