Der Ticker vom Freitag (02.04.2021) zum Nachlesen

Der Ticker vom Freitag (02.04.2021) zum Nachlesen

  • Diskussion um Test-Verweigerer in Schulen
  • Kein Astrazeneca für Geimpfte unter 60
  • Ausgangssperre in München ab Sonntag
  • Inzidenz in NRW sinkt leicht
  • Blutgerinnseln auch in Großbritannien bei Astrazeneca
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Städte und Gemeinden fordern Unterrichts-Ausschluss für Test-Verweigerer

Der Städte- und Gemeindebund fordert den Ausschluss vom Präsenzunterricht für Schülerinnen und Schüler, die sich keinem Corona-Test unterziehen wollen. "Wer sich nicht testen lassen möchte, sollte nach den Osterferien nicht am Schulunterricht in Präsenz teilnehmen dürfen", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wir brauchen jetzt keine Diskussionen, sondern konkrete Maßnahmen."

"Mangelnde Solidarität und Unvernunft müssen Konsequenzen haben", sagte Landsberg. "Wer Testung und Quarantäne nicht einhält, darf nicht hoffen, wie alle anderen behandelt zu werden". Zuvor hatten Sachsen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen angekündigt, eine Testpflicht für Schülerinnen und Schüler nach den Osterferien einzuführen.

19.20 Uhr: Geistliche werben an Karfreitag für Zusammenhalt

In ihren Predigten am Karfreitag haben leitende Geistliche zu Solidarität aufgerufen - auch als Voraussetzung zur Bewältigung der Corona-Krise. "Gerade hier im Ruhrgebiet wissen viele Menschen aus der Erfahrung der Arbeit in der Schwerindustrie seit vielen Generationen: Ohne Solidarität kann keiner leben, erst recht nicht überleben", sagte Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck in einem Video zum Karfreitags-Kreuzweg auf der Halde Haniel in Bottrop.

Bischof Felix Genn würdigte in seiner Predigt im Münsteraner Dom das Engagement in der Pandemie: Viele würden anderen Menschen zur Seite stehen. Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Georg Bätzing appellierte, die Augen nicht vor dem Leid in der Welt zu verschließen. "Wegdrücken löst echte Probleme nicht", mahnte er. Die Quittung für das Verdrängen der Konsequenzen der Pandemie habe die Gesellschaft mit einer massiven zweiten Welle bekommen.

18.07 Uhr: Uniklinik Köln warnt vor Überlastung - DKG hält dagegen

Der Chef der Kölner Universitätsklinik, Professor Edgar Schömig, fordert einen sofortigen, harten Lockdown, um eine Überlastung der Intensivmedizin durch schwer erkrankte Covid-19-Patienten zu verhindern. "Für das politische Zögern habe ich überhaupt kein Verständnis", sagte Schömig dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Die Politik werde im Lauf der dritten Welle ohnehin zu harten Eingriffen gezwungen sein. "In der zweiten Welle hatten wir an der Uniklinik Probleme, Platz für die Leichen zu finden. Weit entfernt von einer ähnlichen Situation sind wir zeitlich nicht."

Zu einer anderen Einschätzung kommt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß. Er bezeichnete in der BILD-Zeitung die "andauernden Überlastungsszenarien" in Krankenhäusern und auf Intensivstationen als "nicht zielführend". Eine totale Überlastung unseres Gesundheitssystems oder gar Triage werde es in den kommenden Wochen absehbar nicht geben. "De facto haben wir mehr Kapazitäten auf den Intensivstationen als in der zweiten Welle."

17.45 Uhr: Niederlande stoppen Astrazeneca-Impfungen für Unter-60-Jährige

Nach Deutschland haben auch die Niederlande entschieden, Menschen im Alter von unter 60 Jahren vorerst nicht mehr mit Astrazeneca zu impfen. Nach Angaben des niederländischen Gesundheitsministeriums sind fünf neue Fälle von gefährlichen Blutgerinnseln gemeldet worden - es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Betroffen seien Frauen im Alter von 25 bis 65 Jahren, eine von ihnen sei gestorben.

