Die aktuelle Corona-Lage

WDR aktuell 22.12.2021 01:04:08 Std. Verfügbar bis 22.12.2022 WDR

Ticker vom Mittwoch (22.12.2021) zum Nachlesen

Stand: 22.12.2021, 20:29 Uhr

  • Pressekonferenz von Lauterbach und Wieler
  • Spezieller Omikron-Impfstoff kommt ab April
  • Stamp will mehr Tests in Kitas
  • Schließung von Clubs in NRW rechtens
  • Rau: Tausende Impftermine vor Weihnachten noch frei
  • England verkürzt Quarantäne für Infizierte
  • Israel bereitet vierte Corona-Impfung vor
  • Ethikrat empfiehlt allgemeine Corona-Impfpflicht
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus?

Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Lauterbach und Wieler informieren über aktuelle Corona-Lage

Pandemie und erstmal kein Ende abzusehen: Die Gesundheitsexperten rechnen nicht damit, dass Corona bald überwunden ist. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) jedenfalls hat schon einen Impfstoff gekauft, der ab dem Frühjahr gegen die Omikron-Variante eingesetzt werden soll. Das hat er auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben, die wir hier live gestreamt und ausgewertet haben. Mit dabei waren RKI-Chef Lothar Wieler und Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Ihr Thema: die aktuelle Pandemie-Lage in Deutschland - und was die aktuellen Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz und die schärferen Corona-Regeln ab dem 28. Dezember bringen sollen.

20.15 Uhr: USA lassen erstmals Tablette zur Behandlung von Corona-Infektionen zu

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat am Mittwoch eine Notfallzulassung für das Corona-Medikament Paxlovid ausgesprochen. Damit sollen positiv getestete Corona-Patienten ab zwölf Jahren mit milden bis mittleren Symptomen und einem großen Risiko für eine Verschlimmerung der Erkrankung behandelt werden. Die US-Regierung hatte mitgeteilt, zehn Millionen Dosen für 5,3 Milliarden US-Dollar (4,7 Milliarden Euro) gekauft zu haben

Das Covid-Mittel des US-Herstellers Pfizer ist laut FDA das erste in den USA, das als Pille eingenommen werden kann, und soll schwere Krankheitsverläufe bei Hochrisikopatienten verhindern. Es soll verschreibungspflichtig, aber kostenlos erhältlich sein und könnte noch in diesem Jahr ausgeliefert werden. Die FDA betont aber, dass Paxlovid kein Ersatz für eine Impfung ist. Die ist deutlich billiger und einfacher anzuwenden als das neue Medikament.

18.40 Uhr: Spanien führt wieder Maskenpflicht im Freien ein

Angesichts steigender Infektionszahlen wegen Omikron führt Spanien wieder eine Maskenpflicht im Freien ein. Der Schritt sei Teil eines neuen Maßnahmenpaketes, erklärt Ministerpräsident Pedro Sanchez vor Regionalchefs. Zuletzt stieg die Zahl der Neuinfektionen in Spanien auf einen Rekordwert von fast 50.000.

Das Land reagiert mit relativ milden Maßnahmen auf die Entwicklung. Neben der Maskenpflicht setzt es auf mehr Impfungen und mehr medizinisches Personal. Katalonien geht strenger vor, will für zwei Wochen nächtliche Ausgangsbeschränkungen erlassen und Clubs, Bar und Discos schließen. Die Maßnahmen müssen aber noch vom Gericht abgesegnet werden.

18.20 Uhr: Mehr als 100.000 Neuinfektionen in Großbritannien

In Großbritannien wurden zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie mehr als 100.000 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet. Die Behörden verzeichneten 106.122 neue Fälle, am Vortag waren es 90.629 Fälle.

Das Königreich ist stark von der rapiden Ausbreitung der Omikron-Variante betroffen. Die Reaktion: In der Haupstadt London wurde der Katastrophenfall ausgerufen, Deutschland erklärte das Land zum Virusvariantengebiet, was die Rückreise deutlich schwieriger macht.

