Ticker vom Sonntag (03.10.2021) zum Nachlesen

Ticker vom Sonntag (03.10.2021) zum Nachlesen

  • Klopp vergleicht Impfverweigerer mit betrunkenen Autofahrern
  • Wieder neuer Höchstwert an Corona-Todesfällen in Russland
  • Biontech-Chef - Nächstes Jahr womöglich Impfstoff-Anpassung nötig
  • Kritik an Arbeitsbelastung durch Coronahilfen
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Jürgen Klopp vergleicht Impfverweigerer mit betrunkenen Autofahrern

Jürgen Klopp gibt vor einem Spiel ein Interview.

Jürgen Klopp

Jürgen Klopp, Teammanager des FC Liverpool, hat sein Unverständnis für Corona-Impfverweigerer mit einem Vergleich zu Alkohol am Steuer zum Ausdruck gebracht. "Das Gesetz ist nicht dazu da, mich zu schützen, wenn ich zwei Bier getrunken habe und fahren will, sondern es ist dazu da, alle anderen Menschen zu schützen, weil ich betrunken bin und ein Auto fahren will", sagte der frühere Bundesliga-Trainer. Er selbst habe sich "nicht nur impfen lassen, um mich selbst zu schützen, sondern auch, um alle Menschen um mich herum zu schützen". Entsprechend verstehe er auch nicht, "wie das eine Einschränkung der Freiheit sein soll, denn wenn das so ist, dann ist es auch eine Einschränkung der Freiheit, wenn man nicht trinken und Auto fahren darf, aber das akzeptieren wir".

In der englischen Premier League ist eine Impfdebatte entbrannt, nachdem berichtet wurde, bei nur sieben der 20 Vereine läge die Impfquote bei über 50 Prozent. Laut Klopp sind die Reds hier vorbildlich. "Ich kann sagen, dass wir zu 99 Prozent geimpft sind", sagte der 54-Jährige. Dafür habe er sich nicht persönlich ins Zeug legen müssen. "Ich musste die Spieler nicht überzeugen, es war eher eine natürliche Entscheidung der Mannschaft", so der Fußballlehrer. "Ich kann mich nicht daran erinnern, mit einem Spieler gesprochen und ihm erklärt zu haben, warum er sich impfen lassen sollte, denn ich bin kein Arzt."

19.45 Uhr: Israel verschärft Regeln für Grünen Corona-Pass

Israel hat die Berechtigungsregeln für Grünen Corona-Pass eingeschränkt. Fortan bekämen ihn nur noch jene, die eine Impfauffrischung oder eine kürzliche Genesung von einer Infektion vorweisen könnten, gaben die Behörden am Sonntag bekannt. Damit würden fast zwei Millionen Menschen in Israel in den kommenden Tagen ihre durch den Impfpass verliehenen Privilegien verlieren.

Israel ist das erste Land, das Auffrischungsimpfungen als Kriterium für den Erhalt des digitalen Impfpasses vorschreibt, der für den Zutritt zu Geschäften, Restaurants, Kulturevents, Fitnessstudios und anderen Angeboten in Innenräumen nötig ist.

18.13 Uhr: Wieder neuer Höchstwert an Corona-Todesfällen in Russland

Inmitten steigender Corona-Zahlen meldet Russland mit 890 Todesfällen im Zusammenhang mit dem Virus binnen 24 Stunden wieder einen neuen Höchstwert. Zugleich verzeichnen die Behörden mit 25.769 Neuinfektion erneut einen Anstieg bei den bestätigten Ansteckungen.

15.28 Uhr: Biontech-Chef - Nächstes Jahr womöglich Impfstoff-Anpassung nötig

Ugur Sahin

Ugur Sahin, CEO von Biontech, Mainz

Die Corona-Impfstoffe müssen Biontech-Chef Ugur Sahin zufolge 2022 womöglich an neuen Virusvarianten angepasst werden. Im laufenden Jahr sei dies unnötig, denn die Impfstoffe wirkten auch gegen die bisherigen Varianten, auch wenn diese ansteckender seien, sagt Sahin der "Financial Times". "Aber Mitte nächsten Jahres könnte die Situation schon anders aussehen", fügt er hinzu.

Gegenwärtig schienen Auffrischungsimpfungen in der Lage zu sein, die Hauptvarianten zu bekämpfen. Das Virus werde jedoch mit der Zeit weitere Mutationen entwickeln. Möglicherweise könnte eine neue Variante der durch den Impfstoff ausgelösten Immunantwort entgehen, so dass eine "maßgeschneiderte" Version erforderlich werden könnte, sagt Sahin. "Dieses Virus wird bleiben, und das Virus wird sich weiter anpassen."

13.09 Uhr: Städte- und Gemeindebund gegen Ende der Maskenpflicht an Schulen

Der Städte- und Gemeindebund lehnt die Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen ab. Schüler seien eine besonders gefährdete Gruppe, sagt Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Funke Mediengruppe. "Deswegen ist es weiterhin wichtig, dass Schülerinnen und Schüler regelmäßig getestet werden und insbesondere in Gebieten, wo die Inzidenzzahlen vergleichsweise hoch sind, auch an der Maskenpflicht festgehalten wird."

10.32 Uhr: Weitere US-Airlines führen Impfpflicht für Mitarbeiter ein

Unter dem Druck staatlicher Anforderungen verpflichten weitere US-Airlines ihre Mitarbeiter zu Corona-Schutzimpfungen. Am Wochenende verfügten dies American Airlines, Alaska Airlines und Jet Blue, wie unter anderem die "New York Times" und das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Rundschreiben an die Beschäftigten berichteten.

