Der Ticker von Samstag (01.08.2020) zum Nachlesen

Der Ticker von Samstag (01.08.2020) zum Nachlesen

  • Ruf nach neuer Strategie
  • Neuinfektionen steigen weiter an
  • Kundgebung in Berlin abgebrochen
  • Heiße Nacht für Polizei und Ordnungsamt
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Ruf nach neuem Fokus auf "Superspreader"

"Wir müssen schneller werden", sagt SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach und fordert eine völlig neue Strategie bei der Bekämpfung der Pandemie. In der "Aktuellen Stunde" kritisierte Lauterbach den aktuellen Auftrag der Gesundheitsämter, jeden einzelnen Kontakt von Infizierten nachzuverfolgen. Wenn es so weitergehe, "sind wir in sechs Wochen im roten Bereich".

Studiogast: Karl Lauterbach, Gesundheitspolitiker (SPD) Aktuelle Stunde 01.08.2020 UT Verfügbar bis 08.08.2020 WDR

Sein Vorschlag: Gesundheitsämter sollten bei jedem Corona-Test systematisch abfragen, ob die Person in den Tagen zuvor an einem potenziellen Superspreader-Event teilgenommen habe. Sollte sich eine Infektion bestätigen, müssten alle anderen Teilnehmer der Veranstaltung sofort in Quarantäne - für sieben Tage. Außerdem plädierte Lauterbach für ein härteres Vorgehen des Staates gegen Abstands-Verweigerer. Appelle reichten nicht, rücksichtsloses Verhalten müsse bestraft werden.

Neuinfektionen steigen weiter an

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 955 neue Corona-Infektionen innerhalb des gestrigen Tages gemeldet. Damit bleiben die täglichen Fallzahlen weiterhin auf einem hohen Niveau. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 209.653 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert.

Gesundheitsexperten warnen weiterhin vor einer zweiten Welle und appellieren an die Bevölkerung, sich nach wie vor an die Abstandsregeln zu halten.

Demo gegen Corona-Maßnahmen in Berlin

Ohne Abstand und ohne Masken haben in Berlin laut Polizei bis zu 17.000 Menschen gegen Corona-Auflagen demonstriert - sie machten sich für ein Ende aller Auflagen stark. Der Versammlungsleiter hat den Protestzug "Versammlung für die Freiheit" nach einer Anzeige wegen Missachtung der Hygieneregeln beendet.

Zu sehen waren Ortsschilder und Fahnen verschiedener Bundesländer. Mehrere Transparente zeigten auch die Namen von NRW-Städten. Eine Frau zeigte ein Transparent mit der Aufschrift "Corona-Rebellen Düsseldorf". Ihren Unmut über die Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus machten die Menschen mit Trillerpfeifen und Rufen nach "Freiheit" oder "Widerstand" Luft. Auch Parolen wie "Die größte Verschwörungstheorie ist die Corona-Pandemie" waren zu hören.

Das Motto der Demonstration lautete "Das Ende der Pandemie - Tag der Freiheit". Den Titel "Tag der Freiheit" trägt auch ein Propagandafilm der Nazi-Ikone Leni Riefenstahl über den Parteitag der NSDAP 1935.

Heiße Nacht für Polizei und Ordnungsamt

Menschenmengen in heißser Partynacht

Jugendliche im Dortmunder Westpark

Die tropischen Temperaturen haben in der Nacht Tausende auf die Straße getrieben. Doch das schöne Nachtleben in den NRW-Städten hat auch seine Schattenseiten. Immer wenn es zu voll wird, müssen Polizei und Ordnungsämter aufgrund der geltenden Corona-Regeln eingreifen - mit Platzverweisen und Räumungsbefehlen. Hamburg hat mit einem Alkoholverbot in Teilen der Innenstadt Fakten geschaffen. In NRW wird es so etwas vorerst nicht geben - die Städte haben juristische Bedenken.

Heiße Partynacht Köln

Menschenmenge am Zülpicher Platz in Köln

In Bonn gab es zwei Ingewahrsamnamen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die Corona-Regeln. Am Düsseldorfer Burgplatz flogen aus einer Menschenmenge heraus mehrere Flaschen auf die Polizei und in Köln wurden nach Angaben der Polizei die Zülpicherstraße und die Schaafenstraße geräumt.

Tausende freie Ausbildungsplätze

Zum traditionellen Beginn des Ausbildungsjahres am 1. August sind in Nordrhein-Westfalen noch fast 39.000 Lehrstellen frei. Wegen der Corona-Krise habe sich der Endspurt am Ausbildungsmarkt um etwa sechs bis acht Wochen verschoben, teilte die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mit. "Es gibt aktuell viele Chancen für einen guten Einstieg ins Berufsleben. Es lohnt sich, sich jetzt beraten zu lassen und sich auf Ausbildungsplätze zu bewerben", sagte der Leiter der Regionaldirektion, Torsten Withake.

Kostenlose Coronatests für Reisende ab morgen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei einem Treffen der EU-Gesundheitsminister.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei einem Treffen der EU-Gesundheitsminister.

Reisende können sich ab heute kostenlos auf Corona testen lassen. Die Regelung gilt laut Bundesgesundheitsministerium für alle Reisenden aus dem Ausland - unabhängig von der Nationalität. Die Tests sollen binnen 72 Stunden nach Rückkehr beim zuständigen Gesundheitsamt oder Hausarzt durchgeführt werden. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen.

Die Tests, die von der kommenden Woche an für Reisende aus Risikogebieten verpflichtend sind, werden ebenfalls bezahlt.

NRW-SPD für Maskenpflicht an Schulen

Thomas Kutschaty, Fraktionsvorsitzender der SPD im Landtag, spricht sich für eine Maskenpflicht an den Schulen nach den Sommerfeien aus. "Gerade für die ersten Wochen ist die Maskenpflicht an allen Schulen sinnvoll", sagte Kutschaty dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Thomas Kutschaty

Der Neustart nach den Ferien berge Risiken, weil viele Menschen auf engstem Raum zusammenkämen. Durch die Reiserückkehrer wird das Risiko noch einmal gesteigert. Wenn wir jetzt nicht aufpassen, müssen wir die Schulen schnell wieder schließen.

NRW verbietet Klassenfahrten ins Ausland bis Herbst

In Nordrhein-Westfalen dürfen wegen der Corona-Pandemie bis zu den Herbstferien keine Klassenfahrten ins Ausland stattfinden. Schulministerin Gebauer erklärte, dies gelte für alle ein- und mehrtägigen Fahrten. Mögliche Stornierungskosten trägt nach Angaben der Ministerin das Land. Über Klassenfahrten innerhalb Deutschlands kann die Schulleitung entscheiden.

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WDR aktuell App - PLZ senden und Fallzahlen erhalten

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Stand: 01.08.2020, 19:15