Ticker vom Montag (14.12.2020) zum Nachlesen

Ticker vom Montag (14.12.2020) zum Nachlesen

  • Niederlande ab Dienstag im Lockdown
  • Arbeiterwohlfahrt warnt vor "untauglichen" Masken
  • Offenbar stehen auch die Niederlande vor Lockdown
  • Elternverband: Umstellung an NRW-Schulen "chaotisch" gestartet
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

21 Uhr: Niederlande ab Dienstag für fünf Wochen im Lockdown

Auch die Niederlande gehen in einen harten Lockdown, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verringern. Für die kommenden fünf Wochen kündigte Ministerpräsident Mark Rutte massive Einschränkungen an: Schulen und Kitas bleiben bis zum 19. Januar geschlossen, ebenfalls alle nicht lebenswichtigen Geschäfte. Auch Museen, Zoos, Bibliotheken und andere öffentliche Einrichtungen dürfen keine Besucher mehr empfangen. Rutte appellierte an seine Landsleute, zu Hause zu bleiben, keine unnötigen Ausflüge zu unternehmen und möglichst bis Mitte März nicht ins Ausland zu reisen. Die neuen Maßnahmen gelten ab 0.00 Uhr.

20.30 Uhr: Impfstoff: Lauterbach fordert mehr Transparenz bei Zulassungsbehörde

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat sich im WDR-Fernsehen für mehr Transparenz bei der europäischen Zulassungsbehörde (EMA) ausgesprochen. Dass Corona-Impfstoffe in den USA oder Großbritannien bereits zugelassen sind, in Europa aber nicht, könne nicht an geringeren Standards liegen. "Die Zulassung in Amerika hat hohe Qualität, somit können es keine Sicherheitsprobleme sein", sagte Lauterbach in der Sondersendung WDR extra.

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Zudem sei Hersteller Biontech "sehr offen mit den Daten umgegangen, die europäische Zulassungsbehörde tut das derzeit nicht". Es gebe zwar Hinweise darauf, dass die EMA von den Herstellern mehr Daten verlange, aber Genaueres wisse man nicht. "Das ist natürlich kein haltbarer Zustand", sagte Lauterbach, der grundsätzlich warnte: "Die Pandemie ist in der zweiten Welle fulminant zurückgekommen. Es ist 5 vor 12."

19.46 Uhr: Fast 300.000 Tote in den USA

Die US-Seuchenbehörden CDC haben heute weitere 1448 Todesfälle durch das Coronavirus vermeldet. Insgesamt sind damit bereits 298.266 US-Amerikaner gestorben. Die Zahl der verzeichneten Infektionen steigt um 181.032 auf 16,1 Millionen.

19.03 Uhr: Spahn: Tun alles für Impfstart noch im Dezember

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält einen Beginn von Impfungen gegen das Coronavirus noch im Dezember für denkbar: "Wir tun alles dafür", sagte der CDU-Politiker und machte erneut deutlich, dass es keine Notfallzulassung für Deutschland, sondern eine europäische bedingte Zulassung für den ersten Impfstoff geben solle. "Damit sind wir mit allen 27 Mitgliedstaaten angetreten, nicht zuletzt um Vertrauen zu erhalten. Ich bin mir sehr sicher, bei einer Notzulassung würde manche Debatte sicherlich darüber geführt: Ist da genug geprüft worden, wurde da tief genug hineingegangen in die Daten?", betonte Spahn.

18.06 Uhr: Awo warnt vor "untauglichen" Schutzmasken der Bundesregierung

Die Arbeiterwohlfahrt warnt ihre Pflegeheime im westlichen Westfalen vor dem Gebrauch von Atemschutzmasken, die die Bundesregierung geliefert hat. In den vergangenen Tagen seien bei den knapp 60 Einrichtungen 30.000 FFP2-Schutzmasken angekommen, die für den Einsatz in der Pflege nicht zu gebrauchen seien, wie ein Sprecher der Awo sagte. Sie seien mit dem Hinweis "Non-Medical" versehen und damit nicht für den Einsatz im medizinischen Bereich nutzbar. Bei einigen fehlten zudem Angaben, wie das Haltbarkeitsdatum oder der Verwendungsbereich.