17:10 Uhr: 2G-Regel im Einzelhandel ist rechtens

Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat entschieden, dass die 2G-Regelung im NRW-Einzelhandel Bestand hat. Die Zugangsbeschränkung verstoße nicht gegen die Verhältnismäßigkeit, so die Begründung des Gerichts. Die Kaufhauskette Woolworth hatte dagegen geklagt, dass nur Geimpfte und Genesene Zutritt haben sollten. In Niedersachsen hatte ein Kläger Recht bekommen.

Ausgenommen von der 2G-Regel sind Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Supermärkte, Lebensmittelläden und Drogerien. Dagegen laufen noch eine ganze Reihe von Klagen von Privatpersonen, über die das OVG möglicherweise schon morgen im Eilverfahren entscheidet. Dabei geht es um den Zugang zum Sport, einen Tierpark und der Gastronomie. Am Vormittag hatte das OVG schon geurteilt, dass Clubs und Diskotheken geschlossen bleiben müssen.

16.50 Uhr: 28 Millionen Impfdosen verabreicht

Die Impfkampagne in Deutschland scheint voran zu gehen: 28 der bis Jahresende angestrebten 30 Millionen Impfdosen seien verimpft worden, teilte der Krisenstabs-Leiter Generalmajor Carsten Breuer mit. "Wir sind knapp vor dem eigentlichen Ziel", sagte er.

Die Bundesregierung hatte die Zielmarke ausgegeben und will bis Ende Januar weitere 30 Millionen Impfdosen verimpfen. Das ist machbar, sagt Breuer, aber dafür müssten die Impfzentren und so weit wie möglich auch die Artzpraxen geöffnet bleiben - auch an den Feiertagen.

16.30 Uhr: Spätere Rückzahlung von Corona-Soforthilfen?

Bundeswirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck (Grüne) hat die Länder zu einem Moratorium bei der möglichen Rückzahlung von Corona-Soforthilfen durch Firmen aufgefordert. Das geht aus einem Brief Habecks an die Wirtschaftsminister der Länder hervor, welcher der Nachrichtenagentur dpa vorlag. Zuerst hatte das "Handelsblatt" darüber berichtet.

Die Bundesländer verlangen derzeit im Frühjahr 2020 ausgezahlte Corona-Soforthilfen zurück, wie die Zeitung nach einer Umfrage bei den für die Abwicklung zuständigen Wirtschaftsministerien und Förderbanken der Länder berichtet hatte. Kleinunternehmen und Selbstständige sollten Insgesamt 287,8 Millionen Euro an Bundesmitteln erstatten.

15.50 Uhr: Thüringen setzt auf Distanzunterricht nach den Ferien

Der Unterricht in Thüringens Schulen soll stufenweise an das Infektionsgeschehen angepasst werden. Ein "Corona-Fahrplan", den Bildungsminister Helmut Holger (Linke) vorgestellt hat, sieht vor, dass die Weihnachtsferien Anfang Januar um zwei Tage verlängert werden, danach findet der Unterricht erst digital, danach im Wechsel in der Klasse statt. Dort bleibt die Maskenpflicht bestehen.

In NRW soll der Unterricht wie geplant am 10.Januar wieder beginnen, also eine Woche später als in Thüringen. Schulministerin Yvonne Gebauer möchte solange wie möglich am Präsenzunterricht festhalten und war deswegen auch dagegen, die Weihnachtsferien früher beginnen zu lassen.

15.20 Uhr: Mehr Tests in Kitas wegen Omikron

In den Kitas soll demnächst öfter auf das Corona-Virus getestet werden. Wie Familienminister Joachim Stamp (FDP) in einem Brief an die Eltern und Kita-Beschäftigten schrieb, soll die Testfrequenz von zwei auf drei erhöht und dabei ein neuer Antigen-Lolli-Test eingesetzt werden, der dem Hersteller zufolge auch auf die Omikron-Variante anspreche. Dagegen soll es Lolli-Pool-Tests mit anschließernder PCR-Laborauswertung, wie sie in manchen Kommunen angeboten werden, nicht landesweit geben. Das sei weder logistisch noch mit Blick auf die Laborkapazitäten möglich, so Stamp.

