Ticker vom Sonntag (10.01.2021) zum Nachlesen

Ticker vom Sonntag (10.01.2021) zum Nachlesen

  • Stamp zeigt sich gegenüber 15-Kilometer-Regel skeptisch
  • Schweizer Studie: Schulschließungen eine der effektivsten Anti-Covid-Maßnahmen
  • NRW will Montag über Bewegungseinschränkung entscheiden
  • Neue Variante des Coronavirus entdeckt

Aktualisieren

Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

20.05 Uhr: Stamp zeigt sich gegenüber 15-Kilometer-Regel skeptisch

NRW-Vize-Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) ist skeptisch, ob die 15-Kilometer-Regel für Einwohner in Corona-Hotspots die Infizierten-Zahlen tatsächlich zum Sinken bringen kann. "Ich kann mir nur schwerlich vorstellen, dass dies etwas bringt", sagte Stamp bei "Westpol". Fraglich sei zudem, ob eine solch weitreichende Einschränkung überhaupt verhältnismäßig sei und sie vor Gericht Bestand habe.

Bund und Länder hatten sich am Dienstag auf eine Einschränkung des  Bewegungsradius in Corona-Hotspots geeinigt. In dem Beschlusspapier heißt es, dass in Kreisen mit über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen die Länder "weitere lokale Maßnahmen" ergreifen – "insbesondere zur Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 km um den Wohnort, sofern kein triftiger Grund vorliegt". In NRW gibt es derzeit sieben Städte und Kreise, die als Corona-Hotspots gelten.

Stamp erklärte, die betroffenen Kommunen würden die Frage, ob es zu einer Bewegungseinschränkung kommt, zu Wochenbeginn mit dem NRW-Gesundheitsministerium besprechen. Dabei müsse man schauen, wie die die Situation speziell in der Kommune sei, ob sich etwa die hohen Corona-Zahlen auf Pflegeheime konzentrierten oder ob die hohen Zahlen kreisweit seien. Es müsse darum gehen, zielgenau zu handeln – und eben zielgenau gegebenenfalls die 15-km-Regel vorgeben.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

18.52 Uhr: 20 Prozent der Bürger in Israel einfach gegen Corona geimpft

Drei Wochen nach Beginn der Corona-Schutzimpfungen in Israel sind 20 Prozent der Bevölkerung geimpft worden. Laut des israelischen Gesundheitsministers Edelstein haben rund 1,8 Millionen Israelis die erste Impfdosis erhalten. Heute startete die Impfung des medizinischen Personals mit der zweiten Dosis.

In Deutschland haben nach aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) 532.878 Menschen die ersten von zwei Corona-Impfungen erhalten (Stand 9. Januar, 11.00 Uhr). Erst nach der zweiten Impfung entfaltet der Impfstoff seine volle Wirkung.

18.23 Uhr: Marke von drei Millionen Corona-Infektionen in Afrika überschritten

Afrika hat die Marke von drei Millionen bestätigten Coronavirus-Infektionen überschritten. Das teilten die Afrika-Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention mit. Mehr als 72.000 Menschen seien auf dem Kontinent seit Beginn der Pandemie gestorben. Mehr als ein Drittel der Coronavirus-Fälle - 1,2 Millionen - wurden in Südafrika verzeichnet, darunter mehr als 32.000 Todesfälle. Als ein möglicher Grund für den hohen Anteil gilt, dass in Südafrika mehr Tests als in anderen afrikanischen Ländern gemacht werden.

16.54 Uhr: Schweizer Studie: Schulschließungen eine der effektivsten Anti-Covid-Maßnahmen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben sich in der Schweiz Schulschließungen als eine der effektivsten Maßnahmen erwiesen. Das geht aus einer Studie hervor, die am Sonntag von der ETH Zürich veröffentlicht wurde. Demnach wurde die Mobilität um 21,6 Prozent reduziert, als die Schweizer Behörden im März 2020 die Schließung der Schulen anordneten.

