Impfungen im Mai: Jetzt ist die Prio-Gruppe 3 an der Reihe

Ein Schild weist auf den Eingang zu einem Impfzentrum hin.

Impfungen im Mai: Jetzt ist die Prio-Gruppe 3 an der Reihe

Das Impftempo in NRW steigt - und der Kreis der Impfkandidaten wächst. Ab Donnerstag können sich einige Gruppen um einenn Impftermin bemühen, die zur Prio-Gruppe 3 zählen.

Jeder dritte Mensch in NRW ist mittlerweile gegen das Coronavirus geimpft, jeden Tag kämen rund 158.000 Impfwillige dazu: Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann schien sehr zufrieden mit der Bilanz, die er am Mittwoch (05.05.) zog. "Wir haben langsam angefangen, aber das strategische Impfen hat sich ausgezahlt."

Jetzt kommt der nächste Schritt: Impfwillige Gruppen aus der Prioritäten-Gruppe 3 können sich ab heute um einen Termin bemühen.

Wer bekommt als nächstes eine Impfung?

Ab Donnerstag haben Menschen aus der Priorisierungsgruppe 3 einen Anspruch aufs Impfen. Einen Termin buchen können dann:

  • Eltern von schwer erkrankten Minderjährigen
  • Lehrer und Lehrerinnen sowie weitere Beschäftigte an Schulen
  • Beschäftigte im Lebensmittelhandel und in Drogeriemärkten
  • Beschäftigte im Justizvollzug mit Gefangenenkontakten
  • Gerichtsvollzieherinnen und -vollzieher
  • Beschäftigte in den Servicebereichen der Gerichte und Justizbehörden, Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte
  • Beschäftigte im Ambulanten Sozialen Dienst der Justiz

Laumann betonte, dass Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen und Schwangeren ebenfalls Termine machen können.

Weitere Berufsgruppen in zweiter Maihälfte

Ab der zweiten Maihälfte wird die Terminbuchung für Beschäftigte der Polizei, des Katastrophenschutzes sowie der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr eröffnet.

Die Impfungen von Menschen, die in Einrichtungen für Asylbewerber untergebracht oder tätig sind, werden über die Kreise organisiert. Sie sollen bis Ende Mai durchgeimpft sein.

Wo wird womit geimpft?

Ein Impftermin kann ab Donnerstag über die Buchungsportale der Kassenärztlichen Vereinigungen gebucht werden. Für den Bereich der KV Nordrhein ist das 0800/11611701, für das Gebiet der KV Westfalen-Lippe die 0800/11611702

Ein Hausarzt impft einen Patienten

Mehr Impfstoff für die Hausärzte

Ausnahme: Wer über 60 Jahre alt ist und nicht zu einer bestimmten Berufsgruppe gehört, sollte sich gleich in einer Arztpraxis melden. Wer nicht zu einer bestimmten Berufsgruppe gehört, bekommt kein Impfangebot in den Impfzentren mehr.

In den Praxen wird es ab Juni deutlich mehr Impfstoff geben, also Biontech, Moderna oder Johnson&Johnson. Schon jetzt wird den Ärzten Astrazeneca in großen Mengen zur Verfügung gestellt. Das könnte an die Ü-60-Jährigen verimpft werden, so Laumann. Der Impfstoff sei zwar für alle Menschen in NRW freigegeben, es sei aber "auch ein Zeichen der Solidarität mit den Jüngeren".

Zweitimpfung mit Astrezeneca früher?

Laumann will anregen, dass die Zweitimpfung mit Astranezeneca in den Praxen schon nach neun und nicht erst nach 12 Wochen erfolgt kann. "Das ist wichtig für die Menschen, die zum Beispiel ihren Urlaub planen wollen." Das soll aber nicht für die Teilnehmer der "Osteraktion" gelten, bei der 460.000 Dosen des Vakzins verimpft wurden. Das würde alle Planungen für die Zweitimpfung über den Haufen werfen.

Der Impfausweis ist der beste Nachweis

Das beste Mittel für den Impfnachweis sei  "der ganz normale gelbe Impfausweis", sagte Laumann. Zwar werde an einer digitalen Lösung für ganz Europa gearbeitet, aber so lange es die noch nicht gibt, sei der Impfausweise entscheidend.

Impfreihenfolge wird bald aufgehoben

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat es vor einigen Wochen angekündigt, jetzt zieht auch Laumann nach: Die Impfreihenfolge in den Arztpraxen in NRW soll Anfang Juni enden. Dann würden auch die Betriebsärzte in die Impfkampagne einbezogen. Bisher haben sich die Hausärzte an der medizinischen Notwendigkeit orientiert und Chroniker bevorzugt behandelt.

Impfstoff für Bewohner aus "Brennpunkten" und Flüchtlingsunterkünften

Mit 100.000 Impfdosen will das Land dafür sorgen, dass mehr Bewohner aus wirtschaftlich schwächeren Stadtteilen geimpft und damit eine gute Durchimpfungsrate erreicht wird. Hohe Infektionszahlen in einzelnen Stadtteilen hätten "Auswirkungen auf die ganze Stadt", erklärte Laumann. Dabei soll vor allem Johnson&Johnson verimpft werden, weil dabei eine Dosis reicht. Auch die Bewohner von Flüchtlingsunterkünften, die oft in beengten Verhältnisse leben, sollen geimpft werden.

Stand: 06.05.2021, 07:32