13.30 Uhr: Omikron-Impfstoff kommt im Frühjahr

In der Pressekonferenz zur Pandemie-Lage mit Minister Karl Lauterbach, RKI-Chef Lothar Wieler und Andreas Gassen von der Kassenärztlichen Vereinigung wird erneut die Frage gestellt, wie gut die derzeit verwendeten Vakzine gegen die Omikron-Variante wirken. Die Booster-Impfung helfe; bald soll aber ein Impfstoff zur Verfügung stehen, der genau auf die neue Virusvariante zugeschnitten ist. "Wir haben spezifischen Omikron-Impfstoff gekauft beim Unternehmen Biontech, insgesamt 80 Mio. Dosen, mit denen wir rechnen ab April oder Mai", sagte Lauterbach bei der Pressekonferenz. Zugleich machte er wenig Hoffnung, dass es bei der Booster-Impfung bleibt: "Ich würde persönlich als Wissenschaftler davon ausgehen, dass wir davon ausgehen müssen, dass eine sogenannte vierte Impfung (...) notwendig sein wird."

13.20 Uhr: Booster für Jugendliche noch unklar

Karl Lauterbach spricht bei einer Pressekonferenz.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach: "Auch Erstimpfungen helfen"

Während die Booster-Kampagnen für Erwachsene auf Hochtouren laufen, lassen Informationen über eine dritte Impfung bei Jugendlichen bislang auf sich warten. Lauterbach sagte dazu bei der Pressekonferenz: "Das ist ein großes Problem, weil der Impfschutz vieler 12- bis 17-Jähriger derzeit abnimmt. Wir können das nicht vorgeben in dem Sinne, ich kann nur Gespräche führen und versuchen, das anzugehen." Der Bund übernehme aber weiterhin die Haftung für die generelle Impfung von Kindern und Jugendlichen. Bezüglich eines baldigen Boosters sei es dann aber an den Ärzten, eine Empfehlung auszusprechen oder nicht. Derzeit empfiehlt die Stiko keine Impfung für Personen unter 18 Jahren. Zugelassen für diese Gruppe sind die mRNA-Impfstoffe aber.

Eine gute Nachricht brachte Lauterbach hingegen in Bezug auf die Testungen mit: Auch die seien genauso zuverlässig in Bezug auf Omikron wie auch bei anderen Varianten des Virus.

13.10 Uhr: Widersprechen sich Bund/Länder und RKI?

Zu der missglückten Kommunikation vor der gestrigen Ministerpräsidentenkonferenz berief sich Lauterbach auf den neuen Expertenrat des Bundestags. Man habe sich mit den neuen Regeln auf wissenschaftliche Empfehlungen gestützt. Kurz vor dem offiziellen Beschluss hatte das RKI gestern weitaus strengere Maßnahmen und Kontaktbeschränkungen vorgeschlagen. Auf die Frage, ob RKI-Chef Wieler nun zufrieden mit den verabschiedeten Maßnahmen sei, sagte der: "Entscheidungen trifft die Politik. Ob ich zufrieden bin oder nicht, ist irrelevant." Er habe vorher nicht gewusst, was Bund und Länder verabschieden würden. Im Übrigen verfolge er "die Nachrichten nicht so sehr, wie Sie das vielleicht glauben. Ich mache nämlich meine Arbeit und die ist wissenschaftlich fundiert in erster Linie."

