Ticker vom Dienstag (21.07.2020) zum Nachlesen

Ticker vom Dienstag (21.07.2020) zum Nachlesen

  • Preise für Gold und Silber haben zugelegt
  • Hoffnung auf Corona-Impfstoff wächst
  • Pop-Up-Seelsorge in Düsseldorf
  • Fibo wird im Oktober rein digital nachgeholt
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Preise für Gold und Silber haben zugelegt

Der Preis für Silber hat erstmals seit fast genau vier Jahren die Marke von 20 Dollar (17,48 Euro) übersprungen. An der Börse in London wurde eine Unze heute Morgen für 20,46 Dollar (17,87 Euro) gehandelt. Angesichts der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus gilt das Edelmetall als sichere Anlage in Krisenzeiten. Noch im März hatte Silber den niedrigsten Preis seit elf Jahren erreicht. Seitdem stieg der Preis um rund 70 Prozent. Über 20 Dollar lag er zuletzt im August 2016.

Auch der Goldpreis hat in der Corona-Krise deutlich zugelegt. Heute erreichte er 1824,53 Dollar und damit den höchsten Wert seit neun Jahren. 2011 war der Goldpreis erstmals über die 1800-Dollar-Marke gestiegen.

Hoffnung auf Corona-Impfstoff wächst

Weltweit suchen Forscher händeringend nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Jetzt gibt es einen leisen Hoffnungsschimmer. Forscher aus verschiedenen Ländern melden derzeit ihre Erkenntnisse. So veröffentlichten Forscher der Universität Oxford bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff erste vielversprechende Zwischenergebnisse. Wie die Fachzeitschrift "The Lancet" berichtet, haben zehntausende freiwillige Testpersonen eine Substanz bekommen, die gute Immunreaktionen auslöst.

Der Impfstoff aus Oxford nutzt ein harmloses Virus, das Merkmale des Coronavirus trägt. Die geimpften Freiwilligen vertragen ihn ohne ernste Nebenwirkungen und ihr Immunsystem reagiert. Es bildet nicht nur Antikörper, sondern auch T-Zellen, eine zweite wichtige Reaktion. T-Zellen können auch dann vor Infektionen schützen, wenn sich Antikörper nach einiger Zeit zurückbilden. Weil es in Europa zurzeit zu wenig Coronafälle gibt, testet man die Schutzwirkung der Impfung jetzt in Brasilien.

Gleichzeitig dämpfte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Hoffnung, dass schon bald Mittel auf den Markt kommen. Bis dahin seien noch weitere Studien notwendig.

Corona-Impfstoff: Neueste Erkenntnisse ein Hoffnungsschimmer?

WDR 2 21.07.2020 02:24 Min. Verfügbar bis 21.07.2021 WDR 2


Studie: Corona-Genesene vermutlich immun

Sind Corona-Patienten nach der Genesung immun gegen das Virus? Eine noch unveröffentlichte Studie stimmt da optimistisch. Corona-Patienten haben demzufolge in vielen Fällen dauerhaft so viele Antikörper, dass eine erneute Infektion mit dem Virus vermutlich abgewehrt werden kann. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie an 327 Covid-19-Patienten im chinesischen Wuhan, die zu den weltweit ersten infizierten Erkrankten gehören.

Bei mehr als 80 Prozent der Patienten seien sechs Monate nach ihrer Erkrankung noch biologisch aktive Antikörper nachgewiesen worden. Und die seien fähig, das Virus unschädlich zu machen, sagte der Virologe Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Essen.

An der Studie in Wuhan waren auch drei Virologen aus Essen beteiligt. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen in den nächsten Tagen einem Fachmagazin zur Begutachtung vorgelegt werden.

Institut: Mehr Haushalte brauchen Hilfe bei Wohnkosten

Infolge der Corona-Krise werden aus Sicht von Wirtschaftsforschern mehr Haushalte Schwierigkeiten bekommen, ihre Wohnkosten zu bezahlen. Grund seien Arbeitsplatzverluste und Einkommenseinbußen, wie es in einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln heißt. Die Autoren schlagen vor, dass Wohngeld aufzustocken, damit Haushalte nicht in die Grundsicherung abrutschen. Sozialwohnungen sollten denen zugute kommen, die sie benötigen, etwa indem Mietverträge befristet werden, lautet eine weitere Empfehlung.

