Ticker vom Freitag (26.03.2021) zum Nachlesen

Stand: 26.03.2021, 20:09 Uhr

  • Notbremse gilt ab Montag in 31 Kreisen und kreisfreien Städten
  • NRW stellt über Ostern 130.000 Biontech-Dosen zusätzlich bereit
  • Biontech-Vakzin kann wohl bald bei Hausärzten verimpft werden
  • Zunächst keine landesweite Corona-Notbremse für NRW
  • Spahn und Wieler mahnen zur Vorsicht an den Ostertagen
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

Aktualisieren

Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden. .

Notbremse gilt ab Montag in 31 Kreisen und kreisfreien Städten

Die Corona-Notbremse gilt von Montag an in 31 Kreisen und kreisfreien Städten in Nordrhein-Westfalen. Das habe das NRW-Gesundheitsministerium entsprechend angeordnet, teilte die Landesregierung am heute Abend mit.

Zu den betroffenen Regionen zählen etwa Köln, Dortmund, die Städteregion Aachen, der Kreis Mettmann und der Kreis Siegen-Wittgenstein. "Es handelt sich dabei um die Kommunen, in denen die 7-Tages-Inzidenz der Neuinfektionen nach den heute veröffentlichten Daten des Landeszentrum Gesundheit seit mindestens drei Tagen in Folge über dem Wert von 100 liegt", erläuterte das Gesundheitsministerium.

19.37 Uhr: Lauterbach: "Uns hilft nur ein harter, kurzer Lockdown"

Der SPD-Politiker und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält die aktuellen Maßnahmen nicht für ausreichend, um echte Erfolge im Kampf gegen die Pandemie zu erzielen. "Wir machen immer wieder den gleichen Fehler, dass wir versuchen, mit einem weichen Shutdown den Menschen die Härte zu ersparen", sagte Lauterbach heute in der "Aktuellen Stunde" des WDR.

"Es wird immer gesagt: Die Menschen brauchen Hoffnung und gute Nachrichten. Ich glaube, dass die Menschen endlich mal wieder einen durchschlagenden Erfolg brauchen. Den haben wir seit Monaten nicht gehabt", so Lauterbach.

So einen Erfolg würde es nur "durch einen kurzen, harten Lockdown geben, mit dem ich die Fallzahlen herunterbringe. Das haben etwa Portugal, Irland, und England richtig gemacht. Wir zögern das immer wieder hinaus und werden damit keinen Erfolg haben."

Dem harten Lockdown müsse "dann eine gute Teststrategie folgen und eine massive Beschleunigung der Erstimpfungen im April und im Mai." Die Maßnahmen, die im Frühjahr 2020 erfolgreich waren, würden nun nicht ausreichen. "Wir müssen dieses Mal etwas mehr tun. Kein Land hat es bisher geschafft, die Mutation B117 in den Griff zu bekommen, ohne dass man auch abendliche Ausgangsbeschränkungen eingesetzt hat", so der SPD-Politiker.

"Weil abends sehr viel soziales Leben stattfindet, die Menschen sind unterwegs und treffen sich im Privaten. Wenn man das nicht unterbinden will und man hat auch noch keine gute Teststrategie in Betrieben, wird man es einfach nicht schaffen können. Das ist ein Virus einer ganz anderen Ansteckungskategorie."

19.30 Uhr: Tote in zeitlichem Zusammenhang mit Astrazeneca in Bonn

In der Uniklinik Bonn ist eine Frau nach einer Impfung mit Astrazeneca verstorben. Die Patientin habe "in einem zeitlichen Zusammenhang mit einer Astrazeneca-Impfung Krankheitssymptome entwickelt" und sei anschließend verstorben, teilte die Klinik mit. Aus datenschutzrechtlichen Gründen könne man keine weiteren Angaben machen.

19.08 Uhr: Köln droht die Absage von 10.000 Impfterminen

Es ist weiter offen, ob die Stadt Köln die für April zugesagte Lieferung von Astrazeneca-Impfstoff erhalten wird. Falls nicht, "dann müssten wir über 10.000 vereinbarte Impftermine absagen", sagte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) heute in der "Aktuellen Stunde" des WDR.

