Corona: Was zu Silvester in NRW erlaubt ist

Corona: Was zu Silvester in NRW erlaubt ist

Silvester naht - und das Land befindet sich coronabedingt im Lockdown. Das Feiern wird anders als sonst. Aber was ist überhaupt in diesen Pandemiezeiten in NRW erlaubt?

Welche Kontaktbeschränkungen gelten an Silvester?

Auch für Silvester gilt: Maximal fünf Personen aus zwei Hausständen dürfen sich im öffentlichen Raum treffen. Kinder bis 14 Jahre sind von dieser Regelung jedoch ausgenommen, werden also nicht mitgezählt.

In einigen Städten und Kreisen mit Inzidenzwerten über 200 gelten darüber hinaus Ausgangsbeschränkungen. In den meisten betroffenen Kreisen und Städten gelten die in Silvesternacht erst ab Mitternacht - in Gütersloh aber wie sonst auch ab 22 Uhr. Einen Überblick zu den Ausgangsbeschränkungen in NRW gibt es hier:

Gelten die Kontaktbeschränkungen auch für den privaten Raum?

Laut der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW gelten die Kontaktbeschränkungen überall, außer in den eigenen vier Wänden. Allerdings heißt es darin auch: "Partys und vergleichbare Feiern sind generell untersagt."

Sind auch Demonstrationen verboten?

Nein, sind sie nicht. Das Oberverwaltungsgericht Münster gab der Klage einer Dortmunderin statt. Ein allgemeines Versammlungsverbot sei unverhältnismäßig, entschieden die Richter. Die Polizeidienststellen im Land seien deshalb kurz vor dem Jahreswechsel über die neue Rechtslage informiert worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Sollten Demonstrationen kurzfristig angemeldet werden, würde die Polizei als Aufsichtsbehörde sie entsprechend überwachen.

Ist an Silvester das Böllern verboten?

Jein! Das Land NRW verbietet "öffentlich veranstaltete Feuerwerke" und das Abbrennen von Feuerwerkskörpern an "publikumsträchtigen Plätzen und Straßen". Diese Orte werden von den Kommunen festgelegt.

Wer im eigenen Garten oder auf Straßen und Plätzen, auf denen kein Verbot gilt, Raketen und Böller zünden will, darf das – vorausgesetzt er oder sie hat noch welche. Denn der Verkauf und Erwerb von Feuerwerkskörpern ist laut der aktuellen Corona-Schutzverordnung ebenfalls verboten

Dieses Verbot gilt auch für Feuerwerkskörper, die im Internet bestellt werden, da auch das Versenden von Pyrotechnik per Post untersagt ist. Der Zoll fahndet deswegen aktuell nach illegal eingeführten Feuerwerkskörpern.

Welche Regeln in Sachen Böllern gelten in den NRW-Städten?

Ein paar Beispiele: In Düsseldorf ist das Zünden von Pyrotechnik in der gesamten Altstadt verboten. In Oberhausen gilt ein Böllerverbot auf vier öffentlichen Plätzen: Altmarkt, Willy-Brandt-Platz, Arnold-Rademacher-Platz, Marktplatz Osterfeld.

In Essen, Gelsenkirchen und Witten hingegen gibt es kein Verbot von Silvesterfeuerwerk auf öffentlichen Plätzen oder Straßen. Es gilt allerdings bundesweit ein Verkauf von Feuerwerk. Ferner gilt die Coronaschutzverordnung, dass Ansammlungen im öffentlichen Raum nicht erlaubt sind. Dies wird durch das Ordnungsamt der Stadt Essen auch in der Silvesternacht kontrolliert.

In Köln gilt ein Böllerverbot unter anderem für die Umgebung rund um den Dom, die Altstadt, die Brücken und die Rheinufer. Auch im Belgische Viertel, in der Südstadt und im Zülpicher Viertel darf nicht geböllert werden. Die Zentren von Stadtteilen wie Chorweiler und Mülheim sind ebenfalls betroffen. In Bonn ist Pyrotechnik im gesamten Stadtgebiet verboten.

