Der Ticker vom Donnerstag (29.10.2020) zum Nachlesen

Der Ticker vom Donnerstag (29.10.2020) zum Nachlesen

  • Intensivstationen vor der Belastungsgrenze
  • Kanzlerin mit Regierungserklärung im Bundestag
  • NRW-Wirtschaft schlägt sich besser als erwartet
  • Massive Einschränkungen ab dem 2. November
  • Schüler fordern kleinere Klassen
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

20.15 Uhr: Intensivstationen können an ihre Belastungsgrenze kommen

Priv.-Doz. Dr. Boris Böll, Leiter der Intensivmedizin an der Uniklinik Köln, hat davor gewarnt, dass die Intensivsationen bald an ihre Belastungsgrenze kommen könnten. "Befürchten wäre vielleicht nicht das richtige Wort, aber wir rechnen damit", sagte der Mediziner auf die Frage im WDR Extra am Donnerstagabend, ob man damit rechnen müsse, dass in 14 Tagen die Kliniken an ihre Maximalbelastung kommen.

"Wir haben in der ersten Welle gelernt, dass wir mit einer gewissen Gesetzmäßigkeit anhand der Infektionszahlen auch voraussehen können, wie viele Patienten dann auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Und das ist etwas, was uns mit Sorge erfüllt", so Böll.

Zudem bestehe ein Mangel an Pflegepersonal und "wir werden in den Wintermonaten einen viel höheren Krankenstand beim Personal haben". Auch die Hoffnung auf eine medikamentöse Behandlung von Covid-19, "habe sich leider bisher nicht bestätigt".

19.24 Uhr: Gentleman fordert Konzepte von der Politik

Gentleman im Studio der aktuellen Stunde

Gentleman live in der Aktuellen Stunde

Musiker Gentleman zeigt sich besorgt um den Zustand der Kulturbranche und fordert von der Politik Konzepte für die Musikindustrie. "Ich sehe, was in meinem Umfeld passiert, in der Kulturbranche – das sind, glaube ich, rund 1,5 Millionen Menschen. Einfach nicht zu wissen, wie und wann es weitergeht, das ist das, was so mürbe macht. Mittlerweile ist ein Punkt erreicht, wo man sich fragt, was ist denn danach", sagte der Reggae-Künstler in der Aktuellen Stunde am Donnerstagabend.

"Es ist wichtig, ein Konzept zu entwickeln, dass wir in der Coronazeit auftreten können. Kultur ist ja kein Luxusgut, es ist ein Menschenrecht. Wir werden so verzichtbar gemacht. Das ist das Signal, was von der Politik kommt."

18.48 Uhr: Fußballverbände stellen Spielbetrieb ein

Die Fußballverbände Mittelrhein und Westfalen stellen den Spielbetrieb auf Verbands- und Kreisebene zum 30. Oktober ein. Von dieser Regelung sind auch Pokal- und Freundschaftsspiele betroffen. Damit wolle dazu beitragen, die Kontakte der Bürger zu minimieren, teilte der Verband Mittelrhein mit.

Ab dem 2. November 2020 ist der Spielbetrieb aufgrund der behördlichen Verfügungslage untersagt.  

18.28 Uhr: SPD fordert NRW-Gesetz für Teil-Lockdown

Thomas Kutschaty, Fraktionschef der SPD im Düsseldorfer Landtag, will die Einschränkungen beim Teil-Lockdown in NRW gesetzlich regeln. "Wir brauchen jetzt eine landesgesetzliche Grundlage für die anstehenden Maßnahmen", sagte Kutschaty dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitag-Ausgabe)

Die Regierung von Armin Laschet solle "aufhören, das Land nur noch über Notverordnungen regieren zu wollen", so Kutschaty. Es bestehe die Gefahr, dass die Landesregierung "diese Verordnungen wieder handwerklich so schlecht macht, dass die Gerichte nächste Woche wieder alle Beschränkungen aufheben müssen"

18.20 Uhr: Auch Museen müssen schließen

Mit den neuen Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie müssen auch die Museen in Deutschland schließen. Darauf verständigten sich heute nach dpa-Informationen die Kulturminister der Länder.