Schulschließungen verminderten die Mobilität und führten damit zu einer Verringerung der Covid-19-Erkrankungen, erläuterte einer der Forscher. Für die Studie wurden mit Hilfe von Telekommunikationsdaten 1,5 Milliarden Bewegungen ausgewertet. Die Schulen waren im Frühjahr wegen der Pandemie rund zwei Monate geschlossen.

16.53 Uhr: London eine Milliarde Dollar für weltweite Covid-19-Impfungen gesammelt

Großbritannien hat zusammen mit weiteren Geberländern für den weltweiten Kampf gegen die Corona-Pandemie eine Milliarde Dollar (rund 820 Millionen Euro) gesammelt. Mit dem Geld solle es 92 Entwicklungsländern ermöglicht werden, eine Milliarde Impfungen gegen das Virus vorzunehmen, erklärte das Außenministerium in London am Sonntag. Die britische Regierung gab den Eigenanteil mit 608 Millionen Euro an.

Zusammen mit Deutschland, Kanada und Japan sowie weiteren Ländern trug Großbritannien so dazu bei, dass für das weltweite Covax-Programm inzwischen mehr als 1,4 Milliarden Euro zusammengetragen wurden. Das Programm hat eine gerechte Verteilung der Vakzine zum Ziel.

16.02 Uhr: Schärfere Corona-Auflagen im Oberbergischen Kreis - Land entscheidet morgen über 15-km-Regel

Angesichts hoher Infektionszahlen hat der Oberbergische Kreis ab Mitternacht schärfere Auflagen angeordnet. Zwischen 22 Uhr und 5 Uhr gelten strenge Ausgangsbeschränkungen. Zudem sollen private Kontakte so weit wie möglich reduziert werden. Auch im privaten Bereich dürfen sich dann nur noch Angehörige eines Hausstands plus eine weitere Person - und gegebenenfalls zu betreuende Kinder - treffen. Das gilt bisher in NRW nur im öffentlichen Raum. Diese verschärften Regeln gelten im Oberbergischen Kreis vorerst bis zum 25. Januar.

Eine auf 15 Kilometer eingeschränkte Bewegungsfreiheit wird es im Oberbergischen vorerst nicht geben, sagte Landrat Jochen Hagt bei der Pressekonferenz. Über den landesweiten Umgang mit der 15-km-Regel wolle das Land NRW am Montag entscheiden. Wenn die Regel käme, könnten Bürger in Hotspots sich nur noch in einem Umkreis von 15 Kilometer um ihren Wohnort bewegen.

15.50 Uhr: Arbeitgeberpräsident warnt vor weiteren Einschränkungen für die Wirtschaft

In der Debatte über weitere Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie gibt es Widerstand gegen schärfere Auflagen für die Wirtschaft. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger warnt in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) vor weiteren Einschränkungen für Unternehmen.

Nachdem Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Freitag einen Lockdown für die Wirtschaft gefordert hatte, mahnten unterdessen auch die Grünen, Betriebe stärker in den Blick zu nehmen. "Wir müssen die Menschen pandemiegeschützt so gut es geht in Brot und Arbeit halten", sagte Dulger. Nur mit Wertschöpfung könnten die Sozialsysteme am Leben gehalten werden, die im Moment alle versorgten. Die Forderung nach flächendeckenden Schließungen bezeichnete er als "absurd". "Sie können doch nicht alle Betriebe schließen", sagte er der "FAS".

15.07 Uhr: Neue Variante des Coronavirus in Japan entdeckt

Japan meldet die Entdeckung einer neuen Variante des Coronavirus. Diese sei bei vier Reisenden aus dem brasilianischen Bundesstaat Amazonas nachgewiesen worden, teilte das japanische Gesundheitsministerium mit. Die Variante unterscheide sich von den in Großbritannien und Südafrika entdeckten hochansteckenden Mutationen. Es gebe aber bislang keine Hinweise, dass diese dritte neue Variante ebenfalls sehr infektiös sei. Ob gegen sie die bisherigen Impfstoffe wirksam seien, werde untersucht.