Henriette Reker

Henriette Reker.

Reker bekräftigte, dass Köln am Modellversuch in NRW mit teilweisen Lockerungen teilnehmen möchte. "Wir können in einer Millionenstadt andere Dinge ausprobieren als woanders. Aber das wird nicht bei Inzidenzzahl von 128 gehen. Und es wird vorausgesagt, dass diese Zahl steigen wird. Das heißt: Es liegt noch in der Ferne", so Reker. Für Köln gilt ab Montag die Corona-Notbremse.

Doch bei deutlich niedrigeren Zahlen wären Öffnungen denkbar - etwa für den Einzelhandel. "Alle Geschäfte machen dann nicht auf. Man könnte aber an Einkaufszentren denken. Vielleicht kann man Modellversuche auch immer da gut starten, wo es schwierig íst. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts sind das etwa Kalk, Mülheim, Chorweiler. Und in Chorweiler und Kalk gibt es Einkaufszentren", sagte Reker.

18.40 Uhr. NRW stellt über Ostern 130.000 Biontech-Dosen zusätzlich bereit

Das Land Nordrhein-Westfalen stellt über die Ostertage 130.000 Dosen des Biontech-Impfstoffes gegen das Coronavirus aus der Rücklage bereit und will diese in den Kommunen verimpfen lassen. Die Liefertermine für Biontech seien in den nächsten Wochen "sehr stabil" und verlässlich, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef-Laumann (CDU) heute.

Eine Mitteilung an die Kreise und kreisfreien Städte, wie viele Impfstoff-Dosen sie damit zusätzlich bekämen, sei bereits verschickt worden. Damit sei über die Ostertage ein "sehr starkes Impfen in Impfzentren" möglich. Die Impfzentren könnten "in vollem Umfang von morgens bis abends" arbeiten, so der Minister.

"Wenn wir es damit schaffen, über Ostern 130.000 Menschen mehr zu impfen, ist das eine gute Sache." Es sei auch verantwortbar, an die Biontech-Rücklage zu gehen, weil die Sicherheit, dass genug Dosen für die Zweitimpfung da seien, gegeben sei.

Mit den zusätzlichen Impfdosen könne zügig in der Prioritätsgruppe zwei weiter geimpft werden, sagte Laumann. Vorrangig sollten die Biontech-Dosen Personen mit Vorerkrankungen zugute kommen. Für den Nachweis der Impfberechtigung in Gruppe zwei brauchten sie ein ärztliches Attest. Eine konkrete Diagnose müsse nicht aufgeführt werden.

18.35 Uhr: Laschet fordert mehr Handeln und weniger Ankündigungen

Der CDU-Chef und nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet mahnt hinsichtlich der Lockerungspläne des Saarlands zur Vorsicht. "Auch dort muss man vorsichtig bleiben, denn die brasilianische Variante, die noch gefährlicher ist, ist direkt hinter der Grenze in Frankreich", sagte Laschet heute im Fernsehsender Phoenix.

Er plädierte auch dafür, in der Corona-Politik mehr zu handeln und weniger anzukündigen, um das Vertrauen der Bevölkerung wieder zu stärken. "Wir müssen aufhören mit immer neuen Ankündigungen, Versprechungen, was wann kommt, sondern man muss einfach machen." Zentral sei dabei das Impfen.

18.17 Uhr: 800 Mitarbeiter von dm-Verteilzentrum in Weilerswist in Quarantäne

Nach positiven Corona-Tests in der Belegschaft sind 800 Mitarbeiter eines Verteilzentrums der Drogeriemarktkette dm im Kreis Euskirchen in Quarantäne. Das teilten der Kreis und das Unternehmen heute mit.

Nach einer "Neubewertung der Lage" sei entschieden worden, weitere 600 Mitarbeiter des Standorts in Weilerswist in Quarantäne zu schicken, erklärte der Kreis. 200 waren bereits zuvor von der Maßnahme betroffen. Hintergrund sei das Infektionscluster, das sich bei der Aufschlüsselung der mittlerweile bekannten 94 Corona-Fällen gezeigt habe. Zuvor hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet.