17.30 Uhr: Maskenpflicht und Ausgangssperre in Rahden im Kreis Minden-Lübbecke

In Rahden im Kreis Minden-Lübbecke gilt ab morgen Maskenpflicht in der Innenstadt sowie eine Ausgangsbeschränkung von 21 Uhr abends bis 4 Uhr morgens. Das beschloss der Krisenstab des Kreises in Abstimmung mit dem NRW-Gesundheitsministerium. Grund ist der steigende Inzidenzwert - heute stand er bei 337,62. Ähnliche Regelungen gelten seit heute bereits in Espelkamp, wo der Inzidenzwert am vergangenen Freitag auf fast 600 gestiegen war.

17.15 Uhr: Intensivklinikum Lippe: Pfleger am Limit

Die Situation auf der Intensivstation im Klinikum Lippe ist ernst. Seit Wochen gehört der Kreis zu den Corona-Hotspots in NRW. Jetzt ist die Kapazitätsgrenze erreicht. 22 Intensivbetten stehen zur Verfügung. "Wir erreichen täglich das Limit und müssen dann sehr schwierige Entscheidungen treffen", sagt Benedikt Gramse. Der Intensivpfleger gibt in so einem Fall eine Empfehlung ab, welcher Patient die Intensivstation verlassen muss. "Ich bin mir häufig nicht sicher, ob es die richtige Entscheidung war."

16.56 Uhr: Höchste Zahl an November-Toten in Schweden seit 1918

In Schweden sind im vergangenen Monat so viele Menschen gestorben wie in keinem November der vergangenen 100 Jahre. Während die Corona-Zahlen stark zugenommen haben, starben im November 2020 insgesamt 8.088 Menschen in dem EU-Land mit seinem viel beachteten Corona-Sonderweg. Dies entspreche einer Übersterblichkeit von zehn Prozent im Vergleich zu den entsprechenden Monaten 2015 bis 2019, teilte die schwedische Statistikbehörde (SCB) heute mit.

"Das ist die höchste gemessene Anzahl an Todesfällen in einem November seit 1918. Das war das Jahr, in dem die Spanische Grippe ausgebrochen ist", erklärte der SCB-Bevölkerungsstatistiker Tomas Johansson. Damals seien im November 16.600 Menschen in Schweden gestorben. In relativen Zahlen starben im November 2020 rund 77,9 Personen pro 100.000 Einwohnern. Im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße war dies der höchste Wert seit November 2010.

16.46 Uhr: Corona-Ausbruch im Klinikum in Gütersloh

Das Klinikum Gütersloh hat mit einem Corona-Ausbruch zu kämpfen: Zwölf Patienten und fünf Mitarbeiter wurden positiv getestet. Wie es dazu kommen konnte, ist bisher unklar. Die konkrete Nachverfolgung des Ausbruchsgeschehens sei schwierig. Das Personal trage schon seit Monaten im direkten Patientenkontakt Mund-Nase-Schutz oder FFP2-Maske.

16.31 Uhr: Wie voll sind die Innenstädte in NRW?

In NRW müssen von Mittwoch an viele Geschäfte schließen. Mit den Weihnachtseinkäufen wird es dann schwierig. Kritiker befürchten deshalb, dass die Innenstädte heute und morgen voll werden. Wie die Situation in einigen Innenstädten in NRW am späten Nachmittag aussah, lesen Sie hier:

15.59 Uhr: Massentests in Österreich: Zwei Millionen Tests, 4200 Fälle

An den Corona-Massentests in Österreich haben laut Regierung rund zwei Millionen Menschen teilgenommen. Von ihnen seien rund 4200 Menschen auch bei einem Zweittest positiv getestet worden, teilte Gesundheitsminister Rudolf Anschober heute mit. Die 4200 symptomlosen Infizierten seien entdeckt worden, bevor sie weitere Menschen hätten anstecken können. Alle positiven Fälle wurden im Labor nachgetestet.

