Der Ticker von Sonntag (06.09.2020) zum Nachlesen

Stand: 06.09.2020, 22:01 Uhr

  • Ministerpräsident plädiert für Erlaubnis von Heizpilzen
  • Gemeindebund hofft auf Weihnachtsmärkte
  • Infizierte in Quarantäne, obwohl nicht mehr ansteckend?
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Landesregierung will sich für Heizpilze starkmachen

In der Corona-Epidemie meiden viele Menschen den Besuch von Restaurants und Bars. Damit im Winter nicht noch mehr wegbleiben, will Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dafür sorgen, dass Heizpilze vorübergehend wieder erlaubt werden.

"Wir wollen den Wirten im kommenden Winter mehr Außengastronomie ermöglichen. Heizpilze aufstellen zu können, gehört mit zu diesem Konzept", sagte Laschet nach Angaben der Staatskanzlei. Auf welche Weise die Erlaubnis umgesetzt werden soll, ist allerdings noch unklar.

Momentan entscheiden die Kommunen über Ausnahmegenehmigungen für Heizpilze. Im Stadtrat Lüdenscheid steht eine solche Entscheidung für Montag an.

Gemeindebund sieht Chancen für Weihnachtsmärkte

Der Städte- und Gemeindebund hat sich gegen eine frühzeitige Absage von Weihnachtsmärkten ausgesprochen. Sollten die Infektionszahlen rasant steigen, "werden öffentliche Veranstaltungen, wie etwa Weihnachtsmärkte, nicht möglich sein", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Funke-Mediengruppe.

Aber: Es werde auch im Winter hoffentlich Städte oder Regionen mit geringen Infektionszahlen geben. "Dann könnte man dort auch Weihnachtsmärkte mit den entsprechenden Schutzkonzepten stattfinden lassen."

Auch in Nordrhein-Westfalen haben sich viele Städte noch nicht entschieden. Zwar haben zahlreiche Veranstalter ihre Märkte bereits abgesagt. Aber es gibt auch Ausnahmen. So wird ein Markt in der Kölner Südstadt öffnen - für Besucher, die sich online angemeldet haben.

SPD-Chef kritisiert Ministerpräsident Laschet für Reise zur Sachsen-Feier

Die Teilnahme von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet an der 30-Jahr-Feier des Bundeslandes Sachsen sorgt auch im Nachhinein für Kritik. "In Zeiten wie diesen erwarten die Menschen von der Politik Orientierung und nicht ein Verhalten nach dem Motto: zu Hause verbiete ich das Feiern, aber ich selbst bin dann mal weg - dahin, wo es erlaubt ist", kritisiert der in Köln lebende SPD-Chef Norbert Walter-Borjans in der "Bild am Sonntag".

Zuvor hatte schon der nordrhein-westfälische SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty Laschet vorgeworfen, im eigenen Bundesland Wasser zu predigen und in Sachsen Geburtstagswein zu trinken.

Der Ministerpräsident selbst verteidigte seine Reise am Samstag nach Sachsen. "Wir sind beisammen, wir sind vorsichtig, aber wir feiern dieses besondere Ereignis", sagte er in seinem Grußwort. Die große Feier zum 74. NRW-Geburtstag im August hatte die Landesregierung hingegen abgesagt.

Infektionslage in Frankreich kritisch

In Frankreich breitet sich Corona weiterhin schnell aus. In den vergangenen 24 Stunden seien 8.550 Neuinfektionen festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden gestern Abend mit. 4,7 Prozent der ausgewerteten Tests waren demnach positiv. Am Vortag war mit 8.975 Neuansteckungen ein neuer Tagesrekord erreicht worden. In Deutschland lagen in den vergangenen Wochen die Zahl der Neuinfektionen regelmäßig unter 2.000.

