Ticker vom Freitag (29.05.2020) zum Nachlesen

Ticker vom Freitag (29.05.2020) zum Nachlesen

  • Belgien und NRW lockern Besuchsregelungen
  • Niederländische Bürgermeister appellieren an Menschen in NRW
  • Phantasialand und Moviepark öffnen unter Auflagen
  • Alle Entwicklungen hier im Corona-Live-Ticker

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Was gibt es Neues in Sachen Coronavirus? Hier im Live-Ticker halten wir Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden.

Deutsche dürfen belgische Verwandte besuchen

Viele NRW-Bürger haben Verwandte in Belgien, die sie lange nicht sehen konnten. Seit dem 20. März waren Fahrten ins Nachbarland nur für Berufspendler und Arztbesuche erlaubt. Das ändert sich nun: Ab Samstag (31.05.2020) werden die Auflagen für den Grenzübertritt gelockert, Familienbesuche und Einkäufe sind dann wieder erlaubt. Zahlreiche Politiker auf beiden Seiten hatten sich für eine Öffnung stark gemacht. Touristische Reisen ins Nachbarland bleiben allerdings weiterhin verboten.

Appell von niederländischen Bürgermeistern: Nur notwendige Besuche

Die Bürgermeister der niederländischen Grenzorte haben ihre Nachbarn in NRW freundlich gebeten, an Pfingsten zu Hause zu bleiben. Die Sorge sei groß, dass sich das Corona-Virus durch große Menschenansammlungen schnell verbreiten werde, schrieb der Venloer Bürgermeister Antoin Scholten in einem Offenen Brief im Namen aller 15 Bürgermeister der südlichen Region der Niederlande. Normalerweise seien die Deutschen sehr geschätzte Gäste. "Wir vermissen Sie", so die Bürgermeister: "Wir bitten Sie aber jetzt von Nachbar zu Nachbar, nicht zu kommen, wenn es nicht wirklich notwendig ist."

Scholten lobte die deutschen Nachbarn auch, dass sie zu Himmelfahrt nicht massenhaft zum Shoppen in die Region Limburg gekommen seien: "Wir hoffen, dass Sie noch eine Weile durchhalten können." Die Behörden fürchten vor allem, dass es in den Einkaufsstraßen etwa in Venlo zu voll wird - oder dass lange Warteschlangen vor dem Designer Outlet in Roermond entstehen.

Große Freizeitparks öffnen unter Hygieneauflagen

Die zwei größten Freizeitparks in NRW - das Phantasialand und der Moviepark in Bottrop - haben heute zum ersten Mal nach der Corona-Zwangspause wieder geöffnet. Unter strengen Hygienekonzepten darf nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern reingelassen werden.

Jeder muss mindestens eine, am besten aber zwei Masken dabei haben. Außerdem gelten auch in den Parks die Abstandsregeln.

Statt Rheinkirmes: Temporärer Freizeitpark an Düsseldorfer Messe

Nachdem die riesige Düsseldorfer Rheinkirmes aufgrund der Corona-Regeln ausfällt, sollen im Juni 20 Fahrgeschäfte und zehn Imbiss- und Süßwarenbuden auf dem Messegelände aufgebaut werden. Der Eintritt kostet und ist limitiert.

Die Rheinkirmes - zu der jährlich bis zu vier Millionen Besucher kommen - war für Juli gestrichen worden. Schausteller Oscar Bruch, der selbst mit mehreren Fahrgeschäften dabei gewesen wäre, schlug der Stadt vor wenigen Wochen ein "Düsselland" als Ersatz vor. Zusammen mit der Messe sei der Plan umgesetzt worden, hieß es heute von Seiten der Stadt.

Sechs Corona-Fälle bei Fleischfirma Tönnies

Auch beim Fleischunternehmen Tönnies in Rheda-Wiedenbrück gibt es die ersten Coronavirus-Infizierten. Sechs Mitarbeiter, die in Oelde wohnen, wurden positiv getestet. Das hat das Kreisgesundheitsamt Warendorf am Donnerstagabend (28.05.2020) bekannt gegeben. Derzeit würden 6.000 Tönnies-Mitarbeiter auf Sars-Cov-2 getestet.