17.52 Uhr: WHO bittet um Impfdosen für die ärmsten Staaten

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bittet um Spenden von insgesamt zehn Millionen Impfdosen für die ärmsten Staaten. Das weltweite Covax-Impfprogramm stehe bereit zu liefern, "aber wir können keine Impfdosen liefern, die wir nicht haben", sagt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Bilaterale Verträge, Exportverbote und Impf-Nationalismus hätten den Markt verzerrt und zu großen Ungleichheiten bei Angebot und Nachfrage geführt. "Zehn Millionen Dosen sind nicht viel und es sind nicht annähernd genug."

17.02 Uhr: Biontech-Vakzin kann wohl bald bei Hausärzten verimpft werden

Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer kann laut einer Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) künftig vorübergehend auch bei weniger tiefen Temperaturen gelagert werden. Das macht es auch Hausärzten möglich, den Impfstoff einzusetzen.

Wie die EMA heute mitteilte, kann der Impfstoff bis zu zwei Wochen lang bei Temperaturen zwischen minus 25 und minus 15 Grad gelagert werden und damit in üblichen pharmazeutischen Gefrierschränken etwa in Apotheken. Bisher war für den Impfstoff eine dauerhafte Lagerung in Spezialgefrierschränken bei zwischen minus 90 und minus 60 Grad vorgeschrieben, was einen Einsatz bei Hausärzten oder in armen Ländern verhinderte.

Biontech-Chef Ugur Sahin erklärte, die Zulassung sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu dem Ziel, den Impfstoff Menschen in der ganzen Welt zugänglich zu machen. Sie komme "genau zum richtigen Zeitpunkt, da die Regierungen nun mehr Flexibilität haben, um von Impfungen in Impfzentren zu einer dezentraleren Verteilung der Impfstoffe durch lokale Ärzte und Allgemeinmediziner überzugehen, um unseren Weg aus der Pandemie zu beschleunigen".

16.55 Uhr: Polen erreicht erneut Höchstwert an Neuinfektionen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Polen hat den dritten Tag in Folge einen Höchstwert erreicht. Innerhalb von 24 Stunden kamen 35.143 neue Fälle hinzu, die meisten davon (5.264) in der Region Masowien mit der Hauptstadt Warschau, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Im gleichen Zeitraum starben 443 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Der bisherige Höchstwert war mit 34.151 erst am Donnerstag erreicht worden. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. Angesichts der drastisch steigenden Zahl verschärft Polen den Lockdown ab Samstag weiter. Möbelgeschäfte und Baumärkte müssen wieder schließen, das gleiche gilt für Friseursalons und Kosmetikstudios.

Die Bundesregierung hat Polen als Hochinzidenzgebiet eingestuft. In dieser Kategorie finden sich Länder und Regionen wieder, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche über 200 liegt.

16.39 Uhr: Stadt Wien setzt auf Massen-Gurgeltests für zu Hause

Österreichs Hauptstadt will Hunderttausende Menschen pro Woche mit hochwertigen Gratistests zur Corona-Kontrolle bewegen. Wien bietet ab kommender Woche allen Bewohnern Gurgel-Testkits für zu Hause an, wie die Stadtregierung heute bekanntgab.

Diese PCR-Tests liefern besonders im Frühstadium einer Covid-Erkrankung zuverlässigere Ergebnisse als Antigen-Tests. Pro Woche sollen in der 1,9-Millionen-Stadt rund 1,2 Millionen Kits ausgeliefert und täglich bis zu 200.000 Proben ausgewertet werden.

16.10 Uhr: Frankreich wird Hochinzidenzgebiet

Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung Frankreich ab Sonntag als Hochinzidenzgebiet mit Testpflicht bei der Einreise ein. Das österreichische Bundesland Tirol sowie Tschechien und die Slowakei werden gleichzeitig von der Liste der Virusvariantengebiete gestrichen, wie das Robert Koch-Institut heute mitteilte. Damit wird ein wesentlicher Teil der Einreisebeschränkungen für diese Länder und Regionen aufgehoben.

