Der Ticker vom Freitag (16.10.2020) zum Nachlesen

Der Ticker vom Freitag (16.10.2020) zum Nachlesen

  • Belgien schließt alle Gaststätten für vier Wochen
  • Sperrstunde für alle NRW-Hotspots
  • NRW bleibt bei strengen Kontaktbeschränkungen
  • Wieder ein Höchststand bei Neuinfektionen
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

21:16 Uhr: Beherbergungsgesetz in Brandenburg aufgehoben

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat das Beherbergungsverbot in Brandenburg für Gäste aus Corona-Hotspots vorläufig gestoppt. Das Gericht teilte mit, zwei Eilanträgen stattgegeben zu haben.

20:12 Uhr: Auch Kreis Warendorf Risikogebiet

Der Kreis Warendorf reiht sich ein in die Corona-Risiko-Gebiete in NRW. Die 50er-Inzidenz werde am Samstag erreicht, teilte die Kreisverwaltung am Freitagabend mit.

19:30 Uhr: Belgien schließt alle Gaststätten für vier Wochen

In Belgien sollen wegen der drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen alle Restaurants und Gaststätten für vier Wochen schließen. Das berichtet die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf Informationen aus einem Krisentreffen von Vertretern der Zentralregierung und der Gemeinschaften und Regionen. Zudem soll es täglich von Mitternacht bis 5.00 Uhr morgens landesweit eine Ausgangssperre geben. In den vergangenen 14 Tagen wurden nach aktuellen Zahlen rund 550 Infektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet.

18:00 Uhr: WDR Extra um 20:15 Uhr

Steigende Zahlen, neue Regeln: Sperrstunde, Mini-Partys und Maskenpflicht auf der Straße. "Es geht ums Ganze" sagt Armin Laschet. Die neuen Corona-Regeln werden unser Leben in den nächsten Monaten verändern. Was gilt wann? Und: Was denken die Menschen über den Corona-Herbst? Das alles heute Abend um 20:15 Uhr live im WDR Extra.

15:00 Uhr: Pressekonferenz mit Ministerpräsident Laschet

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) und Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU) äußerten sich zur aktuellen Corona-Lage und weiteren Maßnahmen des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die wichtigsten Informationen im Überblick

  •  NRW-Ministerpräsident Laschet warnt eindringlich vor einer unkontrollierten Ausbreitung des Coronavirus. Man habe "die höchsten Zahlen überhaupt", kein Medikament, keinen Impfstoff und keinen Grund anzunehmen, dass es weniger gefährlich sei als vor einem Monat. 
  • Die NRW-Regierung hat heute beschlossen, dass in Corona-Hotspots Restaurants und Bars ab Mitternacht verpflichtend zwischen 23 Uhr und 6 Uhr schließen müssen. Damit folgt NRW der gemeinsamen Vereinbarung von Bund und Ländern, eine Sperrstunde in den Kommunen einzuführen, die die Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage überschreiten.
  • Zudem bleiben die Maßnahmen in NRW härter als auf Bundesebene: Das Land bleibt bei der Kontaktbeschränkung von zehn Personen unabhängig von der Corona-Infektionslage. Ab der 50er- Schwelle gelten nochmals schärfere Maßnahmen: In der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch maximal fünf Personen oder zwei Haushalte treffen. Bei besonderen Festen wie Hochzeiten sind ab Montag nur noch für zehn Menschn, bei Veranstaltungen nur noch 100 Personen erlaubt - egal ob drinnen oder draußen.
  • Die Maskenpflicht gelte nicht generell an der frischen Luft, aber an vollen Plätzen, wo die Abstände nicht einzuhalten seien. Die Kommunen legten diese Orte fest. So auch an Sitz- und Stehplätzen bei Konzerten.
  • Die neuen Regeln gelten ab Samstag, 17. Oktober 2020 und dauern zunächst bis Ende Oktober an.
  • Ein "Lockdown mit Schul- und Kitaschließungen" wie im Frühjahr müsse "mit aller Kraft" verhindert werden. Dafür sei aber die Reduzierung der Kontakte "das Allerwichtigste". Laschet sagt: "Private Feiern müssen jetzt absolut auf das Notwendige beschränkt werden".
  • Es gebe noch die Chance, überfüllte Krankenhäuser wie vor einiger Zeit in europäischen Nachbarländern zu verhindern. Wichtig sei auch, dass Risikogruppen nicht wieder in Isolation geraten.

