Ticker von Dienstag (29.12.2020) zum Nachlesen

Ticker von Dienstag (29.12.2020) zum Nachlesen

  • Spahn stimmt auf Verlängerung der Beschränkungen ein
  • Laschet sieht wenig Raum für Lockdown-Ende
  • Auch Hellenthal bittet Besucher, fernzubleiben
  • NRW-Innenminister Reul: Kein landesweites Böllerverbot
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

20.35 Uhr: Spahn stimmt auf Verlängerung der Beschränkungen ein

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stimmt die Bevölkerung darauf ein, dass die umfassenden Corona-Beschränkungen auch nach dem 10. Januar zumindest teilweise verlängert werden. Bei der Eindämmung der Pandemie sei Deutschland "bei weitem noch nicht da, wo wir hin müssen", sagte er heute der ARD.

Auch nach dem 10. Januar werde es zweifellos Maßnahmen geben. In welchem Umfang, müssten Anfang Januar Bund und Länder entscheiden. Es sei aber absehbar, dass die Zahlen bis dahin nicht so niedrig seien, "dass wir einfach in den Vorlockdown-Modus zurück können", sagte er.

20.05 Uhr: Hamburgs Schüler bleiben länger zuhause

Wegen der Corona-Pandemie bleibt die Anwesenheitspflicht an Hamburgs Schulen bis mindestens 17. Januar aufgehoben. Das hat der Senat heute beschlossen. Bisher galt die Regel bis zum 10. Januar. Darüber hinaus geht der Senat davon aus, dass auch in den letzten beiden Januarwochen kein regulärer Präsenzunterricht in allen Klassenstufen stattfinden kann.

Die endgültige Entscheidung soll nach Abstimmung mit den anderen Bundesländern sowie unter Berücksichtigung der Infektionslage im Januar getroffen werden.

19.00 Uhr: Lungenfacharzt aus Moers plädiert für Impfungen

Dr.Thomas Voshaar, zugeschaltet per Video in der Aktuellen Stunde

Während die Impfungen gegen Corona ins Rollen kommen, sind viele Menschen erstmal zurückhaltend - auch in Alten- und Pflegeheimen. Thomas Voshaar, Chefarzt für Lungenheilkunde am Bethanien Krankenhaus Moers, hofft, dass sich letztlich doch alle von einer Impfung überzeugen lassen. Vor allem Beschäftigte im Gesundheitswesen. Dabei habe aber jeder die freie Entscheidung.

Die gesamte Geschichte unserer Zivilisation sei eine Geschichte der Seuchenbekämpfung und Hygiene. Die Impfung eine "einzigartige Möglichkeit" das Virus zu besiegen.

17.30 Uhr: Stadt Winterberg will gegen Besucheransturm "alle Möglichkeiten ausreizen"

Nachdem alle Appelle zur Eindämmung des Besucheransturms nicht gefruchtet haben, will die Stadt Winterberg ein "massives Maßnahmenpaket" umsetzen. Es gehe "auch und gerade um die Sicherheit der Einheimischen und der Gäste."

Parkflächen sollen reduziert, die Maskenpflicht im Ort erweitert werden. Hinzu kommen Kontrollen von Ferienwohnungen. Wer seine Wohnung gegen die Corona-Schutzverordnung vermietet, kann mit Bußgeldern bis 5.000 Euro bestraft werden. Für die Gäste werden bis zu 500 Euro fällig. Die Stadt will für die Maßnahmen mehr Mitarbeiter von Ordnungsamt und Polizei sowie private Sicherheitsdienste einsetzen.

17.00 Uhr: Corona-Mutation im Kreis Viersen nachgewiesen

Im Kreis Viersen ist Anfang Dezember ein Mann an der britischen Variante des Corona-Virus VUI-202012/01 erkrankt. Von dieser Mutation wird angenommen, dass sie noch erheblich ansteckender ist als die bisher weltweit dominante Variante des Virus. Über den Fall wurde der Kreis heute vom Robert-Koch-Institut (RKI) informiert.

Das RKI überprüft stichprobenartig Material, das die Labore ihm schicken. Bei dem Infizierten handelte es sich um einen 58-jährigen Mann. Er ist bereits wieder genesen. Der Mann hat sich nicht in Großbritannien angesteckt, sondern bei einem Kollegen aus Tschechien.

16.27 Uhr: Hohe Fehlerquote in Münsteraner Schnelltestzentrum

In einem Corona-Schnelltestzentrum in Münster hat es in wenigen Tagen mehr als 90 falsch-positive Coronatests gegeben. Eine solch hohe Fehlerquote ist nach Angaben des Gesundheitsamtes Münster sehr ungewöhnlich und offenbar auf Ablesefehler bei den Test-Utensilien zurückzuführen.

15.20: Laschet sieht wenig Raum für Lockdown-Ende

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sieht im Moment wenig Raum, um den Lockdown zu beenden. Die derzeitigen Zahlen über das Infektionsgeschehen seien nicht repräsentativ, da die Gesundheitsämter und Testlabore wegen der Weihnachtstage nicht mit voller Kapazität gearbeitet hätten, sagte Laschet heute dem WDR.

