Corona-Impfzentren in NRW: Viel Fleiß und viele Fragen

Im zukünftigen Wartebereich Impfzentrum Nordpark Mönchengladbach herrscht jetzt noch gähnende Leere

Corona-Impfzentren in NRW: Viel Fleiß und viele Fragen

Von Peter Hild

Städte und Kreise arbeiten mit Hochdruck am Aufbau der Impfzentren. Viele sind zuversichtlich, das wie gefordert bis Dienstag zu schaffen, aber es gibt noch viele Fragen. Ein Überblick.

Wie laufen die Aufbauarbeiten?

Es gebe eine große Zuversicht, die Impfzentren rechtzeitig fertigzustellen, berichtet der NRW-Städtetag aus den Kommunen. Zahlreiche Kreise und Städte haben angekündigt, ihre Vorbereitungen in diesen Tagen abzuschließen und wollen die Impfzentren der Öffentlichkeit vorstellen.

Viele Kommunen planen außerdem Testläufe, ob alles reibungslos funktioniert. Bereits am Freitag ist ein erster Durchlauf in Bochum geplant, in vielen weiteren Städten und Kreisen sollen die zeitnah folgen.

Viele Organisatoren betonen den großen Kraftakt, innerhalb weniger Wochen ein Impfzentrum aus dem Boden zu stampfen, loben aber auch die gute Zusammenarbeit zwischen kommunalen Ämtern, Hilfsorganisationen und den Kassenärztlichen Vereinigungen.

Was bereitet den Verantwortlichen die größten Probleme?

"Wir müssen momentan auf sich fast täglich ändernde Vorgaben reagieren und uns immer wieder umstellen", berichtet Sabine Lauxen, Gesundheitsdezernentin in Krefeld. Zuletzt habe das Land mitgeteilt, dass der Impfstoff nicht in Apotheken aufbereitet, sondern direkt an die Impfzentren und Alten- und Pflegeeinrichtungen geliefert werden soll, um ihn dort in keimfreien Räumen aufzubereiten und direkt zu verimpfen. Offenbar seien die erwarteten Impfstoffe zu transportempfindlich.

Ein Mann sitzt auf dem Boden zwischen vielen Kabelsträngen

Darüber hinaus sind bei vielen Kommunen noch zahlreiche Fragen offen: zum Beispiel, was die Logistik und die Lagerung des Impfstoffs angeht, wer genau wann geimpft werden soll oder wie etwa Beratungsgespräche zum Impfstoff mit Älteren und Demenzkranken in den Pflegeheimen ablaufen sollen. Viele Städte wünschen sich eine transparentere Kommunikation des Impfprozesses von der Landesregierung.

Eine weitere Herausforderung ist das nicht-medizinische Personal, das in den Impfzentren zur Registrierung und Betreuung der Geimpften gebraucht wird. "Viele Gesundheitsämter sind jetzt schon personell am Anschlag, durch die hohen Infektionszahlen und die nötige Kontaktnachverfolgung. Das bedeutet, man wird nicht drum herumkommen, zusätzlich externe Kräfte einzustellen", meint Thomas Hendele, Präsident des Landkreistages NRW.

Wie schätzt die Landesregierung die aktuelle Situation ein?

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zeigt sich bisher sehr zufrieden mit den Aufbauarbeiten der Städte und Kreise. Viele Fragen zum Ablauf ließen sich derzeit aber noch nicht endgültig beantworten, weil noch kein Impfstoff in der EU zugelassen sei, entgegnet Laumann auf die Kritik.

Er schätzt, dass voraussichtlich in der ersten Januarhälfte ein Impfstoff für NRW vorliegen könnte, genau sei das aber nicht abschätzbar. "Wir stellen uns jetzt so auf, dass die Strukturen stehen und wir impfen können, sobald der Impfstoff verfügbar ist", so Laumann.

Stand: 11.12.2020, 06:00