Aktion über Ostern: So bekommen Ü-60-Jährige einen Impftermin

Das Bild zeigt zwei ältere Personen auf dem Weg ins Impfzentrum.

Aktion über Ostern: So bekommen Ü-60-Jährige einen Impftermin

Über Ostern dürfen in NRW auch die Über-60-Jährigen Impftermine buchen. Ihnen wird der Impfstoff von Astrazeneca angeboten. Was man dazu wissen muss.

Die jüngste Altersbeschränkung für den Impfstoff von Astrazeneca wirbelt den Impfplan kurzzeitig durcheinander. Über Ostern darf auch die große Altersgruppe "60 plus" Termine für die Impfzentren buchen. In NRW leben rund 3,8 Millionen Menschen im Alter von 60 bis 79 Jahren. Nach Ostern sollen die Corona-Schutzimpfungen auch in Hausarztpraxen anlaufen.

Wann startet die Terminvergabe?

Laut NRW-Gesundheitsministerium können Menschen ab 60 Jahren in NRW seit Karsamstag um 8 Uhr Termine für Impfungen mit Astrazeneca buchen - bis Dienstag 7 Uhr. Danach werden nur Termine an Patienten vergeben, die 79 Jahre oder älter sind.

Die Buchung ist online unter www.116117.de möglich. Telefonisch lässt sich der Impftermin je nach Landesteil über diese beiden Rufnummern vereinbaren. Die Leitungen waren schnell überlastet - das wird wohl in den nächsten Tagen nicht anders sein.

"Sie müssen aber wissen: Es ist ein Termin mit Astrazeneca", sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). "Wer das nicht möchte, sollte gar nicht erst seinen Termin buchen." Laumann wies daraufhin, dass es zu Überlastungen der Buchungssysteme kommen kann.

Über Ostern werde in den 53 Impfzentren mit zusätzlichem Personal und zusätzlichen Öffnungszeiten geimpft, sagte Laumann.

Auch bestimmte Berufsgruppen würden weiter geimpft - aber nicht mit Astrazeneca, sondern aus der Impfstoff-Reserve von Biontech oder Moderna. Der Kölner Impfarzt Jürgen Zastrow sagte dem WDR, viele Grundschullehrer wüssten gar nicht, dass sie impfberechtigt seien: "Die könnten sich ja anmelden. Aber wir haben die Anmeldungen nicht vorliegen."

Am Ostersonntag gab es ein Angebot im Impfzentrum Köln: Bei einer Sonderaktion sollten 4.000 Dosen Astrazeneca an Kölner verimpft werden. "Damit haben wir die Priorisierungsgruppen weit geöffnet für diese eine Aktion und ich freue mich, dass wir da mal wieder ein bisschen die Kühlschränke leer kriegen", sagte Zastrow.

Wie viele Impfdosen stehen zur Verfügung?

Am Osterwochenende sollten in NRW rund 450.000 Dosen von Astrazeneca eintreffen. Große Lagerbestände dieses Impfstoffs gebe es im Land nicht mehr, so das Gesundheitsministerium. Die neue Lieferung werde nun Menschen ab 60 Jahren angeboten, die sich damit impfen lassen wollen.

"Es stehen insgesamt 450.000 Termine für diese Personengruppe zur Verfügung", so das NRW-Gesundheitsministerium. "Darin sind bereits die Impfdosen berücksichtigt, die der Bund dem Land für kommende Woche zugesagt hat."

Gesundheitsminister Laumann sagte am Mittwoch: "Alle weiteren Impfungen mit Biontech und Moderna laufen selbstverständlich wie gehabt weiter." Alleine im April sollen in NRW rund 1,5 Millionen Impfungen mit diesen beiden Impfstoffen durchgeführt werden.

Ergänzend zu diesen 1,5 Millionen Impfungen sollen laut Ministerium ab dem 6. April Impfungen in den Arztpraxen des Landes mit weiteren Impfdosen des Bundes stattfinden. "In der kommenden Woche starten dann die ersten Impfungen der Über-70-Jährigen in den Impfzentren - beginnend mit dem Jahrgang 1941."

Impfen die Hausärzte anders als die Impfzentren?

Nein, Hausärzte müssen sich im Umgang mit den Priorisierungen und mit Astrazeneca an dieselben Vorgaben halten wie die Impfzentren.

Hausärzte erhalten zum Impfstart nach Ostern in den Praxen zunächst ausschließlich den Impfstoff von Biontech. Das sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag. Nach den ersten beiden Wochen komme noch Impfstoff von Astrazeneca hinzu und später von Johnson & Johnson. Impfdosen von Moderna sollen wiederum nur in den Impfzentren verabreicht werden.

Für den Impfstart in rund 6.000 Hausarztpraxen in NRW würden nach den Ostertagen rund 400.000 Impfdosen geliefert, sagte Laumann bereits am Mittwoch. Damit sollten die Ärzte vor allem chronisch kranke und stark pflegebedürftige Menschen impfen.

Spahn versicherte, dass bei der Lieferung von Impfstoff an die bundesweit 35.000 Hausarztpraxen auf eine proportionale Verteilung auf die Bundesländern geachtet werde. Bald sollen sich auch weitere Ärzte beteiligen, so Spahn. Zwar werde mit den niedergelassenen Hausärzten begonnen, aber danach würden auch die Fachärzte und Privatärzte hinzugezogen.

Impfung beim Hausarzt: "Fahrt aufnehmen wäre anders"

WDR 5 Morgenecho - Interview 01.04.2021 04:48 Min. Verfügbar bis 01.04.2022 WDR 5


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Kann ich mir den Impfstoff aussuchen?

Vorerst nicht. Deutschland hat zwar mehr Impfstoffe bestellt als das Land Einwohner hat. Deshalb könne es am Ende eine gewisse Wahlfreiheit geben, so Laumann - "aber sicher nicht im Monat April".

Stand: 04.04.2021, 15:08