In Siegen ist in weiten Teilen der Innenstadt das Zünden von Silvester-Feuerwerk ebenfalls verboten – konkret überall dort, wo es schwer möglich ist, den Mindestabstand einzuhalten. In Bielefeld hat die Stadtverwaltung die Verwendung von Feuerwerk jeglicher Art auf beliebten Hotspots wie etwa auf dem Kesselbrink einschließlich angrenzender Straßenteile untersagt.

In Münster ist die Verwendung von Pyrotechnik zum Jahreswechsel auf zahlreichen Straßen, Plätzen und öffentlichen Anlagen im Stadtgebiet untersagt ist.

Wie stellt sich die Polizei für Silvester auf?

So etwas wie eine Reise ins Ungewisse ist der Jahreswechsel in Zeiten von Corona für Polizei und Ordnungsämter in NRW. "Für die Sicherheitsbehörden ist es ungeheuer schwer vorauszusagen, wie sich die Menschen verhalten werden", so Innenminister Herbert Reul (CDU). Auf mögliche Probleme sei man aber eingestellt. So seien an Silvester etwas mehr Polizisten im Einsatz als vor einem Jahr - insgesamt über 4.800. Ein Teil der Kräfte sei in Bereitschaft und könne bei Bedarf angefordert werden.

Was ist mit dem Verkauf und Konsum von Alkohol?

Auch an Silvester gilt landesweit das Alkoholverbot im öffentlichen Raum. Dazu kommt, dass Geschäfte – darunter auch Kioske – zwischen 23 und 6 Uhr keine alkoholischen Getränke verkaufen dürfen.

In manchen Kommunen gelten sogar strengere Regeln. So verbietet beispielsweise die Stadt Köln den Alkoholverkauf an besonders frequentierten Orten, sogenannten "Hotspots", freitags, samstags und sonntags bereits ab 20 Uhr.

Stand: 31.12.2020, 20:24

Kommentare zum Thema

84 Kommentare

  • 84 Elke 29.12.2020, 23:12 Uhr

    Hallo, wenn unsere Regierung Unfälle durch privates Feuerwerk vermeiden will und dadurch eine Überlastung der Krankenhäuser. Hätte sie wenigstens professionelle Feuerwerke erlauben sollen. Unser Leben ist schon trist genug durch die Einschränkungen bezüglich Corona. Wir haben fast alle ein schweres Jahr hinter uns. Ich arbeite in einer Zahnärztlichen Praxis und Corona macht uns die Behandlung sehr schwer, aber davon sprich t niemand. Obwohl wir in der Mund / Rachenhöhle arbeiten und das nicht ungefährlich ist. Es sind nicht nur die Intensivstation, auch wir begeben uns in Gefahr. Und viele Patienten sind sehr genervt und uneinsichtig. Ich kenne Kollegen aus dem Gesundheitsamt , die mit Praxispersonal der gleichen Überzeugung sind, dass vor allem alte und Personen mit Migration infiziert sind und auch unbelehrbar und beratungsresistent sind.Ich hoffe das Jahr 2021 wird besser!!

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    • Tobi 30.12.2020, 02:30 Uhr

      Das sehe ich ähnlich. Die zusätzlichen Polizeiaufgebote werden sehr viel Geld kosten, da fände ich es eigentlich verhältnissmäßig, wenn die Kommunen sagen würden, dass sie zentral ein kleines Feuerwerk organisieren - selbst symbolische Aktionen heben zumindest ein wenig die Moral, halten in diesem Fall vielleicht sogar ein paar Leute davon ab sich selber zu hause Explosives zusammenzurühren, und man könnte es sogar als kleine Konjunkturmaßnahme betrachten. Das kann man zwar nicht von überall sehen (Livestream?), und das macht nicht so viel Spaß wie selber böllern, aber meiner Meinung nach besser als nichts - und wie Sie schon sagen, ein kleines Zeichen gegen die Tristesse.