Der Blick fällt auf dem Eiffelturm vor einem strahlend blauen Himmel

Paris ist stark betroffen

Die Zunahme der positiven Tests könne nicht allein mit der Ausweitung der Tests erklärt werden, hieß es aus Paris. Seit Anfang Juli habe sich die Zahl der registrierten Corona-Patienten mehr als verdoppelt, die Zahl der Neuansteckungen liege sogar zwölf Mal so hoch wie vor zwei Monaten. Mit fast 30.700 Todesopfern ist Frankreich eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Europas.

Viele Corona-Infizierte unnötig in Quarantäne?

Viele Corona-Infizierte in Deutschland werden von den Gesundheitsämtern in eine häusliche Quarantäne geschickt, obwohl sie offenbar nicht mehr ansteckend sind. Das ergaben Recherchen von WDR, NDR und SZ. Denn der Test, mit dem bundesweit Menschen auf das Coronavirus getestet werden, hat den großen Vorteil, dass er sehr genau ist und kaum einen Infizierten unentdeckt lässt.

Der Nachteil aber ist, dass die hohe Genauigkeit dazu führt, dass zahlreiche Menschen ein positives Testergebnis bekommen. Dabei ist die Infektion bei ihnen schon so weit fortgeschritten, dass sie kaum mehr Viren im Körper haben - und auch niemanden mehr anstecken können. .

Musiker Wolfgang Niedecken: Corona-Regeln werden oft ignoriert

Wolfgang Niedecken, Gründer der Kölschrock-Band BAP, bedauert einen zu laxen Umgang vieler Menschen mit den Corona-Regeln. Er habe er die Befürchtung, dass sich inzwischen viele nicht mehr daran halten, sagte er der "Augsburger Allgemeinen" für ihre Montagsausgabe.

Er selbst nehme sie weiter für voll - auch während der Phase des weitreichenden Maßnahmen habe er sich die ganze Zeit daran gehalten. "Ich war nicht unter Leuten, bin nur jeden Abend von sechs bis sieben mit dem Hund in den Stadtwald gegangen, meine Frau hat alleine eingekauft."

Stamp: Keine Schließungen von Kitas und Schulen mehr

NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) hat die anderen Bundesländer aufgefordert, Eltern eine Bildungs- und Betreuungsgarantie für ihre Kinder zu geben - auch bei wieder steigenden Corona-Infektionszahlen. Der FDP-Politiker wies daraufhin, dass er Familien in NRW eine solche Garantie gebe.

Mit ihm werde es keine landesweite Schließung von Kitas und Schulen mehr geben. Sollten die Fallzahlen im Winter wieder steigen, werde man mit lokalen Eingriffen reagieren. Familien dürften kein weiteres Mal eine Notsituation wie beim "Lockdown" fürchten müssen.

Studierenden drohen steigende Preise für Wohnheime und Mensen

Studierende in NRW müssen sie mit weiter steigenden Preisen für Wohnheime und Mensen rechnen. Nach Angaben der Studierendenwerke Nordrhein-Westfalen steigt allein der Sozialbeitrag, aus dem vor allem Studentenwohnheime und Mensen mitfinanziert werden, seit Jahren langsam aber stetig an. Das geht aus der Leistungsbilanz 2019 der Studierendenwerke hervor.

Marburger Bund kritisiert Pläne von Bundesgesundheitsminister Spahn

Die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), wegen der Corona-Krise tausende neue Stellen in den Gesundheitsämtern zu schaffen, stößt auf Kritik. Der Ärztegewerkschaft Marburger Bund geht das Vorhaben, für das vier Milliarden Euro fließen sollen, nicht weit genug.

"Wir haben ja nicht nur das Problem, dass wir neue Stellen schaffen müssen", sagte Michael Krakau vom Marburger Bund NRW dem WDR. "Wir haben vor allem das Problem, dass wir die Stellen besetzen müssen." Die Ärztegewerkschaft fordert unter anderem einen eigenen Tarifvertrag für Ärzte in Gesundheitsämtern, um die Stellen finanziell attraktiver zu machen.

Immer die neuesten Corona-Zahlen zum eigenen Wohnort

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