Ärger um Entsorgung von Masken und Co - so geht’s richtig

Stand: 09.03.2021, 18:17 Uhr

Gummihandschuhe, FFP2-Masken und Co – beim korrekten Entsorgen hapert es aktuell gewaltig. Einfach in die Gelbe Tonne oder in den Sack werfen? Bitte nicht! Hier gibt es Tipps.

Den Deckel der Restmüll-Tonne aufmachen und rein kommen OP-Masken, FFP2-Masken und Gummihandschuhe. So ist es korrekt. Doch leider läuft es derzeit oft nicht so: Maske und Co landen in der Gelben Tonne. Die Entsorger stellt das vor große Probleme – vor allem beim Recycling. Drei Fragen an Bernhard Schodrowski vom Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE). 

WDR: Herr Schodrowski, woran liegt es, dass viele von uns FFP2- oder OP-Masken sowie Gummihandschuhe fälschlicherweise in Gelbe Tonne oder Sack statt in den Restmüll packen?

Schodrowski: Erst einmal muss man festhalten – es ist das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, dass jeder einzelne mit einem solchen Material in einem solchen Umfang zu tun hat. Es gibt so gut wie keinen, der seit Monaten nicht mit einer Maske unterwegs ist. Allein deshalb fällt also schon eine ziemlich große Menge an Masken und auch Gummihandschuhen an. Wie Abfälle generell korrekt zu entsorgen sind, darüber müssten eigentlich die Kommunen die Bürger informieren.

WDR: Was sind denn die Folgen dieser "Fehlwürfe" in die Gelbe Tonne oder in den Gelben Sack?

Schodrowski: Die Arbeit der Entsorgungsbetriebe wird enorm erschwert. Inhalte aus der Gelben Tonne oder aus dem Gelben Sack werden recycelt. Bei Gummihandschuhen sowie FFP2- und OP-Masken ist das aber schwierig bis unmöglich, weil sie keine recycelbaren Bestandteile aufweisen. Außerdem sind sie keine Verpackungen und gehören schon deshalb nicht in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack.

Im Sortierprozess in den Entsorgungsbetrieben müssen diese Materialien, also Masken und Gummihandschuhe, dann von den Verpackungsmaterialien getrennt werden, teilweise auch von Hand. Sind zu viele Handschuhe in den Kunststoffabfällen, können die Chargen für das Recycling unbrauchbar werden. Klar ist: Die Entsorgungsbetriebe brauchen sortenreine Materialien, die sie nach dem Aufbereiten als Recyclingrohstoffe wieder an die Hersteller abgeben können.

WDR: Was kann jeder einzelne Verbraucher denn besser machen?

Schodrowski: Verbraucher sollten Gummihandschuhe sowie FFP2- und OP-Masken aus hygienischen Gründen idealerweise in einen Beutel packen, fest zuknoten und dann in den Restmüll werfen. Restmüll wird ja bekanntlich verbrannt – was ja auch gerade bei den Utensilien zum Schutz vor Corona richtig und wichtig ist. Helfen würde es auch, wenn es für die Hersteller machbar wäre, auf den Verpackungen von Masken und Gummihandschuhen anzugeben, dass sie nach Gebrauch in den Restmüll gehören.

Die Fragen stellte Sabine Meuter.

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