Johnson & Johnson: Kaum noch Impfschutz nach sieben Monaten

Impfstoff von Johnson & Johnson.

Johnson & Johnson: Kaum noch Impfschutz nach sieben Monaten

Wer sich mit Johnson & Johnson impfen lässt, hat wohl nur einen rasch abnehmenden Schutz gegen das Corona-Virus. Nach sieben Monaten sei er kaum noch vorhanden, besagt eine Studie.

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson hat laut einer neuen US-Studie nach sieben Monaten nur noch einen Impfschutz von 13 Prozent. Der Epidemiologe Timo Ulrichs sagte dem ARD-Politikmagazin "Report Mainz" dazu, jeder, der nur einmal mit Johnson & Johnson geimpft worden sei, sollte sich so verhalten, als wäre er nicht geimpft.

Bereits Anfang Oktober hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) eine neue Empfehlung veröffentlicht. Demnach sollen Menschen, die mit Johnson & Johnson geimpft wurden, eine weitere Dosis mit einem mRNA-Impfstoff erhalten - und zwar ab vier Wochen nach der Johnson-Immunisierung, für die generell nur eine Dosis empfohlen wird.

Sind Impfzertifikate noch gültig?

Bisher wirken sich die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht auf die Gültigkeitsdauer des Impfpasses aus: Das Impfzertifikat ist auch bei Johnson & Johnson ein Jahr gültig. In Deutschland sind drei Millionen Menschen damit geimpft worden.

Es wird zwar in der EU darüber diskutiert, ob man die Gültigkeit anpassen sollte. Aber bislang gibt es in Deutschland dazu noch keine Änderung.

Wie steht es um die Schutzwirkungen der anderen Impfstoffe?

Die meisten Geimpften sind auch nach Monaten immer noch gut vor schweren Erkrankungen geschützt. Was nach ein paar Monaten deutlich abnimmt, ist vor allem der Schutz vor Ansteckung, also davor, dass man sich infiziert. Der Impfschutz geht aber schrittweise nach unten und ist nicht plötzlich weg.

Welcher Impfstoff wird für den Booster empfohlen?

Nach der Einschätzung des Paul-Ehrlich-Instituts kommt es für Menschen, die mit Johnson & Johnson geimpft wurden, nicht darauf an, ob man als Booster den Impfstoff von Moderna oder jenen von Biontech erhält. Beide seien hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit vergleichbar.

Allerdings soll Moderna nach Empfehlung der Stiko nur für die Altergruppe ab 30 Jahren verwendet werden. Denn besonders bei jungen Männern unter 30 Jahren ist das Risiko einer Herzmuskelentzündung höher als nach einer Impfung mit Biontech. Zudem sollen sich auch Schwangere nur mit Biontech impfen lassen.

Wie lange dauert es, bis der Booster wirkt?

Bereits eine Woche nach der dritten Impfung ist wieder ein vergleichbarer Impfschutz wie nach der Grundimmunisierung erreicht. Den vollen neuen Impfschutz hat man nach zwei Wochen. Dann sollte der Schutz mindestens wieder so gut sein wie nach der zweiten Impfung.

Wie viele Menschen betrifft es?

Das Robert Koch-Institut teilte Mitte September mit, dass gut drei Millionen Menschen in Deutschland eine Johnson-&-Johnson-Impfung erhalten hätten. Dieses Vakzin wurde auch in NRW im Vergleich zu den anderen Impfstoffen seltener eingesetzt. Für das Rheinland nennt die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein dem WDR folgende Zahlen:

In Praxen wurden dort demnach bislang folgende Mengen der jeweiligen Impfstoffe verabreicht:

  • Johnson & Johnson: 267.021
  • Biontech/Pfizer: 5.071.096
  • Astrazeneca: 782.098
  • Moderna: 11.875

Städte und Kreise haben unter anderem mit mobilen Impfteams diese Mengen bis zum 01.10.2021 eingesetzt (gegebenenfalls sind auch Daten von Privatärzten enthalten):

  • Johnson & Johnson: 108.091
  • Biontech/Pfizer: 5.148.688
  • Moderna: 999.559
  • Astrazeneca: 802.602

Was ist über Impfdurchbrüche bekannt?

Bereits im September hatte das Robert Koch-Institut über signifikante Zahlen an Impfdurchbrüchen bei Johnson & Johnson berichtet. Bis dahin seien 6.106 Menschen trotz vollständigem Impfschutz durch das Mittel an Covid-19 erkrankt.

Auf eine Million Geimpfte mit diesem Vakzin kämen grob 2.000 Impfdurchbrüche. Beim Biontech/Pfizer, dem am häufigsten verwendeten Impfstoff in Deutschland, kämen auf eine Million vollständig Geimpfte rund 640 Durchbrüche.

Laumann zu Booster-Impfungen: "Dezentralere Lösungen"

WDR 5 Morgenecho - Interview 18.11.2021 06:18 Min. Verfügbar bis 18.11.2022 WDR 5


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Stand: 23.11.2021, 16:59