16.30 Uhr: Laschet und Rutte fordern Verzicht auf Fahrt ins Nachbarland

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte appellieren an die Menschen, über Ostern wegen der Corona-Pandemie nicht in die Niederlande beziehungsweise nach Deutschland zu reisen. "Bleiben Sie zu Hause. Verzichten Sie auf Urlaubsreisen und Ausflüge ins Nachbarland", schreiben sie in einem veröffentlichten Brief. Was unbedingt nötig sei, könne natürlich weiterhin im Nachbarland erledigt werden. "Für eine Grenzregion, in der das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben so eng miteinander verbunden ist wie bei uns, stellt die aktuelle Situation sicherlich eine Herausforderung dar", erklären die beiden Politiker und schreiben weiter: "Lassen Sie uns mit Verständnis und rücksichtsvollem Verhalten dieses Jahr zu einem Anfang vom Ende der Pandemie machen".

16.05 Uhr: Studie - Solidarität in Corona-Krise eine Frage der Herkunft

Wer einen ausländischen Namen hat, hat es offenbar schwerer, in der Coronakrise Hilfe von seinen Mitmenschen zu bekommen. Das zeigt laut "Spiegel" eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin und des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung. Die Wissenschaftler hängten in elf deutschen Großstädten fiktive Hilfegesuche an schwarze Bretter und Straßenlaternen. Darauf baten Ayse Yilmaz, Xiu Ying Wang oder Angelika Schneider mit einem identischen Aufruf um Unterstützung beim Einkauf, weil sie zur Corona-Risikogruppe gehörten.

Der vermeintlichen Deutschen boten 299 Menschen Hilfe an, dem angeblichen Chinesen 244 und der fiktiven Türkin 227. Studienleiterin Ruta Yemane schließt daraus: "Benachteiligte Gruppen sollten gezielt Hilfsangebote erhalten, da sie in Zeiten der Krise schnell durchs Raster fallen."

15.30 Uhr: Österreich hilft Tschechien mit 30.000 Impfdosen

Österreich will 30.000 Impfdosen ins Nachbarland Tschechien schicken. Tschechien sei besonders hart getroffen mit zahlreichen Todesfällen und noch immer hohen Ansteckungsfällen, habe aber trotzdem als einziges Land bei der europäischen Impfstoffverteilung keine zusätzlichen Impfdosen bekommen, kritisierte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz. Am Donnerstag hatten die 27 EU-Staaten keine einheitliche Linie gefunden. Österreich, Tschechien und Slowenien lehnten einen Kompromissvorschlag zur Aufteilung von zehn Millionen Impfdosen ab.

14.39 Uhr: Mit dem Auto in den Gottesdienst in Neuss

Nordrhein-Westfalen, Neuss: Pfarrerin Anna Berkholz (r) und Pfarrer Sebastian Appelfeller leiten auf dem Kirmesplatz im Stadtteil Gnadental einen KFZ-Gottesdienst

Der evangelische Pfarrer Sebastian Appelfeller und seine Kollegin Anna Berkholz leiten in Neuss einen Auto-Gottesdienst.

Die Kirchengemeinde Neuss-Süd hat zu Karfreitag einen Autokino-Gottesdienst gefeiert. Die Gläubigen konnten dafür mit ihren Autos auf einen großen Platz fahren. "Wir haben eine große Bühne für Altar und Kanzel sowie eine Leinwand, damit alle etwas sehen können", sagte Pfarrer Sebastian Appelfeller. "Den Ton übertragen wir über das Autoradio direkt in die Autos."

Zu dem rund einstündigen Familien-Gottesdienst kamen über 60 Fahrzeuge angefahren. Statt der üblichen Hostie wurden Schwarzbrot-Kringel und Weintrauben verteilt, die Jugendliche mit Mundschutz und Handschuhen in kleinen Holzschiffchen durch die Autofenster reichten. Zum Abschluss wurde trotz des stillen Feiertags ein kleines Hup-Konzert erlaubt und die Gläubigen wurden von beiden Pfarrern aus dem Autokino gewunken.

