Ticker vom Montag (18.05.2020) zum Nachlesen

Ticker vom Montag (18.05.2020) zum Nachlesen

  • Ansturm auf Campingplätze
  • Westfleisch nimmt Betrieb wieder auf
  • Innenminister dankt Fußballfans für "verantwortungsvolles" Verhalten
  • Alle Entwicklungen hier im Corona-Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Ansturm auf Campingplätze

Die Campingplatzbetreiber in Nordrhein-Westfalen erleben für das anstehende lange Himmelfahrts-Wochenende einen ungewöhnlichen Ansturm. Die Plätze seien landesweit so gut wie ausgebucht, sagte heute der Verbandsvorsitzende Leo Ingenlath. Auch für die Sommerferien gebe es schon ungewöhnlich viele Buchungen, etwa für zweiwöchige Aufenthalte.

Westfleisch mit stufenweiser Betriebsaufnahme

Nach etwa einwöchiger Zwangspause nimmt das Unternehmen Westfleisch im münsterländischen Coesfeld am Dienstag (19.05.2020) testweise den Betrieb wieder auf. Das teilte das Unternehmen heute in Münster mit. Der Kreis Coesfeld hatte das Werk vorübergehend geschlossen, nachdem in der Corona-Krise zahlreiche Werksarbeiter positiv getestet worden waren. 270 positive Coronavirus-Tests bei rund 1.200 Mitarbeitern hatten dazu geführt, dass im Kreis die Lockerungen erst mit einer Woche Verspätung gültig wurden.

Reul dankt "verantwortungsvollen" Fußballfans

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat den Fußballfans im Westen nach dem Bundesliga-Neustart für ihr "verantwortungsvolles" Verhalten gedankt. "Ich muss den Fans ein dickes Lob aussprechen. Das war trotz aller verständlichen Emotionen echtes Fair Play", so der Minister. Ausdrücklich bezog Reul die Mitglieder der Ultra-Bewegung in seine Bewertung mit ein: "Ich habe die Ultras in der Vergangenheit das ein oder andere Mal kritisiert. Aber an diesem Wochenende haben sie sich wirklich vorbildlich verhalten."

Die Spiele in NRW waren am Wochenende weitgehend ohne Störungen verlaufen. Weder an den Stadien noch in den Innenstädten der Spielorte Dortmund, Düsseldorf und Köln hatte es nennenswerte Verstöße gegen Coronaschutzvorschriften oder strafrechtliche Bestimmungen gegeben. Zum Abschluss des Spieltags tritt am Montagabend (20.30 Uhr) Bayer Leverkusen bei Werder Bremen an.

Maas berät mit Kollegen über Sommerurlaub

Außenminister Maas berät am Mittag mit seinen Kollegen aus Spanien, Italien, Österreich, Griechenland, Kroatien, Portugal, Malta, Slowenien, Zypern und Bulgarien per Videokonferenz darüber, wie die Reisebeschränkungen langsam gelockert werden können. Am Mittwoch folgt eine weitere Beratung mit direkten Nachbarstaaten.

In Deutschland besteht bis zum 14. Juni eine weltweite Reisewarnung für Urlauber. Soweit es keinen Rückschlag bei der Pandemie-Bekämpfung gibt, soll die Reisewarnung schrittweise aufgehoben werden. Die Bundesregierung ist optimistisch, dass in großen Teilen Europas Urlaub möglich sein wird - solange die Infektionszahlen nicht wieder steigen.

Bessere Arbeitsbedingungen für Fleischindustrie

Das Bundeskabinett soll nach Willen von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) am Mittwoch Maßnahmen für einen besseren Schutz der Arbeitskräfte in der Fleischbranche beschließen. Heil kritisierte die "Missstände" in der Branche.

Konkret nannte er die "Überbelegung und Wuchermieten bei Unterkünften, Verstöße gegen Hygiene-, Abstands- und Arbeitsschutzbestimmungen, Verstöße gegen den Mindestlohn und das Arbeitszeitgesetz sowie - als eine Wurzel des Übels - dubiose Vertragsstrukturen mit Sub- Sub und Subunternehmen". Diese Missstände seien auch ohne Pandemie ein Problem. In der Coronakrise seien sie aber zu einem "gefährlichen Gesundheitsrisiko" geworden, für die Beschäftigten aber auch für die gesamte Bevölkerung.

