Ticker vom Montag (11.01.2021) zum Nachlesen

Ticker vom Montag (11.01.2021) zum Nachlesen

  • 15-km-Regel gilt in vier NRW-Hotsposts
  • Vergabe der Impftermine startet am 25. Januar
  • Distanzunterricht mit Pannen - Klagen über "Moodle"-Störungen
  • IModerna-Impfstoff wird ab heute ausgeliefert
  • Tourismus-Beauftragter zu Oster-Reisen: "schwer vorstellbar"
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

22.44: Vier Hotspot-Kreise in NRW führen 15-Kilometer-Regel ein

Die Menschen in den Kreisen Höxter, Minden-Lübbecke, Recklinghausen und im Oberbergischen Kreis dürfen sich nur in einem Umkreis von 15 km ab der Heimatortgrenze bewegen. Das sieht die am Montagabend doch noch veröffentlichte Corona-Regional-Verordnung vor. Die Verordnung gilt ab Dienstag - also ab morgen.

Auch für Menschen, die nicht in den genannten Kommunen leben, hat die Verordnung Konsequenzen: Sie dürfen diese Kommunen nicht betreten. Ausnahme: Sie leben in einer Gemeinde, die nicht weiter als 15 Kilometer von ihrem Zielort entfernt ist.

20.14 Uhr: 15-Kilometer-Regel in NRW weiterhin nur im Einvernehmen mit den Kommunen

Die umstrittene 15-Kilometer-Regel will das Land NRW weiterhin nur im Einvernehmen mit den betroffenen Kommunen durchsetzen. Das erfuhr der WDR am Montag aus Regierungskreisen. Im Gespräch ist, dass in Kreisen mit über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen der Bewegungsradiums der Bürger auf 15 Kilometer um den Wohnort beschränkt wird – sofern kein triftiger Grund vorliegt. So hatten das Bund und Länder zuletzt vereinbart. Als triftige Gründe gelten Lebensmitteleinkäufe, die Fahrt zum Job sowie ein Arztbesuch.

Der Entwurf einer entsprechenden Corona-Regional-Verordnung lag am Montag dem WDR vor. Darin wurden die Bewegungsbeschränkungen erst noch verbindlich für die Kommunen geregelt. So wird es jetzt offenbar nicht kommen. Noch ist die Verordnung nicht veröfentlicht und nicht in Kraft. Kritik an diesem noch nicht veröffentlichten Papier kommt vom Städtetag NRW. Dessen Vorsitzender, Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) sagte, die angeordneten Maßnahmen gingen an der Realität vorbei und seien nicht umsetzbar.

18.45 Uhr: Gastronomen und Hoteliers bangen um ihre Existenz

Drei Viertel der Gastronomen und Hoteliers bangen angesichts der Corona-Beschränkungen um ihre Existenz. In einer Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) gaben dies 75,5 Prozent der etwa 12.000 befragten Betriebe an, demnach zieht zudem jeder vierte Unternehmer (24,9 Prozent) gar eine Schließung in Erwägung. Im Gastgewerbe stünden "Existenzen und Vertrauen in die Politik auf dem Spiel", warnte der Verband am Montag. Die Betriebe seien seit Anfang November im Lockdown und es fehle eine Öffnungsperspektive, kritisierte Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Von den zugesagten Novemberhilfen seien bisher nur Abschlagszahlungen angekommen - "und bei vielen noch nicht einmal diese". Auch die angekündigten Dezemberhilfen stünden noch aus.

18.33 Uhr: Medizinische Vorräte für Europa - Deutschland bekommt zweites Lager

In Deutschland soll ein zweites Vorratslager mit Medizingütern für alle EU-Staaten entstehen. Belgien, die Niederlande und Slowenien bekommen darüber hinaus jeweils ein erstes Lager, wie die EU-Kommission am Montag mitteilte. Insgesamt beherbergen damit den Angaben nach nun neun EU-Staaten die gemeinsamen medizinischen Vorräte - unter anderem Millionen von Masken, Handschuhen und Kitteln sowie tausende Beatmungsgeräte. Die Vorratslager sind eine Lehre aus der Corona-Pandemie: Bei Engpässen oder Notlagen werden Vorräte verteilt.

