Ticker vom Dienstag (12.01.2021) zum Nachlesen

Ticker vom Dienstag (12.01.2021) zum Nachlesen

  • Niederlande verlängern "Lockdown"
  • Südafrikanische Virus-Mutation erneut nachgewiesen
  • Bayern führt FFP2-Maskenpflicht ein
  • Astrazeneca beantragt Zulassung von Corona-Impfstoff
  • Erste Gorillas Corona-positiv
  • 15-km-Regel in vier NRW-Hotsposts

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

20.44 Uhr: Niederlande verlängern "Lockdown"

Die Lockdown-Maßnahmen in den Niederlanden werden bis zum 9. Februar verlängert. Das hat Ministerpräsident Mark Rutte heute angekündigt. Schulen, Geschäfte und Restaurants bleiben bis dahin geschlossen. Die Einschränkungen müssten aufrechterhalten bleiben, sagte Rutte, auch um die Gefahr durch die Virus-Mutation aus Großbritannien einzudämmen.

Er bezeichnete die Ausbreitung der Variante als "sehr besorgniserregend". Auch eine Ausgangssperre werde erwogen. Rutte forderte seine Landsleute auf, bis März im Land zu bleiben und nicht zu verreisen.

19.57 Uhr: Laumann skeptisch beim Thema FFP2-Maskenpflicht

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sieht eine Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske beim Einkaufen und im Nahverkehr skeptisch. "FFP2-Masken können zwar eine etwas höhere Sicherheit bieten - aber auch nur, wenn sie richtig getragen werden", sagte Laumann heute. Eine Pflicht zum Tragen dieser Masken, wie sie heute in Bayern beschlossen wurde, müsse daher sehr gut geprüft werden.

Eine Kabinettssitzung der Landesregierung, bei der am Abend auch über eine mögliche Verschärfung der Maskenpflicht in NRW gesprochen wurde, ist nach WDR-Informationen ohne Beschluss beendet worden.

18.43 Uhr: Medienbericht - Verschärfte Maskenpflicht auch in NRW möglich

Als erstes Bundesland hat Bayern heute eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im ÖPNV und beim Einkaufen ab kommenden Montag eingeführt. Nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeiger" könnte NRW dem Beispiel schnell folgen. Das Kabinett in Düsseldorf habe am Abend über eine Verschärfung der Maskenpflicht beraten. Eine Entscheidung werde wahrscheinlich am Mittwoch fallen, hieß es.

18.39 Uhr: Behörden arbeiten Rosenmontag normal

Alle Dienststellen des Landes müssen am Rosenmontag normalen Dienst schieben. Das beschloss heute die NRW-Landesregierung. Der Rosenmontag sei nach dem geltenden Arbeitszeitrecht sowohl für Beamte als auch Tarifbeschäftigte in NRW grundsätzlich ein Arbeitstag. Weil die Karnevalsfeiern in diesem Jahr ausfallen, gibt es keinen besonderen Anlass für eine Sonderregelung.

18.33 Uhr: Mehrere US-Abgeordnete nach Sturm auf Capitol positiv getestet

Nach der Erstürmung des US-Kapitols in der vergangenen Woche sind Tests auf das Coronavirus bei mindestens drei Abgeordneten positiv ausgefallen. Die meisten Parlamentarier waren während des Angriffs in sichere Räume gebracht worden, wo sie stundenlang dicht beieinander sitzend ausharren mussten.

"Mehrere republikanische Abgeordnete im Raum haben sich nachhaltig geweigert, eine Maske zu tragen", schrieb der Demokrat Brad Schneider am Dienstag auf Twitter, als er seine Infektion bekanntgab. Er sei wütend über diese egozentrische und arrogante Haltung.

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18.28 Uhr: Griechenland will freies Reisen für Geimpfte ermöglichen

Griechenland hat von der Europäischen Union die Einführung eines einheitlichen Impfzertifikats gefordert, damit Corona-Geimpfte wieder frei reisen dürfen. Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hat sich deshalb heute per Brief an die EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen gewandt. Griechenland hofft, die für das Land so wichtige Tourismusindustrie wieder anzukurbeln.

