Ticker vom Montag (05.04.2021) zum Nachlesen

Ticker vom Montag (05.04.2021) zum Nachlesen

  • Laschet will "Brücken-Lockdown"
  • SPD im Landtag fordert Sputnik V
  • RKI registriert 8.497 Neuinfektionen
  • Gewerkschaft: Abi notfalls ohne Prüfungen
  • Lauterbach fordert Änderung der Impfstrategie
  • Spahn erwartet Verdoppelung der Impfquote
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Laschet will Brücken-Lockdown und vorgezogenes Bund-Länder-Treffen

NRW-Ministerpräsident Laschet will, dass Bund und Länder sich früher als geplant treffen - und zwar noch diese Woche. Er sagt, wegen der Virus-Mutanten müssten strengere Maßnahmen beschlossen werden. Bis Mai oder Juni bräuchte es einen sogenannten Brücken-Lockdown. Laschet meint damit z.B., dass noch mehr Ausgangssperren kommen könnten. Außerdem hat er angekündigt, dass bis Ende des Monats jeder Fünfte mindestens einmal geimpft sein soll.

18.10 Uhr: Was bedeutet Laschets Vorstoß für Schulen und Kitas?

Wie es nach den Osterferien mit dem Unterricht an den Schulen in NRW weitergeht, soll sich diese Woche entscheiden. Einen konkreten Termin teilte das NRW-Schulministerium auf WDR-Nachfrage nicht mit - und äußerte sich auch nicht zu den Äußerungen von NRW-Ministerpräsident Laschet. Laschet hatte heute keine weiteren Beschränkungen für die Schulen in NRW angekündigt. Er sagte, man müsse sich bei Kitas und Schulen auf das Notwendige fokussieren, abgesichert durch flächendeckende und eng getaktete Testungen.

17.45 Uhr: SPD im Landtag fordert Sputnik V

Der NRW-SPD-Vorsitzende, Thomas Kutschaty wirft Laschet vor, nicht konsequent genug zu handeln: „Armin Laschet wollte das Oster-Wochenende nutzen, um nachzudenken. Herausgekommen ist dabei der Vorschlag eines ,Brücken-Lockdowns‘, der im Ergebnis wohl kaum etwas anderes sein dürfte als die bereits beschlossene Notbremse."

Impfen unter Hochdruck gehe nur, wenn auch genug Impfstoff zur Verfügung steht, erklärte Kutschaty gegenüber dem WDR. Er verwies auf die Pläne Österreichs, den russischen Impfstoff zu bestellen. "Warum wir das nicht tun, kann ich nicht nachvollziehen", so Kutschaty. Stiko-Chef Thomas Mertens habe den Impfstoff schon vor Wochen als gut bezeichnet. "Die europäische Arzneimittelagentur hat sich mit der Zulassung schon viel zu viel Zeit gelassen." Die Prüfung bei der EMA läuft zurzeit. Ihre Experten wollen diesen Monat die Produktion und Lagerung in Russland begutachten. Ungarn setzt Sputnik V mit einer nationalen Genehmigung ein.

16.55 Uhr: Noch kein Termin für vorgezogenes Bund-Länder-Treffen

Für die von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ins Gespräch gebrachten vorgezogenen Beratungen über mögliche weitere Verschärfungen der Corona-Beschränkungen gibt es noch keinen Termin. Der Bund sei immer bereit, zu beraten, wenn es sich als erforderlich erweise, hieß es am Montag aus Regierungskreisen in Berlin. Eine solche Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse aber gut vorbereitet sein, so dass bereits vorher im Wesentlichen klar sei, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten.

15.30 Uhr: Junger Mann stürzt vom Balkon bei Versuch Corona-Strafe zu entgehen

Um einer Corona-Strafe zu entgehen, ist ein junger Mann in Wipperfürth bei Köln von einem Balkon im vierten Stock gestürzt. Er erlitt schwere Verletzungen, wie die Polizei Oberbergischer Kreis am Montag mitteilte. Der 22-Jährige gehörte zu einer Gruppen von vier jungen Männern, die sich am Freitagabend in einer Wohnung getroffen hatten, um gemeinsam zu feiern. Nachdem ein Nachbar die Polizei gerufen hatte, versteckten sich zwei der Männer beim Klingeln der Beamten auf dem Balkon. Während die Polizisten in der Wohnung mit den beiden verbliebenen Männern sprachen, stürzte der 22-Jährige in die Tiefe - vermutlich beim Versuch, auf einen benachbarten Balkon zu klettern. Er kam schwer verletzt in ein Krankenhaus.