18.14 Uhr: Biontech peilt Produktion von zwei Milliarden Impfdosen an

Das Mainzer Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer wollen in diesem Jahr unter bestimmten Voraussetzungen zwei Milliarden Dosen ihres Corona-Impfstoffs herstellen. Das geht aus am Montag bekannt gewordenen Unterlagen von Biontech an die US-Börsenaufsicht SEC hervor. Bislang hatten die Firmen 1,3 Milliarden Dosen angepeilt. Bedingung für die höhere Produktion seien Verbesserungen und Vergrößerungen an den bisherigen Standorten sowie weitere Lieferanten und Vertragspartner für die Herstellung.

17.53 Uhr: Studie: Hälfte der Sitze in Konzerthäusern belegbar

Einer musikalischen Darbietung live in einem Konzerthaus lauschen - wegen der Corona-Pandemie ist das derzeit nicht erlaubt. Dabei könnte einer Studie des Fraunhofer Instituts im Dortmunder Konzerthaus zufolge die Hälfte der Sitzplätze nahezu ohne Corona-Ansteckungsgefahr belegt werden - wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu zählten Maskentragen und eine ausreichende Frischluftzufuhr über die vorhandene Belüftungsanlage, hieß es.

17.03 Uhr: Virusvariante aus Südafrika erstmals in Bottrop nachgewiesen

In Bottrop ist erstmals die neuartige Virusvariante aus Südafrika nachgewiesen worden. Das teilte die Ruhrgebiets-Kommune am Montag mit. Bei dem Patienten handelt es sich um einen Mann, der aus beruflichen Gründen in Südafrika vor Weihnachten unterwegs war und sich in dem Land infiziert hatte. Der Patient befand sich ebenso wie seine Familie in häuslicher Quarantäne. Der Mann sei inzwischen genesen. Auch den Familienmitgliedern gehe es gut.

Die Stadt verwies zugleich auf Angaben des Robert Koch-Instituts (RHI). Danach gibt es keine Hinweise auf schwerere Krankheitsverläufe bei Infektionen mit dieser neuen Variante oder eine verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe. Es wird aber vermutet, dass diese Variante eine höhere Übertragbarkeit als die bisher zirkulierenden Virusvarianten aufweisen könnte.

16.22 Uhr: Vergabe der Impftermine startet in NRW am 25. Januar

Die Vergabe der Impftermine soll am 25. Januar starten. Das hat das NRW-Gesundheitsministerium am Montag bekanntgegeben. Anfang Februar sollen dann auch die Impfzentren öffnen - zunächst für Personen, die älter als 80 Jahre sind.

16.16 Uhr: Grüne fordern wegen Virus-Mutation zusätzliche Maßnahmen

Angesichts der hoch ansteckenden Corona-Variante haben die Grünen den Bund aufgefordert, noch vor den nächsten Beratungen mit den Ministerpräsidenten zusätzliche Maßnahmen einzuführen. Parteichefin Annalena Baerbock sprach sich nach der Jahresauftaktklausur am Montag für eine Ausweitung des Homeoffice, für staatlich finanzierte FFP2-Masken sowie die Zulassung von Schnelltests zur Selbstanwendung aus. Es solle nicht bis zur nächsten Beratung der Länderregierungschefs am 25. Januar gewartet werden mit den zusätzlichen Maßnahmen, forderte Baerbock. "Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass die Zahlen nicht explodieren, dass die Krankenhäuser kollabieren."

15.42 Uhr: Kerzen für Corona-Toten

Eine Berliner Initiative will die bisher mehr als 40.000 Corona-Toten in Deutschland mit Kerzen sichtbar machen. Seit Anfang Dezember zünden Menschen in nunmehr etwa 25 Städten und Gemeinden jeweils sonntags zum Sonnenuntergang an öffentlichen Plätzen Kerzen für die Toten an. "Wir haben das angestoßen. Jetzt nimmt es hoffentlich breitere Formen an", sagte der Journalist Christian Y. Schmidt am Montag der Deutschen Presse-Agentur über die Initiative "Corona-Tote sichtbar machen". Er hat sie gemeinsam mit der Künstlerin Veronika Radulovic ins Leben gerufen.