16.03 Uhr: Auch Bundesrat stimmt für EU-Schuldenaufnahme für Corona-Hilfstopf

Nach dem Bundestag hat sich auch der Bundesrat hinter die gemeinsame Schuldenaufnahme der EU für den Corona-Wiederaufbaufonds gestellt. Die Länderkammer votierte am Freitag einstimmig dafür. Mit dem sogenannten Eigenmittelbeschluss soll der EU-Kommission erlaubt werden, für den 750 Milliarden Euro schweren Corona-Topf erstmals im großen Stil Schulden aufzunehmen.

Gegen die Pläne gingen umgehend Klagen beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ein. Deswegen kann das Gesetz vorerst nicht in Kraft treten.

15.30 Uhr: Zu wenig: Gericht hält Corona-Zuschuss für verfassungswidrig

Der von der Bundesregierung geplante Corona-Zuschuss von 150 Euro für Empfänger von Grundsicherung ist aus Sicht des Sozialgerichts Karlsruhe zu gering und verfassungswidrig. Den Zuschuss sollen Erwachsene bekommen, die im Mai 2021 einen Anspruch auf Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld haben.

 Ein Gebäude der Agentur für Arbeit.

Das Existenzminimum von Arbeitsuchenden für Januar bis April dürfe nicht erst im Mai gedeckt werden. Auch seien Anforderungen an das Verfahren zur Ermittlung der Höhe existenzsichernder Leistungen nicht erfüllt worden, rügte das Gericht in einer heutigen Mitteilung. Nötig sei eine Erhöhung des Regelsatzes um etwa 100 Euro für jeden Pandemiemonat.

Damit hatte eine alleinerziehende Mutter aus dem Kreis Rastatt mit ihrem Eilantrag Erfolg. Sie hatte zuvor beim Jobcenter erfolglos FFP2-Masken beantragt. Nun könne sie ihre herzkranke zweijährige Tochter sicher im ÖPNV zu den wöchentlichen Behandlungen ins Krankenhaus und zum Physiotherapeuten bringen, so das Gericht.

15.25 Uhr: Astrazeneca-Impfstoff darf EU nicht verlassen

In der EU hergestellter Corona-Impfstoff von Astrazeneca soll Europa vorerst nicht verlassen. "Wir haben die Werkzeuge und werden dafür sorgen, dass alles in Europa bleibt, bis das Unternehmen seine Verpflichtungen wieder einhält", kündigte EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton heute an.

Dem britisch-schwedischen Konzern wird vorgeworfen, Liefervereinbarungen mit der EU nicht zu erfüllen. Das Unternehmen hat wegen Produktionsverzögerungen seine Lieferungen drastisch reduziert. "Ich erinnere Sie nur daran, dass wir 120 Millionen Dosen in Q1 erwartet haben, und letztendlich haben wir 30 Millionen bekommen", sagte Breton mit Blick auf das erste Vierteljahr 2021. "Wir hatten also ein Problem mit dieser Firma."

Die EU hatte am Mittwoch ihre Aufsicht über die Exporte von Coronavirus-Impfstoffen verschärft und sich mehr Möglichkeiten verschafft, Lieferungen in Länder zu blockieren, die höhere Impfraten wie Großbritannien haben oder die im jeweiligen Land produzierte Impfdosen nicht außer Landes lassen.

15.21 Uhr: Corona-Tests verteuern Kulturevents um 20 Euro pro Ticket

Bei Kulturveranstaltungen mit Coronatests fallen pro Ticket Kosten von etwa 20 Euro an. Das ist eines der ersten Ergebnisse aus einem Pilotprojekt mehrerer Bühnen, das derzeit in Berlin läuft. Bei dem Konzert in der Philharmonie vor einer Woche war die Hälfte der 1.000 Besucher zentral getestet worden.

Zusammen mit den Tests für das Personal entstanden dabei Kosten von 23.000 Euro, hieß es heute. Die errechneten Kosten von 35 Euro pro Test könnten bei Optimierung der Abläufe auf knapp unter 20 Euro gesenkt werden.

