Der Ticker von Mittwoch (29.07.2020) zum Nachlesen

Der Ticker von Mittwoch (29.07.2020) zum Nachlesen

  • Bund übernimmt Kosten von Tests für Rückkehrer
  • Kein Geld für Wirtin wegen Betriebsschließung
  • Jeder fünfte Klinikpatient ist gestorben
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Bund übernimmt Kosten von Corona-Tests für Reiserückkehrer

Die geplanten zusätzlichen Testmöglichkeiten auf das Coronavirus für Reiserückkehrer nach Deutschland will der Bund finanzieren. Die Kosten würden durch einen erhöhten Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums heute in Berlin. Die entsprechende Verordnung soll in dieser Woche in Kraft treten.

Die Ressortchefs von Bund und Ländern hatten freiwillige Tests für alle Rückkehrer aus dem Ausland beschlossen, die für die Reisenden kostenfrei sein sollen. Darüber hinaus will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Rückkehrer aus internationalen Risikogebieten mit hohen Fallzahlen eine Testpflicht anordnen. Sie soll in der kommenden Woche in Kraft treten.

Tests für Reiserückkehrer: "Ethisch vertretbar"

WDR 5 Morgenecho - Interview 29.07.2020 05:31 Min. Verfügbar bis 29.07.2021 WDR 5


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EU-Kommission bestellt Remdesivir für 30.000 Europäer

Remdesivir

Zur Versorgung von 30.000 schwerkranken Covid-19-Patienten mit dem Mittel Remdesivir hat die EU-Kommission einen Bezugsvertrag mit dem Hersteller Gilead geschlossen. Der Wirkstoff - die bisher einzige in Europa zugelassene Arznei gegen schwere Fälle der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit - werde ab Anfang August geliefert, hieß es heute in Brüssel. Die Kosten belaufen sich auf 63 Millionen Euro.

Remdesivir war am 3. Juli zur Behandlung von Covid-19-Patienten ab 12 Jahren zugelassen worden. Kurz vorher hatte die US-Regierung eine Vereinbarung mit dem Hersteller bekannt gemacht, wonach sie praktisch die gesamte Produktionsmenge für die nächsten Monate aufgekauft habe. Die EU-Kommission ist sich aber sicher, mit dem jetzt geschlossenen Vertrag "den derzeitigen Bedarf in den kommenden Monaten zu decken".

Bundesregierung: Corona-App täglich aktualisieren

Die Bundesregierung rät dazu, die Corona-Warn-App einmal am Tag zu öffnen und zu aktualisieren. Der Grund dafür ist, dass es weiter technische Probleme gibt. Deswegen sei die einfachste Lösung, die Warn-App jeden Tag anzuklicken und so die neusten Daten abzurufen. Laut Bundesregierung wird die App gerade weiter verbessert - weil sie teilweise nicht so auf den Betriebssystemen läuft, wie gedacht.

Sexarbeiterinnen fordern Wiedereröffnung der Bordelle

Sexarbeiterinnen und Bordellbetreiber haben heute in Köln gegen die Einschränkungen für Prostitution in der Corona-Pandemie protestiert. Rund 100 Frauen und auch einige Männer versammelten sich auf der Domtreppe, um eine Wiedereröffnung der Bordelle zu fordern. "Sex ist systemrelevant" stand auf einem Plakat.

Seit Beginn der Pandemie sind Prostituierte vielfach ohne Einkünfte - und die Politik zeige keine Perspektive auf, so der Vorwurf. Bordelle blieben deutschlandweit geschlossen, während viele andere Bereiche bereits gelockert worden seien.

Gibt es Lockerungen für Kinos?