Es sei dringend notwendig, ein einheitliches Impfzertifikat zu haben, "damit es in allen Mitgliedsstaaten akzeptiert wird", erklärte Mitsotakis weiter.

17.25 Uhr: Südafrikanische Corona-Mutation in Deutschland erneut nachgewiesen

Die südafrikanische Mutation des Coronavirus (B.1.351) ist erneut in Deutschland aufgetaucht. Das Sozialministerium Baden-Württemberg teilte heute in Stuttgart mit, betroffen sei eine erkrankte Person aus dem Zollernalbkreis. Sie sei mit ihrer Familie von einem längeren Aufenthalt in Südafrika zurückgekehrt, alle hätten sich fünf Tage später testen lassen. "Diese Tests fielen negativ aus", hieß es.

Eine Woche später hätten erste Familienmitglieder milde Krankheitssymptome entwickelt. Mittlerweile seien Corona-Infektionen bei sechs Personen aus drei Haushalten nachgewiesen worden. Die Mutation gilt zwar als besonders ansteckend, löst aber nach aktuellem Wissensstand keine schwereren Krankheitsverläufe aus. Bereits gestern hatte die Stadt Bottrop bekannt gegeben, dass ein ebenfalls aus Südafrika eingereister Mann sich mit der Mutation angesteckt hatte.

In einer früheren Version des Tickereintrags hieß es, die Mutation sei erstmals in Baden-Württemberg nachgewiesen worden. Das ist nicht richtig. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

16.03 Uhr: Kölner Grundschülerin klagt gegen Fernunterricht

Am NRW-Oberverwaltungsgericht ist heute eine erste Klage gegen den seit Montag geltenden Distanzunterricht an den Schulen eingegangen. Eine Grundschülerin der 4. Klasse aus Köln will laut Gericht per Eilverfahren erreichen, dass die entsprechende Passage in der Coronabetreuungsverordnung außer Vollzug gesetzt wird.

Begründung: Vereinsamung, fehlender Kontakt zu den Mitschülern und die Qualität des Unterrichts. Der Klageweg steht in Deutschland grundsätzlich auch Minderjährigen frei. Vertreten werden die Interessen des Kindes allerdings im Prozess durch die Erziehungsberechtigten, beziehungsweise durch einen Rechtsanwalt. Wann mit einer Entscheidung gerechnet wird, ist noch unklar.

15.55 Uhr: Ministerpräsident Laschet verteidigt NRW-Regelung für Hotspots

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich heute im Landtag gegen Vorwürfe der Opposition gewehrt, die neue Einschränkung der Bewegungsfreiheit für Bürger in Hotspots sorge für "Chaos". Es liege im Ermessen der Kommunen, ob die Regel gilt, betonte der Ministerpräsident. Dass drei SPD-regierte Großstädte dabei nicht mitmachen, wolle er nicht kritisieren. Sie hätten das Recht, es anders zu machen.

Grünen-Fraktionschefin Verena Schäffer sagte, die Landesregierung habe der Bevölkerung die neue Verordnung über Nacht vor die Füße gekippt. Das sei "Kommunikationschaos".

15.25 Uhr: Moderna-Impfstoff in NRW eingetroffen

Eine erste Tranche Moderna-Impfstoff hat NRW erreicht. "Heute sind 13.200 Impfdosen des Impfstoffes Moderna im nordrhein-westfälischen Zentrallager eingetroffen", sagte eine Sprecherin des NRW-Gesundheitsministeriums.

Laut Bundesgesundheitsministeriums sind für den Moderna-Impfstoff bald weitere Lieferungen an die Bundesländer geplant. Nach den ersten 63.600 Dosen zum Auftakt sollen demnach in der letzten Januarwoche weitere 91.200 Dosen kommen. Folgen sollen dann in der Woche vom 8. Februar 226.800 Dosen und in der Woche vom 22. Februar weitere 674.400 Dosen. Diese werden anteilig nach Bevölkerungszahl auf die Länder verteilt.

