FAQ Corona und Gesundheit: Ist man nach einer Infektion doch immun?

 Wie immun ist man nach einer Corona-Infektion? Neue Studien zeigen, dass es nach einer  Corona-Infektion doch auch nach längerer Zeit eine gewisse Immunität gibt.

FAQ Corona und Gesundheit: Ist man nach einer Infektion doch immun?

  • Viele Fragen und noch mehr Antworten zu Corona
  • FAQ u.a. zu: Symptomen, Übertragung, Quarantäne, Impfung
  • Der Überblick zum Coronavirus wird laufend aktualisiert

Aktualisieren

+ + + Corona-Fälle in NRW, Zahlen und Daten, Entwicklung + + +

Wo stecken sich Menschen mit Corona an?

Laut Lagebericht des Robert Koch-Instituts (RKI) vom 14. November gibt es in den meisten Kreisen ein diffuses Infektionsgeschehen. Gehäufte Ansteckungen gibt es laut RKI aktuell in:


  • Haushalten
  • Gemeinschaftseinrichtungen
  • Schulen
  • Alten- und Pflegeheimen

In einigen Fällen, so das RKI, liege ein konkreter größerer Ausbruch als Ursache für den starken Anstieg in den betroffenen Kreisen vor. Zum Anstieg der Inzidenz tragen laut Bericht aber nach wie vor auch viele kleinere Ausbrüche bei - vor allem an diesen Orten:

  • Krankenhäuser
  • Einrichtungen für Asylbewerber und Geflüchtete
  • Arbeitsplatz
  • religiöse Veranstaltungen

Allerdings: Nur etwa bei einem Fünftel der gemeldeten Covid-19 Fälle können die Gesundheitsämter überhaupt nachvollziehen, woher die Infektion kommt. Bei den meisten Ansteckungen ist die Infektionsquelle nicht bekannt.

Stand: 26.11.2020

Wo finde ich aktuelle Zahlen zu Corona-Erkrankungen?

In einer Karte und Tabelle veröffentlicht der WDR die Zahlen der registrierten Corona-Infizierten und Genesenen in Nordrhein-Westfalen. Die Daten stammen seit dem 30. Juni in erster Linie tagesaktuell vom Robert-Koch-Institut (RKI). Diese Zahlen speisen sich aus den Meldungen der Kreise und kreisfreien Städte nach Infektionsschutzgesetz, die das NRW-Gesundheitsministerium ebenfalls veröffentlicht.

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bringt auf ihrer Internetseite täglich einen neuen "Situations Report" mit aktuellen Fallzahlen.

Auf der Homepage der Johns-Hopkins-University werden ebenfalls aktuelle Zahlen zu weltweit an Covid-19-Erkrankten, Todesfällen und Genesenen veröffentlicht. Die Forscher suchen dafür im Internet nach öffentlich zugänglichen Quellen und schöpfen dort die neuesten Zahlen ab. 

Stand: 21.10.2020

Dieses Element beinhaltet Daten von Facebook. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

+ + + Immunität, Medikamente gegen Corona und Behandlung + + +

Wie immun ist man nach einer Corona-Infektion?

Neue Studien zeigen, dass es nach einer durchgestandenen Corona-Infektion - anders als bisher vermutet - doch auch nach längerer Zeit eine gewisse Immunität gibt.

Ein Forscherteam der Uniklinik Freiburg konnte bei Corona-Patienten T-Gedächtniszellen nachweisen. Diese lösen bei einer erneuten Infektion innerhalb von zwei bis drei Tagen eine Immunantwort aus.

So würde eine Reinfektion viel harmloser verlaufen und Betroffene wären weniger infektiös. Es ist sogar denkbar, dass man von dem erneuten Kontakt mit dem Virus nicht einmal etwas mitbekommt.

Stand: 19.11.2020

Können Blutverdünner bei einer Infektion die Überlebenschancen erhöhen?

Blutverdünner können bei Covid-19-Patienten das Sterberisiko deutlich senken. Das berichten US-Mediziner nach einer Studie mit knapp 4.400 Teilnehmern im "Journal of the American College of Cardiology".

Demnach ging die Behandlung mit Blutverdünnern - unter Berücksichtigung des Zustands der Patienten - mit einer etwa halbierten Todesrate einher. Zudem war das Risiko für eine künstliche Beatmung um etwa 30 Prozent reduziert, heißt es.

Stand: 28.08.2020

Plasmatherapie - eine Chance?

Aus dem Blut von Spendern, bei denen Corona geheilt werden konnte, gewinnen Wissenschaftler therapeutisches Plasma. Dieses Plasma enthält Antikörper und wird Corona-Patienten verabreicht.

Die US-Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA schreibt: Das Plasma könne bei der Therapie der von dem Erreger ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 "effektiv" sein. Die FDA hat die Plasmatherapie deshalb jetzt per Notfallgenehmigung zur generellen Behandlung von Covid-19-Patienten in den USA erlaubt.

Nach Angaben von US-Gesundheitsminister Alex Azar hatten die bislang mit Plasma behandelten Covid-19-Kranken in den USA eine um 35 Prozent höhere Überlebensrate als andere Patienten mit der gleichen Krankheit. Wie effektiv der Einsatz von Plasma im Kampf gegen das Coronavirus tatsächlich ist, ist in der Fachwelt allerdings noch umstritten.

Stand: 24.08.2020

Antikörper gegen Corona - welche Rolle spielen sie?

Forscher der Uniklinik Köln haben es geschafft, Antikörper zur Therapie von Covid-19 zu isolieren. Damit ist den Forschern ein Durchbruch gelungen, der im Kampf gegen das Coronavirus hoffen lässt.

Der Erfolg gilt als Meilenstein auf dem Weg zu einem passiven Impfstoff und einer wichtigen Behandlungsmöglichkeit des Coronavirus. Die Erkenntnisse der Kölner wurden im Fachmagazin Cell publiziert - einem der führenden biologischen Wissenschaftsjournale.

Stand: 16.07.2020

Wer bekommt Remdesivir?

Der Wirkstoff Remdesivir ist in Europa unter Auflagen als erstes Mittel zur Therapie von Covid-19 zugelassen worden. Zunächst sollen nur bestimmte Erkrankte damit therapiert werden: Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren mit Lungenentzündung, die zusätzlichen Sauerstoff benötigen.