13.05 Uhr: Ausgangssperre auch in München

München kehrt ab Ostersonntag zu schärferen Corona-Bestimmungen zurück. Der kritische Sieben-Tage-Inzidenzwert 100 wurde heute den dritten Tag in Folge überschritten. Damit greift die Corona-Notbremse, konkret heißt das: nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr, Museen und viele Geschäfte müssen wieder schließen, Einzelhandel muss zurück zu "Click&Collect". Ein nächtliche Ausgangssperre gibt es schon in Hamburg, Hannover, Berlin und Brandenburg.

12.49 Uhr: Kein Astrazeneca für Geimpfte unter 60

Wer jünger als 60 Jahre ist und schon die erste Impfung mit Astrazeneca hat, soll zunächst keine zweite Dosis des Mittels bekommen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt, dass stattdessen die Impfstoffe von Biontech oder Moderna gespritzt werden. Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens sagte dem "Spiegel", dass man über das Risiko bei zweimaliger Impfung mit Astrazeneca derzeit nur spekulieren könne. "Der nahe liegende Ausweg ist aus meiner Sicht, es gar nicht zu probieren."

Über das Impfen mit unterschiedlichen Mitteln gibt es bisher keine wissenschaftlichen Erkenntnisse. Mertens sagte: "Tierexperimentelle Daten zeigen, dass die Immunreaktion nach heterologer (zweiter) Impfung gleich ausfällt. Man muss noch wissenschaftlich klären, wie gut der Schutz dann beim Menschen ist. Ich hoffe, dass dazu bald Daten vorliegen."

12.27 Uhr: Gespräch über Stiko-Empfehlung zu Astrazeneca am Mittwoch

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will am Mittwoch mit den Gesundheitsministern der Länder über die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu Zweitimpfungen sprechen. Die Geimpften, die das Mittel von Astrazeneca erhalten haben, könnten 12 Wochen nach dieser Erstimpfung einen mRNA-Impfstoff von Biontech oder Moderna erhalten.

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11.48 Uhr: Viele Todesfälle in Russland

In Russland kommt es trotz vergleichsweise weniger offiziell bekannt gewordener Corona-Infektionen zu vielen Todesfällen. Laut der Zeitung "Kommersant" gab es im Januar ein Drittel mehr Sterbefälle als im Vorjahresmonat - also vor der Pandemie. Demnach starben laut Zahlen der Statistikbehörde Rosstat im ersten Monat dieses Jahres landesweit 217.800 Menschen und damit 55.700 mehr als im Januar 2020.

11.03 Uhr: Patientenschützer fordern mehr Freiheiten für Pflegeheimbesucher

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz beklagt strenge Corona-Regeln für Pflegeheimbesucher. "Absurd ist, dass 75 Prozent der Pflegeheimbewohner bereits eine zweite Impfung erhalten haben - doch an den restriktiven Regelungen ändert sich kaum etwas", sagte Vorstand Eugen Brysch der Katholischen Nachrichten-Agentur am Freitag.

10.40 Uhr: Merkel macht Mut mit "zwei ganz handfesten Helfern"

Bundeskanzlerin Angela Merkel ruft die Deutschen zu einem ruhigen Osterfest im kleinen Kreis und zum Reiseverzicht auf. "Wer jetzt sagt, das klingt ja alles wie letztes Jahr, dem kann ich Mut machen", sagt Merkel in ihrem Videopodcast. "Wir haben jetzt zwei ganz handfest Helfer, die wir im letzten Jahr noch lange nicht hatten." Mit Tests lasse sich die Pandemie kontrollieren - und mit dem Impfen überwinden. "Der April wird uns beim Impfen große Schritte nach vorne bringen." Trotz allem Verzicht gebe es Licht und Hoffnung.

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10.12 Uhr: Saarland startet mit Öffnungsmodell nach Ostern

Die saarländische Landesregierung hält trotz steigender Corona-Infektionszahlen an Öffnungen nach Ostern fest. Der Ministerrat habe für den Start am 6. April eine neue Verordnung samt Testpflicht an Schulen beschlossen, teilte die Staatskanzlei am Freitag mit. Schüler, die keinen Test machten, erhielten alternativ ein Lernangebot für zu Hause.