14.58 Uhr: Eltern haben länger Anspruch auf Kinderkrankengeld

Eltern können im Jahr 2021 pro Kind und Elternteil 20 statt wie bisher zehn Tage Kinderkrankengeld beantragen. Das hat das Bundeskabinett heute beschlossen. Der Anspruch besteht auch, wenn ein Kind zu Hause betreut werden muss, weil Schulen geschlossen sind, die Präsenzpflicht in der Schule aufgehoben oder das Betreuungsangebot der Kita eingeschränkt wurde. Die Regelung gilt für Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen.

Eltern können das Kinderkrankengeld auch dann beantragen, wenn sie im Homeoffice arbeiten könnten. Für Alleinerziehende erhöht sich der Anspruch um 20 auf 40 Tage pro Kind. Diese neue Regelung gilt rückwirkend zum 5. Januar.

14.55 Uhr: "Novemberhilfe" wird ausbezahlt

Nach Verzögerungen kann die Auszahlung der regulären Novemberhilfen für Firmen nun starten. Die technischen Voraussetzungen dafür stehen, wie das Bundeswirtschaftsministerium heute mitteilte.

Grund für die Verzögerung war die Software für die Antragsseite. Seit Ende November fließen bereits Abschlagszahlungen, also ein Vorschuss. Die Novemberhilfe richtet sich an Unternehmen und Selbstständige, die von Schließungen betroffen sind.

14.42 Uhr: Laschet warnt vor Kontrollverlust

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat im Landtag die Bevölkerung vor "falscher Sicherheit" gewarnt. Die Infektionszahlen könnten binnen weniger Tage dramatisch in die Höhe schnellen, wenn sich das veränderte Virus aus Südafrika im Land verbreite, sagte Laschet heute im Landtag.

"Wir sind in der Phase der Unsicherheit", sagte der Ministerpräsident. Weniger soziale Kontakte seien das einzige Mittel gegen das Virus.

14.11 Uhr: Vertragsabschluss mit weiterem Impfstoff-Hersteller steht bevor

Die EU-Kommission hat bei der Beschaffung von Impfstoff einen weiteren möglichen Hersteller ins Boot geholt. Die Behörde erklärte heute, sie habe Sondierungsgespräche mit dem französisch-österreichischen Anbieter Valneva über rund 60 Millionen Impfdosen abgeschlossen. Mit einer Zulassung und LIeferung wird nicht vor dem zweiten Halbjahr 2021 gerechnet.

Anders als die neuartigen mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna wird für das Präparat von Valneva eine klassische Technologie mit inaktiven Viren verwendet wie sie bei den meisten Influenza-Präparaten zum Einsatz kommt. Der Leiter des deutschen Paul-Ehrlich-Instituts, Klaus Cichutek, rechnet in diesem Jahr mit "sechs bis sieben" weiteren Anträgen auf die Zulassung von Impstoffen.

14 Uhr: Auch Kutschaty bezweifelt Schulstart Anfang Februar

SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty glaubt nicht, dass die Schulen in NRW Anfang Februar zum Präsenzunterricht zurückkehren können. Das erklärte der Oppositionsführer heute in Düsseldorf. Insofern müsse man sich noch für mehrere Wochen auf harte Maßnahmen einstellen. Auch Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte zu dieser Frage gesagt, sie schließe "nichts aus".

Daher müsse jetzt das weitere Lernen auf Distanz vernünftig organisiert werden mit technischer Ausstattung und einem Wechsel zwischen Distanz- und Präsenzunterreicht in den Klassen, forderte Kutschaty.

13.37 Uhr: Bayern schreibt FFP2-Masken im ÖPNV und beim Einkaufen vor

In Bayern gilt vom kommenden Montag an eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel. Das hat das Kabinett heute in München beschlossen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte, die "normalen Community-Masken" schützten nur die Mitmenschen. FFP2-Masken schützen auch den Träger selbst.

