Omikron und rote Warn-App: Was ist zu beachten?

 Ein Mann hält ein Smartphone in der Hand, auf dem die Corona-Warn-App der Bundesregierung ein erhöhtes Risiko anzeigt.

Omikron und rote Warn-App: Was ist zu beachten?

Mehr als 1,2 Millionen Mal sprang die Corona-Warn-App vergangene Woche auf Rot, so oft wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Was muss ich beachten? Die Regelungen sind nicht immer eindeutig.

Die Omikron-Variante lässt die Corona-Inzidenzen steigen. Die Politik will die Quarantäne-Zeiten verkürzen, damit das Virus nicht die sogenannte kritische Infrastruktur - etwa Krankenhäuser, Polizei, Müllabfuhr - lahmlegt. Allein letzte Woche sprang die Corona-Warn-App, die inzwischen mehr als 40 Millionen Downloads verzeichnet, 1,2 Millionen Mal auf Rot: Was ist bei diesem Hinweis auf Risikokontakte zu tun? Fragen und Antworten.

Was muss ich tun, wenn meine Corona-Warn-App auf Rot springt?

Das Bild zeigt eine FFP2-Maske.

Mit Maske steckt man sich nicht so leicht an

Die Nutzer werden laut Bundesgesundheitsministerium gebeten, die Situation am Tag des Kontaktes zu rekonstruieren und gegebenenfalls weitere Kontakte anzugeben. Wie hoch das Ansteckungsrisiko ist, hängt davon ab, ob der Kontakt draußen an der Luft war oder in einem geschlossenen Raum. Haben alle Menschen Maske getragen?

Eine Meldung beim Gesundheitsamt sei zunächst nicht nötig, sagte der Epidemiologe Timo Ulrichs dem WDR. Die Warnung solle der eigenen Gefahrenanalyse dienen, vor allem jetzt, angesichts der Verbreitung der Omikron-Variante.

Habe ich Anspruch auf einen PCR-Test?

Anordnung von Corona-Teströhrchen

Unterschiede zwischen den Testzentren

Wer eine rote Warnung in der App hat, der hat Anspruch auf einen Corona-Test: Das kann ein Schnelltest oder ein PCR-Test sein. Ein ausschließlicher Anspruch auf PCR-Testung bestehe nicht, teilt das Bundesgesundheitsministerium auf WDR-Anfrage mit. Wirkliche Klarheit bringt laut Epidemiologe Ulrichs nur der PCR-Test. Doch der sei bei einer roten Warnung - auch wenn er sinnvoll wäre - nicht überall kostenlos zu bekommen. "Da sollte eigentlich die dokumentierte rote Warnung ausreichen, dass der PCR-Test dann auch umsonst zugänglich ist", sagt Ulrichs. "Aber da gibt es Unterschiede in den Bundesländern und den Testzentren, wie das gehandhabt wird."

Die Stadt Duisburg empfiehlt einen PCR-Test. Man solle sich an einen Hausarzt oder an ein Testzentrum wenden, in denen ein kostenloser PCR-Test durchgeführt wird. Die Stadt Düsseldorf hat sogar eine Hotline eingerichtet, wo speziell PCR-Testtermine gebucht werden können, wenn die Warn-App ein erhöhtes Risiko zeigt. Grundvoraussetzung für einen Test über die Corona-Hotline ist, dass man in Düsseldorf wohnt oder arbeitet.

Wie robust ist das System bei einem weiteren Anstieg der Fallzahlen?

Eine Mitarbeiterin arbeitet an der Rezeption eines privaten PCR-Testzentrums

Krankheitsfälle im Testzentrum wären ein echtes Problem

Die Omikron-Welle ist in Deutschland angekommen und lässt die Infektionszahlen unaufhörlich weiter steigen, erklärt Epidemiologe Ulrichs. Umso wichtiger werde die Corona-Warn-App als Frühwarnsystem in den nächsten Wochen. Auch wenn die App in Deutschland nicht optimal genutzt werde, habe sie viele Infektionsketten verhindert.

Lieferengpässe bei Antigen-Schnell- als auch PCR-Tests gibt es derzeit nicht, erklärt Martin Walger, Geschäftsführer des Verbands der Diagnostica-Industrie. Sowohl in den Testzentren als auch in deutschen Laboren lägen genügend Testkits vor. Die waren von Mitte November bis Mitte Dezember knapp, da nach dem Aussetzen der Bürgertests die Kapazitäten erst wieder aufgebaut werden mussten. Im Augenblick werden deutschlandweit 1,5 Millionen PCR-Tests pro Woche gemacht. Auch wenn der Bedarf bei der hochansteckenden Omikron-Variante ansteigen wird, sind Labore gut ausgestattet. Probleme könnten eher bei der Personalausstattung in den Laboren auftauchen, wenn dort der Krankenstand zunehmen sollte.

Stand: 16.01.2022, 20:32