Was sollte ich in Ostwestfalen-Lippe zu Corona wissen?

Symbolbild: Viren und OWL-Karte

Was sollte ich in Ostwestfalen-Lippe zu Corona wissen?

  • 3.681 gemeldete Corona-Infektionen in OWL
  • Einmalhilfe für Paderborner Studierende
  • Arbeitslosenzahlen in OWL gestiegen

Auf dieser Übersichtsseite finden Sie aktuelle Informationen zum Coronavirus in Ostwestfalen-Lippe, aus der Stadt Bielefeld und den Kreisen Paderborn, Gütersloh, Herford, Minden-Lübbecke, Lippe und Höxter.

Die aktuellsten Fallzahlen für die Region:

Seit Beginn der Pandemie ist bei 3.681 Menschen in OWL das Corona-Virus nachgewiesen worden (Stand 06.06.2020). 3.405 Menschen gelten als wieder gesund. 122 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Corona-Virus gestorben.

Hilfsfond für Paderborner Studierende

Mit Spenden aus dem neu gegründeten Corona-Hilfsfonds kann die Paderborner Universität jetzt 85 Studierende unterstützen. Sie sind durch den Verlust ihrer Nebenjobs in Corona-Zeiten in finanzielle Probleme geraten. Sie bekommen einmalig 450 Euro. Bisher sind durch Spenden der Universität, von Privatpersonen und Unternehmen mehr als 65.000 Euro zusammen gekommen, die Uni hofft auf 140.000.

(03.06.2020)

Corona-Fall an Schule in Bünde

An einer Gesamtschule in Bünde (Kreis Herford) ist eine Schülerin positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Es handelt sich um eine 18-Jährige aus dem Landkreis Osnabrück. Von rund 40 Kontaktpersonen mussten lediglich drei in häusliche Quarantäne - darunter keine Lehrer. Laut Schulleitung saßen die Schüler in ausreichendem Abstand in der Kursräumen. Es wurden nur jeweils zehn bis zwölf Schüler unterrichtet.

(27.05.2020)

Die meisten Kinos und Theater bleiben geschlossen

Theater und Kinos dürfen ab Samstag (31.05.2020) wieder öffnen. Doch in OWL bleiben weiterhin viele geschlossen. Grund für die Zurückhaltung seien vor allem hohe Auflagen, heißt es von vielen Betreibern. Außerdem bekämen die Kinos von den Verleihern zurzeit keine neuen Filme.

Corona-Zentrum in Paderborn schließt

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe schließt das Corona-Zentrum im Ahorn-Sportpark in Paderborn. Es sei mittlerweile in der Krise so etwas wie Normalität eingetreten, teilte die Vereinigung am Freitag (22.05.2020) mit. Zuletzt waren dort durchschnittlich zehn Patienten pro Tag behandelt worden. Die Einrichtung war gerade in der ersten Phase der Corona-Pandemie wichtig, um Hausärzte zu entlasten.

Seit dem Lockdown: Tierheime vermitteln mehr Tiere

In Ostwestfalen-Lippe haben die Tierheime seit Beginn des Lockdowns mehr Tiere vermittelt als sonst. Allein in Bielefeld fanden seit Mitte März rund 150 Hunde, Katzen und Kleintiere neue Besitzer. Das sind fast doppelt so viel wie sonst. Auch die Tierheime in Minden, Kalletal und Paderborn bestätigen den Trend.

(22.05.2020)

Erste Lockerungen für Bielefelder Hälftlinge

In den nordrhein-westfälischen Haftanstalten gibt es erste Lockerungen der Corona-Schutzbestimmungen. Seit März durften Insassen im offenen Vollzug die Gefängnisse nicht verlassen. In der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne etwa können die Häftlinge jetzt zwei Stunden pro Woche einkaufen oder spazierengehen.

(22.05.2020)

54 neue Corona-Fälle in Dissen

Unter den Beschäftigten des Fleischunternehmens Westcrown in Dissen (Landkreis Osnabrück) gibt es 54 neue Coronavirus-Infizierte. Das sei das Ergebnis des zweiten Tests bei Mitarbeitern, die im ersten Durchlauf in der vergangenen Woche noch negativ getestet worden seien, teilte der Landkreis Osnabrück am Donnerstag (21.05.2020) mit. 

