Ticker vom Sonntag (03.01.2021) zum Nachlesen

Ticker vom Sonntag (03.01.2021) zum Nachlesen

  • Polizei in Winterberg stellt 270 Verstöße fest
  • Kultusminister beraten über Öffnung von Schulen
  • Söder für Lockdown bis Ende Januar
  • Gottesdienst in Freikirche aufgelöst

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

20.17 Uhr: Weiterer Impfstoff für Großbritannien

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie kommt in Großbritannien ab Montag auch der vom Konzern AstraZeneca und der Universität Oxford entwickelte Impfstoff zum Einsatz. Zunächst stehen nach Regierungsangaben 530.000 Dosen dieses Vakzins zur Verfügung. Insgesamt hat Großbritannien 100 Millionen Dosen bei AstraZeneca bestellt.

19.58 Uhr: Philosoph Precht zu Eigenverantwortung in der Pandemie

Was bringt Menschen dazu, trotz Ansteckungsgefahr in überlaufene Schneegebiete wie Winterberg zu fahren? Warum misschaten manche Corona-Regeln und Polizei-Absperrungen? Philosoph Richard David Precht erklärt das in der "Aktuellen Stunde" im WDR-Fernsehen so:

Richard David Precht

Philosoph Richard David Precht

"Es gibt die Gedankenlosen und es gibt die Empathielosen, die einfach kein Mitgefühl haben und es innerlich nicht fertig bringen, solidarisch zu sein. Denn es geht ja nicht nur um die eigene Gesundheit, es geht bei all den Maßnahmen um Solidarität mit den Schwachen und besonders Gefährdeten. Es gibt Menschen, denen ist es nicht gegeben, das zu empfinden. Die sind dann entweder rebellisch oder machen sich keinen Kopf deswegen." Die gute Nachricht: Es sei ein verschwindend geringer Prozentsatz der Bevölkerung, so Precht - "allerdings einer, der im Augenblick stark auffällt".

18.04 Uhr: Polizei in Winterberg stellt 270 Verstöße fest

Winterberg hatte in den vergangenen Tagen unter Hinweis auf die Ansteckungsgefahr mit Corona und den Lockdown immer wieder darum gebeten, auf Ski- und Rodelspaß zu verzichten. "Bleibt zuhause!", hieß die Botschaft. Dies stieß aber nur teilweise auf Gehör. Allein am Sonntag haben Polizei und Ordnungsbehörden in Winterberg über 270 Verstöße festgestellt - die meisten gegen Corona-Regeln wie Maskenpflicht oder Kontaktbeschränkung. Es wurden aber auch 176 Verwarngelder wegen Park- und Verkehrsverstößen verhängt, sowie zwei Strafanzeigen wegen Körperverletzung erstattet.

Am Samstag wurden mit insgesamt 280 Verstößen gegen Corona-Regeln bereits ähnlich viele festgestellt.

17.07 Uhr: Ramelow will Bewegungsradius in Thüringen einschränken

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hält angesichts der noch immer hohen Infektionswerte eine Verschärfung der Corona-Regeln in dem Bundesland für nötig. Er habe dem Kabinett vorgeschlagen, nach dem Beispiel von Sachsen den Bewegungsradius der Menschen auf 15 Kilometer im Umkreis ihres Wohnortes zu beschränken, erklärte Ramelow. Entscheidungen werde das Thüringer Kabinett am Dienstag nach den Bund-Länder-Gesprächen fällen.

Ramelow reagierte damit auch auf den Ansturm, den es am Wochenende auf die Wintersportgebiete im Thüringer Wald gab, wo sich entgegen den Kontaktbeschränkungen Menschen aus verschiedenen Landesteilen sowie aus Franken begegneten.

16.49 Uhr: Theologe über Corona-Verstöße in Freikirchen

Ob Herford, Essen oder anderswo in Deutschland - gerade in Gottesdiensten von Freikirchen kommt es häufig zu Verstößen gegen die Corona-Regeln. Warum ist das so? Und welche Gefahr geht von freikirchlichen Gemeinden in der Corona-Pandemie aus? Darüber haben wir mit dem Theologen Martin Fritz gesprochen.

16.06 Uhr: Drosten erwartet "sehr komplizierte" erste Jahreshälfte

Der Berliner Virologe Christian Drosten erwartet in der Corona-Krise für 2021 herausfordernde erste sechs Monate. "Ich glaube, dass die erste Jahreshälfte sehr kompliziert werden wird", sagte Drosten der "Berliner Morgenpost". Danach könnte eine Entspannung eintreten, "aber nur, wenn man es schafft, ganz viele Personen in den ersten sechs Monaten zu impfen".