Das Medikament habe jedoch "keinen entscheidenden Einfluss" auf die Überlebenswahrscheinlichkeit, teilte die Weltgesundheitsorganisation mit. Die WHO rät daher vom Einsatz des antiviralen Medikaments ab.

Ihre neue Empfehlung bedeute aber nicht, dass Remdesivir absolut keinen Vorteil für Patienten bringe, so die WHO-Experten. Sie sei das Ergebnis einer Abwägung zwischen den neuesten Zahlen, Behandlungskosten und Verabreichungsmethoden.

Stand: 20.11.2020

Was bedeutet eigentlich "Triage"?

Bei einer Triage teilen Ärzte und Ärztinnen Patienten nach der Schwere ihrer Krankheit und den Überlebenschancen ein, um zu entscheiden, wem vorrangig geholfen wird. Seitdem das im Frühjahr in Norditalien gemacht werden musste, wird darüber auch bei uns diskutiert.

Stand: 05.11.2020

Dexamethason - hilft dieser Entzündungshemmer gegen Covid-19?

Die Behandlung mit dem Entzündungshemmer Dexamethason senkt offenbar die Sterblichkeit bei schwer kranken Corona-Patienten. Darauf weisen Ergebnisse einer klinischen Studie der Universität Oxford hin.

Bei Patienten, die künstlich beatmet wurden und das Medikament bekamen, sank die Sterberate um etwa ein Drittel. Basierend auf den Zahlen würde durch Dexamethason bei der Behandlung von acht schwerkranken Covid-19-Patienten ein Todesfall verhindert werden, hieß es. Bei Infizierten mit milderem Krankheitsverlauf zeigte Dexamethason aber keine Wirkung.

Inzwischen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Einsatz des Mittels bei schwer kranken Patienten unter bestimmten Bedingungen empfohlen. Dexamethason bekamen bisher Patienten mit Entzündungen etwa von Haut und Gelenken.

Stand: 06.09.2020

Schützt eine Grippe- oder Pneumokokken-Impfung vor Corona?

Nein, es handelt sich jeweils um zwei unterschiedliche Erreger. Trotzdem riet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis zum Ende der Grippesaison Mitte Mai noch zu einer Grippeschutzimpfung. Der Grund: Sich eine echte Grippe einzufangen, kann zwischen Oktober und Mai leicht passieren. Der Höhepunkt der Saison liegt aber meist im Februar. Kommt eine - eigentlich leicht verlaufende - Corona-Infektion hinzu, kann daraus schnell eine lebensbedrohliche Situation entstehen.

Auch eine Pneumokokken-Impfung könnte für besonders gefährdete Menschen sinnvoll sein. Gegen das Virus selbst oder die Lungenkrankheit Covid-19 hat diese Impfung ebenfalls keine Wirkung. "Aber gerade ältere und immungeschwächte Menschen erkranken an einer sogenannten Pneumokokkenpneumonie, einer schweren Form der Lungenentzündung, die nicht selten tödlich endet", sagt unser Lungenfacharzt Doc Esser. 

Stand: 17.07.2020

+ + + Corona-Impfungen + + +

Wie wirkt ein RNA Impfstoff?

Impfstoffe von Biontech und Moderna sind sogenannte RNA-Impfstoffe. Sie basieren auf einem neuen Mechanismus. Das Präparat enthält jeweils genetische Informationen des Erregers, aus denen der Körper ein Viruseiweiß herstellt. In diesem Fall ist es ein Oberflächenprotein, mit dessen Hilfe das Virus in Zellen eindringt.

Ziel der Impfung auf diese Art ist es, den Körper zur Bildung von Antikörpern gegen dieses Protein anzuregen, um die Viren abzufangen, bevor sie in die Zellen eindringen und sich vermehren.

Stand: 12.11.2020

Wie steht es um einen Impfstoff?

Biontech/ Pfizer: Das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Pharmariese Pfizer haben bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung für ihren Corona-Impfstoff beantragt. Das berichteten beide Firmen am Freitag (20.11.2020) in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Lieferung des Impfstoffs könnte Ende dieses Jahres beginnen, sollte es eine Genehmigung geben, so Biontech. Der Schutz der Impfung soll bei 95 Prozent liegen, heißt es.

Moderna: Mit guten Daten macht auch der US-Pharmakonzern Moderna Hoffnung auf Schutz vor Corona. Der Impfstoff habe eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent, hieß es in einer Mitteilung. Zudem wurde bekannt, dass die Europäische Arzneimittelagentur ein sogenanntes Rolling-Review-Verfahren zu dem Präparat beginnt, das eine rasche Zulassung zum Ziel hat.

Astrazeneca: Auch der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca, der mit der Universität Oxford einen Impfstoff entwickelt, hat erste Zwischenergebnisse vorgestellt. Demnach liegt die Wirksamkeit je nach Dosis zwischen 62 und 90 Prozent, heißt es. Das Mittel beruht auf einer herkömmlichen Herstellungsweise und ist ein Vektorimpfstoff. Vorteil: Er kann im Kühlschrank gelagert werden.

Stand: 26.11.2020

RNA-Impfstoff: Was weiß man über Nebenwirkungen?

Bislang wenig. Nach Angaben von Biontech und Pfizer zeigen sich bislang keine sicherheitsrelevanten Nebenwirkungen. Virologen verweisen jedoch auf den sehr kurzen Beobachtungszeitraum. Charité-Virologe Sander verweist aber darauf, "dass der Beobachtungszeitraum für relevante Impfnebenwirkungen noch zu kurz ist".

Das gilt auch für den Impfstoff von Moderna. Bei den Probanden seien nur milde bis moderate Nebenwirkungen aufgetreten. Die beobachteten Nebenwirkungen wie Gliederschmerzen und Müdigkeit sind nach Einschätzung von Experten aber nicht unüblich bei Impfungen von Erwachsenen.

Stand: 19.11.2020

Wie viel Impfstoff bekommt Deutschland von Biontech?

