Ticker vom Montag (30.11.) zum Nachlesen

Ticker vom Montag (30.11.) zum Nachlesen

  • Bundesregierung unzufrieden über geplante Hotel-Öffnungen
  • Skilifte in NRW bis zum 20. Dezember geschlossen
  • Moderna will Zulassung für Corona-Impfstoff in EU beantragen
  • Virologe fordert Meldesystem für Privatveranstaltungen
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

19.57 Uhr: Dorint-Hotels reichen Verfassungsbeschwerde wegen Corona-Hilfen ein

Die Hotelgruppe Dorint hat Eilanträge beim Bundesverfassungsgericht gegen die aus ihrer Sicht unzureichende Entschädigung für die Corona-Maßnahmen gestellt. Die nicht zeitgerecht ausgezahlte Entschädigung führe zur Existenzgefährdung einer ganzen Branche, teilte die Hotelgesellschaft mit 4.500 Mitarbeitern und Sitz in Köln mit.

Bei einem Schaden von 14,3 Millionen Euro im Vergleich zum November 2019 sei zunächst als Entschädigung nur eine Abschlagszahlung von 10.000 Euro geplant. Der Maximalbetrag sei zudem auf eine Million Euro gedeckelt - darüber hinausgehende Hilfen müssten angeblich erst mit der EU abgestimmt werden. Die Entschädigungen seien verpflichtend und damit auch zeitgerecht und angemessen zu zahlen, so Aufsichtsratschef Dirk Iserlohe. Schließlich sei das Beherbergungsverbot ein Eingriff in die Berufsfreiheit. Deswegen habe man eine Verfassungsbeschwerde mit sechs Hauptanträgen und zwei Eilanträgen eingereicht. Viele Unternehmer stünden nun «am Scheideweg", so Iserlohe. Entweder entschädige der Gesetzgeber zügig, oder sie müssten ihre Existenzen aufgeben.

19.06 Uhr: Janssens: "Wir blicken mit Sorge auf die kommenden Wochen"

Deutschlands Intensivmediziner sehen sich angesichts der Corona-Pandemie nach wie vor unter Druck. Die Infektionszahlen seien weiterhin hoch, sagte Uwe Janssens, Präsident der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), heute in der "Aktuellen Stunde". Er betonte: "Wir blicken mit Sorgen auf die kommenden Wochen." Vor allem dem Pflegepersonal stehe "das Wasser bis zum Hals". Die Versorgung von Covid-19-Patienten sei "extrem belastend". Das dürfe nicht noch Monate so weitergehen.

"Das dicke Ende kommt", so Janssens. Durch aufgeschobene Operationen entstehe ein Schaden. Und dadurch, dass Patienten sich nicht mehr trauen würden, zum Arzt zu gehen – aus Angst vor einer Infektion.

17.14 Uhr: Wirtschaftsminister wollen Innenstädte langfristig stärken

Der Einzelhandel in den Innenstädten braucht aus Sicht von Bund und Ländern neben finanziellen Hilfen auch neue Konzepte. Es brauche Lösungen für eine langfristige Perspektive nach der Corona-Pandemie, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) heute vor der Wirtschaftsministerkonferenz (WMK) . Es müsse zum Beispiel gelingen, die Theken der Einzelhändler ins Internet hinein zu verlängern. Menschen sollten nicht nur bei Plattformen wie Amazon, sondern auch beim Einzelhändler ihres Vertrauens online bestellen können. "Das wird nicht gehen ohne erhebliche Investitionen", sagte Altmaier bei einer Pressekonferenz mit der WMK-Vorsitzenden Kristina Vogt (Die Linke). Zudem brauche es mehr Anreize, um in die Innenstädte zu kommen.

