Ticker von Donnerstag (02.07.2020) zum Nachlesen

Ticker von Donnerstag (02.07.2020) zum Nachlesen

  • Sorge vor zweiter Infektionswelle
  • Reisewarnung für die Türkei bleibt
  • Tests an Menschen mit 17 Impfstoff-Kandidaten
  • Gutscheinlösung für abgesagte Pauschalreisen kommt
  • Alle Entwicklungen hier im Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Sorge vor zweiter Infektionswelle

Die Furcht vor einer zweiten Corona-Infektionswelle ist in der Bevölkerung nach wie vor verbreitet. Die Hälfte der befragten Deutschen sorgt sich laut dem heute veröffentlichten ARD-"Deutschlandtrend" davor, dass die Zahl der Infektionen in den kommenden Wochen wieder deutlich ansteigt. Bei 13 Prozent der Menschen ist diese Sorge demnach sehr groß, bei 37 Prozent groß. Auf der anderen Seite sind viele Menschen deutlich gelassener. Bei 32 Prozent der Befragten ist die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle laut der Umfrage weniger groß, bei 17 Prozent sogar klein.

Reisewarnung für die Türkei bleibt

Vor Urlaubsreisen in die Türkei warnt die Bundesregierung weiterhin. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu warb heute bei seinem deutschen Kollegen Heiko Maas (SPD) vergeblich für eine "sofortige" Aufhebung.

Wer in der Türkei Urlaub macht, muss derzeit damit rechnen, nach seiner Rückkehr von den deutschen Behörden in eine 14-tägige Quarantäne geschickt zu werden. Dagegen hatte die türkische Regierung protestiert, weil viele deutsche Touristen wegbleiben.

Die EU hatte diese Woche die Reisewarnungen für mehrere Länder aufgehoben, die Türkei war nicht darunter. Maas betonte, "diesem Schritt sollen weitere Folgen". Reisen zum Besuch von Familienangehörigen in der Türkei fielen übrigens nicht unter die Warnung, so Maas.

Tests an Menschen mit 17 Impfstoff-Kandidaten

Im weltweiten Kampf gegen das Coronavirus werden inzwischen 17 Impfstoffkandidaten an Menschen getestet. Am weitesten fortgeschritten ist ein Impfstoff, den die Universität Oxford entwickelt hat, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) heute nach einer zweitägigen Corona-Forschungskonferenz berichtete. Selbst, wenn diese Kandidaten nicht erfolgreich sind, ist die WHO optimistisch: "Wir haben eine breite Pipeline mit vier verschiedenen Impfstofftypen", sagte Ana Maria Henao Restrepo, bei der WHO für Forschung und Entwicklung zuständig. Es werde an mehr als 150 Wirkstoffen geforscht.

Schutzmasken ohne Schutzwirkung

Wurden Ärzte mit minderwertigen Schutzmasken in Gefahr gebracht? Auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie haben europäische Behörden offenbar Millionen Schutzmasken mit zweifelhaften Zertifikaten eingekauft.

Auch das Bundesgesundheitsministerium lieferte nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks und der Rechercheplattform OCCRP mindestens 800.000 Schutzmasken aus, die keinen Schutz vor einer Infektion boten.

Corona-Hilfen: Bundestag beschließt zweiten Nachtragshaushalt

Durch die Corona-Krise sind viele Menschen und Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Das Konjunkturpaket der Bundesregierung soll Abhilfe schaffen und die Wirtschaft wieder ankurbeln. Heute Vormittag hat der Bundestag nun den zweiten Nachtragshaushalt zur Finanzierung des Konjunkturpakets beschlossen.

Vorgesehen sind für das laufende Jahr nun neue Schulden in Höhe von insgesamt 217,8 Milliarden Euro. Damit werden unter anderem der Kinderbonus, die Deckelung der Lohnnebenkosten und eine höhere E-Auto-Prämie finanziert.

Gutscheinlösung für abgesagte Pauschalreisen kommt

Für Corona-bedingt abgesagte Pauschalreisen gibt es künftig eine Gutscheinlösung. Der Bundestag stimmte heute ohne Gegenstimmen für einen entsprechenden Gesetzentwurf. Mit der neuen Regelung bekommen Reiseveranstalter die Möglichkeit, bei einer Absage von Pauschalreisen aufgrund der Pandemie den Kunden - alternativ zur Erstattung der Anzahlungen - einen Reisegutschein im gleichen Wert anzubieten. Die Bundesregierung erhofft sich dadurch mehr Liquidität für die Firmen. Die Gutscheine werden vom Staat gegen eine mögliche Insolvenz des Reiseveranstalters abgesichert. Reisende werden aber nicht verpflichtet, sie anzunehmen.