Wie sinnvoll aber sind die Empfehlungen des Expertenrates, wenn nicht 19 von 19 Expertinnen und Experten einem Vorschlag zustimmen, sondern lediglich die Mehrheit? "Sie tun hier einen Graben auf, der nicht existiert", so Lauterbach zu der Journalistenfrage. Wieler setzte mit Hinweis auf die Stellungnahme des Expertenrates nach: "Das ist kein Kompromisspapier, sondern ein Beschluss, der weitere stringente Maßnahmen fordert."

12.58 Uhr: "Möglichst unbürokratisch viel impfen"

Wer mit seiner Booster-Impfung noch nicht an der Reihe war - ist für diejenigen dann noch genug Impfstoff da? Lauterbach versuchte in dieser Hinsicht zu beruhigen. Zu 30 Millionen Booster-Dosen Moderna käme bald hoffentlich noch eine Biontech-Lieferung. "Wir arbeiten fieberhaft daran, weiteren Impfstoff zu besorgen", so Lauterbach, man sei mit mehreren Ländern darüber im Gespräch. Wichtig sei, nun "mit möglichst großem Tempo unbürokratisch viel zu impfen". Man rechne mit einer Lieferung im Januar.

12.50 Uhr: Gassen: 20 Prozent Kinder unter Erstimpfungen

Angesichts der aktuellen Impfquote zeigte sich Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), optimistisch: Sechs Millionen Impfungen seien es aktuell wöchentlich, damit liege Deutschland weit über dem EU-Durchschnitt. Hinzu komme immerhin eine halbe Million Erstimpfungen - jedoch seien darunter 20 Prozent Kinderimpfungen. Dass weiterhin Erwachsene den Wert der Impfung erkennen, sei auch in Zukunft "das schärfste Schwert im Kampf gegen Corona", so Gassen.

12.40 Uhr: Wieler: Kontaktnetz so klein wie möglich halten

27 Millionen Menschen in Deutschland sind laut Lauterbach bereits geboostert - 30 sollen es bis Weihnachten werden. Das allein reiche jedoch nicht: "Je weniger Menschen zusammenkommen, je kleiner das Kontaktnetz ist, desto weniger verbreitet sich das Virus", appellierte RKI-Chef Lothar Wieler an das Verhalten eines jeden. Die rückläufigen Zahlen seien kein Zeichen für eine Entspannung. Teilweise hätten Kreise noch immer Inzidenzen über 500. Mit Omikron müsse man zudem mit einer Welle von ganz neuer Dynamik rechnen. Der Trend sei klar: Bei einer Verdopplungszahl von aktuell drei könnte Omikron schon in wenigen Wochen den Großteil des Infektionsgeschehens bestimmen - zumal es noch immer elf Millionen ungeimpfte Erwachsene gebe.

12.30 Uhr: Pressekonferenz in Berlin gestartet

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat zu Beginn der Pressekonferenz einen allgemeinen Überblick über die pandemische Lage in Deutschland gegeben. "Wir sind in einer Situation, wo es uns gelingt, die Welle mit der Delta-Variante in den Griff zu bekommen. Die Maßnahmen wirken, sie wirken auch nachhaltig. Das hat auch Gott sei Dank eine entlastende Wirkung auf die Krankenhäuser."

Jetzt müsse man aber davon ausgehen, dass sich die Omikron-Welle in Deutschland nicht mehr verhindern lässt. "Unser wichtigster Baustein der bevorstehenden Omikron-Welle ist deshalb, dass wir eine offensive Booster-Kampagne fahren", so Lauterbach. Dass die Arztpraxen das trotz der zusätzlichen Belastung möglich machen, war ihm ein großes Lob wert. Aber auch die Booster-Kampagne könne die Welle nicht ganz verhindern - wohl aber, dass viele Menschen schwer erkranken. "Wir gehen davon aus, dass die Wirkung des Boosters schon eine Woche nach der Impfung eintritt - anders als nach der zweiten Impfung erst nach zwei Wochen." Der Schutz des Boosters liege nach Schätzung Lauterbachs anschließend bei über 90 Prozent.

