Fußball | 2. Bundesliga

Schalke-Veränderungsmanager Schröder: Ruhe im Ruhrpott

Von Julian Tilders

Dass Schalke 04 nach einem holprigen Start wieder obenauf ist, liegt auch an der strategischen Arbeit von Sportdirektor Rouven Schröder - mal ganz abgesehen vom Terodde-Transfer.

Wie viele Druckerpatronen Rouven Schröder seit Juni 2021 schon für Verträge verbraucht hat, ist nicht überliefert. Die wertvollste Tinte dürfte für den Sportdirektor des FC Schalke 04 bisher jedoch ohne Zweifel die auf dem Arbeitspapier von Rekord-Angreifer Simon Terodde gewesen sein.

Natürlich ist der 33-Jährige, mit elf Treffern und zwei Assists beteiligt an 81 Prozent der Tore, der Hauptgrund, warum Schalke auf Rang vier und nicht als Kellermannschaft in die Länderspielpause ging. Die eigene Position weiter stärken könnte S04 am Freitag (15.10.2021, 18.30 Uhr) bei Hannover 96.

Schocktherapie Regensburg mit Wirkung

Die königsblaue Erfolgsbilanz mit vier Siegen aus den vergangenen fünf Partien war nach einem holprigen Start, der seinen Tiefpunkt beim 1:4 gegen Jahn Regensburg Ende August fand, nicht unbedingt erwartbar.

Versiegt schien die Aufbruchstimmung, die für Fans mehr mit dem rundum erneuerten Kader zusammenhing als mit dem Festhalten an Trainer Dimitrios Grammozis, der schon vor Schröder da war und Schalkes Abstieg in der Vorsaison auch nicht mehr hatte verhindern können.

Schröder versteht und fordert

Für S04 sieht es derzeit so aus, als könne die zunächst gebremste Erwartungshaltung in Sachen Wiederaufstieg einem gewissen Selbstbewusstsein weichen. Das ist mitunter auch ein Verdienst von Manager Schröder.

Trainer Grammozis, der nach dem missglückten Start von Schröder nicht in Watte gepackt worden war ("Wir sind nicht zufrieden. Wir müssen hier alle liefern"), hat zudem Schalkes Abwehr stabilisieren können.

Stabilisierung in Abwehr und Spielaufbau

Hatte die Defensivleistung angesichts von acht Gegentreffern in vier Spielen noch Sorgen bereitet, sieht es seit der Schocktherapie von Regensburg besser aus. Die von Schröder größtenteils neu aus dem Boden gestampfte Abwehrreihe um Zugang und Dauerbrenner Marcin Kaminski (meiste Spielminuten und 92 Prozent Passquote) und Top-Zweikämpfer Malick Thiaw (63 Prozent) hat sich gefunden, kassierte in den vergangenen fünf Partien nur drei Gegentore. Zudem ist Schalke noch ohne Konter-Gegentreffer.

Grammozis erklärte vor dem Hannover-Spiel die Verbesserungen: "Dass wir wieder das Gefühl und den Anspruch haben, zu Null zu spielen. Aber dass wir auch in der Spieleröffnung uns gut gefunden haben und die richtigen Räume sehen." Dennoch fehle "manchmal noch was im Übergangsspiel in den gefährlichen Bereich."

Zulieferer Ouwejan und Teilzeit-Vollstrecker Bülter

Unter den mehr als 30 Transfers von Schröder findet sich in Thomas Ouwejan ein Standardspezialist und Vorarbeiter. Der 25-Jährige steuerte vier Assists bei, ist der beste Torschussvorlagengeber der Liga (34). "Das ist eine gute Zahl, aber ich will natürlich mehr", sagte er.

Eine weitere positive Überraschung ist Neuzugang Marius Bülter. Bisher gelangen dem Schalker Teilzeit-Vollstrecker drei Tore und drei Vorlagen.

Aus der Not wieder eine Tugend gemacht

Der S04-Sportdirektor setzte aus der Not heraus wieder auf eine Tugend, indem Talente mit Knappenschmiede-Vergangenheit eingebunden wurden. Diese bekamen dann von Gerald Asamoah und Mike Büskens das Schalker Wir-Gefühl eingeimpft.