Der Ticker von Donnerstag (03.12.2020) zum Nachlesen

Der Ticker von Donnerstag (03.12.2020) zum Nachlesen

  • Mehrheit gegen Lockerungen zu Silvester
  • Krankschreibung per Telefon wird verlängert
  • RKI-Chef Wieler: "Viele weitere Tote"
  • Corona-Schnelltests für Erzieher und Lehrer
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

20.53 Uhr: Immunologe kritisiert Briten für Impfstoff-Zulassung

Der US-Immunologe Anthony Fauci hat die britischen Aufsichtsbehörden für die rasche Zulassung des Corona-Impfstoffs der Firma Pfizer kritisiert. Fauci wirft den Behörden mangelnde Sorgfalt bei der Prüfung des Impfstoffs vor. "Ich liebe die Briten, sie sind großartig, sie sind gute Wissenschaftler, aber sie haben die Daten von der Firma Pfizer einfach übernommen, anstatt sie wirklich, wirklich sorgfältig zu prüfen", sagte Fauci in einer Videoaufnahme, die von mehreren britischen Medien ausgestrahlt wurde.

Großbritannien hat am Mittwoch als erstes Land eine Notfallzulassung für den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer erteilt. Schon ab der kommenden Woche sollen die Briten geimpft werden.

18.54 Uhr: Städte- und Gemeindebund gegen einen harten Lockdown

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund befürwortet die Verlängerung des Lockdowns Light bis zum 10. Januar. Zugleich erteilte sein Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg in der "Aktuellen Stunde" einem harten Lockdown eine Absage. "Ich bin mir nicht sicher, ob ein harter Lockdown funktionieren würde", sagte Landsberg. Bereits jetzt werde den  Menschen etwa durch geschlossene Gastronomie und Freizeiteinrichtungen viel zugemutet. Sinnvoller als ein harter Lockdown sei, immer wieder an die Einsicht und Vernunft der Menschen zu appellieren. Aufklärung und Schnelltests seien die bessere Strategie als die Drohung, jetzt komme ein harter Lockdown, betonte Landsberg.

18.05 Uhr: Lockerungen zu Weihnachten werden stärker befürwortet als zu Silvester

Die von vielen Bundesländern für das Jahresende geplanten Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen stoßen auf unterschiedlich große Zustimmung. 53 Prozent der Teilnehmer im heute veröffentlichten neuen ARD-"Deutschlandtrend" sagten, sie fänden Lockerungen zu Weihnachten eher richtig. 44 Prozent bezeichneten dies demnach als eher falsch. Lockerungen zu Silvester fanden hingegen nur bei 30 Prozent der Befragten Zustimmung, 68 Prozent waren den Angaben zufolge eher dagegen.

Die Erhebung war vor dem jüngsten Bund-Länder-Beschluss zur Verlängerung des Teil-Lockdowns in den Januar hinein vorgenommen worden. Demnach hält eine Mehrheit der Bürger (53 Prozent) die derzeit geltenden Maßnahmen für angemessen. 27 Prozent finden, sie gehen zu weit, 18 Prozent sind hingegen der Ansicht, sie gehen nicht weit genug. Für den ARD-"Deutschlandtrend" hatte das Meinungsforschungsunternehmen Infratest am Montag und Dienstag dieser Woche 1.007 Wahlberechtigte befragt. Die statistische Fehlertoleranz wurde mit plus/minus 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten angegeben.

17.38 Uhr: Corona-Zahlen bleiben hoch - Strengere Regeln zu Silvester?

Angesichts anhaltend hoher Infektionszahlen erwägt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen - auch zu Silvester. Nach der von Bund und Ländern beschlossenen Verlängerung des Teil-Lockdowns bis 10. Januar warf Söder die Frage auf, "ob das allein die Maßnahme ist oder ob es an einigen Stellen noch deutliche Verbesserungen braucht". Bei einem Besuch in Passau sagte der CSU-Chef heute: "Wenn die Zahlen so bleiben, wird es auch klar sein, dass beispielsweise an Silvester die Zahl der Kontakte auch reduziert werden muss."

15.28 Uhr: Koalition einigt sich auf letzte Details bei Homeoffice-Pauschale

Union und SPD haben sich abschließend auf die konkrete Ausgestaltung der geplanten Homeoffice-Pauschale geeinigt. Das teilte ein Sprecher der CSU-Landesgruppe im Bundestag heute mit. Damit unterstütze die Koalition die Ausstattung für das Arbeiten von zuhause, unabhängig vom Nachweis eines separaten Arbeitszimmers, hieß es.

Fest steht demnach nun auch, dass die Homeoffice-Pauschale in die sogenannte Werbungskostenpauschale eingerechnet und nicht zusätzlich gewährt wird. Die Pauschale in Höhe von 1.000 Euro wird bei der Steuerberechnung pauschal vom Einkommen abgezogen für Ausgaben, die im Zusammenhang mit dem Beruf entstehen, etwa Fahrtkosten zur Arbeit, Arbeitskleidung oder Weiterbildungen (sogenannte Werbungskosten). Damit sinkt die Steuerlast. Wer besonders hohe Werbungskosten im Jahr hat, so dass der Pauschbetrag überschritten wird, etwa durch einen weiten Arbeitsweg, muss dies geltend machen.