Gleichzeitig nahm er die EU gegen Kritik, sie sei bei der Impfstoffbestellung zu zögerlich gewesen, in Schutz. Es sei "praktisch unmöglich, das im Nachhinein zu bewerten", so Drosten. Die EU habe den Impfstoff mit Monaten Vorlauf bestellen müssen und zu dem Zeitpunkt noch gar nicht gewusst, "ob der betreffende Impfstoff auch funktionieren würde". Drosten forderte die EU auf, jetzt schnell den Impfstoff der Firma AstraZeneca zuzulassen, weil dieser nicht besonders gekühlt werden müsse und deshalb in Arztpraxen verimpft werden könne.

15.53 Uhr: Kultusminister beraten über Öffnung von Schulen

Die Kultusminister der Länder beraten morgen über das weitere Vorgehen an den Schulen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters, ist im Gespräch, nach dem 11. Januar wieder einen Präsenzunterricht für die unteren Klassen zu erlauben. Es werde aber noch diskutiert, ob dies die Klassen 1 bis 4, 1 bis 6 oder 1 bis 7 betreffen solle, heißt es. Denkbar seien auch regionale Differenzierungen, wenn etwa Länder mit hohen Corona-Fallzahlen eine Präsenzpflicht für Schüler erst später einführen wollen.

15.31 Uhr: Söder für Lockdown bis Ende Januar

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder plädiert dafür, den Lockdown bis Ende Januar zu verlängern. Alles andere sei "verantwortungslos", sagte er dem BR. "Die Zahlen sind nach wie vor zu hoch und wir können noch gar nicht abschätzen, wie das Risiko sich über Weihnachten, Silvester und vor allem durch viele Reiserückkehrer entwickelt", so Söder.

Er forderte eine "klare Linie und Konsequenz". Schließlich sehe man an Österreich, dass "dieses ständige hin und her und vor und zurück der falsche Weg" ist. Ginge es nach ihm, blieben auch Schulen und Kitas weiterhin geschlossen. "Auch bei Kindern finden Infektionen statt und wir haben keinen Überblick, was in den Ferien alles passiert ist", sagte Söder.

Große Hoffnung setzt der Ministerpräsident ins Impfen. Allerdings müsse man dringend die Impfstoffproduktion erhöhen. Söder: "Europa hat erkennbar zu wenig Impfstoff bestellt. Denn klar ist, je schneller geimpft wird, desto kürzer muss jede Form von Einschränkubng sein."

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14.55 Uhr: UN-Generalsekretär kritisiert "Impf-Nationalismus"

"Impf-Nationalismus ist nicht nur unfair, er ist selbstzerstörerisch", twittert UN-Generalsekretär Antonio Guterres. "Kein Land wird sicher vor Covid-19 sein, wenn nicht alle Länder sicher sind." Hintergrund ist das Rennen vieler Regierungen um den Bezug von Impfstoff-Dosen.

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13.25: Großbritannien erwägt strengere Corona-Regeln

Premierminister Boris Johnson hat die Briten auf eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen eingestimmt. Das Land hat in den vergangenen fünf Tagen jeweils mehr als 50.000 neue Infektionen verzeichnet. Schulschließungen und Ausgangssperren könnten den am stärksten betroffenen Gebieten bevorstehen, zudem könnte verboten werden, dass Angehörige verschiedener Haushalte zusammenkommen, sagte Johnson.

13.00 Uhr: Bislang über 238.000 Menschen geimpft

Mehr als 238.000 Menschen in Deutschland wurden bislang gegen das Coronavirus geimpft. Das teilte das Robert Koch-Institut heute mit. Unter den Geimpften sind Bewohner von Pflegeheimen, medizinisches Personal, sowie Mitarbeiter in der Altenpflege.

Die meisten Impfungen wurden vom RKI bisher für Bayern erfasst (57.833), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (48.691) und Hessen (30.085).

11.04 Uhr: Trotz Corona-Appelle - viele fahren Richtung Sauerland

Ins Sauerland fahren offenbar auch heute wieder viele Tagestouristen. Obwohl die Stadt Winterberg gestern ein Betretungsverbot für viele Pisten ausgesprochen und Parkplätze gesperrt hat, fahren Menschen weiterhin in den Schnee.

Laut Autobahnpolizei sind heute schon wieder viele Autofahrer in Richtung Winterberg unterwegs. Am Gebiet "Wilde Wiese" in Sundern seien alle Parkplätze belegt und auch Wanderparkplätze in höheren Regionen des Sauerlandes, so zum Beispiel bei Eslohe, sind voll belegt, viele haben schon ihre Schlitten ausgepackt, berichtet ein WDR-Reporter vor Ort. Viele suchen nach legalen Alternativen, um doch noch Spaß im Schnee zu haben.