Weniger Lust auf Shoppen

Das Bild zeigt eine Frau mit Maske, die sich Kleidung auf einer Kleiderstange ansieht.

Macht weniger Spaß: Shoppen mit Maske

Viele Menschen stört die Maske beim Einkaufen so sehr, dass sie lieber ganz aufs Shoppen verzichten. Das hat eine Umfrage unter rund 1.000 Verbrauchern ergeben. Rund 45 Prozent sagten, dass sie wegen der Maskenpflicht seltener in Geschäften einkaufen, berichtet das Marktforschungsunternehmen Nordlight Research in seinem heute veröffentlichten "Trendmonitor Deutschland".

Vor allem größere Anschaffungen würden zurückgestellt. Laut der Studie gebe jeder fünfte Bundesbürger beim Shoppen aktuell bewusst weniger Geld aus als normalerweise. Ein Drittel der Haushalte habe nach eigener Aussage der Befragten außerdem weniger Einkommen zur Verfügung als vor dem Ausbruch der Krise.

Düsseldorfer "Nacht der Museen" fällt komplett aus

Wegen der Coronavirus-Beschränkungen fällt die Düsseldorfer "Nacht der Museen" in diesem Jahr komplett aus. Die zunächst von April auf einen späteren Zeitpunkt verlegte Museumsschau müsse abgesagt werden, teilte die Stadt Düsseldorf heute mit. Rund 35 Museen und Galerien wollten zur "Nacht der Museen" ihre Türen bis weit nach Mitternacht für Kulturinteressierte und Nachtschwärmer öffnen. Vor zwei Jahren waren rund 23.000 Besucher gekommen.

Fitnessmesse Fibo wird im Oktober rein digital nachgeholt

Die wegen der Corona-Pandemie verschobene Fitnessmesse Fibo soll im Oktober in rein digitaler Form nachgeholt werden. Diese Entscheidung sei nach Gesprächen mit Ausstellern und Partnern gefallen, teilte der Chef des Veranstalters Reed Exhibitions, Hans-Joachim Erbel, heute mit. "Gemeinsam hatten wir gehofft, im Oktober mit der Branche nach dem monatelangen Lockdown wieder an den Start gehen zu können", sagte Erbel. "Das wird aufgrund der laufenden Entwicklung der Pandemie und der damit einhergehenden Unsicherheit leider nicht der Fall sein."

Hälfte der Jugendherbergen in Westfalen bleibt bis 2021 zu

Rund die Hälfte der 29 Jugendherbergen in Westfalen-Lippe wird das gesamte Jahr wegen fehlender Gruppenbuchungen in der Corona-Pandemie geschlossen bleiben. Existenzbedrohend sei die Situation allerdings bisher weder für den Landesverband noch für die temporär geschlossenen Standorte, teilte das Deutsche Jugendherbergswerk in der Region am Dienstag mit. An den geschlossenen Standorten mache der Anteil der Schulklassen und Gruppen normalerweise bis zu 80 Prozent der Belegung aus. Weil diese in vielen Häusern weggebrochen seien, sei der Betrieb in diesem Jahr "leider wirtschaftlich nicht mehr darstellbar".

Pop-Up-Seelsorge in Düsseldorf

Ein Tisch, eingerahmt mit Plexiglasscheiben und zwei Stühle auf dem Platz vor der Diakonie - fertig ist die Pop-Up-Seelsorge im Düsseldorfer Stadtteil Flingern. In den Sprechstunden, die nun temporär (pop up= plötzlich auftauchen) unter freiem Himmel angeboten werden, sind Seelsorger ganz Ohr für die Nöte und Ängste der Bürger in Corona-Zeiten. Wochentags von 10 bis 12 Uhr können sich Betroffene hier aussprechen.