16.58 Uhr: Bundesregierung unzufrieden über geplante Hotel-Öffnungen

Die Bundesregierung ist unzufrieden mit der Entscheidung mehrerer Bundesländer, in der Weihnachtszeit Hotelübernachtungen für Familienbesuche zuzulassen. "Die Bürger bleiben aufgerufen, touristische Reisen zu vermeiden", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Davon ließen sich Reisen aus familiären Gründen schwer abgrenzen. Seibert verwies auf den Beschluss der Bund-Länder-Spitzenrunde vom vergangenen Mittwoch - eine "private Nutzung" von Hotels sei in dem Beschluss nicht enthalten gewesen.

Die Umsetzung der Beschlüsse im Gastronomie- und Hotelbereich obliegt den Ländern. Mehrere Bundesländer, darunter NRW, wollen die Hotels über die Weihnachtsfeiertage für Reisende bei Familienbesuchen öffnen. Dazu sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), er könne die Debatte um Hotel-Öffnungen an Weihnachten nicht nachvollziehen. Reisen aus familiären Gründen seien sehr wohl von touristischen Reisen abzugrenzen. Was solle jemand über die Feiertage in einem Hotel übernachten, wenn nicht aus familiären Gründen? Schließlich seien gastronomische Betriebe, Freizeiteinrichtungen und Museen ja an Weihnachten geschlossen, eine Hotelübernachtung aus touristischen Gründen mache also überhaupt keinen Sinn.

16.44 Uhr: Pinkwart fordert höhere Abschläge bei Corona-Novemberhilfe

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) fordert vom Bund deutlich höhere Abschlagszahlungen für Unternehmen, die wegen des coronabedingten Teil-Lockdowns auf die November- und Dezemberhilfen angewiesen sind. Die Abschlagszahlungen müssten auf bis zu 500.000 Euro erhöht werden, sagte Pinkwart heute bei einer Online-Pressekonferenz. Die Novemberhilfen können seit vergangener Woche beantragt werden. Im November und Dezember unterstützt der Bund Firmen und Solo-Selbstständige, die vom Teil-Lockdown betroffen sind, mit Zuschüssen von bis zu 75 Prozent des Umsatzes aus dem Vorjahresmonat. Insgesamt sind dafür derzeit rund 30 Milliarden Euro veranschlagt.

16.12 Uhr: Winterbergs Bürgermeister hofft auf baldigen Saisonstart

Das Sauerland ist für eine Skisaison gerüstet – vorerst wird daraus aber wegen der Corona-Pandemie nichts. Mindestens bis zum 20. Dezember bleiben in NRW die Skilifte wegen der nach wie vor hohen Infektionszahlen geschlossen, hatte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) heute angekündigt. Der Bürgermeister von Winterberg im Sauerland, Michael Beckmann (CDU) hat keine große Hoffnungen, dass die Skigebiete über die Feiertage öffnen. "Wir sind vorbereitet", sagte Beckmann heute in WDR Aktuell. Er hoffe, dass es mit dem Wintersport in Kürze losgehen könne. "Besser eine schlechte Saison als gar keine Saison", fügte Beckmann hinzu.

15.20 Uhr: Keine Polizeikontrollen im Wohnzimmer an Heiligabend

Die empfohlenen Kontaktbeschränkungen für das Weihnachtsfest sollen in NRW nicht mit Hilfe der Staatsgewalt in Privaträumen durchgesetzt werden. "Wir haben nicht vor, dass wir an Heiligband die Polizei in die Wohnzimmer schicken", sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) heute in Düsseldorf. Er gehe dennoch davon aus, dass sich die Menschen auch so an die coronabedingten Vorgaben halten werden. An Weihnachten sollen maximal zehn Menschen zusammenkommen - Kinder bis einschließlich 14 Jahre nicht eingerechnet.

NRW bleibe dabei, dass Übernachtungen in Hotels bei Familienbesuchen über Weihnachten erlaubt bleiben sollen. "Alle Alternativen sind schlechter", sagte Laumann. "Dass sich nur die besuchen können, die Einfamilienhäuser haben, ist nicht meine Vorstellung von Gerechtigkeit." Das Kanzleramt hatte sich gegen eine solche Sonderregelung ausgesprochen.