Bereits gestern hatten sich Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müler (SPD) und Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) ähnlich geäußert. Braun sagte in einem Fernsehinterview mit Blick auf das Bund-Länder-Treffen Anfang Januar, er "rechne damit, dass wir am 5. Januar, wenn wir uns das nächste Mal treffen, das ganze noch nicht beurteilen können und deswegen den Lockdown verlängern müssen."

15.05 Uhr: 5,3 Milliarden Euro Corona-Hilfen in NRW ausgezahlt

In der Corona-Pandemie hat der Staat Firmen, Freiberuflern und Soloselbstständigen in Nordrhein-Westfalen bisher mit 5,34 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen. Der größte Anteil des Geldes kommt vom Bund, etwa eine Milliarde Euro steuerte das Land bei. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) zeigte sich heute optimistisch, "dass sich die nordrhein-westfälische Wirtschaft im neuen Jahr spürbar erholen wird."

14.20 Uhr: Auch Hellenthal bittet Besucher, fernzubleiben

Nach Winterberg im Sauerland bittet jetzt auch die Eifelgemeinde Hellenthal schneehungrige Ausflügler, auf einen Besuch zu verzichten. "Wir appellieren ab sofort an alle Besucher, nicht mehr für einen Schneeausflug in unseren Ort zu kommen", sagte Bürgermeister Rudolf Westerburg (parteilos).

Rund um die Orte Udenbreth und Hollerath seien alle Parkmöglichkeiten belegt, teilte die Gemeinde auf ihrer Internetseite mit. "Auch das Parken entlang der Bundesstraße ist nicht mehr möglich", hieß es. Sanitäre Einrichtungen seien "leider keine" vorhanden.

12.56 Uhr: Bundesweit bereits 42.000 Impfungen

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben bis einschließlich Montag in Deutschland bereits 41.962 Menschen die erste Dosis des Corona-Impfstoffs erhalten. Erfasst werden derzeit Impfungen mit der ersten Impfdosis.

Eine zweite Impfung ist etwa drei Wochen nach der ersten fällig, um einen vollständigen Impfschutz zu erzielen. Es ist somit nicht davon auszugehen, dass alle Geimpften bereits sicher vor der Erkrankung Covid-19 geschützt sind.

11.46 Uhr: Bestatter und Krematorien vor Problemen

Die hohe Zahl der Corona-Toten stellt Bestatter und Krematorien vor Probleme. Einige Betriebe kommen mit ihrem Personal und dem Platz an ihre Grenzen. Einer der größten Bestatter in Hagen sagt: "Wir stehen mit dem Rücken zur Wand." Etwa jeder zweite Tote sei an oder mit Corona gestorben. Auch nach dem Tod sind die Körper ansteckend.

Die Bestatter tragen Körper-Vollschutzanzüge, wenn sie die Leichname abholen. Und weil sich immer mehr Menschen einäschern lassen, kommt es vor allem bei kleinen privaten Krematorien zu Engpässen.

11.14 Uhr: Auch beim Jahreswechsel Abstandsregeln einhalten

Innenminister Herbert Reul mahnte heute erneut an, sich auch an Silvester im privaten Rahmen an Abstandsregelungen und Vorgaben zu halten: maximal fünf Personen aus maximal zwei Haushalten. Von "privaten Feten" sei abzusehen und sie würden durch die Polizei aufgelöst werden.

Die Menschen seien allerdings "vernünftiger als wir denken". Man werde sich um die wenigen kümmern, die sich nicht vernünftig verhalten.

11.09 Uhr: Silvester gilt kein landesweites Böllerverbot

"Es gibt kein landesweites Böllerverbot" an Silvester, aber örtliche Verordnungen müssten eingehalten und würden kontrolliert werden, sagte NRW-Innenminister Reul am Vormittag in Düsseldorf. Ein Böller-Verkaufsverbot sei relativ spät ausgesprochen worden, doch es gebe Indizien dafür, dass der eine oder andere meint, er könne damit Geld verdienen.

11.01 Uhr: Reul: Mehr Polizei an Silvester als vergangenes Jahr

"Wir werden an Silvester über 4.800 Polizisten auf den Straßen haben, die für Ordnung und Sicherheit in Nordrhein-Westfalen sorgen", sagte Innenminister Herbert Reul heute Vormittag in Düsseldorf. Dies sei mehr als im vergangenen Jahr. Weitere Kräfte wären in Bereitschaft und bei Bedarf abrufbar.

09.12 Uhr: Arzneimittelhersteller rechnen mit Impfstoff-Zunahme

Die Pharma-Industrie rechnet damit, dass in Deutschland schon bald eine größere Zahl an Dosen mit Corona-Impfstoff zur Verfügung steht. "Wir werden im Januar noch deutlich mehr Impfungen haben, weil immer mehr der vom Staat bestellten Mengen geliefert werden", sagt Han Steutel, der Präsident des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller, der "Rheinischen Post" vom Dienstag.