15.07 Uhr: NRW-Lehrerverband fordert Testpflicht

Der NRW-Lehrerverband (NRWL) hält bei den Corona-Selbsttests in Schulen eine Testpflicht für alle Schülerinnen und Schüler für notwendig. Rund 20 Prozent der Eltern gäben ihren Kindern keine Einwilligung, bei den Selbsttests mitzumachen, erklärte Verbandspräsident Andreas Bartsch heute.

"Das führt ja das gesamte System der Testungen ad absurdum." Notwendig seien zwei Selbsttests pro Woche. Dabei sollten die Selbsttests idealerweise Zuhause mit den Eltern gemacht werden und positiv getestete Schülerinnen und Schüler gar nicht erst das Haus verlassen, erklärte Bartsch.

Die derzeitige Praxis der Tests in der Schule kritisierte er als "unzumutbar". "Alle nehmen für den Selbsttest natürlich im Klassenraum die Maske runter, einige brauchen sogar Unterstützung beim Einführen der Teststäbchen in die Nase. Die Lehrkräfte müssen zudem das gebrauchte Testmaterial in Mülltüten entsorgen, obwohl sie selbst noch nicht durch Impfungen geschützt sind."

15.01 Uhr: Mallorca reagiert auf Lauterbach-Kritik: "Sind keine Bananenrepublik"

Gesundheitsexperten auf Mallorca haben mit Empörung auf den Vorwurf des SPD-Politikers Karl Lauterbach reagiert, bei Angaben zu Corona werde auf der Urlauberinsel getrickst. "Wir sind hier schließlich nicht in einer Bananenrepublik, sondern in einem ernsthaft und professionell geführten Land", sagte der renommierte Gesundheitsexperte Joan Carles March heute der "Mallorca Zeitung".

Antoni Oliver, Chefbiologe des Landeskrankenhauses Son Espases in Palma, in dem die Virenproben der Balearen analysiert werden, meinte: "Fakten sind Fakten, das ist schon empörend, wenn sie anders dargestellt werden."

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln ist nach offiziellen Angaben relativ niedrig geblieben. Auf Mallorca, wo zurzeit schon viele Deutsche trotz der Warnungen der Bundesregierung ihren Urlaub verbringen, sind seit Donnerstag 40 neue Infektionen registriert worden. Hinzu kommen zwei auf Menorca und eine auf Ibiza.

14.43 Uhr: EU-Behörde gibt grünes Licht für zwei neue Impfstoff-Werke

Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat heute zwei Produktionsstandorten von Corona-Impfstoffen in Deutschland und den Niederlanden die offizielle Zulassung erteilt. Das Werk in Marburg produziert den Impfstoff von Pfizer/Biontech. Die Firma Halix im niederländischen Leiden stellt das Präparat von Astrazeneca her.

Mit der Entscheidung könnten nun auch Engpässe bei der Bereitstellung des Astrazeneca-Impfstoffs kurzfristig erleichtert werden, da die vorproduzierten Impfdosen schnell ausgeliefert werden könnten. Beide Firmen haben bisher schon produziert, durften aber ohne EMA-Zulassung nicht ausliefern. Unbekannt ist, wie groß die Vorräte sind.

14:30 Italien mit höchsten Sterbezahl-Fällen seit dem Zweiten Weltkrieg

Wegen der Corona-Pandemie hat Italien im vergangenen Jahr die höchste Zahl an Sterbefällen seit dem Zweiten Weltkrieg verzeichnet. Nach den am Freitag veröffentlichten Zahlen der Statistikbehörde Istat wurden 2020 insgesamt 746.146 Todesfälle registriert, mehr als 100.000 Todesfälle mehr als sonst im jährlichen Durchschnitt.

13:45 Lauterbach glaubt Fallzahlen von Mallorca nicht

Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach (SPD) hält die niedrigen Corona-Fallzahlen auf Mallorca für geschönt. Mallorca habe bestritten, dass es die besonders ansteckende Corona-Variante P1 auf der Insel gebe - "ich glaube das übrigens nicht, also ich glaube, dass dort P1 ist", sagte der SPD-Politiker am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung Maybrit Illner. "Da wird auch noch getrickst, ich glaube da kein Wort. Ich glaube, dass die mittlerweile längst P1 haben. Und ich glaube auch den Fallzahlen nicht." Die Uni-Klinik Son Espases der Insel hatte schon am Dienstag die auch in Deutschland kursierenden Berichte dementiert, es sei P1 auf Mallorca diagnostiziert worden.