14:40 Uhr: EU sagt Berlin-Gipfel ab

Die Europäische Union hat ihren für November geplanten Gipfel in Berlin zur China-Politik wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen abgesagt. "Im Sinne der Kontakte ist das glaube ich eine notwendige Botschaft", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag in Brüssel.

14:06 Uhr: Corona grassiert im Verfassungsschutz

Die gesamte Führungsriege des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) ist mit dem Coronavirus infiziert. Das bestätigte ein Sprecher der Behörde am Freitag. Neben Präsident Thomas Haldenwang wurden demnach auch die beiden Vizechefs sowie einige Mitarbeiter positiv auf das neuartige Virus getestet. "Die Amtsleitung führt die Dienstgeschäfte aus dem Homeoffice weiter", hieß es vom BfV. Schon zu Beginn der Pandemie habe die Behörde einen Krisenstab eingerichtet.

13:54 Uhr: NRW bleibt bei strengen Kontaktbeschränkungen

Abweichend von gemäßigteren Empfehlungen der jüngsten Bund-Länder-Konferenz sollen sich in NRW weiterhin nur maximal zehn Personen im öffentlichen Raum treffen dürfen - unabhängig von der Infektionslage. Das berichtete NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) laut Teilnehmerkreisen am Freitag in einer Video-Schalte mit Oberbürgermeistern und Landräten. Die Bund-Länder-Einigung vom vergangenen Mittwoch sieht eine Beschränkung auf zehn Personen erst vor, wenn die Zahl der Neuinfektionen in einer Region auf 50 oder mehr pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen steigt.

13:38 Uhr: Auch Bonn und Bielefeld jetzt Risikogebiet

Nach den aktuellsten Zahlen liegt der 7-Tage-Inzidenzwert bei den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in Bonn bei 50,61. Die Stadt teilte am Mittag mit, dass es ab morgen eine Maskenpflicht in Fußgängerzonen und Einkaufsstraßen sowie in öffentlichen Gebäuden geben wird. Außerdem dürfen sich nur noch fünf Personen im öffentlichen Raum treffen, bei privaten Feiern nicht mehr als zehn. Alkohol darf zwischen 22 und 6 Uhr nicht mehr verkauft werden, Gaststätten müssen um 23 Uhr schließen.

Auch Bielefeld erreichte mit 51,5 den Grenzwert.

13.04 Uhr: Kultusminister gegen Verlängerung der Weihnachtsferien

Die Kultusminister der Bundesländer sind einhellig gegen eine Verlängerung der Weihnachtsferien. "Wir sind uns einig, dass längere Winterferien kein Beitrag dazu sind, das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen", sagte die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD), am Freitag nach Beratungen des Gremiums in Mainz.

12.50 Uhr: "Kinder sind keine Infektionstreiber" - sagt Franziska Giffey

Trotz der steigenden Infektionszahlen sieht Bundesfamilienministerin Franziska Giffey keinen Grund für Schließungen von Kindertagesstätten. "Kinder sind keine Infektionsherde, Kinder sind keine Infektionstreiber", sagt die SPD-Politikerin in Berlin. Bis zum 12. Oktober seien seit Beginn der Pandemie 79 Virus-Ausbrüche in Kindertagesstätten und Horten gemeldet worden. Schließungen hätten weniger als ein Prozent der bundesweit über 56.000 Kitas betroffen. Der Regelbetrieb soll daher aufrechterhalten werden.

12.40 Uhr: Kinder essen in der Pandemie mehr Süßes und bewegen sich weniger

Schokolade, Eis und Chips: Seit Beginn der Corona-Pandemie essen Kinder in Deutschland mehr Süßigkeiten sowie salziges Knabberzeug und bewegen sich teilweise weniger. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage, die Ernährungsforscher der Technischen Universität München (TUM) vorstellten. Der Studie zufolge erhöht die Covid-19-Pandemie damit das Risiko für Übergewicht und Fehlernährung bei Kindern.