Ziel der freiwilligen Testaktion war es, rechtzeitig vor Weihnachten unentdeckte Fälle herauszufinden. Die Teilnahmeraten schwankten regional: In Niederösterreich etwa nahmen rund 36 Prozent der Testberechtigten teil, in Wien nur 13,5 Prozent.

15.53 Uhr: Erste Corona-Impfung live im US-Fernsehen übertragen

Nach einer Notfallzulassung haben in den Vereinigten Staaten heute die Impfungen begonnen. Der Fernsehsender CNN übertrug Bilder von der Impfung einer Krankenschwester mit dem Mittel des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer im Osten des New Yorker Stadtteils Queens. "Ich möchte öffentlich Vertrauen schaffen, dass die Impfung sicher ist", sagte Sandra Lindsey nach der Impfung. "Wir erleben eine Pandemie, wir müssen alle unseren Teil beitragen. Ich möchte jeden ermutigen, sich impfen zu lassen."

15.47 Uhr: Kostenlose FFP2-Masken für Risikogruppen: Verteilung ab Dienstag

Ab Dienstag können rund 27 Millionen Deutsche aus Corona-Risikogruppen die ersten kostenlosen FFP2-Masken erhalten. Eine entsprechende Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) soll dazu morgen in Kraft treten. Die Ausgabe der Schutzmasken erfolgt in einem stufenweisen Verfahren.

In einem ersten Schritt sollen ab Dienstag über 60-Jährige und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen drei Masken gratis in der Apotheke holen können. Zum Abholen ist Zeit bis zum 6. Januar. Im zweiten Schritt können diese Menschen ab 1. Januar weitere zwölf Masken erhalten. Dafür sollen sie von der Krankenkasse Coupons für zweimal je sechs FFP2-Masken bekommen - vorgesehen ist dann ein Eigenanteil von jeweils 2 Euro für je sechs Masken.

15.12 Uhr: Regierungsbezirk Köln: "Querdenker" verteilen Broschüren an Lehrpersonal

Im Regierungsbezirk Köln haben "Querdenker" Broschüren mit irreführenden Informationen an Lehrer verteilt. Die 49-seitigen Hefte seien direkt an die einzelnen Lehrerinnen und Lehrer adressiert gewesen, so dass die Schulleitungen sie nicht einfach hätten entsorgen können.

In der Broschüre wird unter anderem vor dem Tragen von Schutzmasken gewarnt. Die Bezirksregierung hat in einer Rundmail inzwischen alle Schulen informiert, dass es sich um keine offiziellen Broschüren handelt, obwohl sie den Anschein offizieller Handreichungen erwecken.

14.51 Uhr: Inzidenz bei 200 - Bonn prüft Böllerverbot

In Bonn liegt die 7-Tages-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen jetzt bei 200. Heute Vormittag hat der Krisenstab der Stadt getagt. Über die Maßnahmen hinaus, die die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel Kanzlerin beschlossen haben, wird es in Bonn erstmal keine weiteren Beschränkungen geben. Die Stadt prüft aber ein Böllerverbot, bislang war nur der Verkauf verboten. Außerdem will sie mit dem Land über die Schulen und Kitas sprechen, ob gegebenenfalls noch mehr Einrichtungen geschlossen werden.

14.45 Uhr: Polizei löst illegale Technoparty in Hürth auf

In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben 23 Personen im alten Hürther Schwimmbad trotz Corona eine Party veranstaltet. Anwohner hatten sich über die hohe Lautstärke beschwert und die Polizei verständigt. Vor Ort hörten die Beamten laute Musik aus dem stillgelegten Bad und trafen auf zahlreiche feiernde junge Frauen und Männer. Niemand trug eine Maske.

Die Polizei stellte Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs und wegen Verstößen gegen die Corona-Schutzverordnung aus. Zudem erteilte sie allen Personen Platzverweise.

