Ticker vom Sonntag (05.07.2020) zum Nachlesen

Ticker vom Sonntag (05.07.2020) zum Nachlesen

  • NRW will Maskenpflicht beibehalten
  • Für viele Tönnies-Haushalte endet die Quarantäne
  • NRW-Gesundheitsminister gegen flächendeckende Corona-Tests
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

NRW will Maskenpflicht beibehalten

Die Landesregierung hat ablehnend auf den Vorstoß aus Mecklenburg-Vorpommern zur Aufhebung der Maskenpflicht im Einzelhandel reagiert. Eine Sprecherin des NRW-Gesundheitsministerium sagte der Deutschen Presse-Agentur, trotz der insgesamt positiven Entwicklung der Infektionszahlen sei die Gefahr der Pandemie noch lange nicht gebannt.

"Solange wir ohne wirksamen Impfstoff und Medikamente mit dieser neuen, ungewohnten Situation leben, werden die Menschen weiterhin mit Regeln und Veränderungen umgehen müssen. Dazu werden noch für einige Zeit unter anderem Kontaktbeschränkungen, Abstandsregeln und die Mund-Nasen-Bedeckung gehören", betonte sie.

Für viele Tönnies-Haushalte endet die Quarantäne

40 mobile Teams des Kreises Gütersloh haben rund 1.000 negativ getestete Tönnies-Beschäftigte und deren Haushaltsangehörige noch einmal auf das Coronavirus hin untersucht. Der Kreis teilte am Sonntag mit, rund 1.000 Befunde seien zurückgekommen - "fast alle negativ". Die Ergebnisse werden nun an die Ordnungsämter der Kommunen übermittelt. Die informieren dann die Personen, die die Quarantäne verlassen dürfen. Konkrete Zahlen nannte der Kreis nicht.

Hintergrund der Aktion: Laut Landesverfügung benötigen auch negativ Getestete nach ihrer 14-tägigen Quarantäne ein erneutes negatives Testergebnis, um sie aus der Quarantäne entlassen zu können. Viele Betroffene hatten ihr Unverständnis darüber geäußert, dass die Quarantäne nicht automatisch nach 14 Tagen endet. Sie können aber nach einem ersten negativen Ergebnis doch noch infiziert worden sein.

Laumann gegen flächendeckende Corona-Tests

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat sich gegen flächendeckende Tests auf das Coronavirus ausgesprochen. "Ich halte da nicht sehr viel von", sagte er dem Deutschlandfunk. Er orientiere sich in dieser Frage an den Vorgaben des Robert Koch-Instituts. Dies bedeute, dass man anlassbezogen und dann sehr gründlich teste, wie dies beispielsweise nach dem Virus-Ausbruch beim Fleisch-Konzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück geschehen sei.

Ein ähnliches Vorgehen wie in Bayern lehnte Laumann in diesem Zusammenhang ab. Das Angebot der dortigen Regierung an alle Bürger, sich testen zu lassen, sei durch die Empfehlungen des Robert Koch-Instituts nicht gedeckt. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) befürwortet allerdings deutschlandweit kostenfreie Corona-Tests.

Mecklenburg-Vorpommern will Maskenpflicht wohl lockern

Wie lange wird es noch eine Maskenpflicht in Geschäften geben? Mecklenburg-Vorpommern prescht in dieser Frage nun voran und will diese Pflicht voraussichtlich bald abschaffen.

"Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) der "Welt am Sonntag".

Er gehe davon aus, dass das Kabinett in Schwerin dies am 4. August beschließen werde. Außerdem soll mit Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein eine einheitliche Regelung gefunden werden. Ähnliche Signale zur Abschaffung der Maskenpflicht kamen aus Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Neuinfektionen in Gütersloh nur noch knapp über Grenzwert

Die Menschen im Kreis Gütersloh können sich Hoffnung auf ein baldiges Ende der strengen Corona-Maßnahmen machen, die die Landesregierung dort nach der Masseninfektion beim Fleischverarbeiter Tönnies erlassen hat. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner ist in dem Kreis weiter gesunken.

Wie das Robert Koch-Institut heute mitteilte, liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 56. Am Vortag lag dieser Wert noch etwa zehn Punkte darüber. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies lag der Wert bei rund 270. Bund und Länder hatten sich darauf verständigt, ab dem Grenzwert 50 strenge Maßnahmen zu ergreifen.

Die starken Einschränkungen im Kreis Gütersloh gelten noch bis Dienstagabend (07.07.2020). Über eine Verlängerung der Maßnahmen will die Landesregierung noch entscheiden.

