Flughafen Köln-Bonn: Bodewig lehnt Rücktritt ab

Stefan Lauscher

  • Streit um Köln-Bonner Flughafen geht in die nächste Runde
  • Bodewig lehnt sofortigen Rücktritt als Flughafenaufsichtsratschef ab
  • Landesregierung will Friedrich Merz als Chef des Aufsichtsrats

Die Landesregierung will Friedrich Merz (CDU) zum Aufsichtsratsvorsitzenden des Köln-Bonner Flughafens machen. Der noch amtierende Vorsitzende Kurt Bodewig, Ex-Verkehrsminister und SPD-Mitglied, soll "unverzüglich" das Amt niederlegen, fordert die nordrhein-westfälische Landesregierung.

Bodewig schreibt Brief an Landesregierung

Bodewig jedoch lehnt einen sofortigen Rücktritt ab. Das geht aus einem Schreiben hervor, das nach WDR-Informationen am Freitag (17.11.2017) bei der Landesregierung eingegangen ist. Der Streit um mögliche Missstände im Flughafen-Management und die Neubesetzung des Aufsichtsrats geht damit in eine neue Runde.

Rücktritt während einer Krise "rechtlich nicht möglich"

Bodewig lehnt einen Rücktritt nicht grundsätzlich ab. Selbstverständlich sei er dazu bereit, schreibt er. Aber in der aktuellen "anhaltenden Ausnahmesituation" - gemeint sind die zahlreichen Vorwürfe gegen das Flughafen-Management - sei das rechtlich nicht möglich.

Rausschmiss statt Rücktritt?

Weil Bodewig sich weigert, sofort zurückzutreten, soll er nach Informationen des WDR nun in einem sogenannten Umlaufverfahren abberufen werden. Die Anteilseigner müssen dabei nacheinander schriftlich der Abberufung zustimmen.

Sechs Anteilseigner

Das Verfahren könnte bereits Anfang der kommenden Woche abgeschlossen sein. Unklar ist allerdings, ob das Land unter den Anteilseignern dafür die erforderliche Drei-Viertel-Mehrheit bekommt.

Der Flughafen ist im Besitz der Stadt Köln mit 31,12 Prozent, der Bundesrepublik und dem Land NRW (je 30,94 Prozent), den Stadtwerken Bonn (6,06 Prozent) sowie dem Rhein-Sieg-Kreis (0,59 Prozent) und dem Rheinisch-Bergischen Kreis (0,35 Prozent).

Köln-Bonn: Vorwürfe gegen Flughafenleitung | WDR aktuell | 09.11.2017 | 02:43 Min. | Verfügbar bis 09.11.2018 | WDR