Corona-Krise: Volkszählung soll auf 2022 verschoben werden

Die für das laufende Jahr geplante Volkszählung soll wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben werden. Die Vorbereitungsarbeiten hätten nicht wie geplant durchgeführt werden können, erklärte das Bundesinnenministerium heute in Berlin. Deshalb sei geplant, den Zensus um ein Jahr zu verschieben. Dafür muss das Zensusgesetz geändert werden, was noch vom Kabinett und danach von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden muss. Die Zählung nimmt nicht nur die Bevölkerung in den Blick, sondern soll auch Daten zu Erwerbstätigkeit und Wohnsituation liefern. Die letzte Volkszählung war 2011.

Dramatischer Corona-Einbruch am Dortmunder Flughafen

Die Corona-Pandemie hat auch den Dortmunder Flughafen mit voller Wucht getroffen: Die Passagierzahl brach im ersten Halbjahr um 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein, wie der Airport heute mitteilte. Nur 544.145 Reisende wurden gezählt. Im Januar und Februar sei man mit einem deutlichen Plus noch auf dem besten Wege gewesen, erneut einen Passagierrekord aufzustellen. Mit dem "Shutdown" im März sei es zu einem dramatischen Einbruch, im April und Mai dann fast vollständig zum Erliegen des Flugverkehrs gekommen. Seit Juni gehe es langsam wieder aufwärts.

Kleine Karnevalsvereine im Ruhrgebiet sagen Session ab

Die ersten Karnevalsvereine haben die Session 2020/21 bereits abgesagt. Vereine wie in Werne und Selm im Kreis Unna können sich die finanziellen Risiken nicht leisten. Außerdem wollen sie keinen Corona-Ausbruch wie in Heinsberg riskieren. Daher haben sie die Session nun abgesagt.

In Hamm, Hagen und Dortmund wollen die Vereine erst einmal die Sessionseröffnung weiter planen. In Hagen steht schon fest: Es wird keinen "Rathaussturm" geben.

Aachener Autobauer e.Go insolvent

Wer sich ein E-Auto zulegt, greift nur selten zur Marke e.Go. Auch deshalb befindet sich der krisengeplagte Aachener Elektroautohersteller nun in einem Insolvenzverfahren - und zwar in Eigenverwaltung.

Das Amtsgericht Aachen habe das Verfahren eröffnet und den bisherigen Vorstand sowie zwei Anwälte als operative Verantwortliche benannt, teilte das Unternehmen heute mit. Im Juli will der Autobauer die Produktion aussetzen.

Bereits auf dem Höhepunkt der Corona-Krise hatten die Bänder bei e.Go wochenlang still gestanden. Laut einer Unternehmenssprecherin habe man für 80 Prozent der Belegschaft Kurzarbeit angemeldet - das sind etwa 340 Angestellte.

Aachen: Wie geht es weiter bei e.GO?

00:29 Min. Verfügbar bis 02.07.2021


Esprit will in Deutschland mehr als 1.000 Stellen streichen

Der Modekonzern hat angekündigt, rund die Hälfte seiner Geschäfte in Deutschland zu schließen - das sind rund 50 Filialen. Die Läden sollen bis Ende November dichtmachen. Betroffen sind rund 1.000 Jobs in den Geschäften und den Verwaltungen. Bereits im März hatten mehrere deutsche Tochtergesellschaften ein Schutzschirmverfahren beantragt.

Run auf Corona-Hilfen für Studierende

Nicht nur Berufstätige sind durch die Corona-Krise in Not geraten. Auch viele Studierende wissen nicht, wie sie ohne Job ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen. Seit ein paar Tagen können sie einen finanziellen Zuschuss bei den Studierendenwerken beantragen.

Offenbar sind an einigen Unis schon tausende Anträge eingegangen. Weil es so viele sind, ist unklar, ob sie wirklich alle bewilligt werden können.