14.52 Uhr: Andrang auf Rodelhügel in der Eifel

Trotz weitgehender Entspannung in den Schneeregionen von NRW hat es am Sonntag auf einzelnen Parkplätzen in der Eifel starken Andrang gegeben. Polizei und Ordnungsamt waren am Michelsberg im Einsatz, wohin viele Menschen zum Rodeln in die verschneite Landschaft gekommen waren. Augenzeugen sprachen von überfüllten Parkplätzen auch nahe des Radioteleskops Effelsberg.

Ebenso hätten etliche Besucher in Blankenheim winterliche Verhältnisse genießen wollen, hieß es. Insgesamt sei die Lage aber sehr gut beherrschbar, sagte ein Polizeisprecher. Anzeigen wurden nicht gestellt. Die Ordnungskräfte hätten die Bürger gezielt angesprochen und Flyer verteilt, um auf die Corona-Schutzverordnung hinzuweisen.

14.36 Uhr: Beratungen über weitere Kontaktbeschränkungen in Hotspots

In mehreren Kommunen in NRW müssen sich die Menschen auf weitere Kontaktbeschränkungen einstellen – aktuell haben sieben Regionen die Inzidenz von 200 überschritten. Aktuell tagt etwa der Krisenstab im Oberbergischen Kreis. Am Montag will der Krisenstab des Kreises Recklinghausen beraten, welche Konsequenzen die hohen Corona-Fallzahlen konkret für die Menschen haben werden.

Bund und Länder haben für diesen Fall vorgesehen, dass Bürger sich in ihrer Freizeit nicht mehr als 15 Kilometer von ihrem Wohnort wegbewegen dürfen. In NRW entscheiden darüber die einzelnen Kommunen in Absprache mit der Landesregierung.

12.40 Uhr: ARD und ZDF erweitern Bildungsprogramm

Mehr kindgerechte Informationen und Bildungsangebote, aber auch mehr familientaugliche Unterhaltung: Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen während der Schulschließungen Familien stärker unterstützen und bieten während des wieder eingeschränkten Schulbetriebs ein verändertes und ausgebautes Programm an.

"Wir möchten in dieser Ausnahmesituation eine Unterstützung für den Alltag sein und den Familien mit unserem erweiterten Bildungsangebot zur Seite stehen", teilte der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow mit. 

Kika-Programmgeschäftsführerin Astrid Plenk sage vor dem Start von Distanz-, Wechselunterricht und Homeschooling am Montag: "Da Kinder weiter mit Einschränkungen und ohne Schulbesuche auskommen müssen, wollen wir auf ihr aktuelles Informations- und Unterhaltungsbedürfnis mit unseren Bildungs-, Wissens-, Film- und Serien-Angeboten eingehen."

10.23 Uhr: Sieben Corona-Hotspots in NRW

Sieben NRW-Regionen haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge mittlerweile die Schwelle von 200 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten.

Den höchsten Wert unter den 53 Kreisen und kreisfreien Städten gab das RKI am Sonntag mit 292,2 für den Oberbergischen Kreis an. Dahinter lagen der Kreis Höxter mit 258,1 sowie die Stadt Gelsenkirchen (230,7) und Kreis Recklinghausen (229,3). Auch Herne (209,7), Bielefeld (207,1) und Gütersloh (202,5) gelten damit als sogenannte Corona-Hotspots.

9.30 Uhr: Zoos verlieren Millionen Euro Einnahmen durch Corona

Der bundesweite Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) drängt angesichts der kritischen Situation in Corona-Zeiten auf staatliche Hilfe. Allein in Nordrhein-Westfalen, wo es nach Angaben der Initiative NRW Partner Zoo die höchste Zoo-Dichte weltweit gibt, haben die Tierparks durch die coronabedingten Schließungen und Besucherbegrenzungen im vergangenen Jahr Millionen an Einnahmen eingebüßt. Sie leben derzeit von ihren Rücklagen. Die Hilfsgelder aus dem Frühjahr 2020 sind aufgebraucht - die Lage hat sich wieder verschärft.

