Ticker vom Freitag (04.09.2020) zum Nachlesen

Ticker vom Freitag (04.09.2020) zum Nachlesen

  • Laschet: Alle NRW-Schulen sollen Corona-Check bekommen
  • Corona-Folgen: Städtetag schlägt Alarm
  • Lauterbach für kürzere Quarantäne
  • 10.000 Menschen von Testpanne in Bayern betroffen
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Laschet kündigt Corona-Check in Schulen an

Ein langer, leerer Flur in einer Schule.

Schulräume sollen analysiert werden

Jede Schule in NRW soll einem gebäudetechnischen Corona-Check unterzogen werden. Das kündigte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitag an. Im Fokus stehe die Wirkung von Aerosolen in geschlossenen Klassenräumen. Die Ministerinnen für Schule und für Bauen analysierten derzeit die Voraussetzungen an jeder einzelnen der rund 5.500 Schulen in NRW, sagte Laschet.

Es gehe darum, passgenaue Lösungen für Lüftungsprobleme zu finden. Nächste Woche seien erste Ergebnisse der Analyse zu erwarten. Nach ersten Schätzungen hätten etwa ein Prozent aller Schulen bauliche Mängel, so Laschet.

Außerdem machte Laschet erneut deutlich, dass es vom Land keine Vorgaben mehr zur Maskenpflicht im Unterricht geben werde. Die Entscheidung läge nun bei den Schulen selber.

Corona-Folgen: Städtetag schlägt Alarm

Die Pandemie verschlechtert die Finanzlage der Kommunen in Deutschland dramatisch. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die der Deutsche Städtetag in Auftrag gegeben hat. Der wirtschaftliche Abschwung in wichtigen Branchen wie der Gastronomie und dem Einzelhandel führe zu starken Einnahmerückgängen, teilte der Verband heute mit. Zugleich stiegen die Ausgaben für soziale Aufgaben.

Die Kommunen bräuchten daher Milliardenhilfen. Auch über das laufende Jahr hinaus forderte der Städtetag finanzielle Hilfszusagen von Bund und Ländern. Sonst steige 2021 und 2022 die Wahrscheinlichkeit drastischer Kürzungen in kommunalen Haushalten.

10.000 Menschen von neuer Corona-Testpanne betroffen

Corona-Testpanne 2.0 in Bayern: Wieder ist der Freistaat von einer Testpanne betroffen. Laut dem bayerischen Gesundheitsminsterium gab es massive Probleme bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen. Betroffen sind rund 10.000 Personen, die an Flughäfen in Bayern getestet wurden.

Diese waren zwischen Samstag und Dienstag an bayerischen Flughäfen auf das Coronavirus getestet worden und bekamen nicht innerhalb der versprochenen Frist von 48 Stunden ein Ergebnis, wie ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums am Freitag in München mitteilte. Grund sei ein EDV-Problem beim privaten Dienstleister Ecolog gewesen.

Spahn erwartet Verkürzung der Quarantäne für Reisende aus Risikogebieten

In der Europäischen Union soll die Quarantäne-Zeit nach Reisen aus Risikogebieten nach Worten von Gesundheitsminister Jens Spahn auf bis zu zehn Tage verkürzt werden. Die EU-Gesundheitsminister hätten sich auf einen Zeitraum verständigt, sagt Spahn nach einer Konferenz der europäischen Ressortchefs.

Jens Spahn

Jens Spahn

Bisher dauert die Quarantäne generell 14 Tage. Er könne sich gut vorstellen, dass die zehn Tage auch für Deutschland gelten können. Geprüft werde, diese bei einem negativen Corona-Test auch auf fünf Tage zu reduzieren.

Forscher erwarten mehr als 400.000 Corona-Tote in den USA bis Jahresende

Forscher befürchten in den USA einem viel beachteten Modell zufolge bis zum Jahresende 410.000 Corona-Tote. Das wäre mehr als eine Verdoppelung der gegenwärtigen Opferzahl von 187.000 Toten. Das geht aus einer Aktualisierung des Modells der Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle hervor.

