Corona-Impfstoff für Kinder kommt früher: Was Eltern jetzt wissen müssen

Ein Mädchen mit einem rosa Mundschutz bekommt eine Impfung gegen das Corona-Virus.

Corona-Impfstoff für Kinder kommt früher: Was Eltern jetzt wissen müssen

Von Frank Menke

Der Corona-Impfstoff von Biontech für Fünf- bis Elfjährige wird eine Woche früher als geplant zur Verfügung stehen. Antworten für Eltern hat der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte.

Der Corona-Impfstoff von Biontech für Fünf- bis Elfjährige ist von der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA zugelassen und ab 13. Dezember verfügbar. Viele Eltern fragen sich nun: Sollen wir unser Kind tatsächlich impfen lassen? Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) gab dem WDR zu dieser und anderen Fragen eine Einschätzung.

Gibt es genug Dosen zum Impfstart für die fünf- bis elfjährigen Kinder in Deutschland?

Es gibt laut Dr. Jakob Maske, Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, etwa 2,4 Millionen Dosen. Dies sei "schon eine sehr große Menge" und entspreche ungefähr der Anzahl der Fünf- bis Elfjährigen in Deutschland.

Bei welchen Ärzten sollte man sein Kind impfen lassen?

Pressesprecher Jakob Maske vom Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte

BVKJ-Sprecher Dr. Jakob Maske

"Erfahrungen mit Impfungen bei Fünf- bis Elfjährigen haben vor allem Kinder- und Jugendärzte, seltener Hausärzte und noch viel seltener Apotheker oder gar Zahnärzte. Von einem Zahnarzt oder Apotheker würde ich mein fünf- bis elfjähriges Kind eher nicht impfen lassen", so der Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

Es gebe aber durchaus Hausärzte, die auch Kinder versorgen – das sei vor allem im ländlichen Raum nichts Ungewöhnliches.

Wann erfolgt bei den Kindern dieser Altersgruppe die Zweitimpfung?

In der Regel nach drei Wochen, wie auch bei Erwachsenen. Die verlängerten Spannen bei den Erwachsenen etwa im Sommer waren dem Umstand geschuldet, dass zu wenig Impfstoff vorhanden war.

Sollten Eltern jetzt schon einen Impf-Termin für ihre Kinder buchen?

Nein. Der Impfstoff wird erst ab 13. Dezember da sein. Die meisten Praxen machen erst dann Termine, wenn sie den Impfstoff tatsächlich bestellt und eine entsprechende Zusage über die für sie vorgesehene Menge der Dosen erhalten haben. "Würden sie vorab Termine vergeben, müssten sie womöglich eine Flut von Absagen erteilen", sagt Maske.

Empfiehlt der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte die Impfung?

Im Moment noch nicht. Der Berufsverband will die Impfung für Fünf- bis Elfjährige erst empfehlen, wenn dies zuvor die Ständige Impfkommission (Stiko) getan hat.

Für wie wichtig halten die Kinder- und Jugendärzte diese Impfung?

Laut Berufsverband gibt es in der Altersgruppe der Fünf- bis Elfjährigen "nur eine geringe Krankheitslast" und eine "äußerst geringe Zahl an schweren Verläufen oder gar Todesfällen" – diese gingen gegen Null. Man freue sich zwar, wenn man einen Impfstoff mit geringem Risiko habe. Sollte aber überhaupt ein Risiko zu erkennen sein, sollte Eltern sich überlegen, ob sie ihr gesundes Kind impfen lassen.

Was gilt für chronisch kranke Kinder?

Da sieht die Lage anders aus. Hier gebe es häufiger als bei gesunden Kindern schwerere Krankheitsverläufe und auch Todesfälle. "Da wird es sinnvoll, diese Kinder rasch zu impfen", sagt Maske.

An wie vielen Kindern wurde der Impfstoff bislang getestet?

Die Zulassungsstudie hat laut Maske 3.000 Probanden, von denen sei die Hälfte geimpft worden. Die Zulassungsstudie sei also mit einer "sehr geringen Anzahl von Kindern" durchgeführt worden. Die Stiko werde aber nun auch Daten aus den Vereinigten Staaten, wo bereits zwei Millionen Kinder zwischen fünf und elf Jahren geimpft wurden, sowie aus Israel bewerten.

Wie sicher ist die Impfung für Fünf- bis Elfjährige?

Das könne erst umfassend beurteilt werden, wenn die Daten der Stiko tatsächlich da sind. "Was man aber jetzt schon heraushört aus Ländern wie den USA zeigt, dass der Impfstoff auch für Kinder offenbar recht gut verträglich sein wird", so Maske.

Stand: 01.12.2021, 19:10