Nach einer Zulassung sollen für Deutschland bis zu 100 Millionen Dosen des Impfstoffs des Mainzer Unternehmens Biontech zur Verfügung stehen. Ein Impfschutz wird nach Angaben der Hersteller eine Woche nach der zweiten Injektion erreicht. Demnach sollte der Impfstoff für 50 Millionen Menschen reichen.

Stand: 24.11.2020

Wer forscht noch an Corona-Impfstoffen?

Erst Biontech/Pfizer, dann Moderna und Astrazeneca: Erfolgsmeldungen mit Corona-Impfstoffen schüren Hoffnungen auf ein Ende der Pandemie.

Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO befinden sich außerdem gegenwärtig 47 Impfstoffprojekte in der klinischen Entwicklung, davon zehn in der entscheidenden Phase III mit mehreren tausend Probanden. Darunter sind zum Beispiel folgende Unternehmen:

  • CureVac (Deutschland, Tübingen)
  • Johnson & Johnson (USA)
  • Sinovac (China)
  • Sinopharm (China)

Russland hat schon mehrere Impfstoffe entwickelt, ein dritter soll in Arbeit sein. Allerdings haben Wissenschaftler erhebliche Bedenken gegen "Sputnik V" geäußert, den weltweit ersten Impfstoff: Wichtige Tests seien von der Registrierung nicht abgeschlossen worden und zu wenige Probanden seien beteiligt gewesen. Auch "EpiVacCorona" stieß auf Skepsis.

Stand: 27.11.2020

Corona-Impfung: Gibt es eine Impfpflicht?

Nein. Das betonen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Stiko immer wieder. Denn eine Impfung gilt als tiefer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte. Allerdings hat die Debatte um eine "Corona-Impfpflicht durch die Hintertür" wieder Nahrung bekommen, weil eine australische Fluggesellschaft nur noch geimpfte Passagiere an Bord lassen will. Juristisch ist das möglich, nachziehen wollen die europäischen Airlines aber nicht. Experten zufolge ist es aber denkbar, dass Touristenregionen auf einen Impfnachweis bestehen.

Stand: 27.11.2020

+ + + Corona: Symptome und Verlauf + + +

Wie ist die Inkubationszeit von Corona?

Die Inkubationszeit ist der Zeitraum zwischen dem Kontakt mit dem Krankheitserreger bis zum Auftreten der ersten Krankheitsanzeichen.

Sie beträgt bei Corona laut Robert Koch-Institut und Bundesgesundheitsministerium bei den meisten Menschen fünf bis sechs Tage.

Die Inkubationszeit kann aber bis zu 14 Tage andauern, schreibt das Bundesgesundheitsministerium.

Stand: 12.11.2020

Ist Corona wirklich gefährlicher als Grippe?

Corona löst ähnliche Symptome aus wie Grippe - allerdings sterben an Corona deutlich mehr Menschen als an Grippe, insbesondere Menschen ab 60 Jahre. Das lässt sich messen an einer Übersterblichkeit, die in vielen Länder deutlich höher ist als in anderen Jahren.

Dass die Übersterblichkeit durch Corona in Deutschland nicht so viel höher ausfiel wie in vielen anderen Ländern liegt daran, dass Deutschland die Infektionswelle früher gebremst hat als andere Länder - das gilt insbesondere für die erste Welle. In der Folge stellten in Deutschland viele Menschen die Schutzmaßnahmen in Frage. Der Virologe Christian Drosten nennt das ein Präventionsparadox.

Corona kurz erklärt: Präventionsparadox

WDR 5 Morgenecho - Beiträge 09.05.2020 00:40 Min. Verfügbar bis 08.05.2021 WDR 5 Von Martin Nusch


Download

Unklar ist auch, welche Langzeitschäden Corona auslöst. Ein weiterer Unterschied zur Grippe: Gegen Corona gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff - und damit noch keinen Schutz für Immunschwache und Alte.

Stand: 19.11.2020

Wie unterscheide ich Covid-19 von einer Grippe?

Grippe und Corona haben oftmals dieselben Symptome. Es gibt Unterschiede in der Reihenfolge der Symptome, sagt eine Studie der University of California: Am wahrscheinlichsten sei es bei Covid-19, dass Symptome in dieser Reihenfolge auftreten: erst Fieber, dann Husten. Danach folgten Übelkeit/Erbrechen und Durchfall. Bei Grippe sei es meist umgekehrt: erst Husten, dann Fieber.

Diese Reihenfolge der Covid-19-Symptome gilt nur für Erwachsene. Für Kinder sagt eine Studie aus Südkorea: Sie hätten nur in 30 Prozent der Fälle überhaupt Fieber. Viele hätten gar keine Symptome. Schnupfen sei bei Kindern bei einer Corona-Infektion häufig - bei Erwachsenen dagegen selten.

Gerade in der Corona-Epidemie sollte man sich gegen die Grippe impfen lassen, rät Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). "Gleichzeitig eine größere Grippewelle und die Pandemie kann das Gesundheitssystem nur schwer verkraften." Vor allem Risikogruppen sollten sich einer Grippeschutzimpfung unterziehen.

Grafik mit dem Titel: "Corona, Grippe und Erkältung - Darum kannst du sie so schlecht unterscheiden" Quellen: RKI, WHO, CDC

Quelle: RKI, WHO, CDC, Grafik: Quarks (WDR)

Stand: 24.10.2020

Was sind die Symptome von Corona?

Eine Studie der University of California fasst die typischen Corona-Symptome und ihre wahrscheinliche Reihenfolge so zusammen: Fieber, Husten, Übelkeit/Erbrechen, Durchfall.

Schon vor dieser Studie war bekannt, dass der Husten bei Covid-19 meist trocken ist. Weitere mögliche Symptome sind Atemnot, Gliederschmerzen und Erschöpfung. In schweren Fällen kommt es zu einer Lungenentzündung.

Kopfschmerzen und Halsschmerzen können ebenfalls auftreten. Nach einer Untersuchung des Bonner Virologen Hendrik Streeck gehören vorübergehender Geruchs- und Geschmacksverlust ebenfalls zu den Symptomen. Eine verstopfte oder laufende Nase ist selten - aber auch möglich, besonders bei Kindern.