12.30 Uhr: Verfassungsgerichtspräsident verteidigt Einschränkungen

Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth, sieht die Corona-Pandemie als eine Belastungsprobe für den Rechtsstaat. "Diese Pandemie ist in allen freiheitlichen Ordnungen ein Stresstest für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, auch in Deutschland", sagte Harbarth den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er rechtfertigte zugleich die geltenden Einschränkungen als erforderlich für den Gesundheitsschutz.

Die getroffenen Maßnahmen griffen nicht nur tief in Grundrechte ein, sondern dienten zugleich "dem Schutz sehr gewichtiger Grundrechte, nämlich der Grundrechte auf Leben und körperliche Unversehrtheit", betonte Harbarth.

11.50 Uhr: Spahn: Impfen allein bricht nicht die dritte Welle

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor anhaltender Ansteckungsgefahr durch das Corona-Virus gewarnt. "Impfen verhindert nicht die dritte Welle, die dritte Welle wächst", sagte der CDU-Politiker heute in Berlin während eines Besuches im Impfzentrum Messe. Länder mit bereits höherer Impfquote wie Chile, Großbritannien oder die USA zeigte, dass Kontaktbeschränkungen weiter notwendig seien.

11.40 Uhr: Lauterbach fordert Kurswechsel in der Impfstrategie

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert einen Kurswechsel in der Corona-Impfstrategie hin zu möglichst vielen kurzfristigen Erstimpfungen. Wenn der Abstand zur Zweitimpfung bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna von sechs auf zwölf Wochen verlängert würde, könnten bis Juli über 60 Millionen Menschen in Deutschland erstgeimpft und so gegen schwere Krankheitsverläufe geschützt sein, sagte er der "Augsburger Allgemeinen" für deren Dienstagsausgabe. "Wenn wir jetzt unsere Strategie wechseln und auf möglichst viele Erstimpfungen ausrichten, wird kein vierter Lockdown mehr nötig sein."

11.20 Uhr: Laut Spahn Anfang Mai jeder fünfte Deutsche geimpft

"Bis Anfang Mai werden 20 Prozent der Deutschen geimpft sein können", sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn beim Besuch eines Berliner Impfzentrums. Seit Jahresanfang seien drei Monate benötigt worden, um etwa zehn Prozent der Bevölkerung zu impfen. "Wir werden die nächsten zehn Prozent jetzt in einem Monat schaffen können angesichts der zu erwartenden Lieferungen." Das Impftempo werde im zweiten Quartal zulegen.

10.43 Uhr: München lockert wieder

Die seit Ostersonntag in München geltenden schärferen Corona-Regeln werden ab Mittwoch wieder gelockert. Weil von Karsamstag bis Ostermontag der Inzidenzwert drei Tage lang wieder unter 100 lag, werden die verschärften Maßnahmen nach Angaben der Stadt ab Mittwoch wieder zurückgenommen. Die nächtliche Ausgangssperre entfällt dann, und Geschäfte, Museen und der Tierpark dürfen wieder öffnen.

10.23 Uhr: Polizei verhindert "Querdenker"-Demo vor Privathaus von Weil

Gegner der Corona-Maßnahmen wollten am Sonntagabend am privaten Wohnhaus von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) demonstrieren. Die Polizei hat nach eigenen Angaben das Haus gegen Demonstranten der sogenannten Querdenker-Szene abgeriegelt, nachdem im Lauf des Abends "eine kleine zweistellige Zahl an Personen" aufgetaucht war. Die Polizei als Versammlungsbehörde untersagte den Aufmarsch an diesem Ort. Den Veranstaltern gehe es nur darum, eine Drohkulisse aufzubauen, den Regierungschef im privaten Umfeld einzuschüchtern und so die Corona-Politik der Landesregierung zu beeinflussen, teilte die Polizei mit.

9.00 Uhr: Gewerkschaft fordert Abi notfalls ohne Prüfungen

Die Lehrer-Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat sich dafür ausgesprochen, die Abiturprüfungen in diesem Jahr notfalls ausfallen zu lassen, wenn die Corona-Infektionszahlen zu hoch sind. Stattdessen könnten dann die Leistungen aus dem Unterricht die Grundlage für die Benotung sein. Wichtig sei dann, dass das Abitur trotzdem überall voll anerkannt wird.

In NRW sind gerade Osterferien. Wie es in einer Woche an den Schulen weiter geht, hat Schulministerin Gebauer (FDP) noch nicht gesagt. Auch wie die Testpflicht nach den Ferien umgesetzt werden soll, ist noch unklar. Der Städtetag bezweifelt, dass es genug Corona-Tests gibt für die vom Land versprochenen kostenlosen Selbsttests.

Kritik am Vorschlag der GEW kam unter anderem von der Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Ernst. Sie betonte erneut, dass Schülern wegen der Pandemie keine Nachteile entstehen sollen. Auch der Deutsche Philologenverband forderte, dass die Schüler eine Chance auf ihre Abiturprüfungen bekommen.

