Der Ticker von Samstag (12.12.2020) zum Nachlesen

Der Ticker von Samstag (12.12.2020) zum Nachlesen

  • Scholz mahnt zur Solidarität
  • Kretschmann: "Lockdown" kommt wohl sehr schnell
  • Einzelhandel fordert Hilfen analog zur Gastronomie
  • Präsenzpflicht wird aufgehoben - Schulferien verlängert
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

+++WDR Extra+++

Der WDR überträgt die Pressekonferenz zum Beschluss von Bund und Ländern am Sonntag live im Fernsehen, auf wdr.de, in der WDR aktuell-App, auf dem Youtube-Kanal von WDR aktuell und auf den Facebook-Kanälen von WDR aktuell und der Aktuellen Stunde.

21:25 Uhr: Mögliche Schließungen zur Wochenmitte

Bund und Länder könnten das öffentliche Leben schon zur Wochenmitte weiter einschränken. Geschäfte, die nicht den täglichen Bedarf decken, müssten dann schließen, heißt es aus Medienberichten.

17.03 Uhr: Virologe warnt vor Infektionsrisiko in Arbeitspausen

Der Essener Virologe Ulf Dittmer hat auf das Corona-Infektionsrisiko am Arbeitsplatz hingewiesen. "Da gibt es eine echte Gefährdung - zumeist in der Pausensituation", sagte der Direktor des Instituts für Virologie des Universitätsklinikums Essen heute in Essen.

Es sei Standard, dass die Menschen während gemeinsamer Pausen den Mund-Nasen-Schutz abnähmen. Auch in Kliniken sei dies häufig so. Über das Thema werde insgesamt viel zu wenig geredet, bemängelte der Experte. Als Gegenmaßnahme schlug Dittmer vor, Pausen allein zu machen oder mit nur wenigen Personen. Auch seien noch mehr Home-Office-Konzepte nötig.

16.13 Uhr: Scholz mahnt zur Solidarität

Vor der morgigen Telefonkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten, hat Finanzminister Olaf Scholz (SPD) heute schnelle Einschränkungen für den Einzelhandel gefordert. "Das wird schwer für die  Einzelhändlerinnen und Einzelhändler, die Männer und Frauen, die da arbeiten, für diejenigen, die sich Unternehmen aufgebaut haben, das wird schwer für Kinder, für Eltern, für Junge und Alte," sagte er in Berlin.

Scholz versprach, die Regierung werde die damit verbundenen wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen weiter im Blick haben. Der Finanzminister mahnte zur Solidarität: "Für mich ist klar: Wir werden das miteinander schaffen." Dafür müssten sich aber alle an die Regeln halten. "Nichtstun ist etwas, was wir uns wirklich nicht erlauben können."

14.50 Uhr: Keine Roten Zonen mehr in Italien

Wegen sinkender Corona-Zahlen dürfen in vielen Regionen Italiens die Restaurants und Bars ab Sonntag wieder öffnen. Rund fünf Wochen nach der Einrichtung dreier Risikozonen und eines Teil-Lockdowns gibt es damit zunächst keine Roten Zonen mehr.

Die ehemals stark betroffene Lombardei im Norden und Kalabrien im Süden zählen nun sogar wieder zu den Gelben Zonen mit geringem Risiko. Gesundheitsminister Roberto Speranza hatte außerdem am Freitag in Rom angeordnet, dass die Abruzzen als letzte Rote Zone in die mittlere, orange Kategorie wechseln.

12.33 Uhr: Bundesweiter "Lockdown" kommt laut Kretschmann noch vor Weihnachten

Der bundesweite "Lockdown" wird nach Einschätzung des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) bald kommen. "So wie es sich abzeichnet, wird der harte Lockdown vor Weihnachten kommen und nicht erst danach", sagte Kretschmann heute beim Grünen-Landesparteitag in Reutlingen.

Kretschmann betonte, die Menschen müssten sich darauf einstellen, dass schon nächste Woche das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben so weit wie möglich heruntergefahren werde.

11.35 Uhr: Diskussion um Weihnachtsmessen

Gegen ein generelles Verbot von Gottesdiensten hat sich heute Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK), ausgesprochen: "Mit Abstandsgebot, Meldepflicht, Desinfektion und Rücksicht sind Gottesdienste geplant und möglich", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Auch auf den Gesang könne man diesmal verzichten.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus rief die Kirchen dennoch auf, sich Alternativen zu Gottesdiensten zu überlegen. "Gegebenenfalls muss da aber auch noch auf dem Verordnungsweg nachgesteuert werden", sagte Brinkhaus der "Rheinischen Post".

10.56 Uhr: Paketzusteller rechnen mit Hochbetrieb

Die Deutsche Post DHL will im Falle eines harten "Lockdowns" ihre gesamten Kräfte in der Paket- und Postsparte mobilisieren. "Wir jedenfalls werden jede verfügbare und mobilisierbare Kapazität bereitstellen", sagte der zuständige Post-Vorstand Tobias Meyer der Funke-Mediengruppe.