(21.05.2020)

Verkürzte Grundausbildung bei der Bundeswehr

110 Rekruten der Bundeswehr in Augustdorf haben am Dienstag (19.05.2020) ihre Grundausbildung beendet. Sie musste wegen Corona um einen Monat verkürzt werden.

(19.05.2020)

Neue Fälle in Fleischindustrie

26 neue Corona-Fälle im Kreis Gütersloh sind auf einen fleischverarbeitenden Betrieb in Dissen zurückzuführen. Er gehört den Firmen Westfleisch und Danish Crown. Drei der Arbeiter wohnen in Rheda-Wiedenbrück, sechs in Versmold und 17 in Borgholzhausen. Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten OWL fordert die Fleischindustrie auf, Werkverträge über Subunternehmer zu verbieten, damit die Arbeits- und Wohnbedingungen der Arbeiter besser werden. Clemens Tönnies hat in einem Brief an den NRW-Gesundheitsminister mitgeteilt, er könne sich das vorstellen, wenn es per Gesetz für alle Fleischbetriebe gelte.

(18.05.2020)

Noch mehr Corona-Fälle in Seniorenheim Altenbeken

Im Seniorenzentrum Altenbeken im Kreis Paderborn ist es zu deutlich mehr Infektionen mit dem Corona-Virus gekommen als bisher bekannt. Die Leiterin des Heims sagte am Dienstagabend (12.05.2020) dem WDR, dass außer einer schon positiv getesteten Mitarbeiterin jetzt auch fünf ältere Bewohner nachweislich betroffen seien. Sie alle zeigten bisher keine Symptome. Die Einrichtung stand schon vorher unter Quarantäne. Die Leitung dort will jetzt abwarten, ob die Tests weiterer Mitarbeiter und Bewohner noch mehr Infektionen nachweisen. Insgesamt leben im Seniorenzentrum Altenbeken 146 Menschen.

IG Metall sorgt sich in Coronazeiten um Ausbildung

Die Gewerkschaft IG Metall und die IHK Ostwestfalen in Paderborn befürchten, dass wegen der Corona-Krise viele Firmen in Zukunft Ausbildungsstellen streichen könnten. Verlässlich kennt man die Zahlen bei der IHK erst in ein paar Wochen. Aber geschätzt wird schon heute ein Minus von rund 15 Prozent. Die Gewerkschaft IG Metall Paderborn fordert deshalb von Arbeitgebern und Politik tragfähige Konzepte, damit die Coronakrise nicht zu einer Ausbildungskrise werde. Die Gewerkschaftsjugend hatte dazu einen sogenannten Schutzschirm für Auszubildende vorgeschlagen. Dabei geht es um Ausbildungsqualität, Anerkennung von Abschlussprüfungen und, darum, die Zahl der Ausbildungsplätze zu erhalten. Notfalls mit öffentlicher Unterstützung.

Zahl der Mino-Jobs geht zurück

Bei den Mini-Jobs führte die Coronakrise im ersten Quartal des Jahres 2020 zu erheblichen Rückgängen. Besonders betroffen ist das Gastgewerbe, hier verloren, im Vergleich zum Vorjahr, über 11 Prozent der Mitarbeiter ihren Job. In den Privathaushalten blieb die Zahl der 450-Euro-Jobs dagegen konstant.

Antragsflut bei Kurzarbeitergeld

Mehr als 20.000 Arbeitgeber haben während der Corona-Krise Anträge auf Kurzarbeitergeld gestellt. In OWL betrifft dies 300.000 Arbeitnehmer - das sind ein Drittel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Laut der Agentur für Arbeit in Bielefeld sei das Personal der Agenturen für die Bearbeitung der Anträge bereits erheblich aufgestockt worden. Er sei dennoch über die hohe Anzahl an Unternehmen überrascht, die Hilfen beantragten. Darunter seien auch viele kleine Unternehmen.

(11.05.2020)

Coronatests in Schlachtbetrieben im Kreis Gütersloh

Ab Montag (11.05.2020) werden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Fleischbetrieben in NRW auf das Coronavirus getestet. Die Vorgehensweise zur Testung der Schlachtbetriebsmitarbeiter wurde am Sonntag in einer Krisenstabssitzung festgelegt. Beginnen werden die Tests bei rund 500 Personen im Schlachtbetrieb Tönnies.