"Wir wollen keine Massenaufläufe, sondern, dass die Leute das möglichst dezentral in ihrer Nachbarschaft machen", betonte Schmidt. Zwei Kerzen und ein DIN A4-Blatt, das die Aktion erkläre, genügten schon. Kerzen brannten oder brennen bislang unter anderem in Berlin, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart. 

15.34 Uhr: Mallorca verbietet wegen Corona alle privaten Treffen

Auf der bei Deutschen beliebten Ferieninsel Mallorca und den anderen Baleareninseln sind Treffen im privaten Kreis wegen hoher Corona-Zahlen ab Mittwoch ganz verboten. Das gelte für den öffentlichen Raum und auch für zuhause, sagte die Sprecherin der Regionalregierung, Pilar Costa, am Montag in Palma. Ab Mittwoch müssten auch alle Restaurants, Bars, Einkaufszentren und Fitnessstudios schließen. Die Einschränkungen sollen zunächst bis zum 30 Januar dauern.

15.29 Uhr: Deutlich mehr illegaler Welpenhnadel in Corona-Krise

Der illegale Handel mit Welpen und jungen Katzen hat nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes in der Corona-Pandemie deutlich zugenommen. "Allein zwischen Januar und Oktober 2020 wurden 75 Fälle von illegalem Heimtierhandel bekannt, 818 Tiere waren betroffen", sagte Lisa Hoth, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund am Montag einer Mitteilung zufolge. "Damit liegt die Zahl der Fälle und Tiere bereits über der Gesamtzahl des Vorjahres." Unter den Tieren seien 683 Hunde und 130 Katzen gewesen. Außerdem befürchte man eine hohe Dunkelziffer.

"Der durch die Corona-Pandemie ausgelöste Haustierboom und der anonyme Verkauf über das Internet machen es den Händlern besonders leicht", sagte Hoth. Der Tierschutzbund fordert daher eine Regulierung des Internethandels und eine europaweite, verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung für Haustiere, um deren Herkunft besser rückverfolgen zu können.

15.14 Uhr: Corona-"Schutzhimmel" für Arbeitsplätze

Das Fraunhofer-Institut hat einen sogenannten Schutzhimmel für Menschen entwickelt, die etwa an der Kasse oder an einem Schalter arbeiten und sich deshalb besonders leicht mit dem Coronavirus infizieren können. Am Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) wurde eine Art Luftschleuse entwickelt, die Arbeitsplätze durch einen steten Luftstrom von der Umgebungsluft abschirmt. Dieser Schutzhimmel soll ab Mittwoch auf der digitalen Messe BAU präsentiert werden.

Dabei handelt es sich den Angaben zufolge um ein handliches Luftfiltergerät, das auf Rollen an den Arbeitsplatz bewegt werden kann. Das Gerät saugt Raumluft an und filtert sie. Die gefilterte Luft wird über einen Schlauch zu einem Luftauslass geführt, der über dem Arbeitsplatz hängt - ähnlich einem Ampelsonnenschirm, bei dem der Schirm an einem langen Arm befestigt ist. Der Filter im Gerät ist ein High-Efficiency Particulate Air-Filter (HEPA), der Viren zurückhalten kann. Aus dem Luftauslass ströme die Luft "wie aus einer Dusche" herab, erklärte die Fraunhofer-Gesellschaft. Der stete Luftstrom verhindere, dass Raumluft aus der Umgebung in den Arbeitsplatz einströmen könne.

14.58 Uhr Mehrheit lüftet aus Angst vor Corona-Infektionen häufiger

82 Prozent der Deutschen lüften aus Angst vor Infektionen mit dem Coronavirus häufiger. Das ergab eine am Montag veröffentlichte Umfrage des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Demnach setzten quer durch alle Altersgruppen etwa vier von fünf Bürgern auf Frischluft als Gegenmaßnahme gegen eine mögliche Ansteckung. Darüber hinaus vertrauten die Menschen weiterhin vor allem auf Gesichtsmasken, Abstand zu anderen und häufigeres Händewaschen. Die Maskenpflicht befürworten laut Umfrage 93 Prozent, bei den Abstandsregeln sind es 96 Prozent.