14.30 Uhr: Laumann gegen Corona-Schnelltests in privater Hand

NRW-Gesundheitsminister Karl Josef Laumann (CDU) hält nichts von Corona-Schnelltests in privater Hand. Dies sei durch das Medizinproduktegesetz "überhaupt nicht gedeckt", sagte Laumann heute. Schnelltests dürften nur durch medizinisches Fachpersonal erfolgen. Das hänge mit dem vorzunehmenden Abstrich zusammen.

14.10 Uhr: Laumann setzt in Corona-Hotspots auf individuelle Strategien

Um die Zahl der Infizierten in den Corona-Hotspots in NRW zu senken, setzt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) auf individuelle Strategien. Das Land werde mit der jeweiligen Gemeinde einen Erörterungstermin vereinbaren und von Fall zu Fall schauen, ob es lokal weitere Verschärfungen der Corona-Auflagen geben müsse, sagte der Minister heute. Hotspots - das sind Städte und Kreise mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

14.00 Uhr: Skilifte in NRW bis zum 20. Dezember geschlossen

Skilifte müssen entsprechend der neuen Corona-Schutzverordnung mindestens bis zum 20. Dezember in NRW geschlossen bleiben. Das teilte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) heute mit. Skilifte seien Freizeit-Einrichtungen und damit verboten. Ob ab dem 20. Dezember die Infektionszahlen so sind, dass die Skilifte über die Weihnachtstage wieder öffnen - "da sind meine Hoffnungen nicht sehr groß", sagte Laumann. Laut Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) können Skiliftbetreiber nun Wirtschaftshilfen beantragen.

13.04 Uhr: Moderna will Zulassung für Corona-Impfstoff in EU beantragen

Der US-Pharmakonzern Moderna will als erstes Unternehmen die Zulassung für einen Corona-Impfstoff in der EU beantragen. Der Antrag auf eine bedingte Zulassung solle noch heute bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur Ema gestellt werden, teilte das Unternehmen mit.

Mit dem Antrag bei der Ema rückt eine Impfung auch in Deutschland näher. Vergangene Woche hatte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen mitgeteilt, mit Moderna sei ein Rahmenvertrag über bis zu 160 Millionen Impfstoff-Dosen abgeschlossen worden. Demnach sollen zunächst 80 Millionen Dosen geliefert werden, mit der Option auf 80 Millionen weitere Einheiten. In der EU könnte das Mittel nach Angaben von Moderna bereits im Dezember ausgeliefert werden, sofern es eine Zulassung erhält.

12.53 Uhr: Umfrage: Jeder zweite will sich impfen lassen

Laut einer Barmer-Umfrage wollen sich knapp mehr als die Hälfte der Deutschen gegen das Coronavirus impfen lassen. Die Krankenkasse hatte in einer repräsentativen Umfrage rund 2000 Bürgern ab 16 Jahren zum Thema befragt. Auch die Bereitschaft, die eigenen Kinder impfen zu lassen, falle mit 42 Prozent hoch aus.

Ältere Personen stünde einer Impfung offener gegenüber. So wollten sich bei den Befragten ab 60 Jahren knapp zwei Drittel impfen lassen. Bei den 16- bis 39-Jährigen hingegen sei sich nur knapp ein Viertel vollkommen sicher. Für gut ein Fünftel der Befragten komme eine Impfung nicht infrage.

12.46 Uhr Altmaier: Corona-Hilfen sind nicht unbegrenzt weiterführbar

Aus Sicht von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sind die im November und Dezember gewährten Corona-Hilfen nicht auf Dauer finanzierbar. "Wir können ganz sicherlich nicht auf unbegrenzte Zeit sehr umfassende Pakete wie jetzt die Umsatzrückvergütung weiterführen", sagte Altmaier heute im Deutschlandfunk.