14.25 Uhr: Eifelstädtchen Roetgen mit einen Inzidenzwert von 740

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz sticht die Kleinstadt Roetgen bei Aachen hervor. Wie die Städteregion Aachen heute mitteilte, infizierten sich in der Gemeinde an der belgischen Grenze rechnerisch innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner 740 Menschen. Das ist deshalb ein rechnerischer Wert, weil Roetgen lediglich 8650 Einwohner hat. Derzeit sind dort 69 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, daher der hohe Inzidenzwert.

13.57 Uhr: Elternverband: Umstellung an NRW-Schulen "chaotisch" gestartet

Die Umstellung des Schulbetriebs ist in NRW aus Sicht eines Elternverbands "chaotisch" angelaufen. Die Regelung sei nicht präzise genug gefasst worden, so dass viele Eltern ihre Kinder aus Sorge vor Nachteilen doch wieder in die Klassenräume geschickt hätten, hieß es von der Landeselternkonferenz. Für die Lehrer sei die Lage belastend, weil sie parallel ein Angebot im Klassenraum aufrechterhalten und Kinder zu Hause unterrichten sollten.

Nach der Neuregelung haben bei Schülern der unteren Jahrgänge bis Stufe sieben Eltern die Wahl, ob die Kinder in der Schule oder von zu Hause aus am Unterricht teilnehmen. Für ältere Schüler ab Klasse acht ist das Lernen zunächst für die kommenden Tage bis zu den Ferien vollständig auf Distanz umgestellt.

13.49 Uhr: Söder fordert Testpflicht für Urlaubsrückkehrer

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert eine Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus dem Weihnachtsurlaub im Ausland. Er werde in dieser Woche mit dem Bund darüber sprechen, kündigte der CSU-Chef bei einer Pressekonferenz in München an. Man habe im Sommer gelernt, dass viele Infektionen von Rückkehrern nach Deutschland getragen worden seien. Die Flughäfen meldeten, dass viele Flüge rund um die Feiertage bereits ausgebucht seien.

13.07 Uhr: "Spiegel": Regierung prüft Corona-Impfpflicht für Bundeswehr

Das Bundesverteidigungsministerium prüft nach Informationen des "Spiegel" eine verpflichtende Corona-Impfung für alle rund 180.000 Bundeswehr-Soldatinnen und -Soldaten. Bereits vor etwa drei Wochen habe der zuständige Generalarzt eine entsprechende Empfehlung abgegeben, berichtete das Magazin. Begründet worden sei dies unter anderem mit dem engen Zusammenleben der Soldaten in Kasernen und bei Übungen.

Bundeswehr-Soldaten sind auch bisher schon zu einem sogenannten Basis-Impfschutz verpflichtet. In diese Vorgabe soll laut "Spiegel" gemäß der truppenärztlichen Empfehlung auch die Impfung gegen das Coronavirus aufgenommen werden.

12.59 Uhr: Elf Millionen Biontech-Impfstoffdosen bis März

Das Bundesgesundheitsministerium rechnet fest damit, dass bis Ende Dezember die Zulassung für den Biotech-Impfstoff gegen das Coronavirus erteilt wird. Dann würden allein im Januar drei bis vier Millionen Dosen in Deutschland zur Verfügung stehen. Bis März sollen es elf Millionen Dosen sein, sagte der Sprecher weiter.

12.48 Uhr: Kölner Dom hält an Christmetten mit Besuchern fest

Bundespräsident, Kanzlerin und Länderchefs appellieren eindringlich, Kontakte weitmöglichst zu vermeiden. Trotzdem hält der Kölner Dom wie geplant an seinen vier Christmetten an Heiligabend mit jeweils 250 Besuchern fest. Das hat das Domkapitel bestätigt.

Das Singen wird bei den Christmetten im Dom nicht erlaubt sein. Ob ein Chor die Messen gestalten darf, steht noch nicht fest. Anmelden kann man sich für die Christmetten seit heute Morgen im Internet unter koelner-dom.de/zugangskarten.