Als Grund für den prognostizierten starken Anstieg führen die Experten geringere Vorsicht der Menschen sowie den Beginn der kalten Jahreszeit und Grippesaison an. Wenn 95 Prozent der Menschen in der Öffentlichkeit stets Masken trügen, könnte die Zahl der Todesopfer bis 1. Dezember mit rund 290.000 deutlich geringer ausfallen, erklärten die Forscher.

Frankreich meldet Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen

Mit fast 9.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden hat Frankreich eine "traurigen" Höchststand seit Beginn der Corona-Pandemie erreicht. Innerhalb eines Tages wurden heute nach Angaben der Gesundheitsbehörde 8.975 Neuinfektionen gemeldet.

Dies ist der höchste Wert seit dem ersten nachgewiesenen Corona-Fall in dem Land im März.

Bundesweit erstes Chorkonzert mit Publikum seit Corona in Dortmund

In Dortmund ist am Donnerstagabend das bundesweit erste große Chorkonzert mit Publikum seit Beginn der Corona-Pandemie über die Bühne gegangen - wenn auch unter strengen Auflagen. Das Balthasar-Neumann-Ensemble spielte unter der Leitung von Thomas Hengelbrock das Oratorium "Die Schöpfung" von Joseph Haydn. Im Saal im Konzerthaus Dortmund waren knapp 90 Musiker und rund 700 Zuschauer.

Die Musiker des Dortmunder Chorkonzerts.

Der Intendant,  Raphael von Hoensbroech, sprach zu Beginn von einem "Weckruf" für die Musikszene. Corona dürfe nicht verharmlost werden, aber es müsse ein Weg gesucht werden, mit dem Virus zu leben.

Lauterbach will kürzere Quarantäne

Karl Lauterbach hat sich für eine kürzere Quarantäne- und Isolationspflicht ausgesprochen. "Wir brauchen die Quarantäne nur, solange sie wirklich sinnvoll ist", sagte der SPD-Gesundheitspolitiker dem ARD-Hauptstadtstudio. Wer bereits Symptome hat, also an Covid-19 erkrankt ist, müsse für fünf Tage isoliert werden. Menschen, die mit Infizierten Kontakt gehabt haben könnten, müssten für höchstens zehn Tage in Quarantäne, so Lauterbach.

Karl Lauterbach

Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte, die Bundesregierung nehme die wissenschaftliche Diskussion zur Kenntnis. Momentan gelte aber die Regel von 14 Tagen Quarantäne.

Zuvor hatte bereits der Virologe Christian Drosten dafür plädiert, die Quarantänezeit zu verkürzen. Von derzeit 14 auf nur noch fünf Tage.

Martinsumzüge trotz Pandemie möglich

NRW-Ministerpräsident Laschet hält Martinsumzüge in diesem Jahr trotz der Corona-Pandemie für möglich. "Wenn Kinder in den Kitas eng zusammen sind, dann können sie auch mit Abständen Martinsumzüge machen", sagte er. In NRW werde es keine landesgesetzlichen Verbote zu Martinsumzügen geben.

Winden Themenbild Sankt Martinsumzug St Martin Laternenumzug Laternenumzug Sankt Martinsumzug

Laternenumzüge auch dieses Jahr möglich

Zu Karnevalsveranstaltungen sagte Laschet, dass es am Ende der laufenden Gespräche auch Verbote geben müsse. Ergebnisse der Gespräche kündigte Laschet noch im September an. Über eine Teilnehmerbegrenzung bei Weihnachtsgottesdienste finden laut Laschet derzeit noch keine Gespräche statt.