"Die Verfügbarkeit im Handel ist ausreichend gewährleistet, also es gibt keine Mangelware FFP2", betonte der Ministerpräsident. Zusätzlich wurde eine wöchentliche Testpflicht für Grenzpendler beschlossen. Insgesamt sprach Söder für Bayern angesichts etwas zurückgehender Corona-Zahlen von einer "verhalten positiven Tendenz".

12.56 Uhr: Homeoffice? Sofort - wo immer möglich

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat die Unternehmen aufgefordert, alle Beschäftigten möglichst von zu Hause arbeiten zu lassen. Angesichts der Bedrohung durch die Corona-Mutation erwarte er "von der Wirtschaft eine konsequente Nutzung aller Möglichkeiten zum Homeoffice", sagte Weil der "Welt". Das wünscht sich auch weiter Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Die Betriebe sollten, "wo das sinnvoll und möglich ist, und zwar sofort", mobiles Arbeiten im Sinne von Homeoffice ermöglichen, sagte Heil nach einem Gespräch mit Personalvorständen großer deutscher Unternehmen.

Auf Kurs Homeoffice ist auch die deutsche Industrie. Er appelliere an alle Unternehmen, das Thema Homeoffice soweit wie möglich zu nutzen, sagte der neue Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm. Strengere Vorgaben der Politik für mehr Homeoffice lehnte er aber ab.

12.07 Uhr: Nur wenige schwere Impf-Reaktionen registriert

Befürchtungen möglicher starker Nebenwirkungen einer Corona-Impfung scheinen sich nach Darstellung des Paul-Ehrlich-Instituts bisher nicht zu bestätigen. "Insgesamt verläuft aus unserer Sicht die Impfung gut, und es wird berichtet, was auch erwartet wurde", sagt Institutspräsident Klaus Cichutek RTL/ntv.

Zwar seien dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel in der ersten Woche in sechs von 130.000 Fällen von schwerwiegenden Reaktionen berichtet worden, aber es sei noch unklar, ob sie im direkten Zusammenhang mit der Impfung stehen: "Tatsächlich ist es so, dass allergische Reaktionen aufgetreten sind, aber nicht die erwarteten anaphylaktischen Reaktionen."

11.54 Uhr: Pflegekräfteverband lehnt Impf-Zwang ab

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBP) lehnt eine Impf-Pflicht für Pflegekräfte ab. "Wir sind gegen eine Impf-Pflicht und kritisieren auch die aktuelle Berichterstattung über die mangelnde Impf-Bereitschaft beruflich Pflegender, da es bislang unserer Kenntnis nach keine repräsentativen Zahlen dazu gibt", sagt die Vorsitzende des DBP, Christel Bienstein, der Nachrichtenagentur Reuters. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte das Thema Impf-Pflicht für bestimmte Berufsgruppen, insbesondere in der Pflege, in der "Süddeutschen Zeitung" angestoßen (siehe Eintrag 6.41 Uhr).

11:29 Uhr: "Klappe halten" im ÖPNV auf den Balearen

Fahrgäste in Bussen und Bahnen auf Mallorca und den anderen beliebten Ferieninseln der Balearen sollen möglichst den Mund halten. Wie die "Mallorca Zeitung" schreibt, hat die Regionalregierung dazu aufgefordert. Neben der schon lange geltenden Maskenpflicht könne dies das Risiko einer Ansteckung vermindern. Deswegen sind auch schon Restaurants, Bars, Einkaufszentren und Fitnessstudios geschlossen.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen lag heute nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid bei knapp 310. Eine ebenfalls für heute geplante Demonstration von Restaurantbetreibern vor dem Sitz der Regierung wurde mit der Begründung verboten, es drohten Ansteckungen unter den Teilnehmern.

11.02 Uhr: Auch "Corona-Diktatur" Unwort des Jahres

"Corona-Diktatur" und "Rückführungspatenschaften" teilen sich die zweifelhafte Ehre, Unworte des Jahres 2020 zu sein. Mit der erstmaligen Wahl von zwei Begriffen reagiere die Jury des Instituts für Sprachwissenschaften in Darmstadt darauf, dass die Corona-Pandemie den öffentlichen Diskurs und auch die Einsendungen des gesamten Jahres dominiert habe, sagte Jury-Sprecherin Nina Janich. Insgesamt gab es 1.826 Einsendungen mit 625 unterschiedlichen Vorschlägen.