12.25 Uhr: Kita-Helfer-Programm wird verlängert

Sie sollen pädagogische Kräfte in den Kindertageseinrichtungen während der Corona-Pandemie bei einfachen, alltäglichen, nicht-pädagogischen Arbeiten entlasten. Jetzt wird das Kita-Helfer-Programm um sieben Monate verlängert. Nach den 105 Millionen Euro im laufenden Jahr stellt die Landesregierung für die Zeit bis Ende Juli weitere 147 Euro zur Verfügung.

"Die Fachkräfte vor Ort leisten fantastische und wichtige Arbeit", erklärte Familienminister Joachim Stamp (FDP). Die Rückmeldungen auf das Kita-Helfer-Programm seien "überwältigend positiv". Fast 9.000 Kindertageseinrichtungen hätten aktuell Anträge gestellt.

12.10 Uhr: EU-Ministerrat billigt Finanzpaket

Der Rat der Europäischen Union, kurz Ministerrat, hat das künftige Finanzpaket gebilligt. Es umfasst das Finanzierungssystem und das Corona-Wiederaufbauprogramm. In den kommenden sieben Jahren stehen der EU damit 1,8 Billionen Euro zur Verfügung. Jetzt müssen noch das EU-Parlament und einige Länderparlamente darüber abstimmen.

11.52 Uhr: Impfungen in den USA und Kanada kurz vor dem Start

Nur drei Tage nach der Notfallzulassung des Corona-Impfstoffs des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer sollen in den USA heute die ersten Menschen geimpft werden. Die Impfdosen seien "verladen und auf dem Weg", schrieb Präsident Donald Trump am Sonntagabend bei Twitter. Zuerst sollen das Gesundheitspersonal und Pflegeheimbewohner geimpft werden. Der Biontech-Pfizer-Impfstoff hatte erst am Freitag eine Notfallzulassung in den USA erhalten. Trump hatte die Arzneimittelbehörde zuvor massiv unter Druck gesetzt, die Zulassung umgehend zu erteilen.

11.33 Uhr: Bundespräsident ruft zu Kontaktreduzierung auf

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dazu aufgerufen, sich an die Corona-Beschränkungen zu halten und Kontakte zu reduzieren. Die Lage sei bitterernst, deshalb müsse das öffentliche und private Leben ab Mittwoch so stark eingeschränkt werden wie noch nie.

Bundespräsident Frank Walter Steinmeier

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

"Jeder und jede muss sich fragen: Was kann ich zusätzlich tun, um mich und andere zu schützen? Um vor allem die zu schützen, die besonders gefährdet sind?", sagte er in einem Statement zu dem von Bund und Ländern vereinbarten Lockdown.

Steinmeier sagte, er verstehe, wenn es mittlerweile eine Corona-Müdigkeit gebe. Aber man müsse an die Schwächsten der Gesellschaft denken.

11.09 Uhr: Mehr Glas- und Plastikmüll wegen Corona

In diesem Jahr gibt es wegen Corona offenbar mehr Müll. Der Bundesverband der Entsorger verzeichnet das größte Plus bei Plastik und Glas - jeweils sechs Prozent. Das liege vor allem daran, dass mehr Essen bestellt wird.

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) will, dass Restaurants bald wiederverwendbare Verpackungen anbieten müssen.

11.01 Uhr: Singapur hat Biontech-Impfstoff zugelassen

Der Stadtstaat Singapur hat den Covid-19-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer zugelassen. Bis Ende Dezember werde mit der Lieferung von ersten Impfdosen gerechnet, sagt Regierungschef Lee Hsien Loong. Der Impfstoff wurde unter anderem bereits in Großbritannien, den USA, Kanada, Mexiko und Bahrain zugelassen.

10.59 Uhr: Kontaktbeschränkungen auch für privaten Raum gefordert

Der saarländische Regierungschef Tobias Hans (CDU) hält Kontaktbeschränkungen im privaten Raum für längere Zeit für notwendig. "Sehr viele Infektionen kommen aus diesem unmittelbaren Privatumfeld", sagte er im ZDF-Morgenmagazin. "Deshalb müssen wir uns auch im nächsten Jahr noch weiterhin beschränken."