Bereits in der vergangenen Woche habe die Deutsche Post einen Rekord erzielt. "Allein in der letzten Woche haben wir 56 Millionen Pakete sortiert und ausgeliefert - deutlich mehr als jemals zuvor in unserer Unternehmensgeschichte", sagte Meyer.

9.59 Uhr: Aufbau der Impfzentren im Zeitplan

Der Aufbau der 53 Corona-Impfzentren in NRW geht voran. Das Land hatte die Kreise und Städte angewiesen, die Zentren bis zum 15. Dezember betriebsbereit einzurichten. Im Impfzentrum Essen, das mit zwölf Impfstraßen eines der größten in NRW ist, findet heute ein Testlauf statt.

Geprüft wird , ob die geplanten Abläufe in der Messehalle reibungslos funktionieren. In Essen sollen später einmal bis zu 2.400 Menschen pro Tag geimpft werden können - auch am Wochenende. Wann es losgeht, ist noch offen.

9.44 Uhr: Städtetagspräsident fürchtet Shopping-Tourismus

Vor den Beratungen von Bund und Ländern über schärfere Corona-Schutzmaßnahmen hat Städtetagspräsident Burkhard Jung (SPD) für einheitliche Regelungen geworben. "Ein vollständiger Lockdown muss bundesweit gelten", sagte Jung der "Rheinischen Post". "Es darf nicht passieren, dass der Einzelhandel im Land A geschlossen und im Land B geöffnet ist."

Sachsen will bereits am kommenden Montag alle Geschäfte des Einzelhandels schließen. In vielen anderen Bundesländern ist bisher ein späterer Termin im Gespräch. Den befürchteten Shopping-Tourismus zwischen den Bundesländern will die sächsische Landesregierung mit einer Ausgangsbeschränkung verhindern: Einkaufen ist für sächsische Bürger nur noch in einem 15-Kilometer-Radius rund um ihr Zuhause erlaubt.

8.13 Uhr: Schulleiter vor vollendete Tatsachen gestellt

Die extrem kurzfristige Ankündigung der Landesregierung, die Präsenzpflicht an Schulen ab Montag aufzuheben, sorgt für Verstimmung bei den Schulleitungen. "Es wird ganz viele Schulen geben, die einfach warten, wer Montag auftaucht und werden dann am Montag einfach vor Ort sehen müssen, wie sie damit umgehen", sagte Harald Willert von der Schulleitervereinigung im WDR 5 Morgenecho.

Die überraschende Mitteilung am Freitagnachmittag habe eine ordentliche Organisation der neuen Regel unmöglich gemacht, klagte Willert. Auch in Sachen digitaler Fernunterricht habe man keine Chance gehabt, die nötigsten Vorbereitungen zu treffen. Eltern, Lehrer, Schüler - für wirklich alle Beteiligten sei dieses Hauruck-Verfahren die schlechtmöglichste Lösung.

8.10 Uhr: Biontech-Impfstoff in den USA zugelassen

Als erster Corona-Impfstoff hat das Mittel des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer eine Notfallzulassung in den USA bekommen. Der Impfstoff könne nun bei Menschen ab 16 Jahren eingesetzt werden, teilte die US-Arzneimittelbehörde FDA gestern Abend mit.

Medienberichten zufolge soll das Weiße Haus die FDA zuvor mit Drohungen zur umgehenden Notfallzulassung gedrängt haben.

7.57 Uhr: Einzelhandel fordert hohe Entschädigungen

Nach der Ankündigung eines "Lockdowns" für den gesamten Einzelhandel fordern die Betroffenen umfassende Entschädigungen. Das Weihnachtsgeschäft sei ohnehin enttäuschend verlaufen, nun drohe ein Totalausfall. "Wir brauchen dringend Entschädigungen, analog zur Gastronomie", sagte Carina Peretzke vom Handelsverband NRW im WDR-Morgenecho. Außerdem benötigten die Händler einen klaren Termin, wann sie wieder öffnen dürften. Ohne Planungssicherheit könne der Handel nicht arbeiten.

Wann genau die Geschäfte schließen müssen, ist noch nicht sicher. Der Termin wird aller Voraussicht morgen früh bei den Verhandlungen von Bund und Ländern beschlossen. Bundesländer wie Sachsen, die mit steigenden Infektionszahlen kämpfen, wollen bereits am Montag starten. Kritiker befürchten, dass es vorher zu einem Ansturm auf die Geschäfte kommen könnte.

6.54 Uhr: Mehr als 28.000 Neuinfektionen verzeichnet

In Deutschland sind gestern mehr als 28.000 Neuinfektionen verzeichnet worden. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) heute Morgen mitteilte, wurden 28.438 neue Ansteckungsfälle erfasst. Das sind rund 1.400 weniger Neuinfektionen als am Freitag, als mit 29.875 ein neuer Höchststand erreicht worden war. Die Zahl der Corona-Toten erhöhte sich um 496 auf 21.466.

6.53 Uhr: Krise zerrt an den Nerven

Die Pandemie sorgt bei Arbeitnehmern in Deutschland laut einer Umfrage für massive psychische Belastungen. 22 Prozent sehen sich an der Schwelle zum Burnout, also einem Zustand völliger Erschöpfung, wie aus einer Untersuchung des Unternehmens Peakon hervorgeht.

