Der Ticker vom Dienstag (06.10.2020) zum Nachlesen

Der Ticker vom Dienstag (06.10.2020) zum Nachlesen

  • Neuer Bezugsrahmen für Coronazahlen?
  • Flughafen Düsseldorf will radikal sparen
  • Kommunen warnen vor Durcheinander bei Corona-Regeln
  • Drosten empfiehlt "Vorquarantäne" zum Weihnachtsfest
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Charité-Direktor will neuen Bezugsrahmen für Coronazahlen

Aus Sicht des Direktors am Institut für Epidemiologie an der Charité Berlin, Professor Stefan Willich, fehlt für die statistische Einschätzung der Corona-Zahlen ein "vernünftiger Bezugsrahmen". Vor fünf Monaten sei der Schwellenwert von 50 sogenannten Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner definiert worden. "Das schien damals präzise, war aber eigentlich immer nur ein grober Anhaltspunkt", sagte Willich im RBB-Inforadio.

Jetzt werde mehr getestet als im Frühjahr. "Das heißt, allein wegen der Anzahl der Testung ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man hier diese Zahl mal überschreitet. Dann gibt es keinen vernünftigen Bezugsrahmen." Die Zahlen müssten sich auf repräsentative Stichproben beziehen, die jetzt erst beginnen.

Flughafen Düsseldorf will radikal sparen

Der Düsseldorfer Flughafen macht durch die Corona-Krise laut eigenen Angaben momentan jeden Monat bis zu 30 Millionen Euro Minus. Jetzt setzt der Flughafen auf einen radikalen Sparkurs.

Pro Jahr sollen laut Flughafenchef Thomas Schnalke 50 Millionen Euro bei Sach- und Personalkosten eingespart werden. Das entspreche 15 Prozent der Ausgaben in diesem Bereich. Unter anderem soll ein Teil der 2.400 Stellen sozialverträglich über Abfindungen und Frühverrentungen abgebaut werden.

Kommunen warnen vor Durcheinander bei Corona-Regeln

Die Kommunen in Deutschland warnen vor einem Durcheinander bei den Corona-Regeln im Land. Man sehe mit großer Sorge, dass die Regelungen der Bundesländer sich derart weit auseinander entwickelten, dass sie für die Bürger teilweise kaum noch nachvollziehbar seien, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg. "Das ist eine große Gefahr, denn der Erfolg der Pandemie-Bekämpfung hängt entscheidend an der Akzeptanz der Menschen."

Landsberg forderte Bund und Länder dazu auf, sich auf eine "Muster-Corona-Verordnung" mit wenigen bundeseinheitlichen Maßstäben zu verständigen. Es sei richtig, das Infektionsgeschehen in seiner Regionalität zu bewerten und Maßnahmen einzuleiten. "Das darf aber nicht zu einem undurchsichtigen Regelungsdschungel führen."

Virologe Drosten empfiehlt "Vorquarantäne" zum Weihnachtsfest

Mit Blick auf Weihnachten spricht sich der Virologe Christian Drosten für eine freiwillige "Vorquarantäne" zum Schutz älterer Verwandter aus. Menschen sollten demnach optimalerweise eine Woche vor dem Familienbesuch mit den Großeltern "soziale Kontakte so gut es geht vermeiden", wie der Berliner Forscher "Zeit Online" (Dienstag) sagte.

Dies könne ein Ansatz sein für die kommende Zeit, "für die Herbstferien und vielleicht auch für Weihnachten". Natürlich müsse jeder im Einzelfall überlegen, wie die Idee im Alltag umsetzbar sei, etwa in Kita und Schule oder im Beruf. "Menschen müssen Risiken in einer Pandemie ein Stück weit selbst abwägen", betonte der Virologe. "Es gibt keine totale Sicherheit, es bleiben immer Restrisiken."

Deutschland vs. Türkei: Freundschaftsspiel vor 300 Zuschauern

Joachim Löw beim Training im Kölner Südstadion

Bundestrainer Löw mit Spielern beim Training in Köln

Die Würfel sind - wie befürchtet - gefallen: Das Testspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Mittwochabend in Köln gegen die Türkei kann nicht mit den geplanten 9.200 Zuschauern im Stadion stattfinden. 38,6 Personen je 100.000 Einwohner haben sich in den vergangenen sieben Tagen mit Covid-19 infiziert. Damit ist nach der gültigen Corona-Schutzverordnung die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) angestrebte Zuschauerzahl im Kölner Stadion nicht zulässig. Die Grenze dafür liegt bei durchschnittlich 35.

Zum "Geisterspiel" - wie zunächst befürchtet - wird die Partie indes nicht. Die Stadt Köln teilte am Nachmittag mit, dass wie schon beim Derby gegen Borussia Mönchengladbach 300 Zuschauer zugelassen seien.

Das Nations-League-Spiel der DFB-Elf in der Ukraine am Samstag steht unter noch kritischerer Beobachtung. Die Ukraine gilt als Corona-Risikogebiet und heute wurde bekannt, dass zwei Torhüter und der Mannschaftskoch des ukrainischen Nationalteams positiv auf Covid-19 getestet wurden. Da ein weiterer Keeper wegen eines positiven Corona-Befunds erst gar nicht angereist war, fallen nunmehr alle ursprünglich nominierten Torhüter aus.