Stand: 21.10.2020

Wie wahrscheinlich ist es, dass ich Corona habe und es nicht merke?

Der Virologe Christian Drosten geht davon aus, dass die meisten Erwachsenen bei einer Corona-Infektion schon Symptome haben - allerdings müssen die nicht schwerwiegend sein.

"Wahrscheinlich haben 80 Prozent aller Erwachsenen eben doch Symptome, wenn man die laufende Nase und das leichte Halskratzen mitzählt", sagte Drosten Anfang Oktober in einem Interview mit der Wochenzeitung "Zeit".

Um das Coronavirus nicht an andere weiterzugeben, soll man auch auf solche Symptome achten, sagt der Virologe.

Stand: 21.10.2020

+ + + Corona-Tests + + +

Neue Teststrategie seit November: Wer wird getestet?

Dazu hat das Robert Koch-Institut (RKI) neue Kriterien veröffentlicht - auch um Labore zu entlasten. Die Kriterien des RKI sollen Ärzten bei der Entscheidung helfen, ob ein Patient getestet werden soll oder nicht.

Getestet werden sollen unter anderem:

  • Patienten mit schweren respiratorischen Symptomen (etwa einer akute Bronchitis, Lungenentzündung, Atemnot oder Fieber),
  • Patienten mit Störung des Geruchs- und Geschmackssinns,
  • Personen, die einen Kontakt (Kategorie 1 = länger als 15 Minuten, Abstand unter 1,5 Meter) mit einem bestätigten Covid-19-Fall hatten und Symptome haben,
  • Patienten, die akute respiratorische Symptome haben und zu einer Risikogruppe gehören.

Das RKI schreibt außerdem,

  • dass es nicht möglich sei, in Herbst und Winter alle Personen mit Symptomen wie nur Schnupfen oder Halsschmerzen auf eine SARS-CoV-2-Infektion zu testen.
  • dass eine Nicht-Testungs-Empfehlung nicht bedeute, dass eine Person kein Covid-19 hat.
  • dass das Testen nicht der Erfassung aller Covid-19-Fälle in Deutschland diene.

Eine Übersicht über alle Testkriterien gibt es unter:

Stand: 04.11.2020

Welche Corona-Tests gibt es?

Generell wird unterschieden zwischen Tests, die nachweisen sollen, ob eine akute Infektion vorliegt oder ob ein Mensch bereits Antikörper hat, weil er schon eine Infektion hatte.

Antikörpertest: Bei einem Antikörpertest wird Blut an ein Labor geschickt und das Blut auf Antikörper geprüft. Antikörpertests sind zur Früherkennung einer Infektion nicht geeignet.

PCR-Test: Wer sich testen lassen muss, weil er möglicherweise gerade infiziert sein könnte, muss zum PCR-Test. Dieser Test ist in Deutschland der derzeit einzig offiziell zugelassene Test.

Schnelltest (Antigen-Schnelltest): Er weist im Gegensatz zu PCR-Tests kein Erbmaterial nach, sondern Virusproteine. Auch für den Schnelltest wird ein Abstrich aus dem Nasenrachenraum genommen. Das Ergebnis gibt es nach 15 Minuten.

Soforttest: Er funktionieret ähnlich wie ein Schwangerschaftstest – allerdings mit Spucke. Das Ergebnis wird sofort angezeigt.

Stand: 21.10.2020

Wer testet und wo passiert das?

Offizielle PCR-Tests zum Nachweis einer möglichen Infektion sind an unterschiedlichen Orten möglich - etwa in Hausarztpraxen, Kliniken und speziell eingerichteten Testzentren, zum Beispiel auch am Flughafen.

Wichtig: Im Verdachtsfall sollte man sich vorerst telefonisch melden - etwa beim Hausarzt oder bei einer der offiziellen Hotlines. In Deutschland ist das zum Beispiel die 116 117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Um sich und andere zu schützen, sollte man auf keinen Fall ohne vorherige telefonische Anmeldung eine Arztpraxis aufsuchen.

Stand: 21.10.2020

Test-Pflicht - tut der PCR-Test weh?

Der Nasenabstrich nach starkem Schneuzen der Nase gilt als die unangenehmste Methode. Deshalb wird er bei Kindern und empfindlichen Personen häufig ausgelassen, da ein Abstrich im Rachen auch als ausreichend zuverlässig gilt.

Relativ neu ist das Gurgelverfahren. Dabei wird mit einer Salzlösung gegurgelt. In dieser Lösung sammelt sich dann Erbmaterial des Virus. Diese Methode eignet sich besonders bei Kindern, sie wird aber bislang nur vereinzelt angeboten.

Außer an den oberen Atemwegen gibt es auch die Möglichkeit, an den tiefen Atemwegen Proben zu entnehmen.

Stand: 21.10.2020

Grippe-Impfung = positiver Corona-Test?

Es kursieren Spekulationen, die Ursache für den Anstieg von positiven Corona-Tests seien Grippe-Impfungen. Dafür gibt es keine Belege. Grippeviren und Coronaviren sind unterschiedliche Viren. Eine Grippe-Impfung führt demnach auch nicht zu einem positiven Corona-Test.

Dem Robert Koch-Institut zufolge liegen bislang auch keine Hinweise vor, dass Grippe-Impfungen das Risiko erhöhen, an Covid-19 zu erkranken. Richtig ist aber, dass man nicht geimpft werden sollte, wenn man krank ist. Sonst könne "der Aufbau einer Schutzwirkung womöglich verringert sein", so das Science Media Center (SMC).

Stand: 24.10.2020

Was ist Stand der Dinge beim Test mit Spucke?

Das RKI sagt, dass PCR-Tests mit Spucke diskutiert würden. Sie funktionieren ähnlich wie ein Schwangerschaftstest – allerdings mit Spucke. Sie sind schnell, günstig und unkompliziert.

Allerdings sei die Datenlage noch nicht "wegweisend". Die Zuverlässigkeit der Tests werde weiter geprüft. Sollten die Spucke-Test anerkannt werden, wären sie aber wohl erst Anfang 2021 in ausreichend großer Zahl erhältlich, heißt es weiter.

Stand: 21.10.2020

Wie funktionieren die aktuellen Schnelltests?