Im weltweiten Durchschnitt trifft dies demnach auf fast jeden Dritten zu. Zugleich schlägt sich die Krise hierzulande psychisch noch stärker bei Frauen nieder: 27 Prozent von ihnen stehen laut Umfrage vor dem Burnout; bei den Männern sind es nur 19 Prozent.

06.52 Uhr: Keine "Querdenken"-Demos in Dresden und Frankfurt am Main

Die für heute in Dresden geplante "Querdenken"- Kundgebung gegen die Corona-Politik bleibt weiter verboten. Nach dem Verwaltungsgericht Dresden entschied auch das Oberverwaltungsgericht Sachsen in Bautzen in der Nacht entsprechend.

Wie das Oberverwaltungsgericht am frühen Morgen mitteilte, überwiegt das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit. Der Beschluss ist nicht anfechtbar. Auch in Frankfurt/Main bleibt eine für heute geplante "Querdenken"-Demo verboten. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof bestätigte eine entsprechende Entscheidung der Vorinstanz.

0.00 Uhr: "Das wird kein schönes Weihnachtsfest"

"Es wird ein Weihnachtsfest, das meine Generation so noch nicht gekannt hat", sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in den ARD-Tagesthemen und verteidigte die plötzliche Kehrtwende hin zum vorweihnachtlichen Lockdown.

Armin Laschet

Armin Laschet

"Wir dürfen hier nicht länger warten, wir brauchen einen Lockdown vor Weihnachten, und das ist sogar noch noch etwas schneller, als die Wissenschaftler geraten haben." Die Leopoldina, die Nationale Akademie der Wissenschaften, habe eine Ad-hoc-Stellungnahme vorgelegt. Das sei ein wichtiger Hinweis aus der Wissenschaft gewesen. "Wir reagieren alle auf die Situation." Teils seien die Zahlen gestiegen, teils gesunken.

Den Vorwurf, die Situation falsch eingeschätzt zu haben, wollte Laschet nicht gelten lassen. "Wir haben Entscheidungen gefällt, die wir zu der Zeit als richtig empfunden haben. Es hat so nicht funktioniert, die Zahlen sind zu hoch."

Morgen um 10 Uhr wollen Armin Laschet und die anderen Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel nochmals in einer Schaltkonferenz zusammenkommen, um über bundeseinheitliche Regelungen zu beraten.

0.00 Uhr: Gebauer verteidigt Maßnahmen in der Schulpolitik

Yvonne Gebauer hat die neuen Regeln für den Schulbetrieb für die Zeit bis zum 10. Januar verteidigt. "Die Zahlen sind gerade in den vergangenen Tagen nochmal stark angestiegen. Deswegen ist der Druck groß, dass die Länder auch im schulischen Bereich Maßnahmen in Sachen Infektionsschutz vornehmen", sagte die NRW-Bildungsministerin im WDR extra.

Sie sei davon überzeugt, dass der Präsenzunterricht der richtige Weg sei. "Wir haben jetzt gemeinsam entschieden, dass wir diesen Weg weitergehen, wenn auch in veränderter Form - für die Klassen 1 bis 7 wird es ja weiter Präsenzunterricht geben. Ich bin dankbar, dass es uns gelungen ist, die Schulen auch in den kommenden Wochen offen zu halten", betonte Gebauer.

0.00 Uhr: Kein Wissenschaftler riet laut Laschet vor Wochen zu völligem "Lockdown"

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat die Entscheidung verteidigt, zunächst mit einem Teil-"Lockdown" versucht zu haben, die Corona-Pandemie einzudämmen. "Natürlich haben viele Wissenschaftler immer mal wieder etwas gesagt, aber ich kenne keinen, der uns vor acht Wochen gesagt hätte, macht jetzt einen totalen Lockdown", sagte der CDU-Politiker in einem Interview von RTL und ntv.

Das Argument von Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Ministerpräsidenten sei immer gewesen, dass es Weihnachten anders sein könnte. Nun sei aber ein bundesweiter Lockdown noch vor Weihnachten nötig. "Die Einschätzung, dass der Teil-Lockdown ausreicht, die hat sich leider nicht bewahrheitet und deshalb ist jetzt diese Entscheidung aus meiner Sicht erforderlich. Klar, schnell, am besten schon morgen", so Laschet.

0.00 Uhr: Stamp fordert "nationale Kraftanstrengung"

Joachim Stamp, stellvertretender NRW-Ministerpräsident, hat den angekündigten "Lockdown" verteidigt. Man habe angenommen, dass der Teil-"Lockdown" wirke. "Nun haben die Zahlen in einem Maße zugenommen, womit niemand gerechnet hat", sagte der FDP-Politiker in der Aktuellen Stunde. Auch der Anstieg bei den Todeszahlen sei "erschütternd. Jetzt brauchen wir eine nationale Kraftanstrengung."

Deswegen habe man den Vorschlag gemacht, "dass Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin so schnell wie möglich wieder tagen, um so schnell wie möglich den Lockdown zu ermöglichen", betonte Stamp.

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Stand: 12.12.2020, 17:05