11.40 Uhr: Gericht: Schließung von Clubs in NRW rechtens

Die Schließung von Clubs und Diskotheken in Nordrhein-Westfalen in der vierten Corona-Welle ist nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Münster wohl rechtens. Das Gericht lehnte jetzt zwei Eilanträge von Betreibern aus Hagen und Rheine ab. Die Beschlüsse sind nicht anfechtbar.

Nach der derzeitigen Coronaschutzverordnung des Landes sind der Betrieb von Clubs, Diskotheken sowie vergleichbare Veranstaltungen untersagt. Zu Recht, wie das OVG in seiner Begründung sagt. "Clubs und Diskotheken werden typischerweise unter besonders infektionsträchtigen Umständen betrieben", heißt es in der Mitteilung. 2G- oder 2G-Plus-Bedingungen seien kein wirksames Mittel zur Eindämmung der Pandemie.

11.20 Uhr: Frankreich: Impfung jetzt für alle Kinder ab fünf Jahren

In Frankreich können künftig alle Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren eine Corona-Impfung erhalten. Gesundheitsminister Olivier Véran kündigte gegenüber eines französischen Senders an, dass Termine nun buchbar seien. Die Dosen würden in Impfzentren, in der Apotheke sowie in Arztpraxen gespritzt.

Bisher hatte Frankreich Corona-Impfungen in dieser Altersgruppe nur für Kinder mit Vorerkrankungen erlaubt - und für solche, die mit besonders gefährdeten Menschen zusammenleben. Die Infektionszahlen sind in Frankreich in den vergangenen Wochen stark angestiegen. Zuletzt lag die 7-Tage-Inzidenze bei etwa 545.

11.12 Uhr: Deutsche Staatsverschuldung durch Corona gestiegen

Durch die Corona-Pandemie sind die Schulden von Bund und Ländern in diesem Jahr um 111,3 Milliarden Euro gestiegen. Das sind 5,1 Prozent mehr als Ende 2020. Die höchsten prozentualen Zuwächse gegenüber dem Vorjahreszeitraum wiesen Bayern (+12,4 Prozent), Sachsen (+11,0) und Nordrhein-Westfalen (+6,0) auf. Angaben zufolge sind die Kosten in allen drei Ländern auf die Maßnahmen zur Bewältigung der Pandemie zurückzuführen. Leicht gesunken sind hingegen die Schulden der Länder Bremen (-12,5), Hessen (-2,7) und die des Saarlandes (-2,1).

Dem gegenüber stehen Einnahmen des Bundes durch Negativzinsen: So konnte der Bund beim Schuldenmachen fast sechs Milliarden Euro einnehmen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

10.54 Uhr: Astrazeneca will Impfstoff anpassen

Der Hersteller Astrazeneca will mit Forschern der Universität Oxford an einem Corona-Impfstoff arbeiten, der an die neue Omikron-Variante angepasst ist. "Wir haben zusammen mit der Universität Oxford erste Schritte unternommen, um einen Omikron-Impfstoff zu produzieren, für den Fall, dass er benötigt wird", teilte der Pharmakonzern mit. Über weitere Details oder einen Zeitplan gab es zunächst keine Informationen.

Ersten Erkenntnissen zufolge ist die Schutzwirkung der Astrazeneca-Impfungen vor einer Ansteckung mit der Omikron-Variante nach zwei Impfdosen deutlich schwächer als bei bisherigen Varianten. Das ist auch bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna der Fall. Deren Hersteller arbeiten aktuell ebenfalls an Omikron-angepassten Impfstoffen.

10.30 Uhr: Keine einheitlichen Regeln für Weihnachtsgottesdienste

Für die bevorstehenden Gottesdienste an Weihnachten entscheiden Gemeinden und Pfarreien vor Ort jeweils selbst über Art und Umfang der Feiern. Wegen der Omikron-Variante appelliert das Robert Koch-Institut dabei für strengere Regelungen - in den aktuellen Beschlüssen der Bund-Länder-Runde findet sich aber nichts zu dem Thema. Ginge es nach dem RKI, sollten nur Menschen Zugang haben, die geimpft oder genesen und zusätzlich negativ getestet sind (2G+). Nach der Auffrischungsimpfung könne die Testpflicht entfallen. Auf Gemeindegesang solle man unbedingt verzichten.