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) macht sich für die Kinobetreiber stark. "Die Corona-Abstandsregel von 1,50 Meter ist ein Problem, weil die Säle zu großen Teilen leer bleiben müssen", sagte Grütters der "Bild"-Zeitung. Sie empfehle stattdessen andere Abstandsregeln für die Branche. "So könnte zum Beispiel jede Reihe versetzt gefüllt werden. Andernfalls sind nur ein Drittel oder sogar nur ein Viertel der sonst üblichen Zuschauerzahlen möglich."

Man müsse die Entwicklung beobachten, fügte Grütters hinzu. Dazu gehöre, mit der Wissenschaft im Kontakt zu bleiben und immer wieder nachzufragen, ob es zu einer Anpassung kommen könne - "auch mit den Erfahrungen der Nachbarländer vielleicht".

Nahverkehr in NRW leidet besonders unter der Corona-Krise

Ob durch das Home-Office oder Menschen, die aus Sicherheitsgründen derzeit lieber auf Fahrrad oder Auto umsteigen - die Verkehrsunternehmen leiden besonders unter der Corona-Krise. Nun wollen sie das gesunkene Vertrauen der Fahrgäste zurückgewinnen. Mit einer bundesweiten Werbekampagne unter dem Motto #BesserWeiter werben Bund, Länder und Verkehrsunternehmen für die Nutzung des ÖPNV.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) schätzt die Einnahmeverluste bundesweit auf fünf Milliarden Euro. Für die Kommunen in NRW rechnet er mit ungefähr einer Milliarde. Um die Verluste auszugleichen, haben Bund und Land NRW ein 700 Millionen Euro umfassendes Förderprogramm aufgelegt.

Betriebsschließung: Wirtin erhält kein Geld von Versicherung

Bei einer Versicherung gegen eine Betriebsschließung besteht kein Deckungsschutz gegen Krankheiten oder Erreger wie Covid-19 oder Corona, wenn diese nicht ausdrücklich vertraglich benannt sind. Das hat das Oberlandesgericht Hamm in einem Eilverfahren entschieden. Die Klägerin, Inhaberin einer Gaststätte in Gelsenkirchen, hatte von ihrer Versicherung fast 27.000 Euro eingefordert. Bereits das Landgericht Essen hatte den Antrag auf einstweilige Verfügung zurückgewiesen. Der Beschluss ist nicht anfechtbar.

Wie verändert Corona unsere Gastro-Landschaft? Markt 08.07.2020 08:33 Min. UT Verfügbar bis 08.07.2021 WDR Von Matthias Fuchs

Jeder fünfte Klinikpatient ist gestorben

Ärztinnen und Ärtzte versorgen auf einer Intensivstation eine Patientin.

Auf der Intensivstation wird eine Covid-Patientin künstlich beatmet. Sie liegt auf dem Bauch, um die Lunge zu entlasten.

Es sind bedrückende Zahlen, die die Gefährlichkeit des Corona-Virus unter Beweis stellen: Gut ein Fünftel der Corona-Patienten, die im Frühjahr in deutschen Kliniken aufgenommen wurden, hat laut einer Studie nicht überlebt. Besonders hoch war die Sterblichkeit mit 53 Prozent bei Patienten, die beatmet wurden, wie aus einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido), der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und der Technischen Universität Berlin hervorgeht.

Insgesamt griff die Untersuchung auf Daten von rund 10.000 Patienten zurück, von denen etwa 1.700 beatmet wurden. Von den Krankenhauspatienten, die nicht beatmet wurden, starben 16 Prozent.

Sydney zu Corona-Hotspot erklärt

Nach Melbourne ist jetzt auch die australische Millionenmetropole Sydney zu einem Corona-Hotspot erklärt worden. Der nördliche Nachbar-Bundesstaat Queensland habe Beschränkungen für Besucher aus der Stadt und seinen Vororten eingeführt, sagte die Premierministerin des Bundesstaats, Annastacia Palaszczuk. Bürger aus Sydney dürfen die Grenze nach Queensland nicht mehr überqueren. Heimkehrende Bewohner aus Queensland müssen zwei Wochen in Quarantäne.