Weltweiter Höchststand bei Neuinfektionen

Die Zahl der weltweiten Corona-Neuinfektionen ist auf einem Rekordhoch. Zuletzt haben sich laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) binnen 24 Stunden mehr als 212.000 Menschen neu infiziert.

Das ist der bisher höchste Tageswert seit Beginn der Pandemie. Die meisten Neu-Infizierten leben in Nord-, Mittel- und Südamerika.

Coronavirus auch in Fleischbetrieben in Österreich

Nach den Masseninfektionen in Fleischbetrieben in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sind nun auch in Österreich in drei Großbetrieben zur Fleischverarbeitung Corona-Fälle aufgetaucht. Zwei der drei betroffenen Betriebe liegen nicht weit von der deutschen Grenze entfernt.

Insgesamt seien zwölf Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden, bestätigte der Krisenstab des Bundeslandes Oberösterreich heute Nachrichtenagentur APA. Tests bei anderen Mitarbeitern waren heute Mittag noch im Gange.

"Colours of Change" statt CSD-Parade

Mehrere Demonstranten bei der Colours of Change Demo in Köln

Colours of Change Demo in Köln

Wegen Corona ist auch die traditionelle Parade der Schwulen und Lesben zum Christopher Street Day in Köln abgesagt und auf Oktober verschoben worden. Aber andere Initiativen der sogenannten Queer-Community setzten sich heute mit Veranstaltungen für ihre Ziele ein - so fand auf dem Rudolfplatz ab 15 Uhr die Kundgebung "Colours of Change" statt.

Dabei setzten sich Künstler, Aktivisten und Sozialarbeiter gemeinsam gegen Rassismus ein und forderten Solidarität. Die Veranstaltung in Köln sollte nur der Auftakt zu weiteren Aktionen sein.

Erneut Ansammlungen in Düsseldorf und Köln

Auch in der Nacht auf Sonntag kam es in Düsseldorf und Köln zu großen Menschenansammlungen, bei denen der Mindestabstand oft nicht eingehalten wurde. Mitarbeiter der Ordnungsämter hätten vielfach feiernde Menschen auf die Corona-Abstandsregeln hingewiesen und sie aufgefordert Orte zu verlassen, sagten die Polizeidienststellen dem WDR.

Die Polizei selbst war aber nur begleitend dabei und musste nicht einschreiten. Zu Räumungen kam es demnach nicht. In Düsseldorf versammelten sich die Menschen wieder in der Altstadt, in Köln unter anderem in der Schaafenstraße nahe Rudolphplatz. Am Kölner Stadtgarten gab es laut Polizei diesmal weniger Menschen als noch am Freitag (04.07.2020).

Formel-1-Saison startet - so spät wie noch nie

Später als je zuvor in ihrer Geschichte beginnt nach der Corona-Zwangspause heute die neue Saison der Formel 1. Genau wie in anderen Sportarten wird allerdings auch bei der Rennserie das Publikum fehlen.

Auftakt zum Großen Preis von Österreich ist um 15.10 Uhr. Als Favoriten gehen wieder einmal die Mercedes-Piloten ins Rennen. Valtteri Bottas fuhr am Samstag (04.07.2020) auf die Pole Position, gefolgt von Lewis Hamilton.

Urlaub "zu Hause" liegt voll im Trend

Die Corona-Pandemie hat vielen Menschen die Lust am Reisen genommen. Daher ist das Interesse an Urlaub in NRW in diesem Sommer besonders groß. Dennoch muss man nicht auf schöne Aktivitäten verzichten: Tagesausflüge liegen voll im Trend.

Das Bild zeigt zwei Wanderer auf dem Rothaarsteig im Sauerland.

Zwar kann es sich an den heimischen Touristen-Hotspots - wie zum Beispiel dem Biggesee im Sauerland oder Zons am Rhein - schon mal knubbeln, Überfüllung ist bisher aber kein Thema. Einzige Ausnahme ist der Nationalpark Eifel.

USA feiern den Independence Day

Trotz der Coronavirus-Pandemie hat Präsident Donald Trump an einer großen Feier zum Unabhängigkeitstag teilgenommen. Unter dem Motto "Salute America" wurde in der US-Hauptstadt Washington gefeiert: mit Kampfjets und großem Feuerwerk.

In seiner Ansprache an die Nation lobte Trump den US-amerikanischen Umgang mit der Pandemie und machte abermals China für die weltweite Ausbreitung des Virus verantwortlich.

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Stand: 05.07.2020, 19:43