Erst vor kurzem hatte der Immunologe Harald Renz die kirchlichen Corona-Regeln kritisiert. "Dass in manchen Gottesdiensten nicht einmal 3G gilt, halte ich für unverantwortlich", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Eine gute Durchlüftung, viel Abstand, Maskenpflicht und mindestens 2G seien die wichtigsten Maßnahmen. Matthias Kopp, Sprecher der Bischofskonferenz, versicherte: Die Kirchen würden sich an die jeweilige regionale Corona-Situation anpassen.

9.55 Uhr: Lebenserwartung in den USA stark gesunken

Die Lebenserwartung in den USA ist im vergangenen Jahr um 1,8 Jahre gesunken - so stark wie seit 75 Jahren nicht mehr. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) lag die Lebenserwartung bei der Geburt für die gesamte US-Bevölkerung im vergangenen Jahr bei 77,0 Jahren - im Vorjahr waren es noch 78,8. Als Hauptursache für den Rückgang wird die Corona-Pandemie genannt. Insgesamt war Covid-19 vergangenes Jahr die dritthäufigste Todesursache und machte in den USA 350.000 Sterbefälle aus, etwas mehr als ein Zehntel aller registrierten Todesfälle.

9.32 Uhr: Corona verstärkt weiter die Einsamkeit

Bei vielen Menschen wächst im zweiten Corona-Winter die Angst vor Einsamkeit und Isolation – das vermutet Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland. Das zeige unter anderem die wachsende Anzahl von Gesprächen der Telefonseelsorge zum Thema Corona. Noch im Oktober seien von bundesweit täglich rund 2.600 Gesprächen drei bis vier Prozent zur Pandemie gewesen. Dieser Anteil sei im November auf elf Prozent, in den ost- und süddeutschen Bundeslänger gar auf 20 Prozent gestiegen.

Studien zeigen, dass in den bisherigen Corona-Wellen das Gefühl der Einsamkeit in Deutschland unter allen Altersgruppen zunahm. Der Deutsche Alterssurvey beispielsweise ergab: Bei 25-jährigen Menschen ist der Anteil derjenigen, die sich einsam fühlten, in der Zeit von April bis Juli 2020 auf 35 Prozent angestiegen. 2016 hatte der Wert bei neun Prozent gelegen.

9.14 Uhr: Stiko-Chef für "sehr schnell" mehr Kontaktbeschränkungen

Thomas Mertens hält die öffentliche Diskussion um den Impfstatus von Joshua Kimmich für überzogen.

Stiko-Chef Mertens

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat sich mit Blick auf die Corona-Virusvariante Omikron für umfassendere Kontaktbeschränkungen ausgesprochen. Es müssten angesichts der leichten Übertragbarkeit auf jeden Fall viel, viel mehr Kontaktbeschränkungen erfolgen als derzeit üblich - und zwar "sehr schnell", sagte Mertens der "Schwäbische Zeitung". Ob es ein vollständiger Lockdown sein müsse, sei jetzt schwer zu sagen, erklärte der Stiko-Chef.

Wieso schärfere Maßnahmen oder gar ein möglicher Lockdown noch vor Weihnachten nötig sind, verdeutlicht auch eine Modellierung der WDR-Wissenschaftsredaktion Quarks. Demnach könne die vierte Welle zwar nicht mehr verhindert, aber zumindest abgeschwächt und Krankenhäuser damit entlastet werden.