Im November und Dezember unterstützt der Bund Firmen, die vom Teil-Lockdown betroffen sind, mit Zuschüssen von bis zu 75 Prozent des Umsatzes aus dem Vorjahresmonat. Insgesamt sind dafür rund 30 Milliarden Euro veranschlagt. Die Kritik, die Politik unterstütze an falscher Stelle, wies Altmaier zurück: Wenn es darum gehe, Hunderttausenden Hilfe zuteilwerden zu lassen, finde man immer Beispiele, wo jemand zu wenig Hilfe bekomme und jemand zu viel.

12.35 Uhr: NRW-Schulen dürfen Unterrichtsbeginn flexibler gestalten

Die Schulen in Nordrhein-Westfalen können den Unterrichtsbeginn in einem größeren Zeitfenster festlegen. Statt dem bisherigen Zeitraum von 7.30 Uhr bis 8.30 Uhr seien jetzt 7 bis 9 Uhr möglich, sagte Schulministerin Gebauer. Dabei eigne sich der Unterrichtsbeginn ab 7 Uhr mehr für ältere Schüler.

12.33 Uhr: Keine Klassenfahrten bis zu den Osterferien

Bis Ende März, dem Beginn der Osterferien, sollen wegen der Corona-Pandemie keine Klassenfahrten stattfinden. Bereits geplante Fahrten seien abzusagen, neue Schulfahrten in dem Zeitraum dürften nicht genehmigt werden, sagte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) gerade eben bei einer Pressekonferenz. Davon ausgenommen seien außerschulische Bildungsangebote wie eintägige Exkursionen.

11.20 Uhr: Merkel-Kritik an Hotelöffnungen über Weihnachten

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Pläne verschiedener besonders von der Corona-Pandemie betroffener Länder kritisiert, über Weihnachten in Großstädten Hotelübernachtungen für Familienbesuche zu erlauben. Merkel habe sich heute in einer virtuellen Sitzung des CDU-Präsidiums zu dem Beschluss von Bund und Ländern bekannt, die strengen Kontaktbeschränkungen über die Festtage zu lockern, berichteten Teilnehmer der Deutschen Presse-Agentur.

Es sei nicht kontrollierbar, ob nur Gäste in den Hotels übernachteten, die tatsächlich Verwandte in der Region besuchten, begründete Merkel demnach ihre Kritik. Die Kanzlerin bezog sich auf entsprechende Regelungen in Großstädten wie Berlin. Es sei nicht zu erklären, dass zugleich etwa die Krankenschwestern an der Berliner Charité über Weihnachten durcharbeiten müssten.

10.43 Uhr: Nicht nur Ärzte dürfen impfen

Für die geplanten Corona-Impfzentren haben sich bereits tausende Freiwillige gemeldet. Aber darf und sollte von ihnen auch jeder spritzen? In Deutschland dürfen keineswegs nur Mediziner impfen. "Grundsätzlich sind Impfstoffe Arzneimittel, die nur der Arzt verordnen darf. Es gibt allerdings keine gesetzliche Vorschrift, die die Durchführung einer Impfung ausschließlich dem Arzt vorbehält", informiert das Robert Koch-Institut.

Demnach dürfen auch Ärzte im Ruhestand, Medizinstudierende, Pflegekräfte und Arzthelfer impfen. Die Landesregierung plant den Aufbau von 53 Impfzentren in NRW. Geplant sind pro Zentrum 20 Impfungen pro Stunde im Zwölf-Stunden-Betrieb. Massenimpfungen gegen das Coronavirus sind in NRW erst für Mitte 2021 geplant.