  • 83 Joel 29.12.2020, 22:27 Uhr

    Wo kriege ich raus wo ich in meiner kumune Böllern darf ?

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    • Blyat 29.12.2020, 23:24 Uhr

      Man hat eine schöne Seite im Internet. Sie nennt sich "Google" :-)

  • 82 Angelika 29.12.2020, 18:53 Uhr

    Dumm gefragt, was bedeutet partyähnliche Feier ? Wenn man in der Familie oder mit Freunden ein Bir vor der Nase stehen hat in den eigenen 4 Wänden .....also 1-2 Freunden Was ist dann ?

    Antworten (2)
    • Gustav 29.12.2020, 19:44 Uhr

      Dann ist es halt so. Du machst das nicht in der Öffentlichkeit sondern in deiner Wohnung.Privat!!!! Privat können Sie dir gar nix. So gut wie alles zählt für den Öffentlichen Raum. Party, Feiern sollen nicht stattfinden...wenn ihr zu viert seid, ja und? Dann trinkt euch einen odere mehrere.Du bist in deinen eigenden 4 Wänden , da ist das nicht so leicht wie alle meinen und zu denken scheinen ;-)

    • Johannes W. 29.12.2020, 20:32 Uhr

      @Angelika: Sofern Sie Lärmbelästigungen (z.B. laute Musik und Gegröhle, was genervte Nachbarn/Neider zum Anruf bei Ordnungsamt/Polizei animieren könnte) in den eigenen 4 Wänden vermeiden, kann Ihnen eigentlich nichts passieren. "Interessant" wird's erst dann, wenn -erstens- Ordnungsamt/Polizei anrücken und (nach eigenem Ermessen) entscheiden, ob die Ruhestörung in einem "partyähnlichen" Umfeld entstand (dann sind eine "Knolle" wegen Coronaverstoßes und die Auflösung der Party eher nicht mehr abzuwenden) ... und/oder wenn -zweitens- sich jemand in Ihrer lustigen Runde infiziert bzw. als unwissend Infizierter andere Gäste ansteckt. Dann durchlaufen Sie und sämtliche Mitfeiernden die fragenden Mühlen des Gesundheitsamtes (Stichwort "Kontaktnachverfolgung") und damit ist auch nicht auszuschließen, dass sich alle in Quarantäne begeben müssen.

  • 81 Anonymm 29.12.2020, 18:46 Uhr

    Bezüglich des Treffen in privaten Haushalten ,darf man an Silvester im eigenen Haushalt sich mit 3 weiteren Freunden treffen wenn man nur entspannt bisschen redet und zusammen was isst?

  • 80 Herr Antonin 29.12.2020, 18:38 Uhr

    Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er sich nicht auf das Thema der Diskussion bezieht. (die Redaktion)

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    • Stefan 29.12.2020, 20:15 Uhr

      Dieser Kommentar wurde gesperrt, weil er beleidigend ist. (die Redaktion)

  • 79 Anonym 29.12.2020, 18:32 Uhr

    Exakt so ist es!

  • 78 Koren 29.12.2020, 17:39 Uhr

    Ich denke durch das Verkauf verbot in Deutschland wurden viel mehr illegale knallkörper eingeführt die zu mehr Verletzungen führen werden als bei einem normalen Verkauf von geprüften und genormten knallkörpern wie jedes Jahr.

    Antworten (2)
    • Laura 29.12.2020, 17:49 Uhr

      Es mag sein, dass es zu Verletzungen durch illegale Feuerwerksware kommen mag, aber das liegt in dem Verantwortungsbereich derjenigen, die es einfach nicht lassen können. Es wurde doch explizit darum gebeten, die Krankenhäuser nicht noch mit der Versorgung der an Silvester typischen Verletzungen zu belasten. Das kann doch für erwachsene Menschen nicht so schwer zu verstehen sein.