US-Präsident Joe Biden verfügte, dass ab dem 8. Dezember nur noch Unternehmen mit geimpften Mitarbeitern staatliche Aufträge bekommen können. Mehrere Fluggesellschaften gehen davon aus, dass sie unter diese Regel fallen. United Airlines hatte schon zuvor Corona-Impfungen für alle Mitarbeiter vorgeschrieben. Mehr als 96 Prozent erfüllten die Vorgabe, knapp 600 Beschäftige weigerten sich aber und sollten entlassen werden. Rund die Hälfte von ihnen lenkte danach doch noch ein, wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf United berichtet.

Auch die Lufthansa hat sich für eine Impfpflicht für Mitarbeiter von deutschen Fluggesellschaften ausgesprochen.

9.17 Uhr: Nachholeffekte: Viel mehr Kinder als üblich mit Atemwegsinfekten

Laufende Nase, Husten und Fieber: Auffallend viele Kinder machen seit einigen Wochen Atemwegsinfekte durch, die eigentlich erst in den Wintermonaten zu erwarten wären. Betroffen seien vor allem unter Sechsjährige, sagte Jakob Maske, Sprecher des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte, der Deutschen Presse-Agentur. Grund dafür sind vor allem die Kita-Schließungen und andere Corona-Maßnahmen im vergangenen Winter und Frühjahr. Dadurch seien die Kinder bisher nicht in Kontakt mit bestimmten Erregern gekommen. "Die Infekte werden jetzt nachgeholt."

Das Robert Koch-Institut (RKI) berichtet von einem starken Anstieg der Krankenhaus-Einweisungen wegen Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) bei Ein- bis Vierjährigen. Gefährlich kann dieser Infekt der oberen Luftwege insbesondere für Frühgeborene sowie vorerkrankte Kinder im ersten Lebensjahr werden. Laut RKI wurden in den Jahren vor der Pandemie im Monat September rund 60 bis 70 Ein- bis Vierjährige pro Woche mit schweren Atemwegsinfekten in Kliniken eingewiesen, aktuell seien es doppelt so viele. Das RKI rechnet mit einem weiteren Anstieg.

8.52 Uhr: Amtsärzte-Verband: Gesundheitsämter sollen Impfstatus von Infizierten erfahren

Ute Teichert (Archivbild).

Ute Teichert

Die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, hat sich dafür ausgesprochen, dass die Gesundheitsämter bei der Meldung von positiv auf Corona Getesteten mitgeteilt bekommen, wer von ihnen geimpft ist und wer nicht. So könne den Mitarbeitern in den Ämtern die Arbeit erleichtert werden, sagte Teichert den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bei der Nachverfolgung der Kontakte könnten sie sich dann zunächst auf die Ungeimpften konzentrieren. "Sie sind ja bei den Ansteckungen eine größere Gefahr für andere", so Teichert.

Hintergrund ist der anhaltende Personalmangel in den Gesundheitsämtern, den die deutschen Amtsärzte bemängeln. "In den ersten drei Wellen hatten wir befristete Beschäftigte, die jetzt nicht mehr da sind", sagte Teichert. Auch die Bundeswehr habe zeitweise ausgeholfen. "Aber es kann nicht sein, dass es nach wie vor keine Lösungskonzepte gibt und die Gesundheitsämter in der Pandemie jedes Mal die Bundeswehr rufen müssen, wenn es eng wird."

7.48 Uhr: Abteilungsleiter der Bezirksregierung kündigt: "Kollegen werden ausgebeutet"

Ein Abteilungsleiter der Kölner Bezirksregierung hat in einem Brief an Innenminister Herbert Reul (CDU) um die Aufhebung seines Beschäftigungsverhältnisses gebeten und die Überlastung seines Teams durch die Folgen von Corona und der Flutkatastrophe angeführt. In dem Brief schreibt er, es sei "faktisch unmöglich, die anstehenden Aufgaben mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen zu bewältigen". Dadurch würden seine Kollegen "ausgebeutet", was er nicht verantworten wolle. Er bitte um Aufhebung und kündige ansonsten fristgerecht zu Ende Oktober - offenbar mit Ablauf der Probezeit. Die SPD-Landtagsfraktion hat für die kommende Plenarwoche eine Aktuelle Stunde zu dem Vorgang beantragt.

7.15 Uhr: Lufthansa für Impfpflicht bei Personal

Die Deutsche Lufthansa hat sich für eine Corona-Impfpflicht für Flugpersonal in Deutschland ausgesprochen. "Als weltweit operierende Airline befürworten wir eine verpflichtende Impfung für unsere Crews", sagte Lufthansa-Vorstand Kayser der "Bild am Sonntag". Als Begründung teilte die Lufthansa mit, dass mit Hongkong gerade das erste internationale Flugziel eine Impfung für Piloten und Flugbegleiter vorschreibe. Der Konzern rechne damit, dass Kanada und die USA bald ähnliche Regelungen erlassen werden.

7.00 Uhr: Inzidenz in NRW weiter gesunken

Auch heute hat sich die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland so gut wie nicht verändert. Nach Informationen des Robert Koch-Instituts lag sie am Sonntag bei 64,2, nachdem sie am Vortag minimal von 64,3 auf 64,4 gestiegen war. Am Sonntag vor einer Woche betrug der Wert 61,4. Deutschlandweit meldeten die Gesundheitsämter dem RKI insgesamt 6.164 Neuinfektionen mit dem Virus sowie neun Todesfälle in Zusammenhang mit SARS-CoV-2.

Auch in NRW ist die Inzidenz leicht gesunken. Laut RKI liegt sie heute bei 53,8. Gestern hatte das RKI noch einen Wert von 54,2 gemeldet. In NRW verzeichneten die Gesundheitsämter 1.298 Covid-19-Neuinfektionen und keine neuen Todesfälle in Verbindung mit Corona.

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Stand: 03.10.2021, 20:13