Corona-Lage in NRW stabil

Die Corona-Lage in NRW sei "stabil, mit weiter rückläufigen Zahlen", sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Mit diesen Zahlen liege NRW leicht unter dem Bundesdurchschnitt, das zeige, dass die Maßnahmen in NRW richtig seien. Verstöße dagegen müssten weiter konsequent geahndet werden - nicht nur im ÖPNV, sondern auch bei der Einhaltung der Quarantäne.

Laschet ging am Freitag noch einmal auf die neugefasste Corona-Schutzverordnung in NRW ein, die seit Dienstag in Kraft ist. Besonders hob er die "lokale Corona-Bremse" hervor, mit der passgenau auf ein lokales Infektionsgeschehen reagiert werden soll.

Laschet: Keine Populisten oder Radikale wählen

NRW-Ministerpräsident Laschet hat die Menschen im Westen dazu aufgerufen, sich an der Kommunalwahl am 13. September zu beteiligen und für demokratische Parteien zu stimmen. "Gerade wo Populisten in diesen Zeiten Angst verbreiten, und wo von rechts versucht wird, die Demokratie zu schwächen, muss alles getan werden, dass Populisten und Radikale nicht am Ende durch eine Zufallsmehrheit Mehrheiten oder Blockademehrheiten in Stadträten erreichen."

Zu den Vorkommnisse vor dem Bundestagsgebäude am vergangenen Samstag sagte Laschet, eine Verbrüderung mit Neonazis sei in keinem Fall akzeptabel. "Dem werden wir uns entgegenstellen." Auch das Anpöbeln von Politikern sei nicht akzeptabel. "Ich bin für eine Bannmeile beim Reichstag. Dieser Ort hat eine hohe Symbolkraft."

Kontakte Dortmunder Neonazis zur Corona-Demo in Berlin

Zwischen Rechtsextremen aus dem Ruhrgebiet und Youtubern aus der Corona-Demo-Szene bestehen enge Verbindungen. Einige dieser Youtuber waren auch bei den gewalttätigen Ausschreitungen vor dem Reichstagsgebäude in Berlin dabei - unter anderem der selbsternannte Volkslehrer Nikolai Nerling. Ein Holocaustleugner mit engen Kontakten in die Dortmunder Neonazi-Szene.

Bei vielen Corona-Maßnahmen-Gegenern ist Nerling gar nicht als Neonazi bekannt. Das ist gefährlich, weil Youtuber wie Nerling leicht Hunderttausende Menschen mit ihren Kanälen erreichen.

Vorerst nur 300 Zuschauer in NRW erlaubt

Mönchengladbach, 20.05.2020 Fans von Borussia Mönchengladbach können Aufgrund der Corona Pandemie nicht ins Stadion und stellen stattdessen Pappkameraden auf. Rückansicht der Pappaufsteller Richtung Spielfeld.

Bald keine Pappkameraden mehr - und mehr als 300 Zuschauer?

Die Sportvereine in NRW müssen sich gedulden. Eine größere Zahl von Fans bei Wettkämpfen und im Ligabetrieb ist noch nicht in Sicht. Auch die DFB-Pokalspiele in NRW in einer Woche können maximal 300 Fans im Stadion verfolgen.

Zunächst bleibt es bei der Vorgabe durch die am Dienstag in Kraft getretenen Corona-Schutzverordnung des Landes. Sie erlaubt nicht mehr als 300 Zuschauer. NRW-Ministerpräsident Laschet sagte am Freitag, es werde bis zum 31. Oktober nach einer bundesweiten Lösung gesucht, ob auch mehr als 300 Zuschauer möglich seien.

Stamp verspricht "Betreuungsgarantie"

zwei Kinder spielen im Sandkasten, "Guten Morgen"-Banner

"Keine landesweite Schließung von Kitas und Schulen"

NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) erteilt einer erneuten flächendeckenden Schließung von Bildungseinrichtungen in der Corona-Krise eine Absage. Er gebe den Familien "eine Bildungs- und Betreuungsgarantie": "Es wird keine landesweite Schließung von Kitas und Schulen mehr geben", sagte der stellvertretende NRW-Ministerpräsident der "Rheinischen Post". Das gelte auch, wenn die Infektionszahlen im Winter wieder stiegen.