(10.05.2020)

Kirchen rechnen mit weniger Einnahmen

Wegen der Corona-Krise rechnen die Kirchen mit deutlich weniger Kirchensteuereinnahmen. Die evangelische Kirche von Westfalen geht von 10 bis 25 Prozent weniger Einnahmen aus. Damit rechnet auch die Lippische Landeskirche. Laut Finanzdezernent Arno Schilberg werde es einen Einstellungsstopp geben, außerdem würden bereits begonnene Baumaßnahmen nicht so fortgesetzt werden können wie geplant. Die westfälische Kirche rechnet mit einem ein Minus zwischen 50 und 130 Millionen Euro.

(08.05.2020)

Amtsgerichte nehmen Arbeit wieder auf

Im Bielefelder Amtsgericht wird wieder normal verhandelt. Seit Mitte April fährt das Gericht den Betrieb langsam wieder hoch, während andere Gerichte zurückhaltender sind.

In allen 19 Amtsgerichten der Region wurden Möbel gerückt, um die Zahl der Sitzplätze in den Verhandlungssälen zu beschränken. Wartezonen wurden eingerichtet und wer persönlich einen Antrag stellen möchte, muss sich vorher telefonisch anmelden. Die Gerichte sehen es nach wie vor lieber, wenn Anträge, zum Beispiel auf Beratungshilfe, schriftlich gestellt werden. Überall müssen Besucher ihren Namen und Adresse angeben, damit bei einer Infektion die Ansteckungskette zurückverfolgt werden kann.

(07.05.2020)

Ausbruch in Altenpflegeheim in Minden

In einem Altenpflegeheim in Minden sind aktuell 26 Bewohner und Mitarbeiter positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Weitere Testergebnisse stehen noch aus, teilt der Kreis Minden-Lübbecke mit. Für Landrat Ralf Niermann zeigt der neue Ausbruch, dass wir nicht glauben sollten, das Virus im Griff zu haben. Angesichts der aktuellen Lockerungen appelliert er, dass sich die Bürger weiter an die Abstands- und Hygieneregeln halten und persönliche Kontakte so weit wie möglich einschränken.

(07.05.2020)

Mode-Läden quellen über

Die Mode-Geschäfte in der Region wissen nicht mehr, wohin mit ihrer Ware. Die Frühjahrsmode konnte nicht verkauft werden, jetzt stehen die Container mit der Sommerware vor der Tür. Der Einzelhandelsverband spricht von einer noch nie da gewesenen Herausforderung. Zu 100 Prozent konnte die Ware nicht verkauft werden – und das sechs Wochen lang – das habe es in der Firmengeschichte noch nie gegeben, schildern Einzelhändler die Situation.

Frühjahrsmode, aber zum Beispiel auch Übergangsjacken hängen noch immer in den Ladengeschäften, jetzt kommen täglich neue Lieferungen mit Sommerkleidung. Wochenlang seien diese Textilien bei den Lieferanten in Asien, in der Türkei oder in Italien zurückgehalten worden. Doch jetzt sei man in OWL verpflichtet, die Ware anzunehmen. Die Einzelhändler appellieren an die Kunden, mehr denn je lokal einzukaufen – nur so könnten Insolvenzen verhindert werden.

(07.05.2020)

Arbeitslosenzahlen im April gestiegen

Die Corona-Krise wirkt sich negativ auf die Beschäftigung in OWL aus. Im April sind im Vergleich zum Vormonat März etwa 10 Prozent mehr Menschen ohne Job. Die Betriebe setzten Mitarbeiter frei und stellen zur Zeit kaum neue Bewerber ein.

Durch finanzielle Hilfen wie das Kurzarbeitergeld seien noch schlimmere Folgen der Corona-Krise für den Arbeitsmarkt abgefedert worden, erklärt der Leiter der Agentur für Arbeit im Kreis Gütersloh. Hier beträgt die Arbeitslosenquote 4,6 Prozent, das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. In Bielefeld ist sie um 1,4 auf 8,4 Prozent gestiegen.