Zunächst war die Situation für Museen unklar, weil sie in der Vereinbarung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten nicht ausdrücklich erwähnt wurden. Danach müssen Kultureinrichtungen wie Theater, Opern- und Konzerthäuser sowie Kinos im November für einen Monat zubleiben.

18.10 Uhr: Corona-Testzentren an Flughäfen machen dicht

Die beiden Corona-Testzentren von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein für Reiserückkehrer an den Flughäfen Düsseldorf und Weeze stellen zum 1. November ihren Betrieb ein. Hintergrund sei das Ende des Engagements des Landes NRW beim Betrieb dieser Einrichtungen, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit.

Reiserückkehrer aus einem ausländischem Risikogebiet können sich künftig für einen Corona-Test an eine Arztpraxis an ihrem Wohnort oder an ein lokales Abstrichzentrum wenden.

17.51 Uhr: Helge Schneider bittet Scholz um Korrektur der Corona-Novemberhilfe

Helge Schneider

Helge Schneider hat Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) aufgefordert, bei der Berechnung der Corona-Finanzhilfe nicht den Monat November des Vorjahres, sondern einen Durchschnittswert heranzuziehen. "Bei der Untertützung für Künstler ist Dir ein Fehler unterlaufen: Ich habe im November 2019 gar kein Geld verdient, also kann man dafür ja auch keine 75 % ausrechnen. Bitte mache das anders. Zum Beispiel nehme den JAHRES-MONATSDURCHSCHNITT. Danke!"

Scholz hatte angekündigt, dass für die Zeit des Teil-Lockdowns im November unter anderem Solo-Selbstständige ihre Umsatzausfälle im Umfang von 75 Prozent des Umsatzes aus dem November 2019 ersetzt bekommen sollen.

17.10 Uhr: Maskenpflicht im Unterricht an Grundschulen möglich

Je nach Infektionslagekann auch für Grundschulen eine Maskenpflicht im Unterricht empfohlen oder sogar erlassen werden. Das hat das NRW-Schulministerium dpa-Anfrage klargestellt.

"Die Coronaschutz- und die Coronabetreuungsverordnung sehen eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung im Unterricht an Grundschulen nicht vor", stellte die Behörde fest. Allerdings könnten die vor Ort zuständigen Gesundheitsbehörden über diese Regelungen hinausgehende Maßnahmen anordnen, "sofern die Entwicklung des Infektionsgeschehens dies erfordert".

16.55 Uhr: Scharfe Kritik an Corona-Regeln aus Aachen

Der Gesundheitsdezernent der Städteregion Aachen, Michael Ziemons, hat die Corona-Regeln der Bundesregierung kritisiert. „Wir haben in den letzten Tagen und Wochen eigentlich immer festgestellt und ja auch öffentlich betont, dass es vor allen Dingen der private Bereich ist, der für die Steigerung der Zahlen verantwortlich ist", sagte er dem WDR.

Leider gebe für den privaten Bereich keine Regeln, "sodass unsere Sorge ist, dass durch die Maßnahmen, die jetzt beschlossen sind, viele Bereiche betroffen sind, die eigentlich gute Konzepte entwickelt haben, jetzt aber von enormen Einschränkungen betroffen sind, und möglicherweise noch zusätzlich dadurch bestraft werden, dass es gar nicht zum Erfolg führt."

16.38 Uhr: Düsseldorfer Prinzenpaar bekommt zweite Karnevalssession

Wie das Kölner Dreigestirn wird auch das designierte Düsseldorfer Prinzenpaar das närrische Volk für die Dauer von zwei Sessionen regieren. Das Comitee Düsseldorfer Carneval sprach bei der Bekanntgabe seines Beschlusses am Donnerstag von einer Premiere. Das Motto "Wir feiern das Leben" werde ebenfalls bis Ende der Session 2022 gelten.

Der Termin der Kürung von Dirk Mecklenbrauck und Uåsa Katharina Maisch müsse wegen der verschärften Corona-Beschränkungen erneut verschoben werden. Angepeilt werde dafür nun ein neuer Termin im Januar 2021.