Die sechs infizierten Arbeiter wohnen nach Angaben des Bürgermeisters von Oelde in zwei Mehrfamilienhäusern. Alle 42 Mitbewohner seien jetzt unter Quarantäne gestellt worden. Die Infizierten wurden inzwischen in andere Unterkünfte gebracht, um sie zu isolieren.

Profi-Sportvereine gründen NRW-Bündnis

20 Spitzen- und Profi-Sportvereine aus Nordrhein-Westfalen haben sich zur Interessensgemeinschaft "Teamsport NRW" zusammengeschlossen. Sie wollen sich gegenseitig bei den Herausforderungen der Corona-Krise unterstützen.

Denn für die Vereine aus den Bereichen Handball, Basketball, Eishockey und Volleyball sind "Geisterspiele" keine Option. "Anders als beim Fußball sind für uns die Ticketerlöse unverzichtbar", sagt Initiator Björn Barthel, Geschäftsführer des Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen.

Einzelhandel leidet in der Corona-Krise

Der Einzelhandel in Deutschland hat wegen geschlossener Geschäfte in der Corona-Krise hohe Umsatzeinbußen erlitten. Im April sank der Umsatz im Einzelhandel preisbereinigt um 6,5 Prozent gemessen am Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Gefragt waren im April zwar Lebensmitteln, Getränke und Tabak - dort stieg der Umsatz um 6,2 Prozent. Gerade Supermärkte profitierten. Hingegen brach der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln um 14,5 Prozent ein - der größte Rückgang seit Beginn der Zeitreihe 1994. Besonders groß waren die Umsatzverluste bei Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren mit mehr als 70 Prozent.

Großer Gewinner in der Corona-Krise war dagegen der Internet- und Versandhandel mit einem Umsatzplus von mehr als 24 Prozent zum April des Vorjahres.

Virologe Drosten: Möglicherweise keine zweite Infektionswelle

Möglicherweise bleibt den Deutschen eine zweie Corona-Welle erspart. Diese Vermutung äußerte Virologe Christian Drosten von der Berliner Uniklinik Charité heute gegenüber dem "Spiegel".

Mittlerweile wisse man, dass sich das Virus besonders über sogenannte Superspreader verbreite, also Infizierte, die für viele Ansteckungen verantwortlich sind. "Und ein solches Infektionsgeschehen kann man besser kontrollieren als eine gleichförmige Ausbreitung unterm Radar, wie wir das am Anfang angenommen haben."

Daher gebe es jetzt eine "theoretische Möglichkeit", dass die Deutschen "ohne zweite Welle durchkommen".

105 neue Corona-Infektionen in NRW

In NRW sind innerhalb eines Tages 105 Neuinfektionen mit dem Coronavirus dazugekommen. Wie das NRW-Gesundheitsministerium heute mitteilte, stieg die Gesamtzahl aller nachgewiesenen Infektionen seit Beginn der Pandemie auf 37.784. Davon seien 33.699 wieder genesen.

Die Zahl der Toten erhöhte sich im Vergleich zu den Angaben vom Donnerstag leicht um 6 auf 1.587. Daraus ergibt sich, dass aktuell nachweislich etwa 2.500 Menschen in NRW mit dem Coronavirus infiziert sind. Mittwoch war diese Zahl erstmals seit dem Zenit unter die Marke 3.000 gesunken.

Die meisten Neuinfektionen innerhalb eines Tages wurden in Gütersloh verzeichnet - innerhalb eines Tages kamen 19 neue Infektionen hinzu. Ein Dutzend Städte und Kreise in NRW haben innerhalb der letzten sieben Tage weniger als eine Neuinfektion pro 100.000 Einwohner gemeldet.

Bielefelder Forscher: Hohes Risiko in Flüchtlingsheimen

Menschen in Flüchtlingsunterkündten sind nach Erkenntnissen der Uni Bielefeld besonders gefährdet, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Wegen der hohen Personendichte könnten die Unterkünfte zu Hotspots für Infektionen werden, warnen Gesundheitswissenschaftler einer heute veröffentlichten Studie.