Laumann: Kontrollen in Unterkünften nicht nur in Pandemie

Nach den Corona-Ausbrüchen in großen Schlachtbetrieben fordert NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) mehr Kontrollmöglichkeiten in Sammelunterkünften für Arbeiter. Auch außerhalb der Pandemie müsse der Arbeitsschutz in solche Wohnungen hinein können, sagte Laumann heute im Bundestag. Im Zuge der Corona-Bekämpfung sei dies in NRW erstmals möglich gewesen. Bei 650 Kontrollen seien 1.863 Beanstandungen festgestellt worden. Laumann unterstützte angekündigte Gesetzesverschärfungen der Bundesregierung, zu denen eine verpflichtende digitale Zeiterfassung auch für Kontrollen des Mindestlohns gehört. Dass man in einer Branche, "wo man bei jeder Mettwurst sagen kann, von welchem Schwein sie abstammt, nicht digital Zeit erfassen kann, ist mir ein Rätsel".

Keine Kreuzfahrten mit Aida Cruises bis Ende August - mit Ausnahmen

Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat ihre Fahrten bis Ende August abgesagt. An vielen weltweiten Destinationen seien die Bedingungen für sicheres Reisen noch nicht gegeben, teilte das Unternehmen heute an seinem Sitz in Rostock mit. Die Kreuzfahrtsaison von Aida Cruises war im März zunächst bis April unterbrochen worden. Bereits mehrfach wurde sie danach um jeweils einen Monat verlängert. Ausgenommen von der Verlängerung der Saisonunterbrechung bis Ende August seien einzelne Abfahrten von "Aida Perla", "Aida Prima" und "Aida Diva" ab dem 15. August, von "Aida Bella" ab dem 30. August und von "Aida Sol" ab dem 25. August, heißt es auf der Internetseite des Kreuzfahrt-Anbieters. "Derzeit sind wir zuversichtlich, dass diese Reisen stattfinden können."

Kirmes trotz Corona

Zwar sind Volksfeste derzeit wegen der Corona-Pandemie verboten, ein Besuch auf der Kirmes ist für die Menschen in NRW aber drin. Seit Mitte Juni erlaubt die Landesregierung Schaustellern unter bestimmten Hygieneregeln wieder Jahrmärkte abzuhalten. Auch muss die Zahl der Besucher reguliert werden.

Seit heute gibt es konkrete Corona-Regeln des NRW-Gesundheitsministeriums, was auf diesen sogenannten "Pop-up-Freizeitparks" erlaubt ist und was nicht: Es muss eindeutige Laufwege geben, die Abstandsregeln von 1,50 Metern sind einzuhalten und es besteht z.B. in geschlossenen Kabinen wie beim Riesenrad eine Maskenpflicht.

In Berlin wollen heute Schausteller aus ganz Deutschland demonstrieren: Sie fordern, dass Volksfeste wieder erlaubt werden und fordern auch einen Rettungsschirm für die Kirmes-Branche. Die Schausteller fühlen sich durch die Corona-Schutzvorschriften benachteiligt.

Minister Spahn besteht auf Remdesivir-Lieferung

In dieser Woche könnte in Europa die Zulassung des Corona-Medikaments Remdesivir erfolgen. Nachdem nun auch die USA dem amerikanschen Hersteller Gilead Sciences einen Großauftrag erteilt hat, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), dass er auf eine ausreichende Lieferung des Medikaments für Deutschland und die EU bestehe.

Remdesivir gilt als effektivstes Mittel bei der Behandlung von Patienten mit der Lungenkrankheit Covid-19, die vom Coronavirus ausgelöst wird. Derzeit liege der Vorrat der Arznei in einer Zentralapotheke allerdings lediglich in einer Menge vor, die für die nächsten Monate reiche, so Spahn.

Österreich streicht Reisewarnung für den Kreis Warendorf

Österreich hat die corona-bedingte Reisewarnung für den münsterländischen Kreis Warendorf zurückgenommen. Die heute aktualisierten Hinweise des österreichischen Außenministeriums verweisen jetzt nur noch für den Kreis Gütersloh auf "eine partielle Reisewarnung (Sicherheitsstufe 5)" aufgrund erhöhter Infektionszahlen nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies. Eine generelle Reisewarnung für ganz Nordrhein-Westfalen hatte die österreichische Regierung bereits zu Wochenbeginn aufgehoben. Ein Beherbergungsverbot für Gäste aus NRW hat der Alpenstaat nicht ausgesprochen.

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Stand: 02.07.2020, 19:06