13:30 Bundesregierung prüft Reiseverbot

Die Bundesregierung prüft weiter ein Verbot von Reisen ins Ausland, um die Virus-Pandemie in den Griff zu bekommen. Die Abstimmungen liefen, hieß es aus dem Bundesinnen- und dem Justizministerium. Regierungssprecher Steffen Seibert kündigte eine Entscheidung "in absehbarer Zeit" an.

12:55 Uhr: NRW-SPD gegen Modellkommunen

Die SPD im Düsseldorfer Landtag lehnt die Pläne der Landesregierung ab, in Modellkommunen Öffnungskonzepte zu erproben und plädiert stattdessen für einen landesweiten "Test-Roll-out".

Eine flächendeckende Test-Infrastruktur sei der beste Weg aus dem Lockdown, erklärte Fraktionschef Thomas Kutschaty heute in Düsseldorf laut einer Mitteilung. "Dass die Landesregierung diesen Weg aber nur für ausgewählte Modellkommunen gehen will, ist für uns nicht nachvollziehbar."

Ein Sprecher des NRW-Wirtschaftsministers Andreas Pinkwart (FDP) sagte am Freitag auf dpa-Anfrage, dass es noch keine Festlegung auf bestimmte Kommunen gebe. Zuvor hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" unter Berufung auf Regierungskreise berichtet, dass Aachen, der Kreis Warendorf, Winterberg und Köln zu den Modellstädten gehörten.

Die Umsetzung des Bund-Länder-Beschlusses vom Wochenbeginn werde derzeit geprüft, sagte der Sprecher weiter. "Sobald die Prüfungen abgeschlossen sind, werden die Kommunen seitens der Landesregierung informiert."

12:30 Uhr: Vorerst keine landesweite Corona-Notbremse

In einer Pressekonferenz hat Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) heute über die aktuelle Corona-Situation in NRW und Änderungen in der Corona-Schutzverordnung informiert. Eine landesweite Corona-Notbremse werde es zunächst nicht geben. Nur in Kommunen mit hoher Inzidenz müssen unter anderem Läden, Sportstätten und Kultureinrichtungen schließen.

Betroffene Kreise und kreisfreie Städte dürfen aber Ausnahmen für Menschen mit tagesaktuellem negativem Schnelltest erlauben. So könnten sie etwa Menschen den Zutritt zu Läden und Büchereien erlauben. Große Festveranstaltungen wie Volksfeste oder Schützenfeste sind in Nordrhein-Westfalen noch bis mindestens zum 31. Mai verboten.

Ab dem 29. März ist der Betrieb von Sonnenstudios in Nordrhein-Westfalen wieder erlaubt. Wie bei anderen körpernahen Dienstleistungen müssen allerdings bestimmte Vorgaben beachtet werden. Laumann begründete die Änderung mit entsprechenden Gerichtsurteilen.

Über Ostern werden die Kontaktbeschränkungen auch in Regionen mit hoher Corona-Inzidenz gelockert. Landesweit dürfen sich dann unabhängig vom örtlichen Infektionsgeschehen fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Kinder bis 14 Jahren werden nicht mitgerechnet.

Laut Informationen des Bundesgesundheitsministeriums sind die Lieferungen des Biontech/Pfizer-Impfstoffes gesichert. In den kommenden Tagen könnten in den NRW-Impfzentren bis nach Ostern rund 130.000 Menschen mehr geimpft werden als bislang gedacht, so Laumann.

11.00 Uhr: Spahn und Wieler mahnen zur Vorsicht an den Ostertagen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigt die Einreiseverordnung für die Nacht zum Dienstag, 00:00 Uhr an. Nachdem diese zunächst früher gelten sollte, habe man den Fluggesellschaften mehr Zeit geben wollen. Ohne negativen Test gebe es von den Fluggesellschaften keine Beförderung nach Deutschland. Steigende Infektionszahlen könnten das Gesundheitssystem im April wieder an seine Grenzen bringen.