(30.04.2020)

Reisebüro-Mitarbeiter demonstrieren

In mehreren NRW-Städten haben am Mittwoch Inhaber und Mitarbeiter aus Reisebüros demonstriert - unter anderem in Paderborn. Sie forderten vor allem finanzielle Hilfe in der Corona-Krise. Die Demos fanden wegen der Corona-Pandemie unter strengen Auflagen statt, nämlich mit Abstand und begrenzter Teilnehmerzahl. Am Flughafen Paderborn/Lippstadt saßen die Demonstranten in Autos und Bussen, hupten lautstark und hatten symbolisch Strandkörbe und -stühle sowie einen Berg an Koffern aufgestellt. Branchenvertreter sagen, dass allein in OWL 1.000 Jobs in Gefahr sind.

(29.04.2020)

Corona-Behandlungszentrum in Detmold geschlossen

Das von der Bundeswehr gestellte Covid-19-Zentrum in Detmold hat am Dienstag (28.04.2020) seine Arbeit beendet. Fünf Wochen lang sind dort 350 Patienten in einem Zelt behandelt worden. Der Kreis Lippe hatte die Hilfe beantragt, um die Gesundheitsversorgung zu sichern. Der Sanitätszug der Bundeswehr in Augustdorf mit 15 Soldatinnen und Soldaten rückt jetzt wegen sinkender Patientenzahlen ab. Das vom Kreis betriebene große Corona-Testzentrum in Detmold ist aber weiter geöffnet.

(28.04.2020)

Umsatzeinbrüche in der Landwirtschaft durch Corona-Krise

Die Coronakrise wirkt sich negativ auf den Absatz von Lebensmitteln heimischer Bauern aus. Nach Einschätzung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes sind vor allem Milch- und Rindfleischerzeuger betroffen. Hauptursache für die gesunkene Nachfrage bei Rindfleisch sei die Schließung der gastronomischen Betriebe. Zusätzlich senke die Coronakrise Absatzmöglichkeiten zum Beispiel für Rinderfelle, weil zum Beispiel in Italien Gerbereien geschlossen bleiben.

(28.04.2020)

Studierende werden Corona-"Detektive"

Die Gesundheitsämter beschäftigen Studierende als Helfer in der Corona-Krise. Sie sollen Infektionsketten bei Corona-Fällen nachforschen und ggf. Neuinfizierte informieren. Auch müssen die Kontaktpersonen informiert werden. Im Kreishaus Gütersloh machten das bisher mehr als 200 Mitarbeiter,, viele aus anderen Abteilungen. Doch die müssen sich nun wieder um ihre eigentlichen Aufgaben kümmern, wie etwa Schuleingangsuntersuchungen. Sechs haben schon im Kreis Gütersloh angefangen. Nach Bielefeld kommen zunächst vier. Bezahlt wird das vom Bund.

(28.04.2020)

Klinikum Lippe: Umsatzverluste in Millionenhöhe

Das Klinikum Lippe erwartet durch die Corona-Pandemie Umsatzverluste in Millionenhöhe. Allein durch die nicht durchgeführten Operationen geht das Klinikum Lippe von einem Verlust zwischen 800.000 und 1,1 Millionen Euro pro Woche aus, so die Geschäftsleitung. Dazu kommen stark gestiegene Kosten für Schutzmasken und Desinfektionsmittel. Die staatlichen Hilfen sind beantragt, dennoch kann die Geschäftsleitung noch nicht sagen wieviel Geld davon nach Lippe fließen wird. Kurzarbeit ist allerdings nicht geplant.

(23.04.2020)

Ramadan in Zeiten von Corona

Am Donnerstagabend (23.04.2020) hat der muslimische Fastenmonat Ramadan unter Corona-Bedingungen begonnen. Gemeinsame Gebete in den Moscheen dürfen nicht stattfinden. Das islamische Zentrum in Bielefeld bot eine Koran-Lesung im Internet an. Seit Freitag fasten die Muslime. Zwischen Sonnenauf- und Untergang essen und trinken sie nicht.

(23.04.2020)

Bünder Unternehmen spenden Desinfektionsmittel

Drei Bünder Unternehmen spenden Desinfektionsmittel für Schulen. Insgesamt 1000 Liter gehen an die Schulen in der Region. Das Desinfektionsmittel wird angesichts der schrittweisen Öffnung der Schulen dringend gebraucht. Eine erste Lieferung wurde bereits vor dem Schulstart heute (23.04.2020) verteilt und weitere Lieferungen sollen in nächster Zeit folgen.