USA vermelden fast 1.600 Tote in 24 Stunden

Es ist die höchste Zahl seit Mai: Binnen 24 Stunden wurden in den USA 1.592 Corona-Tote gezählt, wie die Johns-Hopkins-Universität mitteilte. Dies ist die höchste Zahl seit zweieinhalb Monaten. Damit sind ingesamt mehr als 149.000 Corona-Tote in den USA registriert. Zudem wurden mehr als 60.000 neue Infektionsfälle innerhalb eines Tages gezählt.

Infektiologe: Menschen nehmen Corona nicht mehr ernst genug

Prof. Dr. Gerd Fätkenheuer

Angesichts der gestiegenen Corona-Fallzahlen in Deutschland sieht der Infektiologe Gerd Fätkenheuer ein nachlassendes Gefahrenbewusstsein in der Bevölkerung. "Was sich derzeit in den Köpfen abspielt" stelle ein großes Risiko dar, sagte der Forscher der Uniklinik Köln dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Die Menschen fühlten sich heute viel sicherer als noch vor einem Vierteljahr. "Mit dem starken Rückgang der Zahlen werden die Gefahren, die nach wie vor von dem Virus ausgehen, nicht mehr in gebührendem Maße wahrgenommen." Bei konsequenter Beachtung aller Schutzvorkehrungen sei es nach wie vor möglich, das Infektionsgeschehen im Griff zu behalten.

Alle Antworten auf ... die zweite Welle

WDR 5 Morgenecho - Satire 28.07.2020 02:01 Min. Verfügbar bis 28.07.2021 WDR 5 Von Jana Fischer


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Tourismusbeauftragter Bareiß: Reisen darf nicht zur Gefahr werden

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, appellierte an Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten, sich unbedingt auf das Coronavirus testen zu lassen. "Dies dient dem eigenen Schutz, aber auch der allgemeinen Sicherheit. Auch Reisende aus Risikogebieten mit Bahn und Pkw sollten sich testen lassen. Reisen darf nicht zur Gefahr werden." Jeder Einzelne trage eine besondere Verantwortung für seine Mitmenschen. "Zukünftig wird sicheres und gesundes Reisen einen ganz neuen Stellenwert haben", sagte Bareiß: "Ein obligatorischer Schnelltest zum Beispiel am Flughafen kann dazu schon viel beitragen."

Neuansteckungen: NRW über dem Bundesschnitt

Bei den Neuinfektionen in der sogenannten Sieben-Tages-Inzidenz liegen NRW, Bayern, Berlin, Bremen und Hamburg über dem bundesweiten Schnitt. Das teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) bei einer Pressekonferenz mit.

Ute Rexroth, Leiterin des Lagezentrums, warnte: "In den vergangenen zwei Wochen nimmt der Trend wieder zu. Das Infektionsgeschehen ist diffus. Fallanstiege gibt es in ganz unterschiedlichen Kommunen und Gemeinden deutschlandweit. Bei den Neuansteckungen sind auch Reiserückkehrer dabei, die meisten haben sich aber in Deutschland angesteckt."

Geisel lässt umstrittenes Farid-Bang-Video löschen

Bild: OB Thomas Geisel und Rapper Farid Bang

Das Video mit dem Skandal-Rapper Farid Bang wurde von den Social-Media-Kanälen der Stadt Düsseldorf gelöscht. Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) hat auf Druck der Ratsfraktionen hin eingelenkt.

Geisel hatte am vergangenen Mittwoch einen Videoclip veröffentlichen lassen, in dem der Düsseldorfer Rapper feiernde junge Leute in der Altstadt ermuntert, die Corona-Regeln einzuhalten. Farid Bang steht wegen frauenfeindlicher, gewaltverherrlichender und antisemitischer Texte in der Kritik. Das Video hatte einen Proteststurm ausgelöst.

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Stand: 29.07.2020, 19:00