Keine Quarantäne für Reisende aus inländischen Risikogebieten in NRW

Berliner sind in NRW herzlich willkommen: Wer aus einem inländischen Corona-Risikogebiet nach Nordrhein-Westfalen reist, muss dort nicht in Quarantäne gehen. "Städte oder Kreise innerhalb Deutschlands, die hohe Inzidenzen aufweisen werden als 'besonders betroffene Gebiete' kategorisiert. Diese Kategorisierung bedeutet primär keine Einschränkungen für Reisende aus oder in diese Städte/Regionen", sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums der Deutschen Presse-Agentur.

Andere Bundesländer handhaben das anders. So sind Hammer und Remscheider in Schleswig-Holstein beispielsweise aktuell ungern gesehen. Dort müssen sich alle Einreisenden aus Risikogebieten beim örtlichen Gesundheitsamt melden und für zwei Wochen in Quarantäne begeben. Als Risikogebiete hat das nördlichste Bundesland neben Hamm und Remscheid auch vier Berliner Bezirke eingestuft.

Parteiübergreifend rufen die bundesweit uneinheitlichen Regeln für Reisen aus innerdeutschen Risikogebieten derweil Kopfschütteln hervor.

NRW-Autoindustrie bricht weiter ein

Die nordrhein-westfälische Autoindustrie leidet in der Corona-Pandemie unvermindert weiter. Im zweiten Quartal 2020 verzeichnete sie einen starken Einbruch mit annähernd halbierten Produktionszahlen. Nach Angaben des Statistischen Landesamts wurden von April bis Juni landesweit Kraftwagen und Zubehör im Wert von 2,6 Milliarden Euro hergestellt - knapp 47 Prozent weniger als im zweiten Vierteljahr 2019 und fast 38 Prozent weniger als im ersten Quartal 2020.

Wuppertal zieht die Zügel an - fallen Martinszüge flach?

Armer Sankt Martin: Nach dem Überschreiten der ersten wichtigen Infektions-Kennzahl hat die Stadt Wuppertal vorerst Martinsumzüge untersagt. Auch sonst zieht die Stadt die Corona-Zügel an: Private Feiern, Hochzeiten und Beerdigungen sind auf 50 Teilnehmer begrenzt. Kinder und Jugendliche an weiterführenden Schulen müssen auch am Platz wieder Maske tragen.

Für Martinsumzüge - die in der Regel rund um den 11. November stattfinden - gibt es aber noch ein klein wenig Hoffnung: Die in Kraft getretene Allgemeinverfügung gilt zunächst, bis der sogenannte 7-Tage-Inzidenzwert fünf Tage lang unter 35 liegt. Laut Robert Koch-Institut lag die Zahl der binnen sieben Tagen Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner heute aber bei 42,6.

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Biontech und Pfizer auf Kurs Impfstoffzulassung

Der vom Mainzer Unternehmen Biontech entwickelte Corona-Impfstoffkandidat geht in den Zulassungsprozess. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA werde den Wirkstoff BNT162b2 in einem sogenannten Rolling-Review-Verfahren prüfen, teilten Biontech und das US-amerikanische Pharma-Unternehmen Pfizer, das die Entwicklung unterstützt, mit. Bei diesem Verfahren werden Daten aus der klinischen Prüfung fortlaufend eingereicht und bewertet. Am Ende stehe ein formaler Antrag auf Marktzulassung durch die EMA, teilte Biontech mit.

Maskenpflicht im Bundestag

Im Deutschen Bundestag gilt von heute an eine Maskenpflicht. Die Parlamentsverwaltung teilte gestern Abend mit, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) habe wegen der Entwicklung der Coronavirus-Pandemie entschieden, dass die Abgeordneten einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen, solange sie nicht an einem Platz mit 1,50 Meter Abstand zu anderen sitzen.

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Trump zurück im Weißen Haus

Er ist wieder da: US-Präsident Donald Trump hat das Krankenhaus nach dreitägiger Behandlung verlassen. Die behandelnden Ärzte und sein Leibarzt Sean Conley gaben bekannt, dass Trump nicht länger stationär behandelt werden müsse. Seine Corona-Infektion könne im Weißen Haus genauso gut weiterbehandelt werden. "Habt keine Angst davor, lasst Corona nicht Euer Leben beherrschen. Wir werden es besiegen. Ich fühle mich so gut wie lange nicht mehr", sagte Trump euphorisch.

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2.639 neue Corona-Fälle in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 2.639 neue Coronavirus-Fälle in Deutschland. Die Gesamtzahl der positiv Getesteten liegt laut RKI damit bei 303.258. Die Zahl der Todesfälle steigt nach Angaben des Instituts um zwölf auf 9.546. Rechnerisch sind derzeit etwa 28.100 aktive Infektionen bekannt.

Entwarnung: Österreichs Kanzler Corona-negativ

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat negativ auf das Coronavirus getestet. "Der Kanzler, der Vizekanzler und das gesamte Regierungsteam haben negativ getestet", teilt das Büro des Regierungschefs mit. Ein enger Mitarbeiter von Regierungschef Kurz hatte sich zuvor mit dem Virus infiziert. "Im Verlauf der Testreihe wurde jedoch ein weiterer Kollege positiv getestet", heißt es in der Erklärung. Ein Mitarbeiter des Umwelt- und Verkehrsministerium sei infiziert.

Immer die neuesten Corona-Zahlen zum eigenen Wohnort

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Stand: 07.10.2020, 06:22