(23.04.2020)

Wissenschaftler warnen vor Bewegungsmangel

Die Wissenschaftlerin Miriam Kehne der Universität Paderborn warnt vor Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen in der Coronakrise. Je länger der schulische Stillstand dauert, desto kritischer wird die Situation, sagt die Kindheits- und Jugendforscherin. Kinder und Jugendliche gewöhnen sich schnell daran und könnten die Lust an Bewegung verlieren. Ein täglicher Spaziergang ist sehr empfehlenswert und ohne großen Aufwand realisierbar.

(23.04.2020)

Weitere Infos aus OWL, sortiert nach Themen:

Unternehmen und Selbstständige in der Krise

Zeitungen durch Corona in der Krise

Die Tageszeitungen in der Region erleben durch die Corona-Krise große Einbrüche beim Anzeigengeschäft, teilen die Verlage auf WDR-Anfrage mit. Gleichzeitig sind die Inhalte der lokalen Medien momentan stark nachgefragt. Bei der Neuen Westfälischen haben sich die Zugriffe auf die Internetseite in kurzer Zeit fast vervierfacht - ähnlich beim Westfalen-Blatt.

Auf der anderen Seite gibt es kaum noch Anzeigen - und die finanzieren die Zeitungen zum großen Teil. Die Folge ist Kurzarbeit: bei der Neuen Westfälischen nur in den Geschäftsstellen und Teilen der Produktion, beim Westfalenblatt auch in der Redaktion.

Gastronomen in Existenzkrise

Die weiteren Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Krise sind für Gastronomen mittlerweile existenzbedrohend. Der Umsatz sei bei vielen gleich Null, heißt es vom Hotel- und Gaststättenverband in OWL. Lars Reddemann aus Bielefeld kann die Beschlüsse zwar verstehen. Aber langsam stößt sein Restaurant mit 25 Mitarbeitern an seine Grenzen: "Das große Problem ist die Pacht und die Grundkosten. Die sind kleinzuhalten". Er wünscht sich, dass Restaurants zumindest bis 15 Uhr öffnen dürfen.

OWL-Wirtschaft verliert Milliarden an Umsätzen

Mehr als 10.000 Unternehmen und Selbstständige haben in der Corona-Krise die Industrie- und Handelskammer um Rat gebeten. Viele fürchten um ihre Existenz, teilte die IHK in einer Pressekonferenz am Montag (06.04.2020) mit.

Es sei die schwerste Wirtschaftskrise seit 75 Jahren, die Wirtschaft in OWL würde Milliarden an Umsätzen verlieren. Die IHK fordert eine klare Ansage, wie ein Ausstiegsszenario aus der Krise aussieht.

Tausende Anträge auf Soforthilfe gebilligt

Zehntausende Kleinunternehmer, Freiberufler und Selbstständige haben schon die Soforthilfen des Landes beantragt. Zuständig für die Bearbeitung der Online-Anträge in OWL ist die Bezirksregierung Detmold. Hilfe beim Ausfüllen der Anträge bieten auch die Industrie- und Handelskammer sowie die Handwerkskammern an.

Kurzarbeit in 10.000 Betrieben

Etwa 10.000 Betriebe in OWL haben im März angekündigt, Kurzarbeit für ihre Mitarbeiter anmelden zu wollen. Das geht aus Zahlen der Arbeitsagenturen hervor. Wie viele Unternehmen auch die entsprechenden Anträge stellen, sei aber noch unklar, so ein Sprecher der Agentur in Bielefeld. Im Jahr der Finanzkrise 2009 hatten 4.000 Betriebe in Ostwestfalen-Lippe auf Kurzarbeit umgestellt.

Europaweite Anfragen für Bielefelder Kompressorenhersteller

Der Kompressorenhersteller Boge bekommt aktuell viele Anfragen von Kliniken. Während das Interesse der Industrie durch die Corona-Krise sinke, wachse die Nachfrage nach Druckluftanlagen für die Medizintechnik. Medizinische Druckluft wird laut Firmenchef Wolf Meier-Scheuven unter anderem zur Beatmung von Patienten auf Intensivstationen benötigt. In ganz Deutschland und auch in Spanien und England werden über 100 Geräte angefragt.