7.15 Uhr: Deutsche Gesundheitsämter melden 16.946 Corona-Neuinfektionen

Die deutschen Gesundheitsämter haben heute 16.946  Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 465 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen bekannt gab. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

6.55 Uhr: Finanzlage der NRW-Kommunen "höchst problematisch"

Der Städtetag Nordrhein-Westfalen appelliert an Land und Bund, den Städten wie schon im vergangenen Jahr auch 2021 und 2022 Verluste bei den Gewerbesteuereinnahmen zu ersetzen.

Die Finanzlage der Kommunen sei "höchst problematisch", sagte der Landesvorsitzende des Städtetags, Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen, der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Sowohl der pandemiebedingte Rückgang eigener Steuereinnahmen als auch steigende Kosten etwa für Sozialausgaben belasteten die Budgets der Kommunen.

6.45 Uhr: Festnahmen nach Corona-Protesten in Dänemark

Nach gewaltsamen Protesten gegen die Corona-Maßnahmen hat die dänische Polizei neun Menschen festgenommen. Mehrere der Demonstranten waren den Ermittlern demnach bereits aus dem "Hooligan-Umfeld" bekannt.

Sechs der Festgenommenen wurden den Angaben zufolge Verstöße gegen die Regeln zur Nutzung von Feuerwerkskörpern vorgeworfen. Zwei Menschen sollen Gewalt gegen Polizisten angewandt haben, ein weiterer soll den Anweisungen der Beamten nicht gefolgt sein. Laut dänischen Medienberichten hatten sich in Kopenhagen am Samstag zwischen 200 und 250 Gegner der Corona-Maßnahmen versammelt.

0.00 Uhr: In Berlin soll man sich Corona-Impfstoff doch auswählen dürfen

In Berlin sollen Menschen, die geimpft werden wollen, auswählen können, mit welchem Impfstoff sie gegen Corona immunisiert werden wollen. "Der Bürger, die Bürgerin sollen die Freiheit haben, sich entscheiden zu können, mit welchen Impfstoff sie geimpft werden wollen", sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) nach einem Bericht der RBB-Abendschau bei einem Probelauf in einem Impfzentrum. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte - bezogen auf ganz Deutschland - zuvor das Gegenteil gesagt.

0.00 Uhr: Britische Experten fürchten weitere Verschlimmerung der Corona-Lage

Trotz Lockdowns verzeichnet Großbritannien immer neue Rekorde bei Infektionszahlen und Todesfällen. Besonders schlimm ist die Lage in London. Dort rief Bürgermeister Sadiq Khan den Katastrophenfall aus. Die Krankenhäuser stehen dort vor dem Kollaps. Simon Walsh vom Ärzteverband British Medical Association sagte der BBC, er erwarte einen weiteren Anstieg der Zahlen, bevor sie wieder zurückgingen. Das ergebe eine Analyse der ersten Pandemiewelle im Frühjahr 2020.

Die Zahl der Corona-Toten stieg indes heute auf über 80.000 seit Beginn der Pandemie. Gestern hatte Großbritannien mit mehr als 68.000 neuen Corona-Infektionen und 1.325 gemeldeten Todesfällen innerhalb von 24 Stunden gleich zwei traurige Rekorde verzeichnet.

Immer die neuesten Corona-Zahlen zum eigenen Wohnort

Mit den Messenger-Diensten von WDR aktuell lassen sich die aktuellsten Corona-Fallzahlen unkompliziert aufs Handy holen. Einfach die Postleitzahl des eigenen Wohnorts eingeben und in Sekundenschnelle erscheinen die aktuellen Zahlen. Den Service gibt es bei "Telegram" und im "Facebook Messenger", die Anmeldung ist sehr einfach. 

WDR aktuell App - PLZ senden und Fallzahlen erhalten

WDR aktuell App - PLZ senden und Fallzahlen erhalten

Stand: 10.01.2021, 20:17