Kinder und Jugendliche - Corona-Impfung mit Biontech-Impfstoff ab 12 Jahren?

Ein Junge trägt eine Mund-Nasen-Bedeckung.

Kinder und Jugendliche - Corona-Impfung mit Biontech-Impfstoff ab 12 Jahren?

Allen Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren soll bis zum Ende des Sommers ein Impfangebot gemacht werden, wenn die EMA den Impfstoff von Biontech/Pfizer für diese Altersgruppe zulässt.

Der Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer haben bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) Ende April die Zulassung ihres Impfstoffs für Jugendliche in der EU beantragt. Womöglich noch im Mai könnte der Impfstoff auch für Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren zugelassen werden.

Sollte es dazu kommen, dann wollen in Deutschland Bund und Länder allen Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren bis zum Ende des Sommers ein Impfangebot machen. Das erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach einem Impfgipfel. Ein sicherer Schulbetrieb sei aber zukünftig nicht abhängig davon, wie viele Schülerinnen und Schüler sich impfen lassen. Eine Impfpflicht werde es nicht geben.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) warnte vor zu hohen Erwartungen an die geplanten Corona-Impfungen für Kinder. Nach Aufhebung der Impf-Priorisierung am 7. Juni werde es keine eigene Impfkampagne für Kinder und Jugendliche ab zwölf geben. Vielmehr solle ihnen, solle den Familien ein Angebot in Impfzentren oder Arztpraxen im Rahmen der verfügbaren Impfstoffmengen gemacht werden. Auch sie können sich dann um einen Termin bemühen.

Was Ärzte zum Impfangebot für Kinder sagen: Einige Intensivmediziner sind beim Impfen von Kindern ab zwölf Jahren aktuell eher zurückhaltend. Die Meinung der Ständigen Impfkommission solle und müsse berücksichtigt werden, meint Uwe Janssens, Präsidiumsmitglied des DIVI-Intensivregisters. "Sie ist sogar verpflichtet, nicht einfach einen Impfstoff freizugeben, wenn noch nicht genügend Daten vorliegen."

Auch Christian Karagiannidis, Leitender Oberarzt der Lungenklinik Köln-Merheim, hält die politische Debatte darüber aktuell für verfrüht und übertrieben: "Wir haben aus mediziner Sicht keine Not, die Kinder jetzt durchzuimpfen, weil sie einfach so wenig erkranken." Christoph Hanefeld vom Katholischen Klinikum in Bochum hält es dagegen für richtig, auch Kindern ein Impfangebot zu machen, vor allem denen mit Vorerkrankungen. Es brauche immer eine individuelle Abwägung zwischen Ärzten und Eltern, für welches Kind eine Impfung sinnvoll und nützlich sei.

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Impfstoff auch schon für Babys?

Die Hersteller Biontech und Pfizer haben derweil auch bereits eine klinische Studie für Babys ab sechs Monaten und jüngere Kinder begonnen. US-Experten rechnen jedoch nicht vor Anfang nächsten Jahres mit der Zulassung eines Impfstoffs für diese Altersgruppe.

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Stand: 27.05.2021, 19:20