14.29 Uhr: Krankschreibung per Telefon wird verlängert

Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen können sich Patienten mit leichten Erkältungsbeschwerden bis ins neue Jahr hinein auch ohne Praxisbesuch telefonisch krankschreiben lassen. Die Sonderregelung wird bis 31. März 2021 verlängert, wie der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken heute beschloss. Dies soll Kontakte und Infektionsrisiken reduzieren. Ärzte und Ärztinnen müssten sich aber "durch eine eingehende telefonische Befragung" persönlich vom gesundheitlichen Zustand überzeugen und prüfen, ob doch eine körperliche Untersuchung nötig sein könnte.

Die telefonischen Krankschreibungen sind bis zu sieben Tage möglich und können telefonisch für weitere sieben Kalendertage verlängert werden. Die Sonderregelung war bisher bis Jahresende befristet gewesen.

14.06 Uhr: Behörde gibt grünes Licht für Verkauf von Corona-Antikörpertest

Die Drogeriekette dm darf einen Coronavirus-Antikörpertest weiter verkaufen. Das Regierungspräsidium Tübingen teilte heute mit, dass die für Baden-Württemberg und damit auch für dm zuständige Marktüberwachungsbehörde "keinen Hinweis auf einen unzulässigen Vertrieb der Probenahme- und Einsendekits" sehe. Man habe sich mit der für den Hersteller des Kits zuständigen Behörde und dem Bundesgesundheitsministerium abgestimmt. Die Drogeriekette dm hat seinen Sitz in Karlsruhe, Hersteller Cerascreen seinen in Schwerin.

Bei dem im Internetshop von dm angebotenen Test entnimmt sich der Kunde zu Hause selbst eine Blutprobe. Diese wird an ein Labor geschickt und dort auf Antikörper gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 untersucht. Das Produkt biete Kunden die Möglichkeit, diskret und ohne einen Arztbesuch einen Test vorzunehmen, der angibt, ob sich Antikörper gegen das Coronavirus gebildet haben, hatte dm erläutert.

13.12 Uhr: Maskenpflicht kann nur mit detaillierten Attest aufgehoben werden

Ein Attest, das medizinische Gründe für eine Befreiung von der Maskenpflicht nachweist, ohne diese jedoch genauer zu benennen, reicht nicht, um in der Schule keinen Mund-Nasen-Schutz tragen zu müssen. Das hat das Verwaltungsgericht Aachen im Fall einer Schülerin aus dem Kreis Euskirchen entschieden, die einen Eilantrag eingereicht hatte.

Dem Gericht reichten die Atteste der Schülerin jedoch nicht. Demnach müssten die Nachweise die Schulleitung und das Gericht in die Lage versetzen, "das Vorliegen der medizinischen Gründe für eine Befreiung von der Maskenpflicht selbstständig zu prüfen und festzustellen", so die Begründung. Gegen den Beschluss kann die Antragstellerin Beschwerde einlegen, über die das Oberverwaltungsgericht NRW entscheidet.

12.31 Uhr: Düsseldorfer Rosenmontagszug fällt aus

Der Rosenmontagszug der Düsseldorfer Karnevalisten fällt in dieser Session aus. Das gab das Comitee Düsseldorfer Carneval heute bekannt. „Angesichts der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie und der daraus resultierenden Einschränkungen bleibt uns keine andere Wahl“, betonte CC-Präsident Michael Laumen. 

11.39 Uhr: Mitarbeiter von Bundestagsabgeordneten bekommen Bonuszahlung

Tausende Mitarbeiter von Bundestagsabgeordneten bekommen im Dezember einen Corona-Bonus ausgezahlt. Die einmaligen steuerfreien Zahlungen von bis zu 600 Euro, sollen der "Abmilderung der zusätzlichen Belastungen durch die Corona-Krise" dienen, wie aus einem Schreiben von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) an die rund 4.500 Mitarbeiter hervorgeht, das dem WDR vorliegt.

Beschlossen wurde diese Sonderzahlung vom Ältestenrat des Bundestages. Laut dem Bericht der Zeitung empfanden viele der Mitarbeiter, die in den vergangenen Monaten problemlos im Homeoffice arbeiten konnten, die Zahlung aber eher als "befremdlich".

10.44 Uhr: RKI-Chef rechnet mit zahlreichen weiteren Todesfällen

Obwohl die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland leicht sinkt, erwartet RKI-Präsident Lothar Wieler zahlreiche weitere Todesfälle durch das Coronavirus. Die Zahl der schweren Verläufe und der Todesfälle steige derzeit von Woche zu Woche, sagte Wieler heute in Berlin.