Frühkindliche Bildung müsse sehr ernst genommen werden. Die Bundesregierung müsse sie stärker in den Mittelpunkt stellen als zu Beginn der Krise. Der Minister sagte, seit dem Neustart der Kitas seien die Rückmeldungen positiv. Es habe vereinzelt Schließungen gegeben, aber bisher keinen Hotspot in einer Kita oder Schule.

Unicef koordiniert weltweit Corona-Impfungen

Symbolbild: Corona-Impfung, Einwegspritze mit Injektionsflüssigkeit, im Hintergrund Mundschutz

Impfstoff soll breit zur Verfügung gestellt werden

Das Kinderhilfswerk Unicef bereitet sich angesichts der Corona-Pandemie auf die größte und schnellste Impfkampagne der Geschichte vor. Unicef will nach eigenen Angaben 92 armen Ländern beim Kauf und der Verteilung eines möglichen Corona-Impfstoffs helfen. Zudem will Unicef die Koordinierung bei Erwerb und Verteilung eines Impfstoffes für 80 reiche Länder übernehmen. Unicef arbeitet eng mit der Impfstoffinitiative Covax der Weltgesundheitsorganisation zusammen.

Caravan-Salon startet unter Corona-Bedingungen

Die Messe für Wohnmobile und Caravans soll den Wiederbeginn des Messebetriebs markieren. Das Hygienekonzept sieht breitere Wege für mehr Abstand und begrenzte Besucherzahlen vor. Mehr als 350 Aussteller präsentieren sich auf dem Gelände in Düsseldorf Stockum. Im vergangenen Jahr waren es dort noch rund doppelt so viele Hersteller. Die Caravanbranche boomt weiterhin - trotz oder gerade wegen Corona. Im ersten Halbjahr wurden knapp 55.000 Fahrzeuge neu zugelassen - so viele wie im gesamten Jahr 2016.

Deutschlandtrend: Mehrheit für Absage von Karnevalsfeiern

Die Deutschen sind dem ARD-"Deutschlandtrend" zufolge offen für einige weitere Maßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Eine Absage von Karnevalsfeiern für Herbst und Frühjahr befürworteten 86 Prozent der Befragten, wie die am Donnerstag veröffentlichte Umfrage von Infratest dimap ergab.

Nicht jeder Vorschlag für weitere Alltagsbeschränkungen findet bei den Bundesbürgern Zuspruch. So lehnen 55 Prozent der Befragten eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz ab, 38 Prozent sprechen sich dafür aus. Auch die Maskenpflicht im Schulunterricht lehnt eine Mehrheit (66 Prozent) ab, 31 Prozent sind dafür.

Weihnachtsgottesdienste auf Parkdeck oder Friedhof

Wegen der Zugangsbeschränkungen bei Gottesdiensten in der Corona-Krise denkt die Evangelische Kirche im Rheinland über Alternativen für Weihnachten nach. Gottesdienste auf einem Parkdeck oder Friedhof seien Optionen, sagte Präses Manfred Rekowski der "Rheinischen Post".

Ziel sei es, möglichst vielen der üblichen mehr als 700.000 Gottesdienstbesucher eine Teilnahme zu ermöglichen. Derzeit könne nur jeder dritte Kirchgänger einen Platz in einem Weihnachtsgottesdienst bekommen.

Derzeit prüft die Kirche laut Rekowski auch, ob eine Gesundheitsgefährdung durch die Heizungsluft ausgeschlossen werden kann. Umluftheizungen gelten als Virenschleudern in der Corona-Pandemie.

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Stand: 04.09.2020, 19:32