Mutationen - Schützen die Impfstoffe auch gegen die Corona-Varianten?

Mutationen - Schützen die Impfstoffe auch gegen die Corona-Varianten?

Wir beantworten Ihre Fragen zum Impfen gegen das Coronavirus. Hier: Mutationen - Schützen die Impfstoffe auch gegen die Corona-Mutanten?

Grundsätzlich bieten alle bereits zugelassenen Impfstoffe auch einen Schutz gegen die als "besorgniserregend" eingestuften Mutanten bzw. Varianten des Coronavirus. Laut Robert Koch-Institut (RKI) schützen die Impfstoffe nach derzeitigen Erkenntnissen "sehr gut vor einer Erkrankung" durch die zuerst in Großbritannien festgestellte Alpha-Variante, "und sie schützen auch vor schweren Erkrankungen durch die anderen Varianten". Allerdings muss man dafür voll geimpft sein - wer lediglich eine von zwei Impfungen bekommen hat, ist weniger gut geschützt.

Je nach Variante und Impfstoff gibt es in der Wirksamkeit Unterschiede. Hier eine Auswahl an Erkenntnissen:

Alpha-Variante (früher oft "britische Variante" genannt): Zu dieser in Deutschland besonders verbreiteten Mutante schreibt das RKI: "Hinweise auf eine substantiell verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe gibt es bislang nicht."

Beta-Variante (früher oft "südafrikanische Variante" genannt"): "Mehrere Studien weisen auch darauf hin, dass Menschen, die mit der ursprünglichen Variante infiziert waren oder einen auf dieser beruhenden Impfstoff erhalten haben, weniger gut vor einer Infektion mit B.1.351", sprich Beta, "geschützt sind, da die neutralisierenden Antikörper, die das Immunsystem gebildet hat, gegen das veränderte Virus weniger wirksam sind", so das RKI.

Gamma-Variante (früher oft "brasilianische Variante" genannt): "Experimentelle Daten deuten auch für diese Variante auf eine reduzierte Wirksamkeit neutralisierender Antikörper bei Genesenen bzw. Geimpften hin", so das RKI.

Delta-Variante (früher oft "indische Variante" genannt): Laut RKI deuten erste Laborexperimente und Daten von Beobachtungsstudien aus Großbritannien "darauf hin, dass die Impfstoffwirksamkeit nach vollständiger Impfung geringfügig unterhalb der Wirksamkeit gegenüber B.1.1.7", sprich Alpha, liegt. Es gibt aber offenbar Unterschiede zwischen den Impfstoffen.

Nach britischen Studienergebnissen ist man zwei Wochen nach der Zweitimpfung mit Biontech/Pfizer zu 88 Prozent vor einer Covid-Erkrankung durch Delta geschützt - nach einer Astrazeneca-Impfung zu 60 Prozent.

Andere Zahlen hatte die britische Regierungsbehörde Public Health England ermittelt. Sie untersuchte, wie viele Corona-Erkrankte im Krankenhaus behandelt werden mussten. Nach einer Biontech/Pfizer-Impfung war der Schutz davor zu 96 Prozent gegeben - nach einer Astrazeneca-Impfung zu 92 Prozent.

Ob eine Kreuzimpfung sinnvoll, um sich besser gegen Delta zu schützen, also eine Erstimpfung mit Astrazenca und Zweitimpfung mit Moderna- oder Biontech/Pfizer, das lässt sich derzeit noch nicht sagen. Nach spanischen Studienergebnissen vom Mai ist der Schutz durch eine Kreuzimpfung bzw. Mix-and-Match-Impfung allgemein tatsächlich höher - die Ergebnisse beziehen sich aber nicht speziell auf diese eine Mutante. Ergebnisse einer umfassenderen Oxford-Studie zu Corona-Kreuzimpfungen mit Astrazeneca und Biontech/Pfizer stehen noch aus.

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Stand: 18.06.2021, 16:56