10.36 Uhr: Sauerländer Liftbetreiber wollen Skigebiete öffnen

Die Sauerländer Liftbetreiber wollen die Skigebiete in Winterberg und Schmallenberg am 20. Dezember öffnen - entgegen der Empfehlung der Landesregierung. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk hatte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet appelliert, alle europäischen Skigebiete bis zum 10. Januar 2021 zu schließen. Für viele Liftbetreiber kommt das nicht infrage. Skifahren in freier Natur müsse in den Winterferien möglich sein, sagt Meinolf Pape vom Verband der Sauerländer Liftbetreiber: "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und dafür viel Geld investiert."

10.16 Uhr: Bayern fordert dauerhaft niedrige Mehrwertsteuer für Gastronomie

Bayern fordert eine dauerhaft niedrige Mehrwertsteuer für Gaststätten und Festwirte. Der ermäßigte Satz, der in der Corona-Krise auf fünf Prozent gesenkt wurde und zum Jahreswechsel wieder auf sieben Prozent steigt, solle für die Gastronomie auch künftig gelten. "Die Gastwirte brauchen eine Perspektive für die Zeit nach Corona, um sich finanziell wieder erholen zu können", erklärt Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU). Bis zur Krise mussten Gaststätten für servierte Speisen und Getränke den normalen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent und für den Außerhausverkauf den ermäßigten Satz von sieben Prozent abrechnen.

10.03 Uhr: "Corona-Pandemie" ist Wort des Jahres 2020

"Corona-Pandemie" ist von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) zum Wort des Jahres 2020 gekürt worden. Auf dem zweiten Platz landete "Lockdown", wie die Gesellschaft heute in Wiesbaden mitteilte. Bei der Aktion wählt eine Jury regelmäßig zehn Wörter und Wendungen aus, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben.

Die Begriffe stammen aus einer Sammlung von mehreren Tausend Belegen aus verschiedenen Medien und Einsendungen von Außenstehenden. Im vergangenen Jahr wurde "Respektrente" zum Wort des Jahres gekürt, 2018 war es "Heißzeit".

9.47 Uhr: Mediziner: Nur drei freie Intensivbetten pro Krankenhaus

Die Intensivmediziner warnen vor der wachsenden Gefahr einer Überforderung der deutschen Kliniken in der Corona-Krise. Pro Krankenhaus seien im Schnitt deutschlandweit jetzt nur noch drei Intensivbetten frei, teilt der Arbeitskreis Intensivmedizin der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) mit. "Wir sind in einer absoluten Ausnahmesituation, die wir in der Geschichte der Intensivmedizin so noch nie erlebt haben", sagt DGAI-Sprecher Gernot Marx.

9.29 Uhr: Virologe Kekulé fordert Meldesystem bei Privatfeiern

Der Virologe Alexander Kekulé hat ein privates Corona-Meldesystem für Veranstaltungen ab 20 Personen vorgeschlagen. "Alle Veranstalter, auch die privaten, sollten in die Pflicht genommen werden, die Teilnehmer zu registrieren", sagte er der Funke Mediengruppe. Sei ein Teilnehmer positiv, könne der Veranstalter alle anderen warnen. "Dadurch könnte man ein paralleles Meldesystem einziehen, das auf privater Ebene viel, viel schneller ist und das eine höhere Bereitschaft zur Mitwirkung hätte."

Mit Blick auf Weihnachten sagte Kekulé, es gebe "die ernstzunehmende besondere Gefahr, dass sich viele Menschen infizieren, die über 70 Jahre alt sind. Und diese haben, wenn sie sich infizieren, ein Sterberisiko von fast zehn Prozent."

08.45 Uhr: Bericht: Homeoffice-Pauschale soll kommen

Wer in der Corona-Zeit Homeoffice macht, soll über eine Steuerpauschale entschädigt werden - darauf haben sich laut eines Medienberichts Politiker der Großen Koalition geeinigt. "Die Homeoffice-Pauschale ist die flexible Antwort auf die verkrustete Rechtsprechung zum häuslichen Arbeitszimmer - unbürokratisch und leicht nachvollziehbar", zitiert die "FAZ" den CSU-Finanzpolitiker Sebastian Brehm. In der Epidemie sei von "zu Hause aus Enormes geleistet" worden.

