Ticker vom Sonntag (29.08.2021) zum Nachlesen

Ticker vom Sonntag (29.08.2021) zum Nachlesen

  • Wieder über 1.000 Covid-Patienten auf Intensivstationen
  • Gegner der Corona-Politik demonstrieren trotz Verboten
  • Viele Unternehmen zahlen freiwillig Corona-Hilfen zurück
  • Spanien ab heute kein Hochrisikogebiet mehr
  • Wuppertal mit bundesweit meisten Neuinfektionen
  • Corona-Inzidenz steigt weiter
  • Erste Erfahrungen mit 2G in Hamburg
  • Querdenker-Demos in Berlin
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Wieder über 1.000 Covid-Patienten auf Intensivstationen

Eine Mitarbeiterin der Pflege in Schutzausrüstung betreut einen Corona-Patienten.

Eine Mitarbeiterin der Pflege in Schutzausrüstung betreut einen Corona-Patienten.

Die Zahl der bundesweit auf Intensivstationen behandelten Covid-19-Patienten ist in der vierten Corona-Welle erstmals wieder über 1.000 gestiegen. Im Divi-Register-Tagesreport von heute wurden 1.008 Covid-19-Patienten auf Intensivstation gemeldet, 485 davon mussten beatmet werden. Zuletzt war ein Wert von über 1.000 am 18. Juni erfasst worden (1.011). Der Tiefstand vor dem Aufflammen der vierten Welle hatte bei 354 im Report vom 22. Juli gelegen.

Inzwischen sind längst nicht mehr vor allem Senioren betroffen: Knapp jeder zehnte derzeit auf Intensivstation behandelte Covid-19-Patient ist den Daten des Divi-Registers zufolge 30 bis 39 Jahre alt, knapp jeder fünfte 40 bis 49 Jahre (Stand 26.08., Aktualisierung jeweils donnerstags). Die 50- bis 59-Jährigen stellen gut ein Viertel der Patienten, die 60- bis 69-Jährigen gut ein Fünftel. Von schweren Verläufen und Todesfällen sind zumeist Ungeimpfte betroffen.

16.35 Uhr: Gegner der Corona-Politik demonstrieren trotz Verbot

In Berlin haben am Wochenende trotz Verbot mehrere Tausend Menschen gegen die deutsche Corona-Politik demonstriert. Sie liefen in mehreren Aufzügen durch die Stadt und lieferten sich dabei immer wieder ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei. Gut 2.000 Einsatzkräfte waren am Samstag und heute jeweils im Einsatz und schirmten das Regierungsviertel ab. Am Sonntag wurden demnach bis zum Abend etwa 80 Menschen vorübergehend festgehalten, etwa um ihre Identität festzustellen.

15.25 Uhr: Viele Unternehmen zahlen freiwillig Corona-Hilfen zurück

Viele Firmen in Deutschland haben ihre Corona-Hilfen freiwillig zurückgezahlt. Nach Angaben aus den Bundesländern handelt es sich um insgesamt 911 Millionen Euro - außerdem wurden 322 Millionen Euro von den Behörden zurückgefordert. Die Corona-Hilfen sollten kurzfristige Engpässe ausgleichen - nicht aber Personalkosten und private Lebenshaltungskosten.

11.31 Uhr: Wieder Proteste in Berlin erwartet: Vor einem Jahr Demonstranten auf der Reichstagstreppe

Nachdem gestern mehrere Tausend Menschen trotz Demonstrationsverbot in Berlin gegen Corona-Maßnahmen protestierten, bereitet sich die Polizei in der Hauptstadt auch heute wieder auf Proteste vor. Neun Demonstrationen waren von der Polizei verboten worden, darunter Kundgebungen der "Initiative Querdenken". Eine für heute angemeldete Versammlung mit 500 erwarteten Teilnehmern darf stattfinden. 

Teilnehmer einer Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen stehen vor dem Reichstag, ein Teilnehmer hält eine Reichsflagge.