Zwölf Millionen Impf-Dosen seien bisher verabreicht. Im zweiten Quartal werde sich die Situation weiter verbessern. Allerdings helfe das Impfen weniger bei gleichzeitig immer weiter steigenden Inzidenzen. Die Notbremse bei einer Inzidenz ab 100 müsse auf jeden Fall gezogen werden.

Lothar Wieler warnt, dass sich die Situation in den kommenden Wochen drastisch verschlechtern wird. Diesmal gibt es besonders viele Ansteckungen bei Berufstätigen und auch Kindern und Jugendlichen. Jens Spahn ergänzt dazu, dass inzwischen alle Impfstoffhersteller auch Studien zu Impfungen bei Kindern und Jugendlichen betreiben.

"Es gibt sehr deutliche Signale, dass diese Welle noch schlimmer werden kann als die ersten beiden Wellen", sagte Wieler. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass wieder mehr Menschen schwer erkranken, dass Kliniken überlastet und dass viele Menschen auch sterben werden." Impfungen seien das beste Werkzeug gegen die Pandemie. Trotzdem müssten die Menschen weiter vorsichtig sein. "Mobilität und Kontakte sind die Pandemietreiber."

9.25 Uhr: Bundesarbeitsminister setzt auf Selbstverpflichtung bei Tests

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) setzt weiterhin darauf, dass Unternehmen ihrer Selbstverpflichtung zu den Corona-Testangeboten für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nachkommen. "Aber wenn das nicht passiert, muss auch klar sein, werden wir ein verpflichtendes Testangebot machen", sagte der Politiker heute im ZDF-"Morgenmagazin".

Das gelte nicht nur für den privaten Sektor, sondern auch für die öffentlichen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. "Es muss jetzt so sein, dass alle ran müssen und Verantwortung übernehmen, damit wir durch die dritte Welle kommen."

9.05 Uhr: Ärzte kritisieren saarländisches Öffnungsmodell

Der Ärzteverband Marburger Bund hat den angekündigten Modellversuch im Saarland für weitere Öffnungsschritte aus dem Lockdown kritisiert. "Versuche in Modellregionen können in dieser Situation keine Alternative zum Lockdown sein", sagte die Vorsitzende Susanne Johna der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Die dritte Welle sei bereits in vollem Gange. "Ich sehe es kritisch, wenn mit dem Saarland ein zwar kleines, aber doch ganzes Bundesland einen Modellversuch durchführen will."

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hatte am Donnerstag angekündigt, das Saarland wolle nach Ostern als gesamtes Bundesland Modellregion für die Bekämpfung der Corona-Pandemie werden und mit verpflichtenden Testungen mehr Öffnungen ermöglichen.

8.15 Uhr: Erster Lockdown hatte kaum Auswirkung auf Geburtenrate

Der erste Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie vom 22. März bis Anfang Mai 2020 hat sich nach einer ersten Auswertung der Geburtenmeldungen nicht spürbar auf die Geburtenzahl in Deutschland ausgewirkt.

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sind bisher rund 182.000 Meldungen zu den während des ersten Lockdowns gezeugten Kindern eingegangen. Zwar war die Zahl der Geburtenmeldungen damit 0,8 % höher als in den entsprechenden Vorkrisenmonaten Dezember 2019 bis Februar 2020. Allerdings bewegt sich diese Veränderung im Bereich der üblichen Schwankungen monatlicher Geburtenzahlen.

7.15 Uhr: Biontech testet Impfstoff an jüngeren Kindern

Nach den Konkurrenten Moderna und Astrazeneca haben auch die Mainzer Firma Biontech und ihr US-Partner Pfizer begonnen, ihren Corona-Impfstoff an jüngeren Kindern zu testen.