8.36 Uhr: Corona-Infektionen in NRW verharren auf hohem Niveau

Die Lage in NRW bleibt angespannt. Die sogenannte Wocheninzidenz stieg um 1,5 auf 147,5, wie aus Angaben des Landesamtes für Gesundheit NRW heute Morgen hervorging. Es haben sich also rund 148 Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen mit dem Coronavirus infiziert. Vor einer Woche lag der Wert noch bei 159,7, seither hat sich die Situation also etwas verbessert. Allerdings gilt im Kampf gegen die Pandemie ein Wert von 50 als Schwelle, um härtere Maßnahmen einzuleiten.

In NRW sind 67.600 aktuelle Infektionen erfasst, vor einer Woche waren es noch 5.100 mehr. Rund 190.000 Menschen gelten als genesen. In Zusammenhang mit dem Virus sind in NRW 3.435 Menschen gestorben.

8.21 Uhr: Kurzarbeit steigt erstmals seit Monaten

Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit hat sich inmitten des Teil-Lockdowns erstmals seit Monaten erhöht. Er stieg im November auf 28,0 Prozent nach 24,8 Prozent im Oktober, wie das Münchner Ifo-Institut heute zu seiner Umfrage unter 7000 Unternehmen mitteilte.

Insbesondere bei Hotels (von 62,9 auf 91 Prozent) und in der Gastronomie (von 53,4 auf 71,7 Prozent) stieg der Anteil kurzarbeitender Firmen. In der Industrie sei hingegen ein leichter Rückgang zu verzeichnen: von 31,9 auf 30,5 Prozent. Kräftige Rückgänge gab es in der Autobranche, wo der Anteil von 50 auf 36,7 Prozent abnahm.

7.48 Uhr: Welt-Ärztepräsident kritisiert Laschet

Welt-Ärztepräsident Montgomery hat NRW-Ministerpräsident Laschets Forderung nach neuen Corona-Konzepten als zu zögerlich kritisiert. Im WDR-Radio sagte Montgomery, er sei sprachlos, dass Laschet bis Januar mit neuen Ideen warten wolle. Die Hütte brenne, man müsse jetzt etwas ändern.

Der NRW-Ministerpräsident hatte mit Blick auf einen neuen Impfstoff gesagt, dass man ab Januar langfristige Perspektiven ermöglichen müsse. Montgomergy kritisiert, Laschet habe acht Monate Zeit gehabt, das Leben mit Impfstoff vorzubereiten.

7.19 Uhr: Lehrer aus Herne kritisieren Schulministerin

In einem offenen Brief erheben rund 120 Lehrer aus Herne schwere Vorwürfe gegen NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer. Dass die Ministerin ständig betone, dass Schulen sichere Orte seien, sei völlig unverständlich, heißt es in dem offenen Brief. Die Zahl der geschlossenen Schulen und der Lehrer, die krankheits- und quarantänebedingt ausfallen, würden ein anders Bild zeichnen. Gebauer verweigere sich allen Vorschlägen für einen Corona-sicheren Unterricht.

7.02 Uhr: Laschet fordert neue Corona-Konzepte ab Januar

NRW-Ministerpräsident Laschet hat sich in der "Rheinischen Post" dafür ausgesprochen, ab Januar über neue Modelle bei der Corona-Hilfen nachzudenken. "Wir können nicht auf Dauer alles schließen, und der Staat bezahlt Monat Monat Milliarden-Ausfälle", sagte Laschet. Dauerhafte Schließungen und anschließende Ausgleichszahlungen machten den Staat kaputt.

CDU/CSU-Fraktionschef Brinkhaus hatte bereits vergangene Woche in der Bundestagsdebatte eine Diskussion angestoßen und die Länder aufgefordert, sich stärker an den Corona-Kosten zu beteiligen. Laschet widersprach nun, der Vorwurf sei nicht berechtigt. NRW habe 25 Milliarden Euro als Sondervermögen aufgenommen.