Zwar ruft auch die NRW-Landesregierung dazu auf, sich im privaten Raum, sprich in den eigenen vier Wänden und im eigenen Garten an die geltenden Corona-Regeln zu halten. Offiziell gelten die Kontaktbeschränkungen aber bislang nur für den öffentlichen Raum. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) äußerte schon mehrfach, dass er in diese Privatsphäre nicht eingreifen wolle - auch weil es rechtlich problematisch sei.

10.53 Uhr: Curevac startet letzte Phase bei Impfstoff-Entwicklung

Das Tübinger Pharmaunternehmen Curevac hat mit dem letzten und entscheidenden Schritt in der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs begonnen. Er soll jetzt weltweit an mehr als 35.000 Probanden getestet werden. Dabei geht es um Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs. Im November hatte die EU-Kommission mehr als 225 Millionen Dosen bei Curevac bestellt.

10.37 Uhr: Auch die Niederlande werden offenbar Geschäfte schließen

Nach Deutschland steuern nun auch die Niederlande auf einen strengen Lockdown zu. Angesichts dramatisch steigender Infektionszahlen ist die Regierung in Den Haag zu einer Krisensitzung zusammengekommen. Ministerpräsident Mark Rutte will sich offenbar am Abend in einer TV-Ansprache an die Bevölkerung wenden.

Erwartet wird unter anderem eine Schließung aller Geschäfte, die keine Waren für den täglichen Bedarf verkaufen. Die Niederlande und Deutschland teilen sich in NRW und Niedersachsen fast 580 Kilometer gemeinsame Grenze. Bisher mussten die Geschäfte im Nachbarstaat noch nie schließen.

Die Behörden fürchten, dass viele Deutsche nach dem am Mittwoch beginnenden Lockdown im eigenen Land zu Weihnachtseinkäufen über die Grenze fahren werden. "Die Lage ist sehr ernst", sagte Gesundheitsminister Hugo de Jonge vor Beginn der Krisensitzung. Krankenhäuser könnten dem Druck kaum noch standhalten.

10.19 Uhr: Viersener Landrat fordert "Corona-App-Plus"

Die bestehende Corona-Warn-App des Bundes sollte nach Ansicht von Andreas Coenen, Landrat des Kreises Viersen, zu einer "Corona-App-Plus" ausgebaut werden. Diese solle persönliche Daten wie etwa den Aufenthaltsort übertragen, wenn die Nutzer dem ausdrücklich zugestimmt haben. Damit könnte die App Risikobegegnungen unter Angabe von Tag, Uhrzeit und Ort melden - allerdings anonymisiert.

Dr. Andreas Coenen

Landrat Andreas Coenen

Zusätzlich könnte die App die Nutzer über die jeweilige epidemische Lage am Aufenthaltsort einschließlich der Klinikinfrastruktur - zum Beispiel verfügbare Intensivbetten - informieren, schläft Coenen vor. Auch die aktuell im jeweiligen Gebiet geltenden Corona-Schutzvorschriften könnte die App anzeigen.

Datenschutzbedenken gegenüber seinen Vorschlägen versucht der Landrat auszuräumen: "Die Bürgerinnen und Bürger sollen selbst entscheiden, ob für sie der Datenschutz an dieser Stelle wirklich wichtiger ist als die Bewegungsfreiheit, die wir mit einer gezielteren Pandemie-Bekämpfung erlangen können."

9.55 Uhr: Buchhandlungen sollen Abholmöglichkeit anbieten dürfen

Bücherrregale im Hintergrund, ein Buchstapel  neu eingepackter Bücher im Vordergrund

Abholung bestellter Bücher bleibt wohl möglich.

Wenn am Mittwoch der Einzelhandel großteils zumachen muss, sollen Buchhandlungen zumindest einen Teil ihres Geschäfts weiterführen können. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) sagte im "Morgenecho" bei WDR5, dass zwar auch in diesen Läden die Kontakte reduziert werden sollen. Die Kunden könnten aber weiterhin Bücher bestellen und sich diese im Eingangsbereich der Buchhandlung abholen.