Laut Meier-Schueven tun diese vielen Aufträge dem Unternhemen gut. Sie würden allerdings nicht reichen, um alle Löcher zu stopfen. Noch könne diese Nachfrage die weggebrochenen Geschäfte an anderer Stelle nicht ausgleichen.

Plasmastrahlen gegen Coronaviren

Eine Firma aus Steinhagen will mit Plasmastrahlen Coronaviren bekämpfen. Dafür hat sie jetzt mobile Geräte entwickelt, mit der sie medizinische Schutzmasken, -brillen und -anzüge desinfizieren will. Für den Einsatz gegen Coronaviren allerdings fehlt noch die Zulassung. Die wird gerade geprüft.

Autozulieferer produziert jetzt Masken

Ein Bielefelder Automoblizulieferer hat seine Produktion auf die Atemschutzmasken umgestellt. Pro Stunde werden so mehr als 6.000 hergestellt. Ein Paderborner Getränkehersteller liefert zum Beispiel Desinfektionsmittel, genauso wie ein Chemieunternehmen aus Detmold.

Öffentliche Einrichtungen arbeiten eingeschränkt

Die Behörden in OWL sind grundsätzlich für den Publikumsverkehr geschlossen. Als eine der ersten Kommunen hatte das der Kreis Minden-Lübbecke und die Stadtverwaltungen in Minden sowie in Porta Westfalica umgesetzt.

Polizeidienststellen schränken persönliche Kontakte ein

Die Polizei weist darauf hin, dass Strafanzeigen per Brief, telefonisch oder online erstattet werden können. Die Beamten sind auch persönlich für die Menschen da, jedoch nur nach Terminabsprache.

Rathäuser für Publikum zu

Per E-Mail oder telefonisch sollen auch die Verwaltungsmitarbeiter der Kommunen weiterhin erreichbar sein. Die Verwaltungsarbeiten würden so gut wie möglich aufrecht erhalten, teilen die Kommunen mit. Persönliche Termine gibt es für Bürger nur noch in dringenden Fällen und nach Absprache.

Dies betrifft auch viele städtische Einrichtungen oder Dienstleister für die Kommunen. Zum Beispiel sind die Wertstoffhöfe in Minden und Paderborn geschlossen. In Bielefeld müssen Kunden einen Termin vereinbaren. Viele Stadtwerke haben ihre Kundencenter geschlossen, zum Beispiel in Herford und Bielefeld.

Arbeitsagenturen und Jobcenter geschlossen

Die Dienststellen der Arbeitsagenturen in NRW sind für den Publikumsverkehr geschlossen.

Das Jobcenter Paderborn lässt alle persönlichen Gesprächstermine entfallen, ohne dass die Bezieher von Leistungen Sanktionen befürchten müssten. Alle Zweigstellen seien ab sofort für Kundenverkehr geschlossen, teilte der Kreis mit. Die Geldleistungen würden wie gewohnt weitergezahlt, dringende Anliegen könnten telefonisch geklärt werden. Auch die anderen Jobcenter in der Region verweisen auf digitale Angebote und die telefonische Beratung.

Vorlesungen beginnen später

Die Universitäten Bielefeld und Paderborn haben den Beginn der Vorlesungszeit im Sommersemester verschoben. Die Veranstaltungen beginnen voraussichtlich erst am 20.04.2020 und damit zwei Wochen später. Die Uni Bielefeld öffnet ihre Türen mittlerweile nur noch den engsten Mitarbeitern.

Dies gilt auch für Hochschule für Musik in Detmold, die Technische Hochschule OWL und für die FH Bielefeld. Die Prüfungen an der Fachhochschule Bielefeld, die zwischen dem 16.03.2020 und 06.04.2020 geplant waren, sind ebenfalls verschoben.

Amtsgericht Bielefeld vertagt Verfahren

Auch die Justiz fährt ihren Betrieb herunter. Das Amtsgericht Bielefeld, das viel Publikumsverkehr hat, bittet, nur noch in wirklich dringenden Fällen zum Gericht zu kommen. Dazu gehören Haftsachen oder Familiensachen wie Kindeswohlgefährdung oder Gewaltschutzverfahren.

