NRW-Polizei führt Langzeit-Arbeitskonten ein

Die Polizisten in NRW sollen in Zukunft Beruf und Freizeit besser miteinander vereinbaren können. Landesinnenminister Reul (CDU) will dazu Langzeit-Arbeitskonten einführen.

Für Polizisten in NRW gibt es künftig Langzeit-Arbeitskonten. Das teilte Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) am Freitag in Düsseldorf mit. Die Polizisten können demnach zusätzliche Arbeitsstunden bis zu einem Jahr ansparen. Dann haben sie die Möglichkeit, sich bis zu einem halben Jahr am Stück freistellen zu lassen oder ihre wöchentliche Arbeitszeit zu reduzieren.

"Wir müssen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern attraktive Lösungen für eine bessere Work-Life-Balance bieten", begründete Reul den Schritt. Die Langzeitarbeitskonten sollen bereits bestehende Gleitzeitkonten und andere Konten zur Zeiterfassung ergänzen. Ab dem 60. Lebensjahr kann der Zeitausgleich nur genommen werden, wenn der Mitarbeiter weiterhin mindestens 50 Prozent arbeitet.

Flexible Arbeitszeit müsse mit Aufgaben vereinbar sein

Ausgenommen sind Kommissaranwärter während der Ausbildung. Die flexiblere Arbeitszeit müsse zudem mit dem Vorgesetzten abgestimmt und mit den Aufgaben vereinbar sein.

Die rund 40.000 Polizisten in NRW schieben einen riesigen Berg von Überstunden vor sich her. Laut einem Bericht des Innenministeriums in Düsseldorf hatten die Beamten Ende 2019 allein 2,16 Millionen Stunden angeordneter Mehrarbeit auf ihren Konten angehäuft. Dazu kamen rund 3,42 Millionen "sonstige Stundenguthaben", die sich etwa aus ungeplanter Mehrarbeit ergaben.