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9.00 Uhr: Israel bereitet vierte Corona-Impfung vor

In Israel sollen über 60-Jährige und Mitarbeiter des Gesundheitssystems eine vierte Impfdosis erhalten. Ministerpräsident Naftali Bennett nannte die Empfehlung des Expertenrats eine "wunderbare Nachricht, die uns helfen wird, die Omikron-Welle zu bewältigen".

Die Auffrischung kann den betroffenen Gruppen mindestens vier Monate nach der dritten Impfung verabreicht werden. Bennett habe das Gesundheitsministerium und die Krankenkassen angewiesen, sich auf eine "groß angelegte Impf-Aktion" einzustellen.

Israel hat eine der schnellsten Impfkampagnen gegen Corona weltweit und war im Sommer das erste Land, das vollständig Geimpften Auffrischungen verabreicht hat. Die erneute Auffrischung könnte bald auf andere Bevölkerungsgruppen ausgeweitet werden.

8.50 Uhr: Ärztekammerpräsident begrüßt Kontaktbeschränkungen nach Weihnachten

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hält es für richtig, dass die verschärften Kontaktbeschränkungen erst nach Weihnachten gelten. "Ich glaube, dass diese drei oder vier Tage Differenz keinen wesentlichen Unterschied ausmachen", sagt er im SWR. "Ich glaube, dass die Menschen eher müde sind angesichts der vielen Maßnahmen. Man muss, damit Menschen das mitmachen und auch einsehen, ein ganz klein bisschen Kompromisse machen." Deshalb sei es richtig, die Maßnahmen erst ab dem 28. Dezember beginnen zu lassen.

Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer widerspricht dieser Ansicht: "Bei der Verdopplungsrate, die Omikron an den Tag legt, ist jeder Tag wichtig", sagte Stürmer im Deutschlandfunk.

8.23 Uhr: England verkürzt Quarantäne für Infizierte

Corona-Infizierte können in England künftig bereits nach sieben statt nach zehn Tagen ihre Quarantäne verlassen. Voraussetzung dafür ist, dass Schnelltests an Tag sechs und sieben negativ ausfallen, wie die britische Regierung mitteilte. Damit sollen Ausfälle im Gesundheitssystem und anderen systemrelevanten Branchen reduziert werden.

Die Lage in Großbritannien hatte sich zuletzt vor allem wegen der neuen Corona-Variante verschärft. Das Land zählt nach Regierungsangaben bislang 14 Todesfälle im Zusammenhang mit Omikron, 129 Omikron-Patienten würden derzeit in Krankenhäusern behandelt.

7.56 Uhr: Ethikrat empfiehlt allgemeine Corona-Impfpflicht

Der Deutsche Ethikrat ist für die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht. Laut einer Stellungnahme sprechen sich 20 von 24 Mitgliedern für die Ausweitung der beschlossenen Impfpflicht in Einrichtungen mit besonders von Covid-19 gefährdeten Menschen aus, allerdings in zwei abgestuften Varianten. Einen mit körperlicher Gewalt verbundenen Impfzwang lehnt der Ethikrat ab. Gleichzeitig empfehlen die Experten zur Umsetzung einer Impfpflicht die Einführung eines nationalen Impfregisters sowie viele niedrigschwellige Impfangebote.

7.30 Uhr: Rau: Tausende Impftermine vor Weihnachten noch frei

Gesundheitsdezernent Harald Rau.

Gesundheitsdezernent Harald Rau

Im Interview mit dem WDR 5 "Morgenecho" hat der Kölner Gesundheitsdezernent Harald Rau für mehr Tempo in der Booster-Kampagne geworben. 15.000 Auffrischungs-Dosen würden derzeit täglich in Köln verimpft - viele Termine in den Impfzentren, beispielsweise an der Lanxess-Arena, seien vor Weihnachten jedoch noch frei. Die gelte es jetzt, noch zu besetzen. "Das wünsche ich mir ganz dringend, die Lage wird noch viel brenzliger, als wir es vor zwei, drei Wochen dachten - wir brauchen das Boostern", so Rau.

