Der Ticker vom Donnerstag (10.09.2020) zum Nachlesen

Der Ticker vom Donnerstag (10.09.2020) zum Nachlesen

  • Fast 20 Milliarden weniger Steuereinnahmen
  • Laschet: Kein Bußgeld für Maskenverweigerer bei Wahl
  • Reisewarnungen für Prag, Genf und Korsika
  • Hilfe für Schüler mit Defiziten durch Corona
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Fast 20 Milliarden weniger Steuereinnahmen

Wegen der Corona-Krise müssen Bund, Länder und Kommunen 2021 mit voraussichtlich 19,6 Milliarden Euro Steuereinnahmen weniger auskommen als angenommen. Laut der Steuerschätzer soll das Vorkrisenniveau erst wieder 2022 erreicht werden.

Finanzminister Olaf Scholz blickt trotz aller Corona-Folgen optimistisch in die Zukunft. "Unsere Maßnahmen zahlen sich aus. Der Wumms wirkt. Deutschland hat sich wirtschaftlich stabilisiert", sagte der SPD-Kanzlerkandidat.

Nach Angaben des Ministeriums sinken die Steuereinnahmen des Bundes in diesem Jahr auf 275,3 Milliarden Euro. Für 2021 rechnet der Bund mit Einnahmen in Höhe von 295,2 Milliarden Euro.

Steinmeier: Corona-Debatte "kultureller Fortschritt"

Für Frank-Walter Steinmeier sind die Debatten um die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung ein "kultureller Fortschritt". Der Diskurs der vergangenen Monate hätte gezeigt, dass Politik und Wissenschaft lernfähig seien.

"Wir haben nicht mehr einen Virologen oder zwei Virologen, die die Marschrichtung angeben, sondern wir haben einen sehr transparenten Diskussionsprozess", sagte der Bundespräsident im Gespräch mit dem peruanischen Autor Mario Vargas Llosa auf dem Internationalen Literaturfestival in Berlin.

Zahl der Neuinfektionen in Frankreich auf Rekordhoch

Das französische Gesundheitsministerium hat 9.843 neue Corona-Fälle an einem Tag registriert. Es handelt sich um den höchsten Wert täglicher Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie. Erst vor sechs Tagen war mit 8.975 Fällen ein neuer Rekord aufgestellt worden.

Die Zahl der Menschen in Frankreich, die mit oder an einer Covid-19-Infektion gestorben sind, stieg binnen 24 Stunden um 19 auf 30.813. Insgesamt haben sich in Frankreich seit Beginn der Pandemie 353.944 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Tausende Hinweise auf Missbrauch des Kurzarbeitergeldes

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat in der Corona-Krise bislang 2.100 Hinweise auf Verdachtsfälle zu Missbrauch des Kurzarbeitergeldes erhalten. Damit ist die Zahl zuletzt stark gestiegen: Ende Juli war noch von 900 Hinweisen die Rede.

In 345 Fällen leitete die Agentur Hinweise an das jeweilige Hauptzollamt weiter, das bei Schwarzarbeit und Nichteinhaltung des Mindestlohns zuständig ist. Seit Beginn der Coronakrise meldeten rund 900.000 Unternehmen Kurzarbeit an.

Laschet: Kein Bußgeld für Maskenverweigerer

Armin Laschet mit Mundschutz vor VertreterInnen der Presse.

Maskenverweigerer müssen laut NRW-Ministerpräsident Laschet kein Bußgeld fürchten, wenn sie am Sonntag zur Kommunalwahl gehen. "Es gilt eine Maskenpflicht im Wahllokal, aber es gilt auch die freie Beteiligung an Wahlen für jeden", unterstrich der CDU-Politiker. Daher könne ein Verstoß gegen die Maskenpflicht nicht mit einem Bußgeld geahndet werden. "Es ist nicht wie in einem Bus. Man kann niemandem das Wahlrecht vorenthalten."

München untersagt Corona-Demo

Die Stadt München hat eine für Samstag angekündigte Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen mit 5.000 angemeldeten Teilnehmern auf dem Odeonsplatz untersagt. Stattdessen dürfe sie unter strikten Auflagen auf der Theresienwiese stattfinden – allerdings aus Infektionsschutzgründen nur mit 1.000 Teilnehmern, wie das Kreisverwaltungsreferat heute mitteilte. Ein geplanter Demonstrationszug durch die Stadt wurde ebenfalls untersagt.

Die Vereinigung "Querdenken 089" hatte für Samstag eine Demonstration mit 5.000 Teilnehmern in München angemeldet unter dem Motto "Frieden, Freiheit und Gesundheit".

Tourismus mit deutlichem Minus

Die Passagierzahlen an den NRW-Flughäfen sind noch weit von denen aus dem Vorjahr entfernt: Im Juli flogen 70 Prozent weniger Fluggäste ab als im Vorjahresmonat. Dennoch gibt es erfreuliche Nachrichten für die Airports: Im Vergleich zu Juni 2020 sind die Zahlen gestiegen. Sie waren mit fast 650.000 Passagiere rund viermal so hoch.