9.45 Uhr: Ausgangssperre in Hamburg auch für Gottesdienste

Keine Ausnahmen für Gottesdienstbesuche: Der Hamburger Senat hat sich beim Erlass der Ausgangssperre mit Religionsgemeinschaften ausgetauscht. Viele Ostergottesdienste wurden verschoben oder abgesagt. Betroffen ist insbesondere die Feier der Osternacht, die in vielen Gemeinden am späten Abend des Karsamstags oder in den frühen Morgenstunden des Ostersonntags begangen wird.

9.02 Uhr: Mehr Dosen aus Moderna-Ampullen

Der Impfstoffhersteller Moderna darf in den USA jede Ampulle mit bis zu 15 Dosen füllen. Bisher sind die Ampullen für 10 Dosen ausgelegt. Die Zulassungebehörde FDA erlaubt außerdem dem Gesundheitspersonal, aus den Ampullen schon jetzt bis zu elf Dosen zu ziehen. Voraussetzung seien jedoch spezielle Spritzen und Nadeln.

8.24 Uhr: US-Experte Fauci: Schaffen das auch ohne Astrazeneca

Der US-Seuchenexperte Anthony Fauci glaubt, dass die USA den Astrazeneca-Impfstoff nicht brauchen werden, selbst wenn er in den Vereinigten Staaten zugelassen werden würde. Der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) erklärt der Nachrichtenagentur Reuters: "Mein allgemeines Gefühl ist, dass wir angesichts der vertraglichen Beziehungen, die wir mit einer Reihe von Unternehmen haben, genug Impfstoff haben, um alle unsere Bedürfnisse zu erfüllen, ohne Astrazeneca in Anspruch zu nehmen."

7.30 Uhr: 22 Fälle von Sinusvenenthrombosen in Großbritannien

Der Corona-Schutzimpfstoff von Astrazeneca löst bei sehr wenigen Geimpften offenbar seltene Sinusvenenthrombosen im Hirn aus, die tödlich sein können. In Deutschland ist deswegen die Impfung mit diesem Mittel bei Unter-60-Jährigen ausgesetzt. Die Briten setzen den Impfstoff unverändert in großen Mengen ein. Erstmals liegen jetzt Daten zu dieser Art von Blutgerinnseln im Hirn vor: Laut der britischen Arzneimittelbehörde sind bis 24. März 22 solcher Fälle in zeitlicher Nähe zu einer Astrazeneca-Impfung gemeldet worden. Außerdem sind 8 Fälle mit anderen Thrombosen bekannt. Diese Nebenwirkung ist erst im März bekannt geworden, also meldbar.

Die Behörde hat außerdem Zahlen zu Todesfällen veröffentlicht, die im Zusammenhang mit einer unerwünschten Nebenwirkung infolge einer Impfung stehen können. Bei Astrazeneca sind 421 Fälle gemeldet worden, bei Biontech 283 Fälle. Den Wirkstoff von Astrazeneca haben Forscher der Oxford Universität entwickelt.

7.12 Uhr: Zahlen sinken wieder

Corona-Infektionszahlen sinken wieder: Vor dem Osterfest deutet sich an, dass sich wieder weniger Menschen mit dem Coronavirus anstecken - nach einer Verdopplung der Sieben-Tage-Inzidenz in den zweieinhalb Wochen zuvor. Die Gesundheitsämter in NRW haben für Donnerstag 128,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gemeldet. Zuvor waren es 136,0 am Mittwoch und 137,1 am Dienstag. So hoch waren die Werte zuletzt Anfang Januar. Bundesweit liegt der Inzidenzwert für Donnerstag bei 134,0.

6.50 Uhr: Sinovac kann zwei Milliarden Impfdosen im Jahr herstellen

Das chinesische Biotech-Unternehmen Sinovac hat die Produktionskapazitäten zur Herstellung seines Corona-Impfstoffs nach eigenen Angaben verdoppelt. Demnach können jährlich zwei Milliarden Dosen hergestellt werden. Das Mittel ist in mehr als 30 Ländern zugelassen. Experten der WHO hatten erklärt, dass der Impfstoff ebenso wie das Vakzin des chinesischen Herstellers Sinopharm laut einer vorläufigen Einschätzung sicher und wirksam sei.

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Stand: 02.04.2021, 19:51