Vor einem Jahr: Tumult vor dem Reichstag

Die Sicherheitsbehörden sind auch deshalb besonders aufmerksam, weil vor einem Jahr, am 29. August 2020, Zehntausende in Berlin gegen die Corona-Einschränkungen protestiert hatten. Dabei hatten Demonstranten eine Absperrung am Reichstagsgebäude durchbrochen, die zahlenmäßig weit unterlegenen Wachkräfte bedrängt und für einige Zeit eine Treppe vor einem Eingang besetzt. Die Bilder davon lösten breite Empörung aus und sorgten auch international für Aufsehen.

Derweil sind auch Experten in NRW besorgt, dass die Querdenker-Szene auch hierzulande immer radikaler werde. "Die vergangenen Demonstrationen zeigen, dass die Leute zwar weniger geworden sind, aber immer radikalisierter und gewalttätiger auftreten", sagte Extremismusforscher Alexander Häusler von der Hochschule Düsseldorf gegenüber der WAZ.

10.32 Uhr: Patientenschützer: Impfquote von Pflegepersonal veröffentlichen

Die Stiftung Patientenschutz dringt auf eine gesetzliche Verpflichtung für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, die Quote der Geimpften und Genesenen beim Personal zu veröffentlichen. "Kranke und Pflegebedürftige brauchen Transparenz, um das Infektionsrisiko einschätzen zu können", sagte der Stiftungsvorstand Eugen Brysch den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Sonntag. Das sei umso wichtiger, da nach wie vor eine bundesweit geltende tägliche Testpflicht für das medizinisch-pflegerische Personal fehle.

Brysch argumentierte, in immer mehr Bundesländern werde eine 2G-Regel etwa in Kneipen und Hotels angewandt. Zutritt hätten somit nur Geimpfte und Genesene. "Doch Pflegebedürftige und Patienten wissen nicht mal, wie hoch die 2G-Quote der Beschäftigten im Pflegeheim oder in der Klinik ist", kritisierte er.

10.15 Uhr: Wuppertal mit bundesweit meisten Neuinfektionen

Die Corona-Inzidenz in NRW ist heute kaum noch gestiegen. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen liegt heute bei 125,3. Gestern lag der Wert bei 124,3 , wie das Robert Koch-Institut mitteilte. Die heutige Zahl liegt damit immer noch unter dem Freitagswert von 125,9.

Die landes- und auch bundesweit meisten Infektionen verzeichnete weiterhin Wuppertal, wo der Inzidenzwert auf 249 stieg. Dahinter folgten Leverkusen (232,5) und der Kreis Herford (188,8) jeweils mit Rückgängen der Zahlen. NRW-weit am niedrigsten lag der Wert im Rhein-Erft-Kreis mit 57,3 und im Kreis Kleve mit 60,6.

9.34 Uhr: Zu viele Corona-Patienten im US-Staat Louisiana

Die küstennahen Krankenhäuser in Louisiana können trotz des gerade herannahenden gefährlichen Hurrikans "Ida" nicht evakuiert werden, weil es in dem US-Bundesstaat zu viele Corona-Patienten gibt. Das erklärte Gouverneur John Bel Edwards. Es gebe in Louisiana und den angrenzenden Bundesstaaten keine Kapazitäten mehr, um zusätzliche Patienten aufzunehmen.

Louisiana und die benachbarten Bundesstaaten befinden sich inmitten einer dramatischen Corona-Welle. Dafür werden die ansteckendere Delta-Variante und eine niedrige Impfrate verantwortlich gemacht. Um Notunterkünfte für Evakuierte nicht zu neuen Hotspots für eine Verbreitung des Coronavirus zu machen, bemühten sich die Behörden, für so viele Menschen wie möglich Hotelzimmer zu finden.

8.30 Uhr: Bisher 3.000 Teilnehmer bei Impflotterie für Studierende

Einen Monat nach dem Start einer Impflotterie haben sich etwa 3.000 Studierende der Düsseldorfer Uni bei der Aktion angemeldet. Bei der Verlosung können zehn Teilnehmer 500 Euro gewinnen - wenn sie bis zum Vorlesungsstart voll geimpft sind. Das Gewinnspiel komme erfreulich gut an, sagte ein Sprecher der Heinrich-Heine-Universität (HHU). Mitmachen können Studierende, die bis zum Start der Vorlesungen am 11. Oktober zweimal geimpft sind.