Die Schließung von Schulen und Kitas nach dem Ende der Weihnachtsferien wird von 67 Prozent als angemessen beurteilt. Das ist ein Rückgang um vier Prozentpunkte gegenüber der vorherigen Befragung in der Woche vor Weihnachten. Das in Berlin ansässige BfR befragt alle zwei Wochen rund tausend Menschen zu ihrer Einschätzung der Corona-Pandemie und den Gegenmaßnahmen. Die jüngste Umfrage fand am 5. und 6. Januar statt.

14.39 Uhr: Distanzunterricht mit Pannen - Klagen über "Moodle"-Störung

Die Weihnachtsferien sind vorüber, die Schule startete am Montag mit Distanzunterricht. Doch ohne Pannen lief er nicht ab: Schüler und Lehrer haben Probleme mit der zentralen Lernplattform für Schulen, "Moodle" - und machten ihrem Ärger in den Sozialen Medien Luft. So schrieb etwa eine Userin bei Twitter: "Kann es denn wirklich sein, dass es seit März keiner hinbekommen hat, (...) eine funktionierende digitale Infrastruktur aufzubauen?" Ein anderer schrieb: "homeschooling was great, doch dann kam moodle."

NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) waren derweil zunächst keine entsprechenden Probleme beim "Moodle"-basierten System Logineo" bekannt. Es gebe noch keine ensprechenden Rückmeldungen, sagte Gebauer im Schulausschuss des Landtags.

14.10 Uhr: Regierung lehnt bei Corona-Warn-App Lockerung beim Datenschutz ab

Die Bundesregierung lehnt eine Lockerung des Datenschutzes bei der Corona-Warn-App ab. Ein Sprecher von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Montag in Berlin, dass beim Datenschutz "keine Abstriche" gemacht werden sollten. Denn dieser sei ein wesentlicher Grund für die Akzeptanz der App. Auch Regierungssprecher Steffen Seibert und eine Sprecherin des Justizministeriums bekräftigten den Grundsatz der Freiwilligkeit bei der Warn-App. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurde die mobile Anwendung bislang rund 25 Millionen Mal heruntergeladen - wobei nicht klar ist, wie viele der User die App inzwischen wieder deinstalliert haben.

12.03 Uhr: Tourismus-Beauftragter hält Urlaubsreisen zu Ostern für "schwer vorstellbar"

Der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), äußert sich skeptisch, ob angesichts der Corona-Einschränkungen Urlaub in den Osterferien wieder möglich sein wird. "Ich glaube, dass Reisen etwas ist, dass die nächsten zwei, drei Monate noch sehr schwer vorstellbar ist", sagt Bareiß der Sendergruppe RTL/ntv.

Mit Besserung rechne er erst im Verlauf des zweiten Quartals. "Ab den Pfingstferien wird es wieder besser. Und ich hoffe, dass dann der Sommer ein ganz großer Reisezeitraum wird", Bareiß.

11.58 Uhr: Polizei fordert Anerkennung von Corona-Infektion als Dienstunfall

Die Gewerkschaft der Polizei will erreichen, dass eine Corona-Infektion von Polizisten schneller als bislang als Dienstunfall anerkannt wird. Sie plant eine Musterklage, damit Polizeibeamte vor allem bei Pensionsansprüchen besser abgesichert sind.

In Deutschland haben sich nach Einschätzung der Gewerkschaft mehrere tausend Polizisten mit dem Coronavirus angesteckt. Viele Polizisten kommen im Einsatz mit uneinsichtigen Bürgern in Konkakt, die die Corona-Gefahr unterschätzen. Nur wenn sie hierbei oder bei Kollegen auf der Wache angesteckt haben, wäre es ein Dienstunfall - aber das ist schwer nachweisbar.