Schnelltests weisen im Gegensatz zu PCR-Tests kein Erbmaterial nach, sondern Virusproteine. Auch für den Schnelltest wird ein Abstrich aus dem Nasenrachenraum genommen.

Anschließend wird die Probe in eine Flüssigkeit gegeben, um die Proteine zu lösen. Danach werden wenige Tropfen in das Testkit gegeben und wandern über einen Papierstreifen. Das Ergebnis gibt es dann nach 15 Minuten.

Ein negatives Testergebnis mit einem Antigen-Schnelltest bedeutet nicht, dass man nicht infiziert ist. Es bedeutet aber, dass man an diesem Tag mit hoher Wahrscheinlichkeit niemanden ansteckt – denn gerade dann, wenn man besonders infektiös ist, schlägt der Test gut an.

Stand: 16.10.2020

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

+ + + Corona und Quarantäne + + +

Wer muss überhaupt in Quarantäne?

Wer eine der beiden folgenden Kriterien erfüllt, muss laut Robert Koch-Institut für 14 Tage in Quarantäne, weil er einen Risikokontakt mit hohem Ansteckungsrisiko hatte:

  • Ein Kontakt mit einem Infizierten, der länger als 15 Minuten dauerte und beide waren sich näher als 1,5 Meter. Und: Es wurden keine Masken getragen worden.
  • Ein Kontakt von mehr als 30 Minuten mit einem Infizierten in einem schlecht gelüfteten Raum

Unabhängig von einer behördlichen Anordnung müssen grundsätzlich auch alle in Quarantäne, die aus einem ausländischen Risikogebiet nach NRW eingereist sind. Die Quarantäne für Reiserückkehrer dauert zehn Tage, kann aber nach einem negativen Test auf fünf Tage verkürzt werden.

Stand: 19.11.2020

Wann muss ich mich selbstständig in Quarantäne begeben?

Wer positiv auf Corona getestet wurde, erhält gewöhnlich wenig später einen Anruf vom örtlichen Gesundheitsamt. Dabei wird ihm mitgeteilt, dass er sich in häusliche Quarantäne begeben muss. Angesichts der steigenden Infektionszahlen und der damit verbundenen Überlastung der Gesundheitsämter kann es dabei aktuell aber zu Verzögerungen kommen.

Im Kreis Mettmann gilt deshalb seit dem 11. November eine andere Regel. Wer Symptome hat und auf sein Testergebnis wartet, muss sofort in häusliche Quarantäne. Eine individuelle Anordnung des Gesundheitsamtes ist nicht erforderlich. Das gilt auch für alle anderen Mitglieder des Haushalts. Die Quarantänepflicht endet erst, wenn ein negatives Testergebnis vorliegt.

Stand: 13.11.2020

Muss ich auch in Quarantäne, wenn ich schon Corona hatte?

Nach einer überstandenen Corona-Infektion sind Patienten gewöhnlich vor einer erneuten Ansteckung geschützt. Ganz unmöglich sind Mehrfach-Infektionen zwar nicht - nach aktuellem Forschungsstand kommen sie aber sehr selten vor. Wie lange die Immunität anhält, ist allerdings noch nicht geklärt.

Deshalb sagt das Robert Koch-Institut (RKI): "Falls die Kontaktperson früher bereits selbst ein laborbestätigter Fall war, ist keine Quarantäne erforderlich." Es handelt sich dabei aber nur um eine Empfehlung. Die letzte Entscheidung liegt ausschließlich beim örtlichen Gesundheitsamt. Ein Hinweis auf eine wahrscheinliche Immunität befreit also nicht von der Quarantäne-Pflicht.

Stand: 13.11.2020

Was ist der Unterschied zwischen Quarantäne und Isolierung?

Die Isolierung betrifft laut Robert Koch-Institut (RKI) Menschen, die sich mit Corona infiziert haben.

  • Sie wird behördlich angeordnet.
  • Sie kann je nach Schwere der Erkrankung zu Hause oder im Krankenhaus stattfinden.
  • Die Entlassung aus der Isolierung erfolgt, wenn eine Weiterverbreitung des Virus’ nicht mehr wahrscheinlich ist. Das ist laut RKI in der Regel zehn Tage nach Symptombeginn der Fall.

Die Quarantäne betrifft laut RKI Menschen, die aufgrund eines engeren Kontaktes zu einem Infizierten ein hohes Ansteckungsrisiko haben und möglicherweise ansteckend sind – etwa Kontaktpersonen von Erkrankten oder Reiserückkehrer aus Risikogebieten.

  • Quarantäne kann behördlich angeordnet werden oder freiwillig.
  • Sie dauert ab dem letzten Kontakt mit der infizierten Person 14 Tage.
  • Ausnahme: Für Reiserückkehrer dauert die Quarantäne nur zehn Tage; das liegt laut RKI daran, dass man bei Einreisenden nicht genau sagen könne, an welchem Tag sie sich womöglich infiziert haben. Oft sei es schon ein paar Tage vor der Einreise.

Stand: 19.11.2020

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

+ + + Corona und Kinder + + +

Grippe-Impfung für Kinder - sinnvoll oder nicht?

Grippeschutzimpfung für alle - aus Sorge, das Gesundheitssystem zu stark zu belasten, wenn im Herbst möglicherweise die Grippewelle und das Coronavirus aufeinandertreffen? Oder doch lieber nur für Menschen mit Vorerkrankungen? Die Meinungen von Experten gehen auseinander.

Johannes Hübner, leitender Oberarzt der Kinderklinik der LMU in München und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie rät in der "Welt am Sonntag", Kinder impfen zu lassen. Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, empfiehlt dagegen, sich vor allem "auf den Schutz der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen" zu konzentrieren.

Stand: 31.08.2020

Wie läuft eine Corona-Infektion bei Kindern?

Kinder mit Covid-19 haben meist milde Krankheitsverläufe. Eine Studie aus Südkorea sagt: Kinder haben nur in 30 Prozent der Fälle Fieber. Viele hätten gar keine Symptome.

Schnupfen gilt bei Kindern bei einer Corona-Infektion als häufig - bei Erwachsenen dagegen als selten.