Mit dem Unwort des Jahres will die sprachkritische Aktion auf unangemessenen, verschleiernden oder diffamierenden öffentlichen Sprachgebrauch aufmerksam machen. Der Begriff "Corona-Diktatur" kam von Gegnern der Pandemie-Schutz-Maßnahmen. "Rückführungspatenschaften" war ein EU-Vorschlag dafür, dass sich EU-Staaten, die keine Flüchtlinge aufnehmen, um die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber kümmern.

10.34 Uhr: NRW-SPD kritisiert Regionalverordnung als "halbherzig und schlecht gemacht"

Die NRW-SPD hält nichts von der Corona-Regionalverordnung zur Einschränkung des Bewegungsradius in Hotspots. Diese sei "halbherzig und schlecht gemacht", sagte Thomas Kutschaty, SPD-Fraktionsvorsitzender im NRW-Landtag, im "Morgenecho" bei WDR 5. Zudem beklagte Kutschaty, die Kommunen würden in vielen Bereichen alleingelassen. Er halte es für kritisch, dass Oberbürgermeister alleine entscheiden müssten, wie weit Bürger reisen dürften. "Ich erwarte von der Landesregierung einen klaren Stufenplan", so Kutschaty, aber: "Ganz offensichtlich weiß die Landesregierung nicht, was sie will."

10.04 Uhr: Auch Mettmann durchbricht die 200er-Marke

In NRW steigt die Zahl der Regionen mit mehr als 200 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Heute wies das Robert Koch-Institut (RKI) zusätzlich Mettmann (216,2) in dieser Risikogruppe aus, neben dem Oberbergischen Kreis (239,7), Bielefeld (238,8), Gelsenkirchen (238) sowie den Kreisen Höxter (233,2), Minden-Lübbecke (217,8) und Recklinghausen (212,7) und Bottrop (211,8).

Die neue Regel, dass man sich bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 nur noch in einem Radius von 15 Kilometern vom Heimatort entfernt bewegen darf, gilt seit heute aber nur für den Kreis Höxter, den Kreis Minden-Lübbecke, den Oberbergischer Kreis und den Kreis Recklinghausen.

9.33 Uhr: Dritter Impfstoff drängt auf den EU-Markt

Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca hat eine Zulassung seines Corona-Impfstoffs in der Europäischen Union beantragt. Über den Antrag auf bedingte Marktzulassung könne voraussichtlich Ende Januar entscheiden werden, teilte die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) mit. Sie hat bisher die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und dem US-Unternehmen Moderna für den europäischen Markt zugelassen.

Während die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna nach der zweiten Dosis eine Wirksamkeit von etwa 95 Prozent haben sollen, liegt diese bei dem Impfstoff von Astrazeneca deutlich niedriger: Verrechnet man die Daten aus zwei klinischen Studien miteinander, kommt man auf eine Wirksamkeit von etwa 70 Prozent.

9.25 Uhr: Söder lädt zum Homeoffice-Gipfel

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat Vertreter von Unternehmensverbänden und Gewerkschaften morgen zu einem Treffen über einen Ausbau des Arbeitens im Homeoffice in der Corona-Krise eingeladen. Das kündigte der CSU-Chef im ZDF-"Morgenmagazin" an. Er wolle sich mit den Beteiligten darüber unterhalten, wie man die Bereitschaft der Beschäftigten und Firmen zur Heimarbeit vergrößern könne.

Warum arbeiten trotz der Pandemie immer noch so viele Menschen nicht im Homeoffice? Darum geht es auch in unserem Podcast 0630 - jetzt reinhören!