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11.01 Uhr: Ministerin Gebauer hält Schulen nicht für "Virenschleudern"

NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat im Landtag betont, dass die Schulen in NRW keine Hotspots oder "Virenschleudern" seien. Dass die Einrichtungen seit diesem Montag in Distanz unterrichten, sei vielmehr ein Beitrag zur allgemeinen Kontaktreduzierung in einer "nochmals zugespitzten Infektionslage", sagte Gebauer heute in einer Sitzung des Schulausschusses.

Gebauer kündigte an, dass sie sich am 24. Januar - einen Tag vor der nächsten Bund-Länder-Konferenz - erneut mit Vertretern von Eltern, Lehrern und Verbänden zusammenschalten werde, um über künftige Maßnahmen zu sprechen. Auch wie es mit Sportunterricht, Klassenfahrten und Abschlussfeiern weitergeht, müsse besprochen werden, so die Ministerin.

Mehrere Studien und Analysen widersprechen Gebauers Ansicht. Demnach gehören Schulschließungen zu den effektivsten Anti-Covid-Maßnahmen, wie zum Beispiel am Samstag die Hochschule ETH Zürich mitteilte. Ähnlich sieht es Virologe Virologe Christian Drosten, wie er am Tag zuvor bei Twitter schrieb.

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10.31 Uhr: Beamtenbund-Chef kritisiert schleppende Digitalisierung in Ämtern

"Innovationsfähigkeit, Selbstorganisation und Autonomie der Verwaltung müssen gestärkt werden. Deutschland braucht einen Pakt für Krisenresilienz!" Mit dieser Forderung hat der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes, Ulrich Silberbach, heute die Jahresversammlung seines Verbands eröffnet.

Die Hintergründe erläuterte er zuvor im "Morgenecho" bei WDR5: Probleme habe der öffentliche Dienst insbesondere, weil er "im Zeitalter der Digitalisierung hintangestellt ist". Als Beispiel nannte er die Gesundheitsämter: "Wenn dort noch mit Stift, Fax und Papier gearbeitet wird, dann ist das nicht das, was wir heute brauchen, um eine Pandemie schleunigst in den Griff zu bekommen."

9.49 Uhr: Stiko-Chef reagiert auf Vorwurf schleppender Impfung

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, sagt zu Kritik am schleppenden Beginn der Impfkampagne in Deutschland, er wäre "natürlich noch zufriedener", wenn es schneller gehen würde. "Aber letztendlich ist es eigentlich etwas, was ich ungefähr so erwartet habe. Es schien mir unmöglich, eine derartig große Impfkampagne wirklich sehr viel schneller anlaufen zu lassen", sagt Mertens im "ZDF-Morgenmagazin".

Es komme jetzt darauf an, die Menschen mit einem wirklich hohen Erkrankungsrisiko durchzuimpfen. Das seien zunächst ungefähr acht Millionen. "Wenn das jetzt ordentlich anläuft, auch mit dem zweiten Impfstoff, dann können wir das doch jetzt innerhalb von einigen Wochen schaffen."

9.24 Uhr: Fast ein Viertel der Briten soll bis Mitte Februar Impfangebot erhalten

Großbritannien will bis Mitte Februar rund 15 Millionen Menschen ein Angebot zur Impfung machen. Das ist fast ein Viertel der gesamten Bevölkerung - und weit mehr als ein Viertel der infrage kommenden Menschen, denn für Kinder ist eine Impfung bislang nicht vorgesehen. Inzwischen würden 200.000 Menschen täglich geimpft, sagt der für die Umsetzung zuständige Minister Nadhim Zahawi.

In Deutschland wurden bis Samstag etwas mehr als eine halbe Million Menschen geimpft, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. Begonnen haben die Corona-Impfungen allerdings deutlich später als in Großbritannien: am 27. Dezember. Seitdem wurden in Deutschland pro Tag nie mehr als 60.000 Menschen geimpft.

9.17 Uhr: Bildungsforscher Helbig in Sorge um sozial Benachteiligte

Der heute beginnende NRW-weite Distanzunterricht wird viele Schüler und Eltern vor Probleme stellen, meint Bildungsforscher Marcel Helbig von der Uni Erfurt. "Es ist extrem schwierig - vor allem für die Kinder aus sozial benachteiligten Schichten -, das alles umzusetzen, wie es jetzt umgesetzt werden sollte", sagte er im "Morgenecho" bei WDR5.