8.49 Uhr: Große Mehrheit zweifelt an Merkels Impfversprechen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vollständig gegen Corona geimpften Menschen Hoffnung auf weniger Einschränkungen gemacht - viele glauben aber nicht an eine Impfung bis zum Ende des Sommers. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für die Nachrichtenagentur dpa erwarten fast zwei Drittel (62 Prozent), dass das Ziel verfehlt wird, bis zum 21. September jedem Impfwilligen eine Corona-Impfung anzubieten.

8.07 Uhr: Städtetag zweifelt an Umsetzung der Testpflicht an Schulen

Der Städtetag Nordrhein-Westfalen zweifelt, dass genügend Corona-Tests zur Verfügung stehen, falls die Schulen nach den Osterferien wieder geöffnet werden. Zwar habe die Landesregierung eine Testpflicht an Schulen angekündigt, sagte der Landesvorsitzende des Städtetags, Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen, der Nachrichtenagentur dpa.

Um die versprochenen zwei Selbsttests pro Schüler zur Verfügung zu stellen, seien wöchentlich aber etwa fünf Millionen Test-Sets nötig. "Diese Menge ist bisher bei weitem nicht vorhanden", sagte Clausen.

7.30 Uhr: Portugal lockert Corona-Regeln

Ab heute gelten in Portugal gelockerte Corona-Regeln: Straßencafés, kleine Geschäfte, Museen und manche Schulen dürfen wieder öffnen. Urlauber aus Deutschland dürfen aber bis mindestens Mitte des Monats noch nicht ohne Weiteres einreisen. Die Bundesregierung hatte kürzlich auch Lissabon von der Liste der Risikogebiete genommen.

Nachdem die Inzidenz in Portugal vor etwa zwei Monaten auf knapp 900 gestiegen war, verhängte die Regierung Mitte März einen strengen Lockdown. Mittlerweile liegt die Inzidenz bei etwa 30.

6.50 Uhr: FDP unterstützt Unionspläne zu einheitlichen Corona-Regeln

Die FDP hat sich in der Diskussion um einheitliche Corona-Regeln auf Bundesebene hinter den Vorschlag aus der Union gestellt. Der stellvertretende Vorsitzende der FDP im Bundestag, Stephan Thomae, sagte der dpa, dass die FDP schon seit Herbst 2020 entsprechende Anträge und Gesetzentwürfe gestellt habe.

Der Städte- und Gemeindebund äußerte sich dagegen skeptisch. Einheitlichkeit wäre zwar gut, aber: Ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren könne "erfahrungsgemäß Wochen lang dauern", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der "Funke Mediengruppe".

6.30 Uhr: Infektionslage mit höherer Dunkelziffer an Ostern

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) am Ostersonntag 8.497 neue Fälle gemeldet - 1.375 weniger als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt damit in dieser Zeitspanne von 134,4 auf 128,0 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Die Zahl der Toten steigt von 43 auf 50 neue Fälle. In Nordrhein-Westfalen sinkt die Inzidenz von 134,4 auf 123,9 Neuinfektionen.

Die Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen, denn rund um die Osterfeiertage gehen gewöhnlich weniger Menschen zum Arzt. Dadurch wird weniger getestet. Und nicht alle Gesundheitsämter übermitteln Daten an das RKI.

6.15 Uhr: Lauterbach unterstützt Spahns Pläne für Geimpfte

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach unterstützt den Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), vollständige gegen Corona Geimpften einige Vorteile zu gewähren.

Geimpfte könnten dann beim Reisen oder Einkaufen wie jemand behandelt werden, der einen negativen Coronatest hat. Dies sei allerdings erst möglich, wenn die dritte Infektionswelle gebrochen ist

6.00 Uhr: England plant wohl Impfausweis

Die britische Regierung plant offenbar einen Impfausweis. Premierminister Boris Johnson will heute dazu Einzelheiten bekanntgeben.

Nutzer sollen per App oder auf Papier nachweisen können, dass sie entweder gegen Corona geimpft oder negativ getestet sind. Dann soll es möglich sein, dass Stadien, Kinos und Clubs wieder für Besucher öffnen.

5.45 Uhr: Schwelm eröffnet Impf-Drive-In

In Schwelm werden heute Mittag Über-60-Jährige im Auto geimpft. Sie müssen dafür nicht aussteigen. Der Ennepe-Ruhr-Kreis hat dazu kurzfristig begehbare Impfstraßen in Zelten eingerichtet. So will er die gestiegene Zahl an Impfungen bewältigen.

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Stand: 06.04.2021, 06:17