16.00 Uhr: Schüler fordern feste Gruppen

Maskenpflicht, Abstand halten, Lüftungskonzepte, bei vielen Schülern "kommen die Corona-Regeln gut an", sagte Moritz Bayerl von der Landesschülervertretung dem WDR. Aber "teilweise herrscht bei den Schülern Unverständnis, warum nicht vorher schon mehr passiert ist. Es gibt ja noch andere Möglichkeiten, als noch keine Maskenpflicht geherrscht hatte, die man hätte durchziehen können".

Ein Mittel im Kampf gegen Corona seien "zum Beispiel kleinere Klassengrößen. Wir fordern die Einhaltung von festen Gruppen", so Bayerl. Nur dadurch könne man Infektionsketten nachverfolgen. Zudem brauche es gute Lüftungssysteme. "Erst als letzter Schritt sollten persönliche Schutzmaßnahmen getroffen werden wie die Maske."

15.57 Uhr: Neuer Höchstwert in Österreich

In Österreich hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus einen neuen Höchstwert erreicht. Binnen eines Tages wurden laut Innenministerium 4.453 neue Fälle verzeichnet.

Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl ist die Entwicklung damit deutlich schlechter als in Deutschland. Auch die Auslastung der Klinikbetten stieg markant an.

15.51 Uhr: Katalonien schließt Grenzen

Im Kampf gegen das Corona-Virus verhängt die spanische Region Katalonien ein 15-tägiges Ein- und Ausreiseverbot. Am Wochenende werde den Einwohnern zudem nicht nur verboten, Katalonien zu verlassen, sondern auch ihre Städte und Gemeinden, teilen die Behörden mit. Die Anordnung gelte ab Freitag.

Zusätzlich würden neben Bars und Restaurants künftig auch Kinos und Theater geschlossen.

15.32 Uhr: Maskenverweigerin schlägt Bahnmitarbeiterin mit Tretroller

Mit einem Tretroller hat eine Maskenverweigerin am Bochumer Hauptbahnhof eine Bahnmitarbeiterin geschlagen und verletzt. Zuvor wurde die Frau in einem Zug von Hagen nach Essen aufgefordert, einen Mund-Nasen-Schutz anzulegen, wie die Bundespolizei heute mitteilte.

Darauf beleidigte die Unbekannte die 29-jährige Zugbegleiterin und schlug zu. Anschließend flüchtete sie zusammen mit einer weiteren Frau aus dem Zug. Die Bundespolizei sicherte das Videomaterial und leitete ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung ein.

15.25 Uhr: Corona-Krise erschwert Lehrstellensuche

Die Corona-Krise hat für viele junge Leute die Suche nach einem Ausbildungsplatz deutlich schwieriger gemacht. 20,7 Prozent mehr unversorgte Bewerber ohne einen Alternativplan hat es in Nordrhein-Westfalen nach Daten der Bundesagentur für Arbeit Ende September im Vergleich zum Stichtag des Vorjahres geben. Das sind 8.900 Jugendliche.

Zugleich gab es fast 11.000 offene Stellen, wie die Bundesagentur heute bekanntgab. Inklusive der jungen Leute, die einen "Plan B" haben, aber sich noch nicht entscheiden konnten, suchten noch rund 22 000 Bewerber einen Ausbildungsplatz. Das ist fast jeder Fünfte aller Bewerber (plus 4,9 Prozent) des eigentlich im September zu Ende gegangenen Ausbildungsjahres.

15.06 Uhr: Bayern beschränkt Kontakte auch in Privaträumen

Im Kampf gegen das Coronavirus werden in Bayern ab dem 2. November noch strengere Kontaktbeschränkungen gelten als von Bund und Ländern vereinbart - nämlich ausdrücklich auch in Privaträumen.

Bei der Kontrolle von Verstößen gegen die Kontaktbeschränkung in Privatwohnungen setzt die Landesregierung auf Hinweise und Anzeigen von Nachbarn. Es handle sich um ein ähnliches Vorgehen wie bei Ruhestörungen, sagte Ministerpräsident Markus Söder.

14.33 Uhr: Bis zu zehn Milliarden Euro für neue Überbrückungshilfen

Die Bundesregierung will die Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen wegen der Corona-bedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens im November überarbeiten. Sie sollen zudem ins Jahr 2021 hinein verlängert werden, wie Bundesfinanzminister Olaf Scholz in Berlin sagte.