Weniger als ein Prozent der infizierten Kinder und Jugendlichen sterben an den Folgen der Infektion. Dieses Ergebnis einer Studie wurde von der Fachzeitschrift "The Lancet Child & Adolescent Health" veröffentlicht.

Diskutiert wird die Frage, ob die Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen Spätfolgen haben könnte.

Stand: 31.08.2020

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der tödlichen Kinderkrankheit Kawasaki-Syndrom und Corona?

Nach Fällen in Italien, Großbritannien, Frankreich und anderen europäischen Ländern sind auch bei Kindern in den USA ungewöhnlich schwere Erkrankungen festgestellt worden. Symptome sind starke Entzündungen. Ärzte sprechen von einer Erkrankung, die dem Kawasaki-Syndrom ähnlich ist, haben ihr aber eigenen Namen gegeben: pädiatrisches entzündliches Multisystem-Syndrom, abgekürzt MIS-C. Sie gehen von einem Zusammenhang mit dem Coronavirus, da bei vielen betroffenen Kindern Antikörper gegen SARS-CoV-2 im Blut gefunden wurden.

  • Bei dieser neuartigen Krankheit sind verschiedene Körperteile von Entzündungen betroffen, ausgelöst offenbar durch eine übertriebene Immunreaktion.
  • Vermutet wird eine Fehlreaktion des Immunsystems auf Atemwegsinfektionen. Zu den möglichen Auslösern zählen neben Rhinoviren auch vier schon länger bekannte Typen von Coronaviren.
  • Zu den Symptomen zählen anhaltendes Fieber, Ausschlag, Bauchschmerzen und Erbrechen.

Stand: 20.07.2020

Stecken sich Kinder und Jugendliche doch genauso oft an wie Erwachsene?

Nachdem es aus dem NRW-Schulministerium vor den Sommerferien hieß, das Infektionsgeschehen bei Kindern tendiere "gegen Null", werden immer mehr Infektionen bei Kindern und auch an Schulen bekannt.

Wissenschaftlich gesichert ist weiterhin wenig. Es gibt viele Untersuchungen mit teils recht unterschiedlichen Ergebnissen. Die WHO fasste vor kurzem sehr allgemein zusammen: Kinder jeden Alters können infiziert sein und das Virus auf andere übertragen.

Studien legten zudem nahe, dass Kinder unter zehn Jahren weniger ansteckend seien als ältere Kinder, so die WHO. Eine aktuelle Meta-Analyse britischer Forscher sieht Anzeichen dafür, dass Kinder eine untergeordnete Rolle bei der Weitergabe des Virus spielen.

Das Problem vieler Erhebungen zu dieser Frage ist: Kinder infizieren sich häufig ohne Symptome, deshalb werden nicht alle erkannt und erfasst.

Stand: 25.11.2020

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

+ + + Risikogruppe + + +

Warum erkranken manche Patienten so schwer?

Forscher aus dem chinesischen Wuhan und der Uni Essen haben zum Beispiel eine mögliche Erklärung gefunden, warum manche Patienten so schwer an Corona erkranken. In ihrem Blut wurden demnach zu wenige so genannte Killer-T-Zellen mit einem bestimmten Oberflächenmarker (CD8) gefunden.

Die T-Zellen töten infizierte Körperzellen ab und verhindern damit, dass sich das Coronavirus weiter vermehren kann. Gleichzeitig fanden die Wissenschaftler im Blut der Patienten viele Neutrophile. Dieser Zelltyp ist eigentlich dafür da, Bakterien abzuwehren. Er kann aber auch T-Zellen in ihrer Funktion unterdrücken.

Bestätigen sich die Ergebnisse in weiteren Studien, könnte das ein Durchbruch bei der Therapie sein. Denn so könnten Risikopatienten im Krankenhaus früh erkannt und behandelt werden.

Stand: 16.06.2020

Hängt der Verlauf von Covid-19 von der Blutgruppe ab?

Wie hoch das Risiko für einen schweren Verlauf der durch das Coronavirus verursachten Lungenerkrankung Covid-19 ist, hängt auch von der Blutgruppe ab. Am geringsten ist das Risiko demnach bei Blutgruppe 0, am größten bei Blutgruppe A. Das Risiko für Blutgruppe B liegt zwischen dem von 0 und A.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, an der Autoren von der Christian-Albrechts-Universit in Kiel und der Oslo University Hospital Rikshospitalet gearbeitet haben. Vorher hatten schon Studien aus den USA und China diesen Zusammenhang nahegelegt.

Der Bericht zur Studie muss noch von Experten begutachtet werden. Es handelt sich um einen sogenannten Preprint. Planet Wissen erklärt, den Zusammenhang zwischen Blutgruppe, Antikörpern und Antigenen genauer:

Auch bei anderen Krankheiten hat die Blutgruppe Auswirkungen darauf, wie schwerwiegend diese verlaufen. Neben möglicherweise den Blutgruppen gibt es weitere Risikofaktoren wie Vorerkrankungen, die den Verlauf der Erkrankung beeinflussen können.

Stand: 20.07.2020

Risikogruppen: Wer ist besonders durch Corona gefährdet?

"Risikogruppe – das ist nicht irgendeine kleine Minderheit. Das sind 30-40 Prozent der Bevölkerung. Und die wollen wir miteinander schützen", so Gesundheitsminister Jens Spahn.

Der Virologe Christian Drosten sagte im NDR-Podcast: "Es gibt auch in jüngeren Altersstufen diese plötzlichen sehr schweren Verläufe. Es gibt den 25­jährigen Fußballspieler, der innerhalb von drei Tagen auf der Intensivstation liegt und zwei Tage später tot ist." Man wisse vorher nicht, ob man nicht zu diesen seltenen Fällen gehört. "Darum sollte jeder für sich selbst im eigenen Alltag versuchen, sich so gut es geht gegen eine Infektion zu schützen."

Bekannte Risiken

  • Das Robert Koch-Institut sagt: Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen seien besonders gefährdet. Das zeigen auch die registrierten Sterbefälle in Deutschland.
  • Raucher gehören nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin zur Risikogruppe.
  • US-Studien haben eine erhöhte Gefahr für einen schweren Verlauf bei Patienten mit Übergewicht oder Diabetes dokumentiert.
  • Bisherigen Krankheitsverläufe lassen vermuten, dass Männer gefährdeter sind als Frauen und dass Erwachsene gefährdeter sind als Kinder.
  • In den USA gehören auch Schwangere zur Risikogruppe.