Österreich weitet die Maskenpflicht wieder aus

Als Reaktion auf steigende Corona-Infektionszahlen weitet Österreich die Maskenpflicht wieder aus. In Supermärkten, Bank- und Postfilialen müsse von Freitag an wieder ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) heute in Wien. Er kündigte auch schärfere Grenzkontrollen zu Ungarn und Slowenien an. Viele neue Corona-Fällen seien in jüngster Zeit von Reisenden eingeschleppt worden, die aus Ländern des Balkans zurückkehrten, sagte der Regierungschef. Außerdem könnten von dort nur noch Einreisen erfolgen, wenn ein von einem auch in Österreich anerkannten Labor ausgestellter negativer PCR-Test vorliege oder sich der Reisende in Quarantäne begebe.

40.000 Gastro-Betriebe in Spanien schließen wegen Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie hat tiefe Kerben in die Restaurant- und Kneipenlandschaft Spaniens geschlagen. Nach Angaben des spanischen Gastronomieverbandes von heute mussten wegen ausbleibender Gäste während der Krise landesweit rund 40.000 Bars, Restaurants und Hotels dauerhaft schließen. Das entspricht etwa 13 Prozent der gastronomischen Betriebe Spaniens. Bis Ende des Jahres rechnet der Verband damit, dass die Zahl der geschlossenen Betriebe auf 65.000 ansteigt. Die Hotel- und Gastrobranche ist ein zentraler Sektor der spanischen Wirtschaft.

Transatlantischuen Luftverkehr wieder in Gang bringen

Die Chefs großer Fluggesellschaften dringen darauf, den Luftverkehr zwischen den USA und Europa wieder in Gang zu bringen. Die Antwort auf die Corona-Pandemie benötige weiterhin eine Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Bürgern und Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks, heißt es in einem offenen Brief der Gesellschaften United, American Airlines, Lufthansa und International Airlines Group an US-Vizepräsident Mike Pence und EU-Innenkommissarin Ylva Johansson. Angesichts der Bedeutung des transatlantischen Flugverkehrs für die globale Wirtschaft und die Geschäfte der Airlines sei es "entscheidend", einen Weg zu finden, um den Luftverkehr zwischen den USA und Europa wieder zu eröffnen. "Niemandem wird die andauernde Schließung dieses am wenigsten entbehrlichen Korridors für die globale Luftfahrt nutzen", heißt es in dem Brief von heute, den auch Lufthansa-Chef Carsten Spohr unterschrieb.

80.000 Corona-Tote in Brasilien

Die offizielle Zahl der Todesopfer der Corona-Pandemie in Brasilien ist auf mehr als 80.000 gestiegen. Brasilien ist nach den USA sowohl gemessen an den Infektions- als auch den Totenzahlen das am zweitstärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt.

Zu Beginn der Pandemie hatte Präsident Jair Bolsonaro die von dem neuartigen Coronavirus ausgehende Gefahr immer wieder kleinzureden versucht. Er bezeichnete damals die von dem Erreger ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 als "kleine Grippe". Der Staatschef hat sich inzwischen selbst mit dem Coronavirus infiziert. Er befindet sich seit rund zwei Wochen in Quarantäne.

WHO will gesundheitsschädliche Informationsflut bekämpfen

Im Kampf gegen das Coronavirus, das weltweit Menschen bedroht, gibt es eine zweite Front: die Informationsflut mit vielen falschen und missverständlichen Informationen, die das Vertrauen der Menschen in Behörden und Experten zu untergraben droht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Wissenschaftler aus zahlreichen Disziplinen und Ländern zusammengebracht, die eine völlig neue Forschungsdisziplin schaffen wollen: Infodemiologie. Das ist das Ergebnis einer Online-Konferenz, die heute zu Ende gegangen ist. Beteiligt waren Wissenschaftler aus Disziplinen wie Mathematik, EDV, Soziologie, Psychologie, Gesundheit, Kommunikation und anderen.

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Stand: 21.07.2020, 19:26