8.23 Uhr: Spanien ab heute kein Hochrisikogebiet mehr

Wegen sinkender Infektionszahlen streicht die Bundesregierung ab heute ganz Spanien von der Liste der Hochrisikogebiete - und damit auch die Urlaubsinsel Mallorca. Das teilte das Robert Koch-Institut mit. Damit entfallen alle Quarantäne-Regeln für aus Spanien zurückkehrende Urlauber.

Auch der Großraum Lissabon in Portugal gilt nach den neuen Einstufungen vom Freitag nun nicht mehr als Hochrisikogebiet, dies gilt auch für Chile. Neu als Hochrisikogebiet gilt dagegen der Karibikstaat Jamaika.

Einreisende aus Hochrisikogebieten müssen in Deutschland für zehn Tage in Quarantäne. Geimpfte und Genesene können die Quarantäne aber abwenden, wenn sie bereits vor ihrer Einreise einen Genesenen- oder Impfnachweis an die deutschen Behörden übermitteln. Bei nachträglicher Einreichung eines Genesenen- oder Impfnachweises oder eines Negativtests kann die Quarantäne verkürzt werden.

7.46 Uhr: Bundesweite Corona-Inzidenz steigt weiter

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 8.416 neue Positiv-Tests. Das sind 1.366 mehr als am Sonntag vor einer Woche, als 7.050 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 74,1 von 72,1 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. In NRW liegt die Sieben-Tage-Inzidenz heute bei 125,3.

Bislang gilt die Sieben-Tage-Inzidenz als der entscheidende Richtwert, an dem sich die Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern orientieren. Dies soll sich aber ändern: Die Bundesregierung bereitet derzeit eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes vor, derzufolge künftig anstelle des Inzidenzwertes die Auslastung der Krankenhäuser die zentrale Rolle spielen soll.

7.00 Uhr: Erste Erfahrungen mit 2G in Hamburg

Hamburg geht in der Corona-Krise einen Sonderweg mit einem "2G-Optionsmodell" und erlaubt seit gestern Veranstaltungen fast ohne Corona-Auflagen - sofern nur Geimpfte und Genesene sie besuchen. Veranstalter und Wirte können damit entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen und dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind, oder ob sie weiter das 3G-Modell nutzen wollen - also auch aktuelle Tests akzeptieren. Kritiker nennen 2G eine Impfpflicht durch die Hintertür.

Die ersten Erfahrungen sind durchmischt, zahlreiche Clubs öffneten schon in der Nacht von Freitag auf Samstag und kontrolierten nach 2-G Regeln. Ein Club („BKI:Kiezinternat“) wurde jedoch schnell wieder geschlossen: einige der 120 Gäste waren nicht geimpft – trotz verbindlicher Kontrollen. Auch ein Türsteher konnte keine Impfung nachweisen. Im Club soll es zudem zahlreiche Verstöße gegen die Maskenpflicht gegeben haben. Andere Clubbetreiber kritisierten die 2-G Regeln als „praxisfern“ – nicht zuletzt wegen der Maskenpflicht beim Tanzen.

6.00 Uhr: Querdenker-Demos in Berlin

Trotz einer Reihe von Demonstrationsverboten haben sich gestern in Berlin nach Polizeiangaben mehrere tausend Menschen aus Protest gegen die Corona-Politik versammelt. Dabei kam es bis zum frühen Abend zu mehr als 50 vorläufigen Festnahmen. Die Polizei begleitete die einzelnen Züge und zog dabei nach eigenen Angaben immer wieder Personen aus den Gruppen. Es gab einige Angriffe auf Einsatzkräfte, zunächst wurde ein Polizist verletzt. Die Menschen waren in der weit überwiegenden Mehrheit ohne Masken oder andere Schutzmaßnahmen unterwegs.

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Stand: 29.08.2021, 16:53

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