Stand: 05.11.2020

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

+ + + Corona - Übertragung und Schutz + + +

Wie überträgt sich das Coronavirus?

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden Coronaviren vor allem durch das Einatmen von Atemtröpfchen einer infizierten Person in ihrer unmittelbaren Umgebung übertragen. Seltener komme es auch zu Schmierinfektionen. Das Virus gelangt dabei zum Beispiel über die Hand in Augen, Nase oder Mund, nachdem man eine kontaminierte Oberfläche angefasst hat.

Seit Juli warnt die WHO auch vor einer Übertragung durch sogenannte Aerosole - also winzigen Tröpfchen, die sich über die Luft verbreiten. Diese Möglichkeit hatte die Organisation lange verneint. Nach internationalen Protesten von Wissenschaftlern lenkte die WHO ein.

Stand: 31.07.2020

Wie kann ich mich vor dem Coronavirus schützen?

Das Bundesgesundheitsmimisterium nennt die AHA-Formel. Dahinter steckt:

  • Abstand: Mindestens 1,5 Meter Abstand zu Mitmenschen halten
  • Hygiene: Richtiges Husten und Niesen sowie die Hände regelmäßig waschen
  • Alltagsmaske: Wenn es eng wird: Mund-Nasen-Schutz tragen

Auch Aerosole, kleinste Tröpfchen aus der Atemluft, sind ein Übertragungsweg. Aerosole können über mehrere Stunden in der Luft schweben. Wer sich davor schützen möchte, sollte ...

  • sich mit anderen besser draußen treffen als drinnen
  • stets für frische Luft sorgen, wenn mehrere Menschen im Raum sind (Stoßlüften)

Stand: 12.11.2020

Kann ich mehrfach Corona bekommen?

Ja, das ist möglich. Wie oft Zweitinfektionen auftreten, lasse sich aber schlecht abschätzen, schreibt das WDR-Wissenschaftsteam von Quarks. Da bisher nur wenige Fälle bekannt wurden, könnte es sich um seltene Ereignisse handeln. Es sei aber auch denkbar, dass man bisher einiges übersehen habe.

Im Moment zeige sich aber: Viele Patienten scheinen eine Immunantwort auszubilden - besonders diejenigen, die einen schweren Verlauf hatten. Eine aktuelle Studie deute daraufhin, dass der Schutz für rund fünf Monate bestehen bleibt. Allerdings arbeitet das Immunsystem nicht bei jedem gleich.

Stand: 20.10.2020

Wie gefährlich ist trockene Luft?

Zur Rolle von Luftfeuchtigkeit wird noch geforscht. Derweil gibt es aber die Annahme, dass trockene Luft die Ausbreitung vermutlich fördert. Dafür spricht: In den Schlachthöfen, wo es zuletzt Hunderte infizierte Mitarbeiter gab, ist die Luft sehr trocken.

"Auch in Heinsberg in der Festhalle war die Luft trocken", sagt Ruth Schulz aus dem WDR-Wissenschaftsteam. "Vermutlich haben sich auch deshalb so viele Menschen angesteckt."

Heizungsluft und Corona: Wird das im Herbst gefährlich?

Wenn sich diese Annahme bestätigt, heißt das für Herbst und Winter nichts Gutes. Denn dann machen wir die Heizung an, die Luft wird trockener. Das birgt Gefahren - besonders dann, wenn viele Menschen im Raum sind - etwa in Klassenzimmern oder Büros, die sich mehrere Menschen teilen.

Da ist es dann wichtig, dass permanent frische Luft in den Raum kommt. Das geht am besten, wenn die Fenster auf sind - und wenn möglich sogar noch die Tür.

Stand: 31.07.2020

Desinfektionsmittel - oder sollte es besser Seife sein?

Viele Fachleute sagen: besser sorgfältig die Hände mit Seife (30 Sekunden) und warmem Wasser waschen als Desinfektionsmittel benutzen. Denn Händewaschen reiche völlig aus, um die Übertragung des Virus zu unterbinden.

Wer trotzdem Desinfektionsmitteln nutzt, sollte unbedingt sparsam und sorgsam damit umgehen und die Hinweise auf der Packung beachten. Denn wenn Desinfektionsmittel zu oft oder in der falschen Dosierungen verwendet werden, können sie zur Gefahr werden.

Umweltinstitut warnt vor Gefahren

Das Hamburger Umweltinstitut warnt vor Gefahren durch den Dauergebrauch von Desinfektionsmitteln. Viele Inhaltsstoffe dieser Mittel seien krebserregend, Auslöser für Allergien oder verantwortlich für Schäden an Lunge, Leber und Nerven. Zudem trockneten sie bei häufigem Gebrauch die Haut aus, so das Umweltinstitut. Wenn man das Austrocknen mit fetthaltigen Hautcremes verhindern wolle, begünstige man zudem den Verbleib des Virus auf der Haut.

Das Hamburger Umweltinstitut hält es auch für unverantwortlich und fahrlässig, dass chemische Desinfektionsmittel massenweise in Kindergärten, Schulen oder in Privathaushalten eingesetzt werden.

Stand: 31.07.2020

Wie schütze ich mich, wenn jemand in meinem Haushalt in Quarantäne ist?

Wer Corona-Symptome zeigt, mit einem Infizierten Kontakt hatte oder aus einem Risikogebiet zurückgekehrt ist, muss in Quarantäne. Die Menschen in diesem Haushalt gelten dann als Kontaktpersonen. Welche Regeln und Schutzmaßnahmen für sie gelten, entscheidet laut Robert Koch-Institut das Gesundheitsamt vor Ort.

Schutzmaßnahmen sind für Kontaktpersonen im Haushalt besonders dann wichtig, wenn der Betroffene Symptome zeigt - oder eine Covid-19-Erkrankung bestätigt ist. Dann sollten die anderen in der Wohnung auf Distanz gehen - am besten, indem sie sich in verschiedenen Zimmern aufhalten.

