"Licht an!": Friseure kämpfen für schnelle Öffnung ihrer Läden

Eine Außenaufnahme des beleuchteten Friseursalon Kulig in Dortmund

"Licht an!": Friseure kämpfen für schnelle Öffnung ihrer Läden

Von Matthias Wagner

Mit der bundesweiten Aktion "Licht an" kämpfen Friseure für die schnelle Öffnung ihrer Läden: Sie wollen das Licht in ihren Salons 24 Stunden brennen lassen.

Wer einen Spaziergang durch seine Stadt macht, der könnte sich über Licht in leeren Friseursalons wundern. Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks hatte die Inhaber der Friseursalons dazu aufgerufen, 24 Stunden das Licht anzulassen - von Sonntagmorgen bis Montagmorgen.

Damit will die Innung auf die dramatische wirtschaftliche Situation der Friseur-Betriebe aufmerksam machen. "Wir wollen für unsere Kundinnen und Kunden sichtbar bleiben und geben nicht auf", sagt zum Beispiel die Friseur-Innung Dortmund-Lünen, die sich auch an der Aktion beteiligt.

Kein zufälliges Datum

Seit mittlerweile sechs Wochen machen die Friseure keinen Umsatz mehr. Der Zeitpunkt der Aktion sei bewusst gewählt, denn am 1. Februar hätten die Friseursalons ursprünglich wieder öffnen dürfen.

Vor allem viele Familienbetriebe können die Umsatzverluste nicht mehr überbrücken und stehen vor dem finanziellen Aus. Das Friseurhandwerk kämpft deshalb für eine Wiedereröffnung der Salons am 15. Februar.

Soforthilfen kommen bei vielen Friseuren nicht an

Die Soforthilfen nach Ausbruch der Pandemie im vergangenen Frühjahr mussten in der Regel bereits wieder zurückgezahlt werden. Die November- und Dezemberhilfe haben viele der Friseure nicht bekommen, weil sie im November und Dezember Einnahmen hatten.

Das Problem dabei sei, dass die meisten Friseure zwar zu viel Umsatz hatten, um hilfeberechtigt zu sein, aber dennoch bedeutend weniger als im Vorjahr.

Unbürokratische staatliche Hilfe gefordert

Frank Kulig, Obermeister der Friseur-Innung Dortmund und Lünen, sagte dem WDR: "Die Landes- und Bundesregierung haben uns scheinbar vergessen." Vor allem jüngere Friseure mit kleinen Betriebsflächen litten besonders, weil sie noch nicht so viele Rücklagen gebildet hätten, dass sie mehr als einen Shutdown durchhielten.

Zudem beklagte Kulig, dass die im Januar auf den Weg gebrachte "Überbrückungshilfe III" viel zu bürokratisch sei. Im Moment könne der Zuschuss zu den Fixkosten nur von Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern beantragt werden. Kulig wünscht sich, dass wenigstens Zuschüsse zu Krankenkassen- und Mietkosten einfacher beantragt werden können.

Gespräche mit der Politik laufen

Einen Steuerberater können sich viele Betriebe nicht leisten, weil ihnen die Einnahmen fehlen. Daher sei es höchste Zeit, dass "die besondere Situation der Friseure auch besondere Berücksichtigung findet", sagt Kulig.

Stand: 31.01.2021, 19:26