6.44 Uhr: Mehr als 5.800 Freiwillige für Impfzentren in NRW

Für die ab Mitte Dezember geplanten Impfzentren in NRW haben sich bereits Tausende Freiwillige zum Helfen gemeldet. Derzeit sind es nach WDR-Informationen mehr als 5.800 - darunter Ärzte, medizinische Fachangestellte und Gesundheits- oder Krankenpfleger.

Koordiniert wird die Hilfe über das NRW-Freiwilligenregister. Gesucht wird medizinisches Personal. Vor einer Woche hatte NRW-Gesundheitsminister Laumann aufgerufen, dass sich zum Beispiel Ärzte oder Krankenpfleger, die schon in Rente sind, melden. Oder Menschen, die in Teilzeit arbeiten und mehr machen könnten.

6.36 Uhr: Neue Corona-Schutzverordnung für NRW erwartet

Nach den Beschlüssen von Bund und Ländern wird heute die neue Coronaschutz-Verordnung als Regelwerk für NRW erwartet. Die aktuelle Verordnung läuft in der Nacht zu Dienstag aus. Zu den neuen Regeln werden voraussichtlich die Erweiterung der Maskenpflicht vor Geschäften und auf Parkplätzen sowie strengere Kontakt-Vorgaben für die Zeit bis Weihnachten gehören.

6.21 Uhr: Söder bringt weitere Verschärfung der Auflagen ins Gespräch

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder fordert, dass Bund und Länder in zwei Wochen gegebenenfalls über eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen reden. Falls die Infektionszahlen nicht sinken würden, müsse man sagen, ob man aus "Verlängern und Vertiefen ein Mehr an Vertiefen" mache, sagt der CSU-Chef in der ARD-Sendung "Anne Will". Außerdem bemängelte er, dass viele Bürger in der Corona-Pandemie immer wieder nach Schlupflöchern in den geltenden Regelungen suchten.

6.11 Uhr: Spahn will Standorte der "nationalen Gesundheitsreserve"

Als Konsequenz aus der Corona-Krise will der Bund an 19 Standorten in Deutschland eine Nationale Gesundheitsreserve mit wichtigem Material wie Schutzmasken aufbauen. Ständig vorgehalten werden soll der Bedarf des Gesundheitswesens und des Bundes für einen Monat, sagte Bundesgesundheitsminister Spahn der dpa. Mit den Plänen werde sich heute ab 11 Uhr auch das Corona-Kabinett des Bundes beschäftigen

6.03 Uhr: Hausärzte erleben Ansturm auf Schnelltests

Immer mehr Menschen wollen kurz vor Weihnachten per Schnelltest ausschließen, dass sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben, und verlangen deshalb Schnelltests bei ihren Hausärzten. "Wir erleben derzeit in den Praxen, dass die Patienten die Testungen oft anlasslos einfordern. Das verbrennt unnötig Ressourcen. Tests sind derzeit noch knapp und werden viel dringender in Einrichtungen mit vulnerablen Personengruppen benötigt", sagte der Präsident des Hausärzteverbands Nordrhein, Oliver Funken, der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Auch die Apotheken merken laut Thomas Preis, dem Vorsitzenden des Apothekerverbands Nordrhein, den Wunsch nach einer intensiveren Testung. Derzeit müsse aufgrund der knappen Kapazitäten eine Priorisierung stattfinden.

5.50 Uhr: 11.169 Fälle - Neuinfektionen leicht über Vorwochenwert

Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages sind 11.169 neue Fälle übermittelt worden, wie das RKI heute Morgen bekanntgab. Der bisherige Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23 648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Am vergangenen Montag hatte die Zahl bei 10 864 gelegen.

An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird. Die deutschen Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden zudem 125 neue Todesfälle. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde.

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Stand: 01.12.2020, 06:59