Außerdem wichtig: Husten- und Niesregeln beachten und gut lüften!

Stand: 26.05.2020

Ab wann gelte ich wieder als gesund, wenn ich Corona hatte?

Ab wann man sich wieder gesund nennen kann, hat mit dem Verlauf der Krankheit zu tun, erklärt das WDR-Wissenschaftsteam von Quarks. Wer sich wegen eines positiven Tests in Quarantäne befindet, gilt nach 14 Tagen ab Symptombeginn und zwei aufeinander folgenden Tagen ohne Krankheitsymptome als gesund. Letzteres sollte der Arzt jedoch bestätigen.

Bei schweren Verläufen müssen die Patienten im Krankenhaus behandelt werden. Bessert sich das Befinden, kann die Therapie ambulant weitergeführt werden. Ansonsten dürfen Patienten das Krankenhaus erst wieder verlassen, wenn sie zwei Tage lang symptomfrei waren und zwei PCR-Tests im Abstand von 24 Stunden negativ waren.

Gehören die Patienten zu Risikogruppen, können die ärztlichen Empfehlungen im Einzelfall abweichen.


Stand: 26.05.2020

Kann mein Haustier sich mit Coronavirus infizieren? Und was muss ich dann beachten?

Nach aktuellem Stand der Forschung können sich Hunde und Katzen, Frettchen und Goldhamster mit dem Virus infizieren. Allerdings ist über die Zahl der Infektionen bei Tieren nichts Genaues bekannt. Bisher wurden die Fälle nicht systematisch erfasst.

Deshalb gilt seit dem 3. Juli eine Meldepflicht für Haustiere, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Ziel der Meldepflicht: Informationen zu Corona-Infektion und zur Ausbreitung bei Tieren sammeln.

Eine Pflicht, Haustiere testen zu lassen, bestehe aber nicht. Der Test sei nur sinnvoll bei klinischen Symptomen der Tiere. Hunde etwa können bei einer Infektion Magenprobleme und Durchfall bekommen. Der Tierarzt hilft weiter - im Zweifel ist es gut, sich erst telefonisch mit dem Arzt zu beraten.

Stand: 03.07.2020

+ + + Corona, Allergiker und Heuschnupfen + + +

Ich bin Allergiker - ist das Coronavirus für mich besonders gefährlich?

Mediziner sind da geteilter Meinung. Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst sagt dazu: "Nein. Personen mit einem Heuschnupfen haben keine verminderte immunologische Abwehr, sie sind nicht 'immungeschwächt' und die Abwehr gegen Bakterien und Viren ist bei ihnen normal. (...) Personen mit einem allergischen Asthma durch Pollen haben ebenso kein erhöhtes Risiko für eine Coronavirus-Infektion."

Zahlreiche Fachärzte kommen allerdings zu anderen Ergebnissen: Nicht ausreichend behandelte oder medikamentös schlecht eingestellte Heuschnupfen- oder Asthma-Patienten haben demnach ein erhöhtes Risiko für eine Covid-19-Infektion. Der Grund: Ihre Schleimhäute im oberen Atemwegssystem schwellen an und werden durchlässiger für Viren.

Stand: 02.06.2020

Wie unterscheide ich meinen Heuschnupfen von Covid-19?

Die Symptome von Heuschnupfen und Covid-19 scheinen sich bei manchen Betroffenen zu ähneln. Aber eine laufende Nase oder ein juckender Hals müssen keineswegs Anzeichen für eine Ansteckung mit dem Coronavirus sein. Im Gegenteil: Schnupfen ist nicht sehr typisch für Covid-19, denn die Coronavirus-Krankheit zeigt sich vor allem in den unteren Atemwegen, also vor allem in der Lunge.

Die Symptome bei Covid-19 seien vor allem Husten und Fieber, sagte Virologe Jörg Timm von der Uniklinik Düsseldorf dem WDR (16.03.2020). "Es ist schon ein anderes, subjektives Krankheitsgefühl", sagte er über den Unterschied zu Heuschnupfen.

Stand: 23.03.2020

Sollte ich vorsorglich ein Antiallergikum nehmen? Zumindest bei Asthma?

"Nein", sagte Norbert Karl Mülleneisen, Vorsitzender des Berufsverbands für Pneumologie und Allergologie Nordrhein, am 17.03.2020. "Der Allergiker soll warten, bis er Allergiebeschwerden bekommt und dann symptomatisch bei Bedarf Medikamente nehmen." Wie üblich sollten Pollenallergiker bei Beschwerden ein Antihistaminikum nehmen, so Mülleneisen.

"Ein Asthmatiker sollte sein Asthma-Spray inhalieren, damit er geschützt ist", so Mülleneisen. Nur Asthma-Patienten, die Kortison per Tablette oder Spritze bekommen, könnten ein schwächeres Immunsystem haben und so gefährdeter für einen schweren Krankheitsverlauf bei Covid-19 sein. Bei Tabletten und Spritzen sei die Kortison-Dosis höher. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie bestätigt: Eine Inhalationstherapie bei Asthma-Patienten solle "auch und gerade in der Coronavirus-Pandemie unverändert fortgesetzt werden".

Stand: 23.03.2020

+ + + Weitere Infos zu Corona + + +

Wo kann ich anrufen, um weitere Informationen zu Corona zu bekommen?

Für NRW hat das Gesundheitsministerium unter 0211 - 91191001 eine Hotline freigeschaltet, über die Bürger von montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr Fragen zum Coronavirus stellen können. Hier gibt es allerdings keine medizinische Beratung.

Wer ärztliche Hilfe braucht, den verweist das Gesundheitsministerium auf den Ärztlichen Bereitschaftsdienst mit der landesweiten Hotline 116117.

Die Bundesbehörde Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat zwar keine Hotline, aber eine sehr ausführliche Internetseite mit Unterseiten und Antworten zu vielen unterschiedlichen Fragen.

Stand: 26.05.2020

Weitere Antworten zu Corona

Antworten auf Fragen rund um Corona und die Themen Alltag, Arbeit und Reisen finden Sie in weiteren FAQ:

Stand: 26.11.2020, 17:33

Aktuelle TV-Sendungen