12:22 Uhr: Wieder mehr Infektionen in Altenheimen

Steigen jetzt auch wieder die Totenzahlen? Es steht zu befürchten: Laut Robert Koch-Institut (RKI) werden wieder vermehrt Corona-Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen gemeldet. "Da sich wieder vermehrt ältere Menschen anstecken, nimmt die Anzahl der schweren Fälle und Todesfälle zu", schreibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht. Im Frühjahr gab es mehrere große Corona-Ausbrüche in Altenheimen. Senioren gelten generell als anfälliger für einen schweren Verlauf von Covid-19.

11.26 Uhr: Gericht kippt Berliner Sperrstunde - Alkohol-Ausschankverbot bleibt bestehen

Das Berliner Verwaltungsgericht hat die wegen der Corona-Pandemie vom Senat beschlossene Sperrstunde in der Hauptstadt gekippt. Mehrere Gastronomen hatten Eilanträge gegen die Verordnung eingereicht. Insgesamt hatten sich nach Angaben von Rechtsanwalt Niko Härting rund ein Dutzend Berliner Bars und Clubs gegen die Sperrstunde gewandt. Sie kritisierten die Sperrstunde als unverhältnismäßig.

Sperrstunde (Symbolbild)

Die Begründung der Richter: Mit einer Sperrstunde für die Gastronomie werde erreicht, dass sich junge Menschen dann an anderen Orten träfen, für die keine Hygienekonzepte gelten. Allerdings gilt weiterhin das Alkoholausschankverbot von 23 bis 6 Uhr, das nicht im Zusammenhang mit der Sperrstunde steht. Gesundheitsminister Jens Spahn bedauerte den Schritt der Richter, zeigte aber Verständnis: Die Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts erinnere die Politik daran, dass alle Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gut begründet werden müssten, sagte der CDU-Politiker.

11.20 Uhr: Geisel stellt die Inzidenzzahl 50 infrage

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel stellt die Corona-Inzidenz von 50 als Grenzwert für strengere Maßnahmen in Frage. Im WDR 2-Interview kritisierte er die Zahl als haltlos: Es gebe mittlerweile deutlich weniger schlimme Krankheitsverläufe als noch zu Beginn der Pandemie. Geisel schlägt stattdessen eine Steuerungsgröße mit Blick auf die eigentliche Belastung des Gesundheitswesens vor.

Den ganzen Artikel über die Kritik des Düsseldorfer Oberbürgermeisters finden Sie hier:

11.11 Uhr: In Bayern gibt es ab Samstag kein Beherbergungsverbot mehr

Jetzt ist das nächste Bundesland umgefallen: Das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots läuft in Bayern noch heute aus. Die Staatsregierung verzichte auf eine Verlängerung der Vorschrift, "wir belassen es dabei", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) in München.

Am Donnerstag war das umstrittene Verbot schon in Baden-Württemberg, Sachsen, Niedersachsen und dem Saarland aus unterschiedlichen Gründen gekippt worden.

10.25 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun: "Lage deutlich ernster als im Frühjahr"

Die Zahlen der Neuinfektionen steigen und steigen - und es stellt sich die Frage, ob wir die Pandemie noch beherrschen. Kanzleramtschef Helge Braun sieht eine kritische Schwelle erreicht: "Steigende Zahlen heißt: Wir tun im Augenblick nicht genug, um die Infektion unter Kontrolle zu halten." Die Lage sei deutlich ernster als im Frühjahr.

Prof. Dr. Helge Braun im Bundestag, schaut nach links

"Wir hatten vor vier Tagen 4.000, dann 5.000, 6.000, jetzt über 7.000 Fälle." Dies zeige die Dynamik. Laut Braun stehen "wir gerade am Beginn einer wirklich großen zweiten Welle". Diese müsse unterbrochen werden. Laut Braun hängen die steigenden Zahlen nicht mit der höheren Testkapazität zusammen. Man habe im Sommer schon eine ähnlich hohe Zahl an Tests gehabt, aber Infektionszahlen von unter 1.000. Wie hoch die Zahlen noch klettern, hänge jetzt von den Maßnahmen ab, die man ergreife. Die Devise sei "Vorsicht sofort".