Nach Steutels Worten funktioniert dies nur, weil die Hersteller vorproduziert hätten. Er verwies darauf, dass gerade überall in Deutschland Produktionskapazitäten für den Corona-Impfstoff hochgefahren würden - etwa in Mainz, Idar-Oberstein, Marburg, Laubheim, Dessau, Brehna und Tübingen.

07.44 Uhr: Tausende Solo-Selbstständige beantragen Hartz IV

In der Corona-Krise haben in Nordrhien-Westfalen bislang 13.500 Solo-Selbstständige und Künstler Hartz IV beantragt. Das berichtet heute die Rheinische Post unter Berufung auf die NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit.

Betroffene sollten keine Scheu haben, Hartz IV zu beantragen, da die Grundsicherung ein guter Weg sei, danach wieder durchzustarten. Wegen der Corona-Krise biete die Bundesagentur für Arbeit zudem nun auch eine Online-Arbeitslosmeldung an.

07.10 Uhr: Mallorca ergreift strengere Maßnahmen

Wegen der seit Wochen nahezu unaufhörlich steigenden Corona-Zahlen werden die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie auf Mallorca erneut verschärft. Mallorca hat sich in Spanien zum Corona-Hotspot entwickelt. Unter anderem müssen Restaurants, Cafés und Kneipen auf der Insel ab heute auch werktags schon um 18.00 Uhr schließen - also vier Stunden früher als bisher.

07.02 Uhr: Sternsinger im Rheinland

In der katholischen Kirche startet heute die Sternsinger-Aktion. Wegen Corona werden die Sänger dieses Jahr die Menschen allerdings nicht zu Hause besuchen. Viele Gemeinden etwa im Rheinland haben sich Alternativen überlegt. In der Pfarrgemeinde St. Agnes etwa werden im Januar Sternensinger auf verschiedenen Plätzen in den Veedeln singen.

In der Pfarrgemeinde St. Kosmas und Damian in Pulheim wurden kleine Segenspakete gepackt. Viele Gemeinden haben außerdem kleine Filme gedreht, um den Menschen den Segen zu bringen. Wegen Corona wurde das Dreikönigssingen bis Anfang Februar verlängert.

07.00 Uhr: 12.892 Neuinfektionen in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut hat heute morgen knapp 13.000 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das sind 7.000 weniger als am Dienstag vergangener Woche - die Zahlen sind nur bedingt aussagekräftig, weil laut RKI zum Jahreswechsel weniger getestet wird und nicht alle Ämter ihre Zahlen weitergeben. An oder mit Corona gestorben sind seit gestern 852 Menschen.

06.56 Uhr: Mutiertes Virus auch in Niedersachsen nachgewiesen

Nachdem die Virus-Mutation bereits bei einer Frau in Baden-Württemberg festgestellt wurde, ist jetzt auch klar, dass die mutierte Form des Corona-Virus bereits im November in Niedersachsen aufgetreten ist. Ein alter Mann mit Vorerkrankungen ist mit dieser Form des Virus gestorben.

Angesteckt hatten er und seine Frau sich offenbar bei ihrer Tochter, die sich Mitte November in England aufgehalten hatte. Tochter und Ehefrau des Gestorbenen seien mittlerweile aber wieder genesen. Weitere Ansteckungen habe es im Zusammenhang mit diesen Fällen nach den Erkenntnissen des Gesundheitsamtes der Region Hannover nicht gegeben.

06.34 Uhr: Krankenhäusern geht das Geld aus

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft schlägt wegen der coronabedingten Betriebseinschränkungen Alarm. Wenn die Bundesregierung die Hilfen nicht deutlich erhöhe, würden flächendeckend Kliniken bereits im ersten Quartal kommenden Jahres nicht mehr die Gehälter ihrer Mitarbeiter zahlen können. Das sagte der Präsident der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

00.00 Uhr: Pflegende Angehörige fühlen sich alleingelassen

Zuerst sollen die über 80-Jährigen in Pflegeinrichtungen geimpft werden. Wann genau ihre Altersgenossen geimpft werden, die zuhause gepflegt werden und nicht mehr mobil sind, ist unklar. Die pflegenden Angehörigen fühlen sich im Stich gelassen.

Regina Schmidt-Zabel, Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft NRW, beklagt im WDR extra die fehlenden Informationen. Menschen, die Angehörige zuhause pflegen, beklagen die fehlenden Informationen. Auch darüber, wann sie selber geimpft werden können. Der "größte Pflegedienst der Nation fühlt sich außen vorgelassen."

Immer die neuesten Corona-Zahlen zum eigenen Wohnort

Mit den Messenger-Diensten von WDR aktuell lassen sich die aktuellsten Corona-Fallzahlen unkompliziert aufs Handy holen. Einfach die Postleitzahl des eigenen Wohnorts eingeben und in Sekundenschnelle erscheinen die aktuellen Zahlen. Den Service gibt es bei "Telegram" und im "Facebook Messenger", die Anmeldung ist sehr einfach. 

Stand: 29.12.2020, 20:38

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