Dass in Köln zwischen dem 24. und 26. Dezember bislang keine Impfungen geplant sind, begründete Rau mit der geringen Auslastung der bisherigen Termine. "Wir reden sogar über ein paar tausend Termine, die in unseren Impfzentren an der Lanxess-Arena und am Gesundheitsamt vor dem Jahreswechsel noch frei sind. Deswegen sahen wir keinen Anlass, da noch mehr zu machen." Ein Krisenstab werde das heute aber nochmals prüfen. Denn: Alle miteinander müssten jetzt noch mehr tun, um die vierte Welle zu bremsen.

7.10 Uhr: Inzidenz erstmals seit 11.11. wieder unter 300

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erstmals seit dem 11. November wieder unter 300 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche gesunken. Der Rückgang innerhalb von einem Tag fällt deutlich aus - von 306,4 auf 289,0 Neuinfektionen. Auch in NRW sinkt die Inzidenz - von 232,1 auf 220,6 Neuinfektionen. Diese vorläufigen Daten bilden jedoch nicht das volle Infektionsgeschehen ab. Der NRW-Inzidenzwert vor einer Woche ist von 255,4 auf 279,6 korrigiert worden - durch Nachmeldungen der Gesundheitsämter, die vielerorts überlastet sind.

6.54 Uhr: Länder fordern Soforthilfen zurück

Die Bundesländer verlangen offenbar in großem Umfang die im Frühjahr 2020 ausgezahlte "Soforthilfe Corona" zurück. Insgesamt 287,8 Millionen Euro sollen Kleinunternehmen und Selbstständige erstatten, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf eine Umfrage unter den Wirtschaftsministerien und Förderbanken der Länder. Mehr als 30.000 Unternehmen und Selbstständige sind demnach betroffen.

Grund für die Rückforderungen ist dem Bericht zufolge in der Regel, dass die Hilfeempfänger dann doch mehr Geld hatten als erwartet. Umsatzeinbrüche oder Zusatzkosten gehen nicht in die Rechnung ein. Die Kritik daran: Genau dafür haben Unternehmer und Selbstständige das Geld vielfach nutzen müssen. Zudem konnten die Antragssteller keinen Lohn für sich selbst geltend machen.

6.42 Uhr: Viel Gegenwind für "Bergdoktor" Hans Sigl

Schauspieler Hans Sigl aus der ZDF-Serie "Der Bergdoktor" macht sich in Zeiten von Corona für das Impfen stark und bekommt dafür viel Gegenwind in den sozialen Netzwerken. Impfgegner empörten sich, dass er als "Bergdoktor" so nett sei und dann aber auf Facebook für das Impfen werbe, sagte Sigl der Nachrichtenagentur dpa. "So schnell kann es gehen, dass man erkennt, dass ein Schauspieler ein Schauspieler ist, und kein 'Bergdoktor'." In die ZDF-Serie wurde die Pandemie nicht eingebaut, dort gibt es kein Corona. Aber, so sagte Sigl: "Der 'Bergdoktor' würde rund um die Uhr impfen."

6.30 Uhr: Corona-Tests heute für alle Schüler in NRW

Schüler*innen der Königin-Luise-Schule in Köln beim Pooltest

Schüler*innen der Königin-Luise-Schule in Köln beim Pooltest

Das Schulministerium verspricht sich davon mehr Sicherheit für die Feiertage. Für manche Familien könnte das aber eine unnötige Quarantäne bedeuten. An Grundschulen zum Beispiel werden immer Proben ganzer Klassen zusammen ans Labor geschickt. Wenn ein positives Ergebnis dabei ist, müssen alle einen zweiten Test machen - und solange in Quarantäne. Die Landesregierung verspricht: Auch im Fall eines positiven Pool-Tests sollen Einzel-Ergebnisse spätestens morgen vorliegen. Kein Kind solle wegen eines fehlenden Ergebnisses in Quarantäne sein.