Für alle Schülerinnen und Schüler sei die Situation belastend. Die Rückmeldungen aus den Schulen seien eindeutig: "Je länger das Ganze geht, desto schwieriger wird die ganze Sache. Das merkt man bei fast allen Kindern: Irgendwann geht die Motivation auch runter." Allerdings könnten sich Gymnasiasten immer noch besser motivieren als Kinder, "die vielleicht schon gescheitert sind".

8.29 Uhr: Moderna-Impfstoff wird ab heute ausgeliefert

Mann hält Ampulle mit  Impfstoff gegen Corona der Firma Moderna in die Kamera

Ampulle mit dem Impfstoff von Moderna

In Deutschland wird ab heute der zweite zugelassene Impfstoff ausgeliefert - der vom US-Unternehmen Moderna. Das sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im "ZDF-Morgenmagazin". Heute und morgen werde das Vakzin an die Bundesländer gehen. "Und die können dann beginnen, auch mit diesem Impfstoff zu impfen."

Deutschland bekommt von Moderna bis Ende März zwei Millionen Dosen - pro Person werden zwei Dosen benötigt. Mit deutlich mehr Impfstoff rechnet der Gesundheitsminister erst im Laufe des Jahres.

7.36 Uhr: China lässt WHO-Experten ins Land

Mit einiger Verzögerung hat China einem internationale Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Einreise erlaubt, das in der Volksrepublik die Ursprünge des Coronavirus erkunden soll. Die Delegation soll nun am 14. Januar eintreffen, teilt die Nationale Gesundheitsbehörde in Peking mit.

Ursprünglich sollte das Team bereits Anfang Januar für die Untersuchung nach China einreisen, doch die Ankunft verzögerte sich, weil die Behörden keine Einreisegenehmigung erteilten. Das neuartige Virus war Ende 2019 erstmals in der zentralchinesischen Provinzhauptstadt Wuhan festgestellt worden.

7.11 Uhr: Modekette Adler meldet Insolvenz an

Erhebliche Umsatzeinbrüche durch die Schließung des Einzelhandels seit Mitte Dezember haben die Adler Modekette AG zu einem Insolvenzantrag gezwungen. Ziel des Verfahrens sei eine Sanierung, gab die Unternehmensführung aus Haibach bei Aschaffenburg bekannt.

Adler hat nach eigenen Angaben 171 Filialen, die meisten in Deutschland. Die Modekette beschäftigt mehr als 3.300 Mitarbeiter. Der Geschäftsbetrieb soll in vollem Umfang fortgeführt werden.

6.37 Uhr: RKI meldet 12.497 Corona-Neuinfektionen

In Deutschland haben sich offiziell zuletzt 12.497 Menschen innerhalb eines Tages mit dem Coronavirus infiziert. Das meldete das Robert Koch-Institut (RKI) heute Morgen. Außerdem wurden 343 neue Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion verzeichnet. Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche - liegt nun bei 166,6.

In Nordrhein-Westfalen liegt der Inzidenzwert bei 150,0. Die NRW-Gesundheitsämter meldeten dem RKI 1.796 Neuinfektionen und 36 neue Todesfälle.

An Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Grundsätzlich sei die Interpretation der Daten momentan weiter schwierig, so das RKI, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

6.30 Uhr: Von heute an gilt der verschärfte Lockdown

In NRW wie auch in allen anderen Bundesländern gilt von heute an bis zunächst Ende Januar ein verschärfter Lockdown. Zahlreiche Geschäfte und Einrichtungen bleiben weiterhin geschlossen. Neu ist unter anderem: Es gelten verschärfte Kontaktbeschränkungen. Obwohl die Ferien vorbei sind, bleiben die Schulen dicht, stattdessen gibt es Distanzunterricht. Außerdem betreuen die Kitas nur noch in reduziertem Umfang.

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Stand: 12.01.2021, 06:23