Insgesamt stehen bis zu zehn Milliarden Euro für neue Hilfen im Zuge von Betriebseinschränkungen zur Verfügung. Damit sollen erstmals auch entfallene Umsätze ausgeglichen werden.

14.15 Uhr: Bayern will den Katastrophenfall ausrufen

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, nimmt im Anschluss an die Kabinettssitzung an einer Pressekonferenz teil, wobei er eine Maske trägt.

Wegen der stark steigenden Corona-Infektionszahlen will Bayern bald wieder den Katastrophenfall ausrufen. In den nächsten Tagen könne dies notwendig werden, um auf die "dramatische Entwicklung" besser reagieren zu können, sagte Ministerpräsident Markus Söder.

Durch die Ausrufung des Katastrophenfalls könne das Land die Verteilung der Intensivpatienten besser koordinieren. Durch die Feststellung des Katastrophenfalls können die Regelungen des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes angewendet werden. So können Fragen der Alarmierung, der Finanzierung der Einsatzkosten und der Einsatz der ehrenamtlichen Kräfte zentral geregelt werden.

14.04 Uhr: Großveranstaltungen während der Pandemie doch möglich

Kultur- und Sportveranstaltungen sind für den November erst einmal wieder abgesagt. Doch künftig könnten solche Events trotz der Corona-Pandemie stattfinden – wenn ein paar Regeln eingehalten werden, wie aus der wissenschaftlichen Analyse eines weltweit einzigartigen Konzerts hervorgeht.

Damit dies gelingen kann, müsse die Veranstaltungsstätte vor allem über eine gute Lüftungsanlage verfügen, sagte Dr. Stefan Moritz vom Uniklinikum Halle.

13.53 Uhr: Kein Zutritt für Touristen im Kölner Dom

Wegen der aktuellen Corona-Lage und der neuesten Beschlüssen von Bund und Land zieht auch der Kölner Dom Konsequenzen: Ab Montag öffnet die Kirche nur noch zum Gottesdienst und zum Gebet.

Turmbesteigungen, Besichtigungen der Domschatzkammer und Führungen wird es vorerst nicht mehr geben. Der Kölner Dom streicht all seine Touristen-Angebote.

13.29 Uhr: Lauterbach fordert Teilung von Schulklassen

Karl Lauterbach (SPD) hat im Tagesgespräch bei WDR 5 scharfe Kritik an der Schulpolitik der Länder geübt. Er forderte dringend eine Teilung der Klassen und Organisation des Unterrichts im Schichtsystem.

Der Teil-"Lockdown", der gestern beschlossen wurde, sei so und nicht anders organisiert worden, um die Schulen auf jeden Fall offen halten zu können. "In drei Wochen hätten wir einen kompletten Lockdown inklusive Schulschließungen verkünden müssen."

12.49 Uhr: NRW-Wirtschaft könnte sich schneller erholen als vermutet

Andreas Pinkwart

Andreas Pinkwart

Experten halten eine schnelle Erholung der NRW-Wirtschaft nach dem Corona-Einbruch für möglich. Das teilte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) heute in Düsseldorf mit. Nach Prognosen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung erwartet NRW 2021 ein Wachstum von 4,7 Prozent.

Im laufenden Jahr schrumpft die Wirtschaftsleistung den Prognosen zufolge um 4,5 Prozent. Ursprünglich waren die Experten von 5,5 Prozent ausgegangen. Die Einbußen durch den "Lockdown" im November sind noch nicht eingerechnet.

11.21 Uhr: Hotspot Ischgl - Österreich sieht keinen Grund für Schadenersatz

Im Justizstreit um das Corona-Krisenmanagement im österreichischen Ischgl hat der Staat Österreich schuldhaftes Handeln der Behörden bestritten. Zahlreiche infizierte Touristen haben Klage eingereicht und verlangen Schadenersatz. Die Gesundheitsbehörden hätten sich korrekt verhalten, heißt es in einer Klagebeantwortung der Finanzprokuratur als Vertreterin des Staates.

In ihrer Stellungnahme zweifelte die Finanzprokuratur außerdem daran, dass sich der Kläger überhaupt in Ischgl angesteckt hat. Es sei möglich, dass der Kläger bereits infiziert angereist sei.