10.05 Uhr: Corona-Maßnahmen: NRW-Kommunen fordern Unterstützung der Polizei

Wer kontrolliert eigentlich die Durchsetzung der Corona-Maßnahmen? Die Ordnungsämter jedenfalls sind heillos überfordert. Deshalb fordern die Kommunen in NRW nun mehr Unterstützung durch die Polizei. "Bei den Kontrollen der strengeren Regeln sind die Städte und ihre Ordnungsämter natürlich bereit, alles zu tun, was ihnen möglich ist", sagte der Vorsitzende des NRW-Städtetages Pit Clausen (SPD) der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

"Wir brauchen dabei allerdings Unterstützung durch die Polizei." Der Bund habe zugesagt, dass er mit der Bundespolizei die Ordnungsämter auf Bitten der Länder unterstützen werde. "Das wird sicher in NRW schon bald nötig sein", sagte Clausen.

09.20 Uhr: Vertreter der Hausärzte kritisiert Politik: "Ziemliche Katastrophe"

Gut gemeint ist das Gegenteil von gut gemacht: Unbedachte Äußerungen und Entscheidungen der Politik in der Corona-Krise haben nach Ansicht von Hausärzten zu einer hohen Belastung der Praxen geführt. "Es gibt ja gut gemacht und gut gemeint. Leider waren einige Entscheidungen aus der Politik aus der zweiten Kategorie", sagte Jens Wasserberg bei WDR 5.

Streit um Beherbergungsverbot

Der zweite Vorsitzende des Hausärzteverbandes Nordrhein bezeichnete die Beherbergungsverbote in einigen Bundesländern als "ziemliche Katastrophe". Gesunde Urlauber würden nun mit Kranken und Risikopatienten um Testkapazitäten konkurrieren. Die Labore seien an ihre Grenzen gestoßen und die Rückgaben der Testergebnisse dadurch verzögert worden. Die Politik solle nicht einfach "so was raushauen", forderte der Hausärztevertreter.

08.45 Uhr: Lehrerverband fordert die Rückkehr der Maske im Unterricht

Die ewige Frage - Maske im Unterricht oder nicht? Nun hat der nordrhein-westfälische Lehrerverband die Wiedereinführung der Maskenpflicht im Unterricht bis ins kommende Frühjahr gefordert. "Es gibt ein probates Mittel, um einen verlässlichen Schulunterricht in den kommenden sechs Monaten anzubieten: die Maske. Das Gros der Schüler - so unsere Rückmeldungen - hat auch überhaupt kein Problem damit, Mund-Nasen-Schutz im Unterricht zu tragen", sagte der Verbands-Präsident Andreas Bartsch der "Rheinischen Post".

08.04 Uhr: Stamp gegen verschärfte Maßnahmen - Alkohol und Feiern das Problem

Nordrhein-Westfalens stellvertretender Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) hat Forderungen nach Verschärfungen bei den Corona-Maßnahmen eine Absage erteilt. "Rufe nach immer härteren Maßnahmen sind nicht zielführend", sagte der Minister und FDP-Landeschef bei WDR 2. Dinge müssten in Ruhe vorbereitet werden und nicht panisch.

Das Beherbergungsverbot in einigen Bundesländern nannte Stamp als negatives Beispiel einen "Irrsinn". Es habe zu einem Massenansturm auf die Testzentren geführt. "Deshalb ist es wichtig, dass wir heute im Kabinett alles in Ruhe beraten", sagte der Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration. Große Feiern mit vielen Menschen und Alkohol seien das Problem.

07.31 Uhr: Schulen keine Hotspots - Kitas sollen geöffnet bleiben

Die Schulen sind nach den Sommerferien nicht zu Corona-Spots geworden. Laut einer Umfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland konnten bis zum Start der Herbstferien durchschnittlich 98 Prozent aller Schüler am Präsenzunterricht teilnehmen. So waren etwa in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Bayern nur rund 0,04 Prozent der Schüler mit dem Coronavirus infiziert.