Das Bild zeigt ein Flugzeug von innen.

Der Billigflieger Ryanair hat indes seinen Rückzug aus Düsseldorf bekannt gegeben. Er streicht den Airport für die kommende Wintersaison aus dem Flugplan. Alle Flüge Ende Oktober würden abgesagt.

Die Hotels bundesweit verzeichneten ebenfalls im Ferienmonat Juli ein deutliches Minus im Vergleich zum Vorjahr. Rund 45 Millionen Übernachtungen wurden gezählt, das sind rund 20 Prozent weniger als im Juli 2019. Insbesondere Gäste aus dem Ausland haben gefehlt.

Facebook löscht sieben Millionen Corona-Falschmeldungen

"Der Konsum von Bleichmitteln heilt das Virus" - solche und ähnliche Falschmeldungen werden auf Instagram und Facebook geteilt. Das US-Unternehmen hat von April bis Juni sieben Millionen solcher Einträge auf den Plattformen gelöscht.

Hilfe für Schüler mit Corona-Defiziten

Bei so manchem Schüler haben sich Corona-Pandemie und Distanzunterricht nicht gerade förderlich auf die Leistungen und Noten ausgewirkt. Die NRW-Landesregierung will nun "Nachhilfe" geben: Nach WDR-Informationen soll es auch in den Herbstferien und danach außerschulische Bildungsangebote geben, so wie schon in den Sommerferien. Allerdings soll das Angebot deutlich ausgeweitet werden.

Reisewarnungen für Prag, Genf und die Insel Korsika

im Vordergrund Fluss mit mehreren weißen Booten, im Hintergrund steinerne Brücke und Stadtsilhouette im Sonnerlicht unter blauem Himmel

Blick auf die Moldau in Prag

Das Auswärtige Amt in Berlin hat am Abend seine coronabedingten Reisewarnungen noch einmal ausgeweitet. Betroffen sind Prag in Tschechien, Genf in der Schweiz und die Insel Korsika in Frankreich. Gleiches gilt für Dubrovnik in Kroatien.

Pauschale Reisewarnungen enden im September

Die pauschalen Reisewarnungen werden indes am 30. September enden. Sie galten für fast alle 160 Länder außerhalb der EU und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums. Ab Oktober solle es auf die Lage in den einzelnen Staaten zugeschnittene Bewertungen geben.

West-Nil-Fieber kann von Tier auf Mensch übertragen werden

Coronaviren gibt es nicht erst, seitdem Ende 2019 die ersten Fälle von Covid-19 aus China gemeldet wurden. Vor allem unter Säugetieren und Vögeln sind sie verbreitet, wie das Robert-Koch-Institut schreibt. Es gilt als wahrscheinlich, dass sich das Virus irgendwann so verändert hatte, dass es auf den Menschen überspringen konnte. In diesem Fall spricht man von einer Zoonose. Eine Studie der Pennsylvania State University legt nahe, dass eine bestimmte Fledermaus-Art die Krankheit erstmals auf den Menschen übertragen hat.

Auch das West-Nil-Fieber, an dem jetzt zwei Flamingos im Zoo Halle gestorben sind, ist auf den Menschen übertragbar. Etwa ein Fünftel der Infizierten entwickelt laut RKI grippeähnliche Symptome wie Fieber und Gliederschmerzen. Zirka der Hälfte dieser Patienten bekommt auch einen Ausschlag. Nur bei jeder 100. infizierten Person verläuft die Krankheit demnach schwer und es kann zu einer Gehirnentzündung kommen.

Vollkommen ungefährlich für den Menschen ist hingegen die Afrikanische Schweinepest, von der es einen inzwischen bestätigten Fall in Brandenburg gibt. Die Viruserkrankung, an der infizierte Schweine meist sterben, ist nicht auf den Menschen übertragbar.

Telefonseelsorge im Ruhrgebiet gefragt

Mitarbeiter der Telefonseelsorge im Ruhrgebiet hatten im letzten halben Jahr durch die Corona-Krise deutlich mehr zu tun als sonst. Wie der Caritasverband im Bistum Essen berichtet, stieg seit Beginn der Corona-Krise die Zahl der Anrufe deutlich.

Dabei steht Corona nicht einmal auf Platz 1 der Ängste der Deutschen. Die größte Sorge ist laut einer aktuellen Umfrage politischer Natur: Sie gilt US-Präsident Donald Trump. Auch um ihren Wohlstand sorgen sich die Menschen hierzulande mehr als um ihre Gesundheit. Die repräsentative Umfrage "Die Ängste der Deutschen" wird seit 1992 von der R+V-Versicherung in Auftrag gegeben.

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Stand: 10.09.2020, 20:12