Nach den aktuellen Ergebnissen ergebe sich nach einer Feststellung eines Corona-Falles ein Ansteckungsrisiko für alle übrigen Bewohner von 17 Prozent. Diese Zahl sei mit dem Ausbreitungsrisiko auf Kreuzfahrtschiffen vergleichbar, erläuterte Profeessor Kayvan Bozorgmehr.

"Die beengten Verhältnisse begünstigen eine rasche Ausbreitung", sagte Ko-Autor Oliver Razum. Zudem müssten sich viele Menschen wenige Küchen, Toiletten und Duschen teilen. Die Wissenschaftler empfehlen daher eine dezentrale Unterbringung oder in Sammelunterkünften zumindest kleine Wohneinheiten.

Förderung von Schutzmasken-Produktion wird ausgeweitet

Das Bundeswirtschaftsministerium weitet die Förderung zur Produktion von Schutzmasken aus. Die neue Richtlinie solle am Montag (01.06.2020) in Kraft treten. "Mit dem Förderprogramm geben wir wichtige Investitionsanreize für den Mittelstand, um mit neuen innovativen Anlagen und Produkten wettbewerbsfähige Produktionskapazitäten in Deutschland aufzubauen", sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier.

Europa solle in diesem Bereich unabhängiger von Importen werden. Konkret werden Investitionen in Anlagen zur Herstellung hochwertiger Schutzmasken mit bis zu 50 Prozent gefördert.

Österreich gibt Maskenpflicht Mitte Juni weitgehend auf

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz.

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz.

Österreich lockert angesichts niedriger Corona- Infektionszahlen Mitte nächsten Monats die Maskenpflicht weitgehend. Am 15. Juni falle die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit großteils, gab Bundeskanzler Sebastian Kurz heute bekannt.

Die Sperrstunde in der Gastronomie werde dann um zwei Stunden bis 1.00 Uhr ausgeweitet. Masken sollen dann nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Apotheken, Praxen und Kliniken sowie etwa bei Friseuren oder in der Gastronomie getragen werden, wo der Mindestabstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann.

Dänemark öffnet Grenzen für Urlauber

Dänemark öffnet seine Grenzen für Urlauber aus Norwegen, Deutschland und Island. Die Regelung gelte ab dem 15. Juni, sagt Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. Reisende müssten ein Hotel außerhalb Kopenhagens für mindestens sechs Nächte buchen. Die Grenzen zu den anderen EU-Staaten, den übrigen Mitgliedern des Schengen-Raums und Großbritannien sollten erst nach dem Sommer geöffnet werden.

WHO und 30 Länder stärken medizinische Kooperation gegen Corona

Die Weltgesundheitsorganisation und 30 Länder wollen den wissenschaftlichen, medizinischen und technischen Austausch im Kampf gegen die Corona-Pandemie stärken. Alle Partner sollten einen Zugang zu Impfstoffen, Heilmitteln, Tests und anderen Gesundheitstechnologien für den Kampf gegen die Atemwegserkrankung Covid-19 erhalten, erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus heute in Genf.

Die WHO verlangt auch die vorbehaltlose Weiterleitung von Daten. Die Entwicklung eines Impfstoffes und medizinischer Therapien gegen den Corona-Erreger steht auf der Prioritätenliste der Initiative ganz oben. Die von der WHO veröffentlichte Liste der Teilnehmerländer reicht von Argentinien über Luxemburg bis Südafrika. Deutschland ist nicht darunter. Beteiligt sind auch Organisationen und Institutionen.

Gastwirte fordern mehr Platz für Außenbereiche

Die Gastronomen in NRW kämpfen mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Nachdem das Platzangebot in Gebäuden verkleinert werden musste, fordern viele nun eine Vergrößerung der Außengastronomie.

In Münster sind laut einem Stadtsprecher schon 45 Anträge auf eine Ausweitung der Flächen eingegangen. Davon wurden 40 genehmigt. In Düsseldorf gibt es 74 Anträge, von den 15 schon erfolgreich waren. In Bochum seien bisher zwar nur fünf Anträge eingereicht worden: "Es werden aber weitere Anträge erwartet, da sich die Betriebsinhaber bereits telefonisch erkundigt haben", sagt ein Sprecher der Stadt.