130 Flüchtlingsheim-Bewohner in St. Augustin infiziert

In einem Flüchtlingsheim in St. Augustin bei Bonn sind nach aktuellen Testergebnissen 130 Menschen mit Corona infiziert. Insgesamt werde die Einrichtung von 300 Menschen bewohnt, die alle getestet würden, teilte eine Sprecherin der Bezirksregierung Köln heute mit. Noch nicht alle Testergebnisse liegen vor. "Es werden, wie in allen Landesunterkünften die höchsten Hygienevorschriften umgesetzt", betonte sie. Die restlichen 170 Bewohner haben sich nicht infiziert.

Die negativ und die positiv Getesteten würden demnach getrennt untergebracht. Auch die Außenbereiche seien getrennt. Das Essen werde ausschließlich auf den Zimmern eingenommen. Um die Belegung zu reduzieren und mehr Platz zu schaffen, würden viele negativ getestete Bewohner in eine andere Unterkunft verlegt.

Hotels dürfen wieder öffnen

In NRW dürfen Hotels seit heute wieder öffnen. Nach Aussage von NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart können sie sich so auf das lange Himmelfahrtswochenende vorbereiten. Auch gastronomische Angebote soll es in den Hotels wieder geben. Laut Pinkwart sind Gastronomie und der Tourismus die von der Corona-Pandemie am härtesten getroffenen Branchen. Die rund 150.000 Mitarbeiter bräuchten jetzt eine Perspektive.

Auch die Jugendherbergen dürfen wieder öffnen. Es gibt aber noch kein konkretes Öffnungsdatum, da es noch unklar ist, welche Vorgaben des Landes umgesetzt werden müssen.

Abwasserproben für Frühwarnsysten

Abwasserproben sollen dabei helfen, die Dunkelziffer der Corona-Infizierten zu erfassen und ein Frühwarnsystem zu installieren. Dafür werden seit heute unter anderem in Köln und dem Rhein-Erft-Kreis erste Proben aus Kläranlagen entnommen.

Infizierte scheiden schon drei Tage nach der Ansteckung Teile des Coronavirus mit dem Stuhl wieder aus. Diese Stückchen des Erbmaterials sind nicht mehr ansteckend, können aber im Abwasser anzeigen, wo sich das Virus ausbreitet. Mit dem rechtzeitigen Erkennen könnten entsprechende Schutzmaßnahmen eingeführt werden.

Krisenstab tagt nach illegalem Fußballturnier

Seit dem Morgen tagt in Oberhausen ein Krisenstab wegen des illegalen Fußballturniers. Das Turnier wurde am Samstag von Polizei und Ordnungsamt gestoppt. Es sei vermutlich über die Sozialen Netzwerke organisiert worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Demnach hatten die Hobby-Fußballer ihr Turnier am Samstagnachmittag bereits gestartet, als das Ordnungsamt eintraf.

Der ansässige Sportverein hatte von dem Ganzen keine Ahnung und bemerkte das Turnier nur, weil Mitglieder zu Renovierungsarbeiten auf ihr Gelände kamen.

Gesundheitsministerium: Bars bleiben geschlossen

Bars müssen in NRW weiterhin geschlossen bleiben. Das Infektionsrisiko sei hier zu groß, erläutert das Gesundheitsministerium in einer Vorlage an den Landtag.

Dies gelte für Bars, deren "charakteristisches Angebot" nicht Speisen oder Getränke sind (wie etwa Shisha-Bars), aber auch für solche, die vor allem in den Abendstunden öffnen und Unterhaltung anbieten. Dabei können nach Angaben des Ministeriums auch einzelne dieser Merkmale ausreichen, um das Angebot als unzulässig einzustufen. Das müsse jedoch im Einzelfall vor Ort entschieden werden.

Busunternehmer demonstrieren auf Bundesstraße

Mit Reisebussen haben zahlreiche Busunternehmer aus NRW am Morgen auf ihre schwierige wirtschaftliche Situation in der Corona-Krise aufmerksam gemacht. Eine Stunde lang säumten nach Polizeiangaben etwa 80 Reisebusse eine Bundesstraße nahe der Autobahn 42 in Castrop-Rauxel. Mit Sätzen wie "Bustourismus retten" und anderen an den Fahrzeugen angebrachten Forderungen hatten sie ihre Fahrzeuge beklebt. Viele zeigten in ihren Fensterscheiben Traueranzeigen, in denen sie symbolisch den aus ihrer Sicht plötzlichen und corona-verschuldeten Tod des deutschen Busgewerbes beklagten.

DPD in Hückelhoven mobilisiert zusätzliche Mitarbeiter

Nach dem Corona-Ausbruch in einem DPD-Depot im Kreis Heinsberg will der Paketzusteller seine Hygiene-Maßnahmen nochmals nachschärfen. "Wir haben sehr viel getan, um das zu verhindern, was in Hückelhoven passiert ist", sagte ein DPD-Sprecher heute. "Es verspricht aber natürlich keine absolute Sicherheit."