"Gemeinsam mit unserem Partner Biontech haben wir den ersten gesunden Kindern in einer globalen fortlaufenden Phase 1/2/3-Studie eine Dosis verabreicht", teilte Pfizer der Nachrichtenagentur AFP mit.

7.00 Uhr: NRW will in Modellregionen Öffnungen testen

Aachen, der Kreis Warendorf, Winterberg und Köln könnten zu den geplanten Modellregionen in NRW gehören. Das berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger". Die Auswahl sei aber noch nicht final, heißt es von der Landesregierung. Der Pilotversuch könnte nach Ostern - ab dem 6. April - starten.

Dabei sollen die Regionen ein "sicheres Öffnungskonzept" testen. Dabei erhalten die Einwohner ein digitales Tagesticket für Einkaufen im Einzelhandel sowie Besuche in Sportstätten, Kinos, Theater und Außengastrononmie - sofern die Infektionslage und funktionierende IT-Systeme es zulassen. Regionale Apps zur Nachverfolgung sollen an die Software der Gesundheitsämter angeschlossen werden.

6.40: Mehr Impfstoff für die EU

Die EU erwartet nach eigenen Angaben für die kommenden drei Monate deutlich mehr Corona-Impfdosen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte in Brüssel, es werde nach derzeitigem Stand dreimal so viel geliefert wie seit Anfang des Jahres.

Die EU-Länder streiten noch über die genaue Aufteilung untereinander - Österreich treibt eine Neuregelung zugunsten des Einwohnerschlüssels an, nachdem das Land zunächst weniger bestellt hatte. Die EU-Staaten sollen bis zum 31. März rund 100 Millionen Impf-Dosen erhalten. Für die Monate April bis Juni haben Pharmakonzerne 360 Millionen zugesagt.

6.30 Uhr: Diskussionen um Strategien gegen Corona

Der Epidemiologe und Virologe Klaus Stöhr hat sich für Ausgangsbeschränkungen ausgesprochen. Da die meisten Infektionen innerhalb von Familien erfolgten, wären tiefergreifenden Corona-Maßnahmen dort am ehesten erfolgreich, sagte Stöhr im Podcast "Die Wochentester". "Man möchte die heiße Kartoffel nicht anfassen, in die Familien einzugreifen. In Frankreich hat man es gemacht. Wenn man tatsächlich kausal arbeiten würde, müsste man diese unliebsame Ausgangsbeschränkung nochmal erwägen und vielleicht auch besser kommunizieren."

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, forderte in den Zeitungen der Funke Mediengruppe, dass die Schnelltest-Strategie "massiv hochgefahren werden, das gilt insbesondere für Schulen, Kindertagesstätten, aber auch für die Arbeitsstätten". Bei der digitalen Kontaktnachverfolgung solle sich zumindest jedes Bundesland für eine einheitliche App entscheiden.

06.20 Uhr: Inzidenz steigt weiter

In Deutschland stecken sich weiter deutlich mehr Menschen mit dem Coronavirus an. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt laut RKI auf 119,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner - nach 113,3 am Vortag. In Nordrhein-Westfalen liegt der Wert laut Landeszentrum Gesundheit, das an das RKI meldet, bei 121,1 - nach 118,6 am Vortag und 100,1 vor einer Woche.

Nach Angaben des Landeszentrums weisen mittlerweile fünf Kreise und kreisfreie Städte eine Inzidenz von mehr als 200 auf. Die höchsten Werte hatten der Märkische Kreis mit 233,0 und der Kreis Lippe mit 229,9. Insgesamt lagen nur noch 16 der 53 Kreise und Städte in NRW unter der 100er Marke. Die niedrigsten Inzidenzen wurden in Höxter (58,5) und Münster (59,6) registriert.

Immer die neuesten Corona-Zahlen zum eigenen Wohnort

Mit den Messenger-Diensten von WDR aktuell lassen sich die aktuellsten Corona-Fallzahlen unkompliziert aufs Handy holen. Einfach die Postleitzahl des eigenen Wohnorts eingeben und in Sekundenschnelle erscheinen die aktuellen Zahlen. Den Service gibt es bei "Telegram" und im "Facebook Messenger", die Anmeldung ist sehr einfach.