10.30 Uhr: Einbruch am Arbeitsmarkt erwartet

Arbeitslose stehen Schlange bei der Bundesagentur für Arbeit

Einbruch erwartet

Die ab Montag geplanten neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie werden wahrscheinlich die Zahl der Arbeitslosen erhöhen. Das sagte heute der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele. "Es wird zu einem Einbruch am Arbeitsmarkt führen, aber nicht zu einem Zusammenbruch", sagt Scheele. Berechnungen zufolge könnten bis zu 100.000 Jobs wegfallen.

Die BA hoffe, im Dezember an die positive Entwicklung im Oktober wieder anknüpfen zu können. In diesem Monat waren Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit laut BA kräftig gesunken. "Ein positiver Ausblick, der hoffentlich den November irgendwie überlebt", sagt Scheele.

9.30 Uhr: Regierungserklärung: Merkel spricht von "dramatischer" Lage

Kanzlerin Angela Merkel hat heute in einer Regierungserklärung im Bundestag die Corona-Lage in Deutschland als dramatisch bezeichnet. In den vergangenen Wochen seien die Zahlen der Neuinfektionen "deutlich in die Höhe geschnellt". Auch die Zahl der Menschen, die auf Intensivstationen betreut werden, steige, viele Gesundheitsämter seien an der Belastungsgrenze.

"Eine solche Dynamik wird unsere Intensivmedizin in wenigen Wochen überfordern", sagte Merkel. "Wir befinden uns zum Beginn der kalten Jahreszeit in einer dramatischen Lage."

Die neuen Regeln seien "geeignet, erforderlich und verhältnismäßig". Es sei dringend notwendig, die Kontaktketten der Neuinfizierten wieder verfolgen zu können. Dies sei derzeit nicht der Fall.

Ziel der Maßnahmen sei eine "systematische Reduzierung der Kontakte" - um mindestens 75 Prozent. Nur so könne die Ansteckungsgefahr gesenkt werden. Eine populistische Verharmlosung dagegen "wäre unverantwortlich". "Lüge und Desinformation, Verschwörung und Hass beschädigen nicht nur die demokratische Debatte, sondern auch den Kampf gegen das Virus".

8.13 Uhr: Neue Testpanne in Bayern

In einem Labor in Augsburg sind Dutzende falsch positive Testergebnisse erzeugt worden. Bei einem Hersteller von Chemikalien, die man für die Auswertung der Tests brauchte, habe es einen Engpass gegeben, erklärte das Labor.

Man habe auf einen anderen Hersteller ausweichen müssen. Dessen Reagenzien hätten aber nicht zum Rest des Testverfahrens gepasst. Das Ergebnis: 58 von 60 Tests waren falsch positiv, die Betroffenen waren also nicht infiziert.

8.03 Uhr: FDP verlangt weitere Debatten über Einschränkungen

Die FDP will die neuen Anti-Corona-Maßnahmen in Deutschland nicht ohne weitere Diskussion mittragen. Die Ministerpräsidenten hätten zum Teil unabgestimmt gehandelt, sagte ihr Parlamentarischer Geschäftsführer im Bundestag, Marco Buschmann, heute im ARD-"Morgenmagazin". Buschmann wandte sich dagegen, "das ganze Land über einen Kamm zu scheren".

Buschmann kündigte an, die FDP sei bemüht, "dort, wo wir mitregieren, die Parlamente stärker einzubeziehen". Also in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz.

7.34 Uhr: Gesundheitsminister: Beschränkungen kommen "noch rechtzeitig"

Im Interview mit WDR 2 hat Gesundheitsminister Jens Spahn heute Morgen die weitreichenden Corona-Beschränkungen im November verteidigt. "Ich will einfach nicht warten, bis die Intensivstationen überfüllt sind", betonte Spahn. In vielen anderen europäischen Ländern wäre der richtige Zeitpunkt für solche Maßnahmen verpasst worden. Deutschland habe die Chance, weiterhin besser durch die Krise zu kommen als andere Staaten.