An dem DPD-Standort im Kreis Heinsberg waren zuvor 80 von 400 Mitarbeitern positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Betrieb wurde zunächst komplett eingestellt und alle Mitarbeiter in zwei Wochen häusliche Quarantäne geschickt. Das Werk soll gründlich desinfiziert und gereinigt werden.

Historische Übersterblichkeit in Belgien

Belgien verzeichnet wegen der Corona-Pandemie nach Angaben von Forschern eine Übersterblichkeit von historischem Ausmaß. "April 2020 war der tödlichste April seit dem Zweiten Weltkrieg, sowohl in absoluten Zahlen als auch pro Einwohner", erklärten Forscher der Freien Universität Brüssel (VUB) heute. Demnach sind die überzähligen Todesfälle "aller Wahrscheinlichkeit nach vollständig auf Covid-19" zurückzuführen.

Den Forschern zufolge starben im vergangenen Monat in Belgien knapp 15.000 Menschen - rund 6.000 mehr, als zu erwarten gewesen wäre.

NRW-Industrie setzte bis März fünf Prozent weniger um

Die nordrhein-westfälische Industrie hat in den ersten drei Monaten dieses Jahren fünf Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Besonders hoch fiel der Rückgang im Automobilbau mit 16,4 Prozent und bei den Betrieben der Metallerzeugung und -bearbeitung mit minus 11,2 Prozent aus, wie das Statistische Landesamt heute berichtete.

Der Maschinenbau verlor 8,2 Prozent seines Umsatzes aus dem ersten Quartal 2019. In der umsatzstärksten Industriebranche in NRW, der Chemie, betrug der Rückgang 6,2 Prozent. Die Zahlen für das erste Quartal enthalten erst einen Teil der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die nordrhein-westfälische Industrie.

Konzept zum Schutz von Arbeitnehmern

Eigentlich wollte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil heute ein Konzept vorlegen, wie die Arbeits- und Wohnbedingungen von Saisonarbeitskräften in der Landwirtschaft und von Werkarbeitern in der Fleischindustrie reformiert werden könnten. Weil es noch Beratungsbedarf gibt, wurde das Ganze aber auf Mittwoch verschoben. Durch die Corona-Krise war noch einmal deutlich geworden, unter welch schwierigen Verhältnissen die Menschen in diesen Betrieben arbeiten und wohnen.

Beratungen über Westfleisch-Hygienekonzept

Um über die Wiedereröffnung des Schlachthofes in Coesfeld entscheiden zu können, muss die Firma Westfleisch den Behörden weitere Fragen beantworten. Heute wollen Vertreter von Kreis, Stadt und Unternehmen erneut über das Hygienekonzept der Firma beraten.

Die Stadt und der Kreis Coesfeld hatten Westfleisch am Donnerstag (14.05.2020) einen Fragenkatalog zum Konzept geschickt. In der Vorwoche war der Betrieb nach einem Corona-Ausbruch unter den Mitarbeitern geschlossen worden.

Zahlreiche Infektionen in Schlachthof in Niedersachsen

In einem weiteren deutschen Schlachthof hat es einen größeren Corona Ausbruch gegeben. 92 Mitarbeiter eines Betriebes im niedersächsischen Dissen wurden positiv getestet. Die Infizierten und ihre Kontaktpersonen müssen in Quarantäne. Die Arbeit in dem Schlachthof wurde eingestellt.

NRW-Kommunen fordern Corona-Solidarpakt

Der Städte- und Gemeindebund NRW begrüßt den Vorstoß von Finanzminister Scholz, in der Corona-Krise einen milliardenschweren Schutzschirm für Kommunen einzurichten und dabei das Altschuldenproblem gleich mitzulösen. Allein in NRW habe man es durch Corona mit Einbußen von mehr als sieben Milliarden Euro zu tun, sagte Roland Schäfer, Präsident des Städte- und Gemeindebundes NRW, dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

In diesen Wochen stellen viele Städte und Gemeinden in NRW ihre Haushalte auf. Ohne Hilfen müssten sie drastische Einsparungen vornehmen. Niemand könne ein Interesse daran haben, dass jetzt überfällige Investitionen kassiert würden, so Schäfer weiter. Nötig seien die bei der Verkehrswende, der Digitalisierung, Schulen und Kindergärten und nicht zuletzt beim Klimaschutz.

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Stand: 18.05.2020, 20:25