"Ich denke, dass eine solche Regelung jetzt auch kommen wird", so der Minister. Solche Vorgaben gab es bereits im Frühjahr, als die meisten Geschäfte des Einzelhandels in der Pandemie zum ersten Mal dichtmachen mussten.

8.55 Uhr: Handel erwartet keine Hamsterkäufe

Der Handelsverband Deutschland erwartet vor dem Lockdown keine Hamsterkäufe. Hauptgeschäftsführer Stefan Genth sagte dem "Handelsblatt", die Kunden hätten gelernt, dass die Lieferketten und die Versorgung der Bevölkerung auch unter schwierigen Bedingungen funktionierten.

8.25 Uhr: Auch bei NRW-Dienstleistern starke Einbußen

In der Corona-Pandemie haben auch Nordrhein-Westfalens Dienstleistungsunternehmen Einbußen hinnehmen müssen. Ihr Umsatz sank im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,1 Prozent, wie das Landesstatistikamt IT.NRW mitteilte. Die Zahl der Beschäftigten ging um 2,3 Prozent runter.

Die Spannbreite der Tätigkeit von Dienstleistungsunternehmen ist breit, dementsprechend unterschiedlich waren auch die Corona-Folgen: Besonders betroffen waren Reisebüros und Reiseveranstalter, deren Erlöse um drei Viertel einbrachen. Der Bereich Information und Kommunikation zog hingegen etwas an.

7.43 Uhr: Sorge vor Ansturm auf Innenstädte

Am Samstag blieb er noch aus, der große Ansturm auf die Innenstädte in NRW. Da wurde allerdings auch noch von einem Lockdown ab Ende dieser Woche gemunkelt. Seit gestern steht nun fest: Die Geschäfte schließen bis auf Ausnahmen schon am Mittwoch - mitten in der Zeit der Weihnachtseinkäufe. Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) rief die Bevölkerung daher um Zurückhaltung auf.

Die Corona-Infektionszahlen seien jetzt so hoch, "dass wir unmittelbar die Kontakte reduzieren müssen", sagte Braun in einem "ARD extra". Die verbleibenden zwei Tage am Montag und Dienstag vor dem Lockdown sollten nicht so genutzt werden, dass es in den Innenstädten übervoll werde.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) rief die Menschen dazu auf, in den letzten Tagen vor dem Lockdown auf den Einkauf von Weihnachtsgeschenken ganz zu verzichten. Man solle nur das Allernötigste einkaufen.

7.12 Uhr: Zahl der Neuinfektionen bleibt hoch

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bleibt auf hohem Niveau. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut 16.362 neue Fälle übermittelt, wie die Bundesbehörde heute Morgen bekannt gab. Das sind rund 4.000 Fälle mehr als am vergangenen Montag.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt deutschlandweit aktuell bei 176,4 - in NRW bei bei 167,9. Außerdem wurden bundesweit 188 neue Todesfälle innerhalb eines Tages gemeldet.

6.30 Uhr: Ab heute an NRW-Schulen keine Präsenzpflicht mehr

Für rund 2,5 Millionen Schüler in NRW gibt es neue Corona-Regeln. Die Eltern von jüngeren Schülern müssen sich bis heute entscheiden: Geben sie ihr Kind in der letzten Woche vor den Weihnachtsferien noch in die Schule oder sollen sie Homeschooling machen? Seit heute ist die Präsenzpflicht an Schulen aufgehoben. Ab der achten Klasse findet Unterricht grundsätzlich nur als Distanzunterricht statt.

Die überraschende Entscheidung der Landesregierung am Freitagnachmittag kam kurzfristig. Eine ordentliche Vorbereitung war für Schüler, Eltern und auch Lehrer nicht möglich. Nun ist an den Schulen erneut Improvisationstalent gefragt.

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Stand: 15.12.2020, 06:25