9.09 Uhr: Viele Einzelhändler rechnen - ohne Staatshilfen - mit Geschäftsaufgabe

Das Jahr 2021 könnte für viele vom Lockdown betroffene Handelsunternehmen in der Insolvenz enden. Das ergab eine Umfrage des Branchenverbands HDE. Rund 80 Prozent der Händler gehen davon aus, dass die derzeitigen Hilfsmaßnahmen nicht zur Existenzsicherung reichen. 23 Prozent der Firmen rechneten damit, "dass sie ohne weitere staatliche Unterstützung im ersten Halbjahr aufgeben müssen, für das zweite Halbjahr liegt dieser Wert sogar bei weiteren 28 Prozent", so der HDE. Der Verband hat 1.500 Firmen befragt.

8.42 Uhr: Impf-Pflicht für Pflegeberufe? Nicht mit Heil

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) lehnt eine Impf-Pflicht für Pflegekräfte ab und widerspricht damit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU). "Im Moment über eine Impf-Pflicht zu spekulieren, verbietet sich", sagt Heil RTL/ntv. Bei Pflegekräften und Medizinern setze er stattdessen darauf, mehr zu werben.

Söder hatte zuvor eine Impf-Pflicht für bestimmte Berufsgruppen ins Spiel gebracht (siehe Eintrag 6.41 Uhr).

8.05 Uhr: Sieben Impfdosen aus Biontech-Fläschchen möglich?

Die Rechenspiele, wie viele Dosen man aus einer Impfstoff-Ampulle herauskriegt, gehen weiter. Ursprünglich wurden aus einem Fläschchen der Firma Biontech fünf Dosen gewonnen. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat nun sechs Impfdosen zugelassen. Doch da geht noch mehr, meint Peter Liese: "Aus einer Ampulle sind sieben zu bekommen", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament im Deutschlandfunk.

7.57 Uhr: Einreise nach England nur mit Test und Pflicht-Quarantäne

Einreisen nach England sind ab Freitag nur noch mit einem negativen Corona-Test möglich. Die neue Regel soll auch für britische Staatsbürger gelten, wie das Verkehrsministerium in London mitteilte. Der Test darf demnach bei Verlassen des Herkunftslandes höchstens 72 Stunden alt sein und muss bereits vor Abreise von der Airline, Bahngesellschaft oder dem Schiffsbetreiber kontrolliert werden.

Unabhängig vom Testergebnis müssen sich zudem alle Einreisenden für zehn Tage in Quarantäne begeben. Ausnahmen von der Testpflicht gelten unter anderen für Kinder bis zehn Jahren und Passagiere, die aus anderen Teilen des Vereinigten Königreichs einreisen. Britischen Staatsbürgern, die sich nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt haben, ist eine Heimreise ausdrücklich verboten.

7.38 Uhr: Studie: Pflegekräfte am Limit - jede sechste vor dem Ausstieg

Pflege-Entkräftete: In einer neuen Studie klagen viele Pflegekräfte über eine immer höhere Belastung und sehen dadurch auch Gefahren für die Versorgung von Pflegebedürftigen. Jede sechste habe keine Motivation mehr und drohe, aus dem Beruf auszusteigen, heißt es weiter in der Studie der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg, die vorab für das NDR-Politikmagazin "Panorama 3" ausgewertet wurde.

Die HAW hatte dafür zwischen 31. Oktober 2020 und 5. Januar 2021 insgesamt 1.000 Pflegende in Deutschland gefragt, was sie in der aktuellen Phase der Pandemie besonders belastet. Laut Studie gaben 71 Prozent der Befragten an, dass sie die Versorgungsqualität der Pflegebedürftigen beeinträchtigt sehen. Bei den Intensivpflegenden sagten 75 Prozent, dass sie ihre Patienten nicht mehr so versorgen könnten, wie es sein sollte.

7.21 Uhr: Gorillas in Kalifornien mit Coronavirus infiziert

Ein Gorilla-Männchen und seine Frau sitzen im Gehege im Zoo in San Diego

Unter den Gorillas im Zoo San Diego gab es mindestens zwei positive Coronafälle

Im Zoo von San Diego im US-Bundesstaat Kalifornien sind Gorillas positiv auf das Coronavirus getestet worden. Mittels Stuhlprobentests sei die Infektion bei zwei Tieren, die gehustet hätten, festgestellt worden, teilte der Zoo mit. Es sei nicht auszuschließen, dass weitere Tiere in der Gruppe infiziert seien. Es könnte sich um den ersten bekannten Fall einer Übertragung auf große Menschenaffen handeln: Die Primaten wurden den Angaben nach vermutlich von einem Mitarbeiter angesteckt.