Der Branchenverband Dehoga NRW fordert, dass die Kommunen unbürokratisch eine Erweiterungen der Flächen genehmigen. "Die Vergrößerungen sind wichtig, weil sie die Unsicherheiten der Gäste abbauen können", erklärte ein Sprecher. Die Außengastronomie sei eine "leise bis mittellaute Hoffnung" für die Gastronomen.

Fünf Polizisten bei Gerangel nach Corona-Kontrolle verletzt

Bei einer aus dem Ruder gelaufenen Kontrolle der Corona-Beschränkungen in Duisburg sind am Donnerstagabend fünf Polizisten verletzt worden. Drei von ihnen sind vorerst dienstunfähig, wie die Polizei heute berichtete.

Landtag erleichtert Voraussetzungen zur Kommunalwahl

Trotz Corona-Pandemie sollen die diesjährigen Kommunalwahlen in NRW rechtssicher vorbereitet und unter den nötigen Infektionsschutzvorkehrungen ablaufen können. Dafür hat der Landtag am Freitag einstimmig ein sogenanntes Kommunalwahlerleichterungsgesetz verabschiedet.

Damit erhalten die Parteien, Wählergruppen und Einzelbewerber angesichts der widrigen Umstände mehr Zeit, ihre Vorschläge einzureichen. Außerdem wird die Zahl der erforderlichen Unterstützungsunterschriften um 40 Prozent gekürzt.

Die Gemeinden erhalten die Option, die Anzahl der benötigten Urnenwahlvorstände und -wahlräume bei Bedarf deutlich zu reduzieren. Wegen des zu erwartenden höheren Briefwähleranteils ginge das ohne Andrang in den Wahllokalen, heißt es im Gesetzentwurf.

Bahnhöfe sollen stärker desinfiziert werden

Mit mehr Desinfektionsmitteln, häufigeren Reinigungen und virusabtötendem Licht will sich die Deutsche Bahn an den Bahnhöfen auf den wachsenden Reiseverkehr einstellen. "Wir fokussieren all unsere Anstrengungen gerade auf Sauberkeit und Hygiene an den Bahnhöfen", teilte Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla mit. An 600 Stationen seien inzwischen Hand-Desinfektionsspender aufgestellt.

Mit sogenannten Wegeleitsystemen sollen nach und nach an allen Bahnhöfen Fahrgastströme stärker gelenkt und entzerrt werden, um Abstandsregeln besser einhalten zu können. Und mit neuen Reinigungsmaschinen könnten Flächen großflächiger als bislang desinfiziert werden. Außerdem experimentiert der Konzern mit Techniken wie UV-C-Licht, das etwa Viren auf den Handgriffen von Rolltreppen abtöten soll.

Letzter italienischer Patient entlassen

Nach neun Wochen ist der Italiener Paolo Bonacina heute Morgen aus dem Universitätsklinikum St. Josef-Hospital in Bochum entlassen worden.

Bonacina ist der letzte von zehn italienischen Covid-19-Patienten, die seit März in nordrhein-westfälischen Universitätskliniken behandelt wurden. Zu seiner Verabschiedung kam auch der NRW-Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner(CDU).

Open-Air-Kinoreihe "Filmschauplätze NRW" abgesagt

Die 23. "Filmschauplätze NRW" sind abgesagt worden. Aufgrund der Corona-Pandemie könne die Open-Air-Kinoreihe in diesem Jahr nicht stattfinden, teilte die Film- und Medienstiftung NRW am Freitag in Düsseldorf mit.

Angesichts des Veranstaltungskonzepts mit wechselnden Orten, kostenlosem Eintritt und nicht begrenzbaren Zuschauerflächen sei die Gewährleistung der vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregelungen außerordentlich schwierig. Die nächste Ausgabe werde jetzt für Sommer 2021 ins Auge gefasst, kündigte Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW, an.

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Stand: 29.05.2020, 20:57