Joachim Stamp (FDP), stellvertretender Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen und Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration

Familienminister Dr. Joachim Stamp

Heute äußern sich Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auch zur Lage der Kitas in der Corona-Krise. Nachdem zu Beginn der Pandemie Kinderbetreuungseinrichtungen ebenso wie Schulen flächendeckend geschlossen worden waren, betont die Bundesregierung inzwischen, dass ein solcher Schritt nicht noch einmal vorgenommen werden soll.

07.10 Uhr: Sozialfasten hilft - Experte Meyer-Hermann: "Es geht um die Wurst"

Haben wir die Pandemie noch im Griff oder wachsen uns die Infektionszahlen unkontrolliert über den Kopf? Noch bestehe die realistische Chance, die Ausbreitung in den kommenden ein bis zwei Wochen unter Kontrolle zu bekommen. Dies glaubt der Infektionsforscher Michael Meyer-Hermann, der am Helmholtz-Zentrum Braunschweig forscht und die Bunderegierung berät. Wenn jeder seine sozialen Kontakte um ein Drittel bis zur Hälfte reduziere, sinke die Zahl der Neuinfektionen.

 Michael Meyer-Hermann, Leiter der Abteilung System-Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig

Allerdings betonte Meyer-Hermann auch, die Bevölkerung müsse verstehen, "dass es jetzt um die Wurst geht“. Im "Heute-Journal" sagte der Experte gestern Abend: "Wir haben Zeichen, dass das Virus sich gerade unkontrolliert ausbreitet“. Und weiter: "Die Maßnahmen, die erfolgt sind, sind nicht die, die ich mir erhofft hatte."

06.18 Uhr: Angst vor Ansteckung so hoch wie im Frühjahr

Je höher die Zahlen steigen, umso größer sind natürlich auch die Sorgen vor einer eigenen Ansteckung. Laut ARD-Deutschlandtrend im Morgenmagazin befürchtet mehr als jeder dritte Deutsche (37 Prozent), sich selbst oder ein Familienmitglied mit dem Coronavirus zu infizieren. Das ist der höchste Anteil seit etwa sechs Monaten. Die Sorge ist vor allem bei den Befragten unter 40 Jahren ausgeprägt (45 Prozent).

Weiteres Ergebnis der Befragung: Mit 68 Prozent favorisierten mehr als zwei Drittel der Befragten bundesweit einheitliche Corona-Maßnahmen. Das zeigt, dass die Politik hier großen Handlungsbedarf hat. Im Beherbergungsverbot ist die Lage zum Beispiel ziemlich chaotisch. Das Saarland, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Sachsen: Diese vier Bundesländer haben mittlerweile die Beherbergungsverbote gekippt - entweder durch politische Entscheidungen oder Gerichtsurteile.

06.10 Uhr: 7.334 Neuinfektionen an einem Tag

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen 7.334 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Am Vortag war mit 6.638 neuen Fällen höchste Wert seit Beginn der Pandemie in Deutschland registriert worden. In der vergangenen Woche meldete das RKI am Freitag nur 4.516 Neuinfektionen. Die jetzigen Werte sind nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird - und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

06.00 Uhr: Sperrstunde löst Existenzangst aus - und bringt sie was?

Ab 23 Uhr fangen die meisten Kneipen erst an, wirklich Geld zu verdienen. Da soll nun aber schon Schluss sein. Viele Kneipiers fühlen sich gegängelt und fürchten, den Winter nicht zu überleben. Besonders hart trifft die Sperrstunde Bars und Clubs, aber auch viele Restaurants sind betroffen. Denn bald stehen die Weihnachtsessen an - und die werden wegen der Vorschriften zu Abstand und geringer Personenzahl pro Tisch dieses Jahr mager ausfallen.

Die FDP in NRW hält daher nichts von der Sperrstunde, befürchtet sogar Probleme nach 23 Uhr. "Wenn in der Düsseldorfer Altstadt um 23 Uhr alle Gäste gleichzeitig vor die Kneipentüren geschickt werden, könnte die Ansteckungsgefahr sogar eher wachsen", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Landtagsfraktion Henning Höne der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung".

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Stand: 16.10.2020, 22:00