7.04 Uhr: Digitales Schul-Dilemma: Neue KMK-Chefin wirbt für Verständnis

Nach den Digital-Pannen am ersten "Unterrichtstag" nach den verlängerten Winterferien sitzt der Frust bei Schülern und Eltern tief. Angesichts überlasteter Lernplattformen für Schulen bittet die künftige Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Britta Ernst, um Verständnis bei Kindern und Eltern.

Dass Server in Schulen manchmal nicht funktionierten, sei ärgerlich, sagte die brandenburgische Bildungsministerin (SPD) in den ARD-"Tagesthemen" und brachte das allgemeine Dilemma auf den Punkt: "Was wir in den vergangenen fünf bis acht Jahren versäumt haben an Initiativen für die digitale Bildung, holen wir nicht in sechs bis neun Monaten auf."

6.48 Uhr: Moderna-Impfstoff an Länder ausgeliefert

Etwa zwei Wochen nach Beginn der Corona-Impfungen in Deutschland wird ab heute der zweite Impfstoff auf die Bundesländer verteilt. Der US-Pharmakonzern Moderna hat für den Start rund 60.000 Impf-Dosen geliefert. Bis Ende März sollen bundesweit zwei Millionen Dosen verteilt sein. Den ersten Impfstoff von Biontech und Pfizer haben in Deutschland bisher rund 600.000 Menschen bekommen.

6.41 Uhr: Söder: Impf-Pflicht für Pflegekräfte?

Freiwillig soll die Corona-Impfung sein, das wurde stets betont. Nun bringt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Impf-Pflicht für bestimmte Berufsgruppen ins Spiel. Der deutsche Ethikrat solle Vorschläge machen, ob und wie eine solche Zwangsmaßnahme denkbar wäre, sagte Söder der "Süddeutschen Zeitung". Ihm zufolge gibt es unter Pflegekräften in Heimen eine zu hohe Impf-Verweigerung. Sich impfen zu lassen, sollte aber als Bürgerpflicht angesehen werden.

6.35 Uhr: RKI meldet 12.802 Corona-Neuinfektionen

In Deutschland haben sich 12.802 Menschen innerhalb eines Tages mit dem Coronavirus infiziert. Das meldete das Robert Koch-Institut (RKI). Das sind rund 300 Neuinfektionen mehr als gestern. 891 weitere Menschen sind im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche - liegt bei 164,5.

NRW-weit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz heute bei 148,6. Am Dienstag vergangener Woche hatte sie bei 117 gelegen. In NRW wurden nach RKI-Angaben 2.301 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Zudem stieg die Zahl der Menschen, die an oder mit Corona gestorben sind, um 203 auf 8.181.

Eine Interpretation der Daten bleibt weiter schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

00.01: Vier Hotspot-Kreise in NRW führen 15-Kilometer-Regel ein

Die Menschen in den Kreisen Höxter, Minden-Lübbecke, Recklinghausen und im Oberbergischen Kreis dürfen sich nur in einem Umkreis von 15 km ab der Heimatortgrenze bewegen. Das sieht die am Montagabend doch noch veröffentlichte Corona-Regional-Verordnung vor. Die Verordnung gilt ab heute. Wer sich nicht an die Regeln hält, dem drohen Geldbußen. Ausnahmen gibt es für sogenannte wichtige Erledigungen.

Auch für Menschen, die nicht in den genannten Kommunen leben, hat die Verordnung Konsequenzen: Sie dürfen diese Kommunen nicht betreten. Ausnahme: Sie leben in einer Gemeinde, die nicht weiter als 15 Kilometer von ihrem Zielort entfernt ist.

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Stand: 12.01.2021, 20:47