Die anderen Gerichtsverfahren wurden fast alle vertagt. Die Richter arbeiten, nur der öffentliche Betrieb wird heruntergefahren. Dies entspricht den Empfehlungen des Landesjustizministeriums.

Behinderteneinrichtungen stellen sich um

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, wurden in NRW alle Behindertenwerkstätten geschlossen. Nun kümmern sich die Mitarbeitenden verstärkt in den Heimen und Wohngruppen um die Menschen. Die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel wollen notfalls zusätzliche Kräfte einstellen. Das könnten auch Jugendliche vom Berufskolleg Bethel sein.

Freizeit und Veranstaltungen

SCP und DSC dürfen wieder trainieren

Die Profi-Fußballer des SC Paderborn und des DSC Arminia Bielefeld dürfen wieder trainieren - dank einer Ausnahmeregelung des Landes für Berufssportler. Sie müssen allerdings Abstände einhalten und dürfen nur in Zweiergruppen trainieren. Die Regelung gilt nicht nur für Profikicker in NRW, sondern auch für Leistungssportler in den Olympia-Stützpunkten. Amateure und Hobbysportler dürfen weiterhin kein Sport in Gruppen machen.

Andernorts gibt es bereits ein erstes sportliches "Opfer" der Krise: Der TuS Bad Driburg zieht seine Frauenmannschaft nach 23 Jahren in der Tischtennis-Bundesliga zum Saisonende zurück. Der Verein geht davon aus, dass er wegen der Corona-Krise nicht genügend Sponsorengelder bekommt, um das Team weiter finanzieren zu können. Aktuell steht das Team auf dem zweiten Tabellenplatz. Ob die Saison überhaupt zu Ende gespielt wird, ist offen. 

ATP-Turnier in Halle abgesagt

Erst 2021 wird es in Halle wieder ein Rasentennisturnier geben. Wegen der Corona-Situation fallen die Noventi Open in der O.W.L.-Arena im Juni aus. Turnierdirektor Ralf Weber bezeichnete die Absage als "alternativlos". Er kündigte aber an, dass da Turnier im nächsten Jahr noch stärker mit Spitzensport und Entertainment zurückkommen werde. Dabei hilft sicher, dass der Turniersponsor Noventi seinen Vertrag bis 2023 verlängert hat und auch Topstar Roger Federer wieder in Halle spielen will. Die Tickets für das abgesagte Turnier bleiben gültig.

Stadtbibliotheken erweitern Online-Angebote

Viele öffentliche Bibliotheken sind wegen der Corona-Krise derzeit geschlossen. Um ihre Kunden dennoch mit Medien zu versorgen, bauen sie ihre Online-Angebote aus. Die Stadtbibliotheken in Gütersloh und Bielefeld bieten deshalb allen Bürgern eine kostenlose Mitgliedschaft für drei Monate an.

Damit können sie Romane, Sachbücher, Zeitschriften, Hörbücher und vieles mehr herunterladen. In Paderborn und Bielefeld werden dafür die Online-Lizenzen aufgestockt, damit sich die derzeit langen Wartezeiten für beliebte Titel verkürzen. In Bielefeld müssen Kinder und Jugendliche nicht ganz auf "richtige" Bücher verzichten. Auf Anfrage stellt die Bibliothek Themenpakete für junge Leser zusammen, die die Eltern abholen können.

Kirchen reagieren auf die Krise

Gottesdienste in den OWL-Kirchen wurden komplett abgesagt, die Lippische Landeskirche verwies auf Angebote in Fernsehen, Radio und im Internet. Zahlreiche Kirchengemeinden bieten digitale Angebote an.

Bürgertelefon zum Coronavirus: 0211 / 9119 1001

Das Bürgertelefon der Landesregierung zum Coronavirus hat eine neue Rufnummer: 0211 / 9119 1001.

Das Bürgertelefon ist montags bis freitags von 7.00 bis 20.00 Uhr sowie samstags und sonntags von 10.00 bis 18.00 Uhr geschaltet. Die Ansprechpartner beantworten allgemeine Fragen zum Corona-Virus und zur Vorbeugung. Bei medizinischen Fragen sollten sich Bürger an den Hausarzt wenden.

Stand: 06.06.2020, 14:30