Eine Person steht an einem Fenster und trägt Maske.

Quarantäne, Isolation und freitesten: Das gilt jetzt in NRW

Stand: 04.05.2022, 13:59 Uhr

Die Isolationszeit von Corona-Infizierten kann auf fünf Tage verkürzt werden, Voraussetzung ist ein negatives Testergebnis. Die Quarantänepflicht entfällt weitgehend.

Für Corona-Infizierte und Kontaktpersonen gibt die Landesregierung NRW genaue Verhaltensregeln vor. Wer wie lange in Isolation oder Quarantäne muss, steht in der landesweit gültigen Corona-Test-und-Quarantäne-Verordnung. Ab dem 5. Mai gelten weitreichende Änderungen für Isolation und Quarantäne. Dabei geht NRW über die Empfehlung des Robert Koch-Instituts hinaus. Ein Test zur vorzeitigen Beendigung der Isolation nach fünf Taten ist nicht nur empfohlen, sondern vorgeschrieben. In Bayern hingegen gilt schon seit Mitte April, dass die Isolationszeit nach fünf Tagen ohne Test endet.

Was gilt genau in NRW? Fragen und Antworten.

Quarantäne-Regeln in NRW: Wer blickt durch?

WDR 5 Westblick - aktuell 17.01.2022 04:57 Min. Verfügbar bis 17.01.2023 WDR 5


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Isolation: Was müssen Corona-Infizierte beachten?

Infizierte müssen sich, sobald sie ein positives Ergebnis eines Schnelltests oder PCR-Tests haben, weiterhin grundsätzlich für zehn Tage in Isolierung begeben. Gerechnet wird ab Symptombeginn oder dem Schnell- oder PCR-Test. Ist man nach den zehn Tagen nicht symptomfrei, muss die Isolierung noch fortgesetzt werden.

Neu ist, dass ab dem fünften Tag der Isolierung eine Freitestung möglich ist. Wichtig ist, dass dafür ein negatives Testergebnis nötig ist, erhoben durch einen Coronaschnelltest einer offiziellen Teststelle, PCR-Test oder ein PCR-Test mit einem CT-Wert über 30. Selbsttests sind nicht ausreichend!

Für Beschäftigte in Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen medizinischen Einrichtungen gilt zusätzlich zur Isolationspflicht ein Tätigkeitsverbot. Sie müssen dem Arbeitgeber einen Nachweis einer negativen Testung vorlegen und sie müssen vor Wiederaufnahme der Tätigkeit mindestens 48 Stunden symptomfrei sein.

Zudem müssen Infizierte ihre Kontaktpersonen der letzten zwei Tage schnellstmöglich eigenständig über die Infektion informieren. Dies sind diejenigen Personen, mit denen für einen Zeitraum von mehr als zehn Minuten und mit einem Abstand von weniger als 1,5 Metern ein Kontakt ohne das beiderseitige Tragen einer Maske bestand, oder Personen, mit denen ein schlecht oder nicht belüfteter Raum über eine längere Zeit geteilt wurde.

Quarantäne für Haushaltsangehörige und enge Kontaktpersonen

Entsprechend der Empfehlungen des RKI entfällt die Quarantäne für Haushaltsangehörige und enge Kontaktpersonen von SARS-CoV-2-Fällen ganz. Auch wer als Kontaktperson mit einer infizierten Person im gleichen Haushalt lebt, muss nicht mehr automatisch in Quarantäne.

Aber diesen Personen wird empfohlen, Kontakte zu reduzieren. Folgendes Vorgehen schlägt die Landesregierung vor: Für fünf Tage sollten enge Kontakte zu anderen Personen, insbesondere in Innenräumen und größeren Gruppen, vermieden werden. Sofern möglich, sollte im Homeoffice gearbeitet werden. In dieser Zeit sollte man Kontakte reduzieren, sich selbst testen und auch Symptome achten sowie die Körpertemperatur messen. Auch das Tragen mindestens einer medizinischen Maske wird empfohlen.

Quarantäne: Was gilt für immunisierte Beschäftigte in vulnerablen Einrichtungen?

Für immunisierte Beschäftigte in vulnerablen Einrichtungen, wie zum Beispiel Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder der Eingliederungshilfe gilt: Sind sie enge Kontaktpersonen von Infizierten, müssen sie sich fünf Tage lang vor Dienstantritt täglich testen (Nachweis über offizielle Teststelle, Arbeitgebertestung oder Selbsttest).

Lokale Behörden und landesweite Regeln: Was gilt?

Allgemein gilt: Anweisungen durch die örtlichen Ordnungsbehörden und Gesundheitsämter haben gegenüber den landesweiten Regelungen Vorrang. Da die Ämter in den Kreisen und Städten aufgrund der vielen Corona-Fälle aber oft verspätet oder möglicherweise gar nicht mehr aktiv werden, sind die landesweiten Regelungen selbständig zu befolgen.

Eine "gesonderte behördliche Anordnung" sei für die Isolierung von Infizierten nicht erforderlich, heißt es in der Corona-Test-und-Quarantäne-Verordnung.