Zusätzliche Kinderkrankentage - Antworten auf die wichtigsten Fragen

Mutter und Tochter sitzen mit Laptops auf dem Boden

Zusätzliche Kinderkrankentage - Antworten auf die wichtigsten Fragen

Wegen Corona müssen viele Eltern ihre Schul- und Kita-Kinder zu Hause betreuen. Für 2021 gibt es daher mehr Kinderkrankentage. Fragen und Antworten.

Kann das Kind pandemiebedingt nicht in die Kita oder in die Schule, stehen berufstätige Eltern oft vor einem Problem. Um etwas mehr Spielraum zu bekommen, haben Bund und Länder beschlossen, Eltern für das Jahr mehr Kinderkrankentage zu gewähren - auch, wenn ihre Kinder gesund sind.

Statt wie früher 10 sind es aktuell 20 pro Kind und Elternteil. Alleinerziehende bekommen statt 20 nun 40 Kinderkrankentage pro Kind. Bei mehreren Kindern hat jedes Elternteil einen Anspruch auf maximal 45 Arbeitstage. Für Alleinerziehende erhöht sich das auf maximal 90 Arbeitstage.

Mitte April hat die Bundesregierung beschlossen, dass die Zahl der Kinderkrankentage für das laufende Jahr nun sogar auf 30 pro Kind und Elternteil erhöht werden soll.

Welche Voraussetzungen gelten, um zusätzliche Kinderkrankentage zu bekommen?

Voraussetzung ist, dass ein gesetzlich versichertes Kind bis zwölf Jahre zu Hause betreut werden muss - weil Schulen oder Kitas pandemiebedingt geschlossen sind, die Präsenzpflicht in der Schule aufgehoben, der Zugang zum Betreuungsangebot der Kita eingeschränkt wurde - oder natürlich, wenn das Kind krank ist.

Ebenso darf keine weitere Person im Haushalt leben, welche die Betreuung übernehmen könnte - zum Beispiel Oma oder Opa.

Was ist mit Selbständigen und Freiberuflern, die privat oder freiwillig gesetzlich versichert sind?

Selbständige, freiwillig gesetzlich Versicherte, Privatversicherte und Freiberufler fallen bei dieser Regelung  heraus. Das betrifft etwa zwölf Prozent der Eltern in Nordrhein-Westfalen. Viele von ihnen können stattdessen eine Betreuungsentschädigung beantragen. Die Online-Anträge können seit Ende Februar bei der jeweils zuständigen NRW-Bezirksregierung gestellt werden.

Konkret sollen diese Eltern in NRW pro Kind mit zehn Tagen entschädigt werden. Bei Alleinerziehenden werden 20 Tage angesetzt. Der Tagessatz für die Entschädigung beträgt pauschal 92 Euro. Entschädigt würden auch gesetzlich versicherte Eltern, deren Kinder privat krankenversichert seien, sagte NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP).

Und was gilt für die Landesbeamten in NRW?

Für Landesbeamte gelten die gleichen Regelungen wie für Angestellte: Pro Kind können sie bis zu 20, insgesamt jedoch maximal 45 Sonderurlaubstage pro Jahr geltend machen. Für Alleinerziehende erhöht sich die Zahl auf bis zu 40 Sonderurlaubstage pro Kind und maximal 90 Sonderurlaubstage im Jahr.

Im Beamtenbereich gilt dies auch unabhängig davon, ob bereits die Möglichkeit mobiler Arbeit besteht. Die Regelung wird über eine Änderung der Freistellungs- und Urlaubsverordnung NRW umgesetzt. Diese gilt nur für das Jahr 2021 und tritt rückwirkend zum 5. Januar in Kraft.

Was ist mit Kitas?

Eltern können auch dann Kinderkrankengeld beantragen, wenn sie dem Appell von Familienminister Stamp nachgekommen waren und ihre Kinder zu Hause betreuten. Das gilt auch für einzelne und halbe Tage.

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Wie kann man die Unterstützung beantragen?

Muss ein Kind zu Hause betreut werden, ist manchmal eine Bescheinigung der jeweiligen Kita oder Schule erforderlich. Einige Krankenkassen verzichten aber auch auf einen solchen Nachweis. Die Tage können - rückwirkend zum 5. Januar - bei der Krankenkasse beantragt werden.

Was ist, wenn ich im Homeoffice arbeite?

Können Eltern theoretisch im Homeoffice arbeiten, haben sie trotzdem Anspruch auf die Unterstützung.

Wie funktioniert das normalerweise mit den Kinderkrankentagen?

Berufstätige Eltern mit Kindern unter zwölf Jahren haben Anspruch darauf, von der Arbeit bezahlt oder unbezahlt freigestellt zu werden, wenn das Kind krank ist. Ist der Arbeitgeber nicht bereit, für diese Tage Lohn zu zahlen, dann übernimmt das die gesetzliche Krankenkasse. Bezahlt werden in der Regel 90 Prozent des Nettogehalts, die Höchstgrenze liegt allerdings bei 112,88 Euro pro Tag. Manche Krankenkassen wie zum Beispiel die Techniker zahlen unter Umständen sogar 100 Prozent des Nettogehalts.

Wird das Kind jetzt krank, läuft alles wie gewohnt: Dann wird die "Ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes" ausgefüllt.

In einigen Fällen kann es auch sein, dass man man seine Kinderkrankentage schon aufgebraucht und Anspruch auf Entgeltfortzahlung, sprich Lohnfortzahlung, hat.

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Stand: 14.04.2021, 14:45