Wieler verwies darauf, dass es immer mehr Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gebe. "Das bereitet uns tatsächlich große Sorgen." Die Anzahl der Ausbrüche sei wieder so hoch wie zu Beginn der Corona-Pandemie. In einigen Regionen stießen zudem die Kliniken an ihre Belastungsgrenze. Generell stiegen derzeit die Fallzahlen in der Gruppe der Menschen im Alter von mehr als 80 Jahren.

10.23 Uhr: Italien erlässt Reiseverbot zu Weihnachten

Während sich Bund und Länder in Deutschland darauf geeinigt haben, das Beherbergungsverbot in Hotels und Pensionen über die Feiertage aufzuheben, damit sich Verwandte an Weihnachten sehen können, geht Italien einen anderen Weg. In der vergangenen Nacht beschloss das Kabinett von Ministerpräsident Giuseppe Conte ein Reiseverbot zwischen den einzelnen Regionen Italiens.

Die Menschen dürfen dann auch nicht in ihre Ferienwohnungen an der Küste oder in den Bergen fahren. Damit will die Regierung die zu Weihnachten üblichen großen Familientreffen auch mit entfernten Verwandten und einen Wiederanstieg der Infektionszahlen verhindern.

09.28 Uhr: Zahl der Neuinfektionen in NRW stagniert

Bundesweit ist die Zahl der Neuinfektionen laut Robert Koch-Institut leicht gesunken. Demnach meldeten die Gesundheitsämter dem RKI 22.046 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden. Vergangene Woche waren es noch 22.268. Mit 479 neuen Todesfällen binnen eines Tages meldeten die Gesundheitsämter außerdem den zweithöchsten Stand seit Beginn der Pandemie.

In NRW stagniert die Zahl der Neuinfektionen jedoch. Das Landeszentrum Gesundheit meldete heute für ganz NRW einen Wert von 138,0 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche. Am Mittwoch hatte die Kennzahl noch mit 137,7 leicht darunter gelegen.

08.42 Uhr: Österreich macht die Grenzen dicht

Ab kommenden Montag soll ein Teil der Corona-Maßnahmen in Österreich gelockert werden. Gleichzeitig verschärft das Land die Regeln für die Einreise aus Risikogebieten, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz ankündigte.

Demnach muss sich jeder Rückkehrer aus einem Risikogebiet für zehn Tage in Quarantäne begeben. Einen Corona-Test, mit dessen negativem Ergebnis man die Quarantäne frühzeitig beenden kann, darf erst nach fünf Tagen gemacht werden.

08.10 Uhr: Corona festigt klassische Rollenverteilung

Der Mann arbeitet, die Frau kümmert sich um Kinder und Haushalt - diese klassische Rollenverteilung wird offenbar durch die Corona-Pandemie gefestigt. Das ergab eine repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens Ip-sos im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, für die rund tausend Menschen befragt wurden.

Demnach gaben fast 70 Prozent der Frauen und nur elf Prozent der Männer an, dass sie generell die Hausarbeit erledigen. Gleichzeitig waren zwei Drittel der männlichen Befragten der Meinung, die Aufgaben seien gerecht verteilt.

07.40 Uhr: Merkel dämpft Hoffnung auf baldige Impfung

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Hoffnung auf baldige Impfungen gegen das Coronavirus im großen Rahmen gedämpft. "Das heißt, wir müssen durch den Winter durchkommen, ohne darauf setzen zu können, dass wir im großen Maße Impfstoff zur Verfügung haben."

Um eine Verordnung zu erarbeiten, wer wann in welcher Reihenfolge geimpft wird, brauche man zunächst alle Daten aus dem Zulassungsverfahren bei der EU, so Merkel. Dies könne vor aber auch erst nach Weihnachten geschehen. In Münster, Dortmund und Wuppertal werden heute weitere Standorte für Impfzentren bekanntgegeben.

06.55 Uhr: Corona-Schnelltests für Lehrer und Erzieher

Um Lehrer und Erzieher in Schulen und Kitas besser vor einer Erkrankung mit Covid-19 zu schützen, sollen sie sich ab morgen selbst mit Antigen-Schnelltests auf eine Infektion testen können. Eine entsprechende Verordnung kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gegenüber der Funke Mediengruppe an. Bislang dürfen solche Tests nur von medizinisch geschultem Personal gemacht werden. Schon ab morgen sollen Kitas und Schulen die Tests dann eigenständig beziehen und nutzen dürfen.

06.31 Uhr: "Lockdown light" wird bis zum 10. Januar verlängert

Der Teil-Lockdown mit geschlossenen Restaurants, Museen, Theatern und Freizeiteinrichtungen wird bis zum 10. Januar verlängert. Das haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs gestern beschlossen. "Im Grundsatz bleibt der Zustand, wie er jetzt ist", sagte Merkel.

Immer die neuesten Corona-Zahlen zum eigenen Wohnort

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Stand: 03.12.2020, 21:08