    • Peacemaker 29.12.2020, 19:36 Uhr

      Jup so ist es und da können wir uns bei der Regierung bedanken.Die haben überhaupt keine Ahnung die Sesselpupser.....Frau Merkel und Co., der Schuss ging wohl in die falsche Richtung.

  • 77 Luisa 29.12.2020, 17:10 Uhr

    Ich bin Krankenschwester und das Böller- sowie das Alkoholverbot machen schon Sinn. Jedes Jahr kommen an Silvester oder auch Karneval dutzende Betrunkene in die Notaufnahmen weil sie entweder Alkoholvergiftungen haben oder in Schlägereien geraten sind. Genauso ist es mit dem Verballern von Feuerwerk: Die Notaufnahmen laufen über von Stümpern die glauben Ahnung vom Zünden der Raketen zu haben. Ergebnis: Verbrannte oder verstümmelte Hände und Arme. Es macht daher sehr wohl Sinn, es dieses Jahr einzudämmen damit das Krankenhauspersonal neben den Coronapatienten nicht auch noch Feierwütige behandeln müssen. Dafür gibt es momentan wirklich nich genug Kapazitäten.

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    • Laura 29.12.2020, 17:39 Uhr

      So habe ich auch die Maßnahmen hinsichtlich des diesjährigen Böller- und Alkoholverbots im öffentlichen Raum verstanden. Die Ärzte und das medizinische Personal in den Krankenhäusern sollen nicht noch mit den an Silvester erfahrungsgemäß erwartbaren Notaufnahmen belastet werden. Ich bin immer froh, wenn Silvester, Karneval und Helloween vorbei sind.

  • 76 Gabi 29.12.2020, 17:08 Uhr

    Feuerwerk gehört einfach zu Silvester dazu, man hätte nur Pyrofeuerwerk erlauben sollen, damit Jugendliche nicht die ganze Nacht mit den einfachen Knallern verbringen. Weihnachten war die Ansteckungsgefahr wohl nicht so hoch das da mehrere Personen zusammen sein durften, sorry aber diese ständigen Ausnahmen sind doch Blödsinn. Vorallem die Vorschläge sogar immer Feuerwerk nur an einem öffentlichen Ort stattfinden zu lassen ist doch der Brüller, wenn ich feier wie soll ich danb da noch hinkommen, Leute überlegt doch mal nen bisschen

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    • MG 29.12.2020, 21:28 Uhr

      Kann viele Meinungen hier nicht nachvollziehen. Dabei ist es so simpel... Knallbirnen + Böller = volle Notaufnahmen Nutzt doch die Gelegenheit und investiert das Geld in etwas sinnvolles. Ist Euch noch nie aufgefallen, dass vor den Häusern, die am schrecklichsten aussehen - immer der meiste Müll (Böller, leere Raketenhülsen usw.) liegt? 🤔

  • 75 Sabrina 29.12.2020, 16:44 Uhr

    Es könnte ein generelles Feuerwerksverbot geben, wenn sich viele nicht an die aktuellen Regeln halten. Ich möchte im nächsten Jahr, wie bisher jedes Jahr, meine sowie die Wunschraketen meiner Kinder in den Himmel schicken dürfen. Schlimm genug, das so ein Verbot in diesem Jahr existiert. Ansonsten freut es mich, das einiges an illegalen Knallern aussortiert wurde. Ein genereller Sicherheitsaspekt, den viele leider unterschätzen.

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    • Laura 29.12.2020, 18:06 Uhr

      An Aufklärung hinsichtlich der Gefährlichkeit illegaler oder selbst gebastelter Feuerwerksartikel mangelt es nun wirklich nicht. Jedes Jahr die gleichen Berichte hinsichtlich der Verstümmelungen, Augen- und Hautverletzungen. Manche haben einen hohen Preis für ihr Tun bezahlt.

  • 74 Alex 29.12.2020, 16:09 Uhr

    In privaten Räumen gibt es keine Verordnung bzgl wie viele Haushalte oder Leute sich dort befinden. Es gibt nur ein Feier bzw Party Verbot