9.30 Uhr: Lockdown geht wohl in die Verlängerung

Die Bundesländer wollen offenbar eine Verlängerung der geltenden Corona-Maßnahmen über den 10. Januar hinaus. Laut Medienberichten haben sich die Länderchefs vor den Beratungen mit dem Bund am Dienstag darauf verständigt. Nicht einig sei man sich aber darüber, wie lange der Lockdown verlängert werden soll. Hier sind die Länder unterschiedlicher Ansicht.

Mehrere Politiker, darunter Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, warnten davor, die Einschränkungen zu früh zu lockern. "Angesichts der immer noch zu hohen Zahlen ist es notwendig, die Maßnahmen, die Einschränkungen zu verlängern", sagte Spahn zu "RTL Aktuell". Bayerns Ministerpräsident Söder plädierte bereits für eine Verlängerung für drei Wochen. Er sagte der Bild am Sonntag, man müsse konsequent bleiben und dürfe nicht zu früh aufgeben. Auch Schulen und Kitas dürften nicht überstürzt geöffnet werden.

8.30 Uhr: Ungewöhnlicher Neujahrsempfang auf YouTube

In Dormagen sind heute alle Bürger zum Neujahrsempfang eingeladen. Der Empfang findet allerdings - coronabedingt - rein digital statt. Ab 11 Uhr wird er auf YouTube gezeigt. Dormagens Bürgermeister führt als Moderator knapp 40 Minuten lang durch ein Programm aus kurzen Ansprachen, Andachten, Konzerten und einem Gewinnspiel. Dabei merken sich die Zuschauer Sachen im Wert von 1.000 Euro, die während des Empfangs in einen Rucksack wandern.

7.34 Uhr: Pandemie bringt Fahrrad-Boom - aber auf schlechten Radwegen

Der Lockdown hat einen landesweiten Fahrrad-Boom ausgelöst. Die Leute haben mehr Zeit und wollen raus. Doch wenn viele aufs Rad umsteigen, rücken auch die Radwege in den Fokus und die sind "vielfach Mist" - findet Thomas Senmmelmann, Landesvorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs. "Zu schmal, zu gefährlich, sie führen ins Nirvana oder es gibt erst gar keine ausgebauten Strecken bis zum Arbeitsplatz." Und eine Lösung für das Problem hat Semmelmann auch schon: "Es braucht auch beim Landesbetrieb Straßen NRW Planer, die den Radverkehr zumindest gleichwertig zum Autoverkehr sehen."

7.05 Uhr: Gottesdienst in Freikirche aufgelöst

In Herford in Ostwestfalen hat die Polizei gestern Abend einen Gottesdienst einer Freikirche aufgelöst. Die über 100 Gläubigen hatten gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen.

Die Teilnehmer hätten weder einen Mund-Nasen-Schutz getragen, noch habe es ein Hygienekonzept gegeben. Als die Beamten eintrafen, hätten sich viele Gläubige in unterschiedlichen Räumen und auch im Keller versteckt. Die Polizei in Herford erstattete Anzeige gegen den Veranstalter und Besucher des Gottesdienstes der Freikirche. Sie erwarten nun hohe Geldstrafen.

6.30 Uhr: RKI meldet 10.315 Neuinfektionen

Die deutschen Gesundheitsämter haben heute 10.315 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 312 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Morgen bekannt gab.

Eine Interpretation der Daten ist jedoch momentan schwierig, weil während der Weihnachtsfeiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet werden und möglicherweise nicht alle Ämter ihre Daten übermitteln. Dadurch kann es laut RKI noch zu Nachmeldungen kommen.

6.00 Uhr: Winterberg ist ab heute dicht

Wer heute noch auf die Idee kommen sollte, noch einmal einen Kurzausflug in den Schnee zu machen, sollte einen weiten Bogen um den NRW-Skiort Winterberg machen. Nach Tagen mit überfüllten Rodelbahnen, vollen Parkplätzen und verstopften Straßen hat die Stadt nun endgültig die Reißleine gezogen. Pisten und Parkplätze sind ab heute gesperrt.

Eine Menge Besucher, darunter viele Kinder mit Schlitten, im Schnee in Winterberg

Volle Pisten - trotz Pandemie

Die NRW-Wintersportgebiete waren so voll mit Menschen – als gäbe es gar keine Corona-Pandemie. Die Stadt hat nun ein Betretungsverbot erlassen und strenge Kontrollen angekündigt.

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Stand: 03.01.2021, 20:19