6.55 Uhr: Impfkampagne wird wohl lange andauern

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (RKI) geht davon aus, dass eine Impfung der gesamten Bevölkerung gegen das Coronavirus auch bei schneller Entwicklung eines Impfstoffs Ende 2021 noch nicht abgeschlossen sein wird.

"Es wird längere Zeit dauern, bis wir durch die Impfung eine spürbare Veränderung des Infektionsgeschehens sehen werden, dass wir sagen können, jetzt kann wieder Ruhe einkehren", sagte der Virologe Thomas Mertens der Funke Mediengruppe. Wenn man etwa pro Tag 100.000 Menschen impfen würde, brauche man 150 Tage, um 15 Millionen Menschen zu impfen.

6.30 Uhr: Mehr als 16.000 Neuinfektionen

In Deutschland sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) innerhalb eines Tages mehr als 16.000 neue Coronavirus-Infektionsfälle gemeldet worden. Wie das RKI heute Morgen mitteilte, wurden am Mittwoch insgesamt 16.774 neue Fälle registriert, nach 14.964 neuen Fällen am Vortag.

Die Zahl der insgesamt seit Beginn der Pandemie in Deutschland registrierten Infektionsfälle stieg demnach auf 481.013, die Zahl der Todesfälle auf 10.272 - 89 mehr als am Vortag.

6.29 Uhr: Bessere EU-Koordination in der Krise geplant

Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen künftig ihre Corona-Schutzmaßnahmen besser koordinieren und sich zu diesem Zweck häufiger austauschen. Heute Abend findet die erste Videokonferenz zum Thema seit dem Frühjahr statt.

Heute soll es unter anderem um Test- und Impfstrategien sowie die Verfolgung von Kontaktpersonen gehen. Der Austausch soll künftig spätestens alle 14 Tage stattfinden.

0.00 Uhr: Wirtschaftsverbände kritisieren Beschlüsse

Wirtschaftsverbände haben die von Bund und Ländern beschlossenen massiven Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Krise kritisiert. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer erklärte gestern Abend: "Es ist gut, dass Bund und Länder einen pauschalen Wirtschafts-Lockdown erkennbar vermeiden wollten, gleichwohl ist das nicht durchgängig gelungen und ein harter und bitterer Tag für viele Handwerksbetriebe."

Die großen Anstrengungen und Investitionen vieler Betriebe in den vergangenen Monaten, mit ausgeklügelten Hygienekonzepten Kunden und Mitarbeiter zu schützen, hätten mehr Anerkennung verdient. Der nun vereinbarte Teil-Lockdown treffe die Betriebe besonders, die durch den ersten Lockdown bereits massiv angeschlagen seien. Es sei daher entscheidend, dass das angekündigte zusätzliche Unterstützungspaket zeitnah festgelegt werde.

0.00 Uhr: Bund und Länder einigen sich auf Beschränkungen

Die Ergebnisse aus den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten lauten wie folgt:

  • In der Öffentlichkeit sind nur noch Angehörige des eigenen und eines weiteren Hausstandes mit maximal zehn Personen gestattet
  • Freizeiteinrichtungen wie Theater, Opern oder Konzerthäuser werden vom 2. November an bis Ende des Monats geschlossen. Die Regelung betreffe auch den Freizeit- und Amateursportbetrieb, Individualsport soll ausgenommen werden.
  • Profisport darf im November nur noch ohne Zuschauer stattfinden. Das gilt auch für die Fußball-Bundesliga.
  • Gastronomiebetriebe werden vom 2. November für den restlichen Monat geschlossen. Davon ausgenommen soll die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause sein. Auch Kantinen bleiben offen.
  • Schulen und Kindergärten bleiben offen.
  • Der Groß- und Einzelhandel bleibt offen. Allerdings darf sich in Geschäften nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter aufhalten.
  • Touristische Übernachtungsangebote im Inland sollen im November verboten werden. Diese dürften nur noch für notwendige Zwecke wie zwingende Dienstreisen gemacht werden.

Zudem fordern Bund und Länder Unternehmen eindringlich auf, Heimarbeit zu ermöglichen - wo dies umsetzbar ist. Für Unternehmen, die von den vorübergehenden Schließungen betroffen sind, plant der Bund laut dpa eine Finanzhilfe mit einem Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro.

Stand: 29.10.2020, 21:00