Vergiftete Pausenbrote: Anklage in zehn Fällen

  • Vergiftete Pausenbrote: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage
  • Zehn Fälle in einem Betrieb in Ostwestfalen-Lippe
  • 56-jähriger Mitarbeiter schweigt zu Vorwürfen

Nach Angaben des Landgerichts Bielefeld lautet die Anklage auf heimtückischen und grausamen versuchten Mord in zehn Fällen. Der 56-jährige Angeklagte soll immer wieder versucht haben, drei Kollegen in dem Betrieb in Schloß Holte-Stukenbrock zu vergiften. Zurzeit prüft das Landgericht, ob es die Anklage so zulässt.

Der Mann soll in dem Betrieb in Schloß Holte-Stukenbrock mehreren Arbeitskollegen Gift auf die Pausenbrote gestreut haben. Ein Kollege des Angeklagten war sechs Mal im Krankenhaus und immer wieder diagnostizierten die Ärzte eine Schwermetallvergiftung.

Mit Bleivergiftung ins Krankenhaus

Die Anklage geht davon aus, dass der 56-Jährige abwartete, bis sein Kollege wieder gesund war, um dann erneut dessen Pausenbrot zu vergiften. Auch ein zweiter Kollege musste mehrmals mit Bleivergiftung ins Krankenhaus.

Nach einem ersten Verdacht hatte eine Videokamera sein Handeln aufgezeichnet. Anschließend schaltete die Firmenleitung die Polizei ein.

Schwere Nierenschäden festgestellt

Die Ermittler nahmen daraufhin verdächtige Krankheits- und Todesfälle in der Firma unter die Lupe. Mehrere Kollegen haben schwere Nierenschäden oder liegen seit Jahren im Koma.

Zum Motiv für die Taten äußerte sich der Beschuldigte nach seiner Festnahme nicht. Er sitzt seit Mitte Mai in Untersuchungshaft.

Vergiftetes Pausenbrot: Neues Gutachten